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| Josef Weinheber |
Wien: Versuchte Bilderstürmerei gegen große Namen der Vergangenheit erleben wir in diesen Tagen nicht nur an der Greifswalder Universität, wo ein linker Studentenklüngel, der vielleicht etwa 10 Prozent der Greifswalder Gesamtstudentenschaft ausmacht, verlangt, dass die Universität den Namen Ernst Moritz Arndt ablegt, weil Arndt angeblich ein übler Antisemit und Franzosenhasser sei. Dabei bezieht man sich lediglich auf einige aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, ohne die Werke Arndts wirklich zu kennen, geschweige denn gelesen zu haben.
Ähnliches gibt es derzeit auch in Wien. Auch hier ist es ein Dichter dessen Namen man aus dem öffentlichen Leben beseitigen möchte. Es geht um Josef Weinheber (1892-1945), einen der letzten großen deutschsprachigen Lyriker. Ein Platz in Wien, der seinen Namen trägt, soll nun nach dem Willen der Grünen umbenannt werden.
In einer Pressemeldung der Wiener Grünen vom 9. Juni heißt es diesbezüglich seitens des Klubvorsitzenden im 16. Bezirk, Martin Grabler:
”…Der lapidare Hinweis auf die künstlerische Tätigkeit Weinhebers, die laut FPÖ lediglich “aus der Sicht seiner Zeit beurteilt werden (muss)”, um sie rückblickend zu legitimieren, zeigt erschreckend deutlich auf, dass in Österreich immer noch großer Bedarf besteht, die NS-Vergangenheit aufzuarbeiten, so Grabler.
Österreich muss sich der kollektiven Verantwortung für seine Vergangenheit stellen und mit diesem “Erbe” in richtiger, angemessener Form umgehen. Die österreichische Kultur des Vergessens muss weiter aufgebrochen werden und einer Erinnerungskultur weichen, deren Schlagworte Gedenken, Aufarbeitung und Mahnen darstellen, so die Ottakringer Grünen in der Begründung des Antrages auf Umbenennung des Platzes. “Eltern, Schulen, Vereine und nicht zuletzt die Politik sind verantwortlich, die richtigen Schlüsse aus den Fehlern der Vergangenheit zu ziehen und Rassismus und Menschenfeindlichkeit von Beginn an jeden “Nährboden” zu entziehen. Der Bezirk ist
aufgefordert, die längst notwendige interne Aufarbeitung mir der NS-Vergangenheit nachzuholen”, betont Grabler. “Wir müssen endlich deutlich machen, dass wir aus den Fehlern der Geschichte gelernt haben, die Aufarbeitung der Vergangenheit ernst nehmen und Personen wie Josef Weinheber somit keinen Raum zur Würdigung geben”, so Grabler anschließend.“
Quelle: Pressemeldung der Grünen 09.06.09
Der Grüne Grabler unterstreicht mit dieser Erklärung einmal mehr, dass er und seine Partei für Dummheit, Unwissen und Kulturlosigkeit stehen. So dient die von ihm und seinesgleichen gepredigte Multikultur lediglich dazu, organisch gewachsene echte Kultur zugunsten eines beliebigen Rauschgift-, Döner- und Pizza-Materialismus zu vernichten.
Die Wiener FPÖ hält immerhin dagegen. In einer Presseerklärung vom 18. Juni reagiert sie auf das Ansinnen der Grünen wie folgt:
„…Die geplante Umbenennung des Josef-Weinheber-Platzes in Ottakring sei nichts anderes als ein Denkmalsturm der übelsten Sorte. Ein Antrag der Grünen in der Bezirksvertretung Ottakring ziele darauf ab, den Platz in Ottakring, der dem bekannten Wiener Literaten Weinheber gewidmet ist, einen neuen Namen zu geben, um die Person Weinheber aus dem öffentlichen Gedächtnis zu streichen. Dabei werde – wie so oft – die Mitgliedschaft Weinhebers in der NSDAP, sowie seine schöpferische Tätigkeit während der NS-Zeit als Begründung mitgeliefert, so heute die Bezirksparteiobfrau der FPÖ-Ottakring, NAbg. Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein.
Das literarische Schaffen Weinhebers ist mannigfaltig und nicht nur solch unvergängliche Kunstwerke, wie etwa “Wien wörtlich”, oder das “erbauliche Kalenderbuch” O Mensch, gib acht sind Beispiele für die Möglichkeit künstlerischer Gestaltung, die durch die Stoffästhetik der damals bereits gängigen “Blut und Boden”-Doktrin gefährdet sind. Wenn behauptet werde, Weinheber sei ein “bekennender Nationalsozialist” gewesen, so werde damit das Wirken Weinhebers, sowie aller anderen Schriftsteller, Musiker oder Intellektuellen in der Zeit des 3. Reiches simplifiziert. Das Engagement sowohl von Josef Weinheber, aber auch vieler anderer bedeutender Künstler jener Zeit für die “nationale Erneuerung”, war keineswegs auf einer Annäherung an ideologische Positionen des Nationalsozialismus gegründet. Weinheber etwa geht bereits 1934 wieder auf Distanz zur NSDAP, der er ein Jahr zuvor als “Illegaler” beigetreten war. Im Jahr 1936 geht Weinheber auch auf kritische Distanz zum mittlerweile etablierten NS-System im “Deutschen Reich” und entwickelt sich auch zum “Anschluß”-Gegner. (siehe auch Zwischen Kosmos und Chaos. In:Stimmen der Zeit. Katholische Monatsschrift für das Geistesleben der Gegenwart, Jg. 67, Bd. 132, H. 12, Freiburg i. Br. September 1937, S. 366-373.)
Dem “schwarz-weiß” Denken der Grünen Gutmenschen, die hinter jedem Baum einen versteckten Sympathisanten des NS-Regimes vermuten, sei zudem ins Stammbuch geschrieben, daß die künstlerische Tätigkeit all jener, die in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt und gewirkt haben, natürlich aus der Sicht ihrer Zeit beurteilt werden müssen. Weinheber, der sich Zeit seines Lebens nie etwas zu Schulden kommen ließ, der für Generationen ein klassischer Wiener Literat, Mundartdichter und Lyriker war und auch heute noch ist, hat im Mai 1945 den Freitod gewählt. Sein angeschlagener Gesundheitszustand, sowie seine seit langem bekannte Alkoholkrankheit führten schon – wie zahlreich erhalten gebliebene Briefe eindeutig belegen – Monate vorher zu Depressionen und Suizidgedanken. Hier einen Bogen zu “Rechtsextremismus” und “Menschenfeindlichkeit” zu konstruieren, könne wirklich nur der verwirrten Denkweise grüner Politiker entspringen, so Belakowitsch-Jenewein abschließend.
Quelle: FPÖ-Presseerklärung 18.06.09
An dieser Stelle als Leseprobe ein unseres Erachtens auch für die Situation dieser Zeit nicht ganz unpassendes Gedicht Josef Weinhebers aus der Sammlung “Späte Krone” von 1936
Die Nacht ist groß
Die Nacht ist groß. Ich stehe und verrichte
den Dienst im aufgelösten Heiligtume.
Die Nacht ist groß. Ich leide die Gesichte
und sage sie, dem dunklen Gott zum Ruhme.
Die Nacht ist groß. Verfallen dem Gerichte,
zerstörten sieden Glanz der letzten Blume.
Die Nacht ist groß. Ich stehe und verrichte
den Dienst im leergewordenen Heiligtume.
Aufhalten kann ich nicht. Jedoch ich sehe
wie keiner, der da lebt, die Rächer schreiten.
Die Nacht ist groß. Die schwarzen Schleier wallen.
Mein Teil ist: Unberührt vom eignen Wehe
und jeder Hoffnung fern, dem zornbereiten
Ratschluß der Götter in den Schoß zu fallen.
Siehe auch
Alpen-Donau.info 19.06.09





7 responses so far ↓
1 Snorri // Jun 20, 2009 at 9:37
Ikonoklasmus, Kulturvandalismus generell, sind Zeichen des unabwendbaren Niedergangs einer völlig degenerierten Gesellschaft, die in ihrem aggressiven Untergangswahn in Todesangst alles, was ihr diametral erscheint, mit sich in die Tiefe reißen will.
Endzeit ist! Ruhe bewahren, Überleben sichern, zuschauen, wie sich die reaktionären, anachronistischen Lemminge in’s eigene Verderben stürzen.
2 Treueschwur // Jun 20, 2009 at 10:22
Ich schlage vor, den Platz der Unbekannten Zecke zu weihen.
3 Ulbricht // Jun 20, 2009 at 10:33
Den Ottakringern ist wohl zu viel Ottakringer in den Kopf gestiegen…
4 Dike // Jun 20, 2009 at 22:07
Ein herrliches, ein erhabenes Gedicht von Josef Weinheber, das die Schriftleitung der Leserschaft kredenzt. Vielen Dank.
Da darf sich noch eins dazugesellen, das so lieb und zärtlich die Heimat seiner Erinnerung singt:
ALT-OTTAKRING
Was noch lebt, ist Traum.
Ach, wie war es schön!
Jüngre werden kaum
jene Zeit verstehn,
wo das Kirchlein stand
und die Häuser blank
unterm Gibelrand
hatten Weingerank.
Und im Herbst gar,
wenn der Maische Duft
hing im blauen Klar
der beschwingten Luft!
Von den Hügeln schlicht
kam der Hauer Sang,
da die Stadt noch nicht
grau ins Grüne drang.
Heut ein Steinbezirk
wie ein andrer auch,
und nur sanft Gebirg
schickt wie einst den Hauch,
Hauch von Obst und Wein
in die Gassen aus,
und der Sonnenschein
liegt auf altem Haus.
Da und dort ein Tor
hat noch breiten Schwung,
Buschen grün davor
lädt wie einst zum Trunk,
und im Abend wird
längst Vergangnes nah
spielt ein Bursch gerührt
Ziehharmonika.
5 NPD KV UNNA / HAMM // Jun 22, 2009 at 20:19
Weinheber steht turmhoch über diesen lächerlichen Figuren.
Schade, dass er heute so unbekannt ist in nationalen Kreisen.
Wir könnten aus seiner Lyrik auch heute noch sehr viel von ihm lernen.
6 Georg // Jun 22, 2009 at 21:28
Die FPÖ schafft es immer wieder, sich bei Muzicant + Briidern anzubiedern:
“….damals bereits gängigen “Blut und Boden”-Doktrin” meint Fau Belakowitsch.
Freiheitlich? Frei von Werten und Rückgrad?
Nebenbei: Schabbesgoi Martin Graf (FPÖ) bezeichnete bei der Festrede anlässlich des Tiroler Freiheitskommerses (Innsbruck, am 20.6.09) Adolf Hitler als “Verbrecher”.
Strache war schon 2003 auf Bussreise in Yad Vashem:
http://www.vilimsky.at/index.php?option=com_content&task=view&id=77&Itemid=50
Das ist die FPÖ ! Merken und weitererzählen!
7 Lechner // Jun 30, 2009 at 16:28
Der Jüdische Literaturgeschichtler Ernst Loewy nennt Weinheber in seiner Literatur unterm Hakenkreuz einen Könner von beträchtlicher Größe.
Wenn schon ein Jude das sagt, brauchen sich die Grünen eigentlich nicht mehr melden.
Bevor man schreit erst Denken !!!!!
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