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Nanu, wer lebt denn da noch? – Vermischte Nachrichten (31.10.06)

October 31st, 2006 · Post your comment (7 Comments)

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Martin Hohmann

Berlin: Der eine oder andere unserer Leser wird sich sicher noch an den früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann erinnern. Dieser machte in einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit im Jahre 2003 von sich reden, indem er in dieser darauf hinwies, daß Juden keineswegs immer nur Opfer, sondern im Falle der russischen Revolution durchaus auch Täter gewesen sind.

Obwohl dies in durchaus gemäßigter und keineswegs antisemitischer Weise geschah, erhob sich nach Bekanntwerden in den bundesdeutschen Medien ein regelrechter Vernichtungsfeldzug gegen die Person Hohmanns, der erst dann endete, als die CDU-Führung ihr allzu vorlautes Parteimitglied faktisch den Medienhyänen zum Fraß hinwarf. So wurde Hohmann, obwohl gerichtlich festgestellt wurde, daß seine Rede durchaus nichts Rechtswidriges enthielt, wegen angeblich parteischädigendem Verhalten zunächst aus der Bundestagsfraktion und später auch aus der Partei ausgeschlossen. Beim Versuch bei den Bundestagswahlen im vergangenen Jahr sein Direktmandat in Fulda zu verteidigen, scheiterte er. Hohmann leistete gegen seinen Parteiausschluß verzweifelten Widerstand. Nachdem er vor dem Bundesparteigericht scheiterte, versuchte er sein Glück beim Berliner Landgericht, das allerdings in der vergangenen Woche die Ausschlußentscheidungen der Parteigerichte bestätigte. Ob Hohmann dagegen in Berufung gegangen ist, ist uns derzeit nicht bekannt. Im vergangenen Jahr hatte er noch angekündigt, gegebenenfalls bis zum Bundesverfassungsgericht gehen zu wollen.

Siehe auch
redok 27.10.06

AP 27.10.06 15:22

Martin Hohmann (Wikipedia)

Text der umstrittenen Hohmann-Rede

Klaus Baier

Dresden / Sachsen: Auch ein anderer Politverschollener machte dieser Tage ein wenig von sich reden. So kündigte der frühe NPD-Landtagsabgeordnete Klaus Baier aus Annaberg-Buchholz am 20. Oktober auf der Internetseite der Deutschen Sozialen Union (DSU) Sachsen an, daß er nunmehr seine bisherige Partei, die Freiheitliche Partei Deutschlands (FP) verlassen habe, um sich nunmehr, einem „Bündnisaufruf“ des DSU-Landeschefs Karl-Heinz Obser Folge leistend, der DSU anzuschließen.

Baier war am 20. Dezember 2005 überraschend aus der NPD ausgetreten, nachdem unmittelbar zuvor auch der NPD-Abgeordnete Mirko Schmitt die Partei verlassen hatte. Nach wie vor ist es noch nicht gänzlich geklärt, in welcher Weise der Verfassungsschutz Anteil an diesen Parteiaustritten hatte. In seiner Erklärung begründete Baier seinen Austritt u. a. mit menschlicher und politischer Enttäuschung über die Entwicklung der NPD seit ihrem Einzug im Sächsischen Landtag. Darüber hinaus monierte er, daß die Interessen des größten Teils der Wähler nicht vertreten würden, da „der Einfluß zugereister NPD-Funktionäre, innerhalb des Landesverbands Sachsen und der Fraktion im Landtag, zu groß geworden“ Später verließ dann auch noch der frühere NPD-Landesvorsitzende Jürgen Schön ebenfalls die Partei.

Schön und Baier schlossen sich dann am 18. und am 21. Januar dieses Jahres der Freiheitlichen Partei Deutschlands an, einer Duodezpartei, die, ähnlich wie auch die DSU, außerhalb Sachsens kaum bekannt ist.

Es spricht nicht eben für den Charakter Baiers, daß er nun auch dieser Partei nach noch nicht einmal ganz zehn Monaten den Rücken kehrt, um nun mehr sein politisches Glück bei der DSU zu suchen. Auch entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn er als Begründung für seinen jetzigen Parteiwechsel ausgerechnet einen Bündnisaufruf nennt, indem es u. a. heißt:
„Die DSU stellt sich deshalb als Partei aus uneigennützigen Gründen für einen Wahlantritt 2009 zur Verfügung und öffnet ihre Wahlliste auch für Nichtmitglieder . Ausstrahlungskraft , Charakter und fachliche Eignung sollen letztendlich ausschlaggebend für die Kandidatur sein.“

Na, da darf man dann wohl gratulieren, denn einen solchen „Experten“ für Ausstrahlungskraft, Charakter und fachliche Eignung kann gewiß nicht jede Partei ihr Eigen nennen. Es kann nicht sonderlich gut um eine Partei stehen, die sich ausgerechnet einen solchen Gesinnungsakrobaten ins Boot holt. Allerdings macht dies bei der DSU ohnehin nichts aus, ist sie politisch doch trotz ihrer 80 Kommunalmandate faktisch ohne größere Bedeutung, daß dies nach 2009 anders sein wird, ist nicht nach unserem Dafürhalten nicht zu erwarten, eher könnten wir uns vorstellen, daß es ihr mit solchen Koryphäen gelingen wird, ihre bisherigen kommunalen Stimmenanteile noch weiter zu senken. Baier erlangte zwar 2004 bei den Landtagswahlen in seinem Heimatort 13,7 Prozent der Erststimmen, doch ist es wenig wahrscheinlich, daß sich dieser Erfolg im Zeichen der DSU wiederholt.

Siehe auch
DSU-Sachsen

Altermedia 21.12.05

Klaus Baier zu seinem Parteiaustritt – Altermedia 29.12.05

Altermedia 24.01.06

Redok 28.10.06

Quelle: Störtebeker-Netz 31.10.06

Anhang:
Klaus Baier, MdL - Mitglied der Deutschen Sozialen Union (DSU)
Hiermit teile ich Ihnen mit, daß ich dem Aufruf des sächsischen DSU-Landesvorsitzenden Herrn Karl-Heinz Obser zu einem Bündnis für Sachsen vom 3. Oktober 2006 folgend, die Freiheitliche Partei Deutschlands verlassen habe und der Deutschen Sozialen Union beigetreten bin.
In meiner Entscheidung habe ich mich vor allem davon leiten lassen, daß sich meine Vorstellungen von einem politischen Neuanfang in Sachsen am besten mit der Programmatik der bodenständigen DSU verwirklichen lassen.
Die Deutsche Soziale Union ist in zahlreichen Kommunen im Freistaat durch über 80 Mandatsträger vertreten.
Dresden am 20. Oktober 2006
Klaus Baier, MdL

Bei den letzten Landtagswahlen im September 2004 kam die DSU gerade auf etwa 0,5 Prozent.

Quelle:
Bündnisaufruf der DSU Sachsen

Tags: Allgemeines

7 responses so far ↓

  • 1 Martin // Oct 31, 2006 at 15:05

    Wer den Werdegang des Klaus Baier ein wenig verfolgt hat, kann nur feststellen, dass es sich bei ihm um eine charakterliche und politische Niete ohne jegliche Kompetenz handelt. Bereits in der NPD-Fraktion in Sachsen hat er sich kaum eingebracht, und seitdem er sie verlassen hat, ist er auch nicht öfters in Erscheinung getreten. Sein Umfeld beschreibt ihn zudem als psychologisch instabil… Somit war er auch (wahrscheinlich) eine leichte Beute für den “Verfassungschutz”, der ihn zum Austritt aus der NPD-Fraktion bewegen konnte. Ein solcher Abgeordneter der nichts leistet und nur an seine Diäten denkt, kostet den Steuerzahler nur viel Geld und bringt ihm überhaupt nichts.
    Spätestens im Jahre 2009 wird er dann endgultig auch dahin verschwinden wo er hingehört: ins politische Aus.

  • 2 Hans Gut // Oct 31, 2006 at 16:01

    Achja. Aber hat der Verfassungsschutz die Niete auch auf die Landesliste gestellt? Gänzlich ausschliessen will ichs ja nicht. :-)

  • 3 chamälion // Oct 31, 2006 at 18:41

    Zu der Zeit, als Hohmann damals in den Medien war, fragte ntv und andere zion-Sender ob der Rauswurf gerechtfertigt war.
    Das TED- Ergebnis lag bei etwa 90 Prozent. Dagegen versteht sich.
    Alles spricht von Verlusten für die ,,Volksparteien”. Aber mir ist schleierhaft woher die immernoch so viele Stimmen nehmen.

  • 4 NPD KV UNNA/HAMM // Oct 31, 2006 at 21:53

    Wie naiv muss ein Herr Homann sein, wenn er nicht mitbekommen hat, was für eine Partei die CDU eigentlich ist.

  • 5 Watzmann // Oct 31, 2006 at 23:56

    @chamälion

    Na ja, die Leute waren mehrheitlich gegen den Rauswurf Hohmanns aus der CDU, sie hätten aber für den freiwilligen Austritt sein sollen.

  • 6 griesgram // Nov 1, 2006 at 0:04

    @chamälion
    Die “vielen” Stimmen kommen daher, weil nur die Wahlteilnehmer = 100% gerechnet werden, die 40 % Wahlverweigerer aber gar nicht erst in die Berechnung einfließen.
    Leute, geht wählen, auch wenn es nur “ungültig” ist!

  • 7 Rudolf // Nov 1, 2006 at 1:12

    @NPD KV UNNA/HAMM:
    Ich glaube bei Hohmann muss man weniger von Naivität sprechen als vielmehr von Verdrängung. Er will es - wie viele andere auch - einfach nicht wahrhaben, dass man in Deutschland verfolgt werden kann, obwohl man nur vollkommen legitime und harmlose - wenn auch bestimmten Kreisen missfallende - Ansichten vertritt.

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