Am 12. Dezember veröffentlichten wir einen Brief des derzeit aus politischen Gründen im spanischen Exil weilenden österreichischen Revisionisten Gerd Honsik, in dem dieser die iranische Botschaft in Deutschland um Hilfe für Ernst Zündel bat. Dessen Prozeß wegen vorgeblicher „Volksverhetzung“ und „Holocaust“-Leugnung mußte zeitweilig eingestellt werden, nachdem das Gericht ihn seiner Verteidigerin beraubt hatte, weil diese, der Ansicht des Gerichtes nach, einem raschen Prozeßablauf im Wege stand und in ihrer Verteidigung angeblich ebenfalls den „Holocaust“ leugnen würde. Ein anderer von Zündel benannter Verteidiger wurde vom Gericht ebenfalls abgelehnt, so daß Zündel nach wie vor faktisch ohne Rechtsbeistand ist. Wann das Verfahren fortgesetzt wird ist unbekannt.
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| Gerd Honsik |
Das Schreiben Honsiks fiel indessen auch der österreichischen Denunziationsbehörde „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ (DöW) auf, einer mehr oder minder linksextremen Vereinigung mit zionistischem Einschlag, deren Hauptaufgabe es ist, jede nationale Regung im Land als nationalsozialistische Wiederbetätigung zu denunzieren.
Dort kommentiert man den Honsik-Brief wie folgt:
Islamismus und Neonazismus
Nachdem sich die Neonazis von Stoertebeker schon zuvor für die antisemitischen Ausfälle des iranischen Präsidenten Ahmadinejad begeistert hatten, veröffentlichten sie am 12. Dezember einen Brief, den Gerd Honsik an die iranische Botschaft in Deutschland gesandt hatte. Darin bittet er um Unterstützung für den gegenwärtig in Mannheim vor Gericht stehenden Holocaustleugner Ernst Zündel. Nicht nur die Einigkeit im Hass auf die Jüdinnen und Juden, auch die Tatsache, “dass die Kulturen unserer beiden Völker desselben indogermanischen Ursprungs sind”, veranlasste den nach Spanien geflohenen Neonazi zu diesem Schritt. Honsik empört sich, dass Zündels Rechtsbeistände - darunter der österreichische Neonazi-Anwalt Herbert Schaller - vom Verfahren ausgeschlossen wurden, und bittet nun, dass der Iran einen geeigneten Ersatz zur Verfügung stellt.
Dass sich Honsik an den Iran wendet, hat seinen Grund nicht nur in den jüngsten holocaustleugnenden Ausfällen und antisemitischen Vernichtungsdrohungen Ahmadinejads, sondern reiht sich ein in eine bis in die Zeiten nationalsozialistischer Herrschaft zurückreichende Allianz mit Islamisten/arabischen Nationalisten (siehe: Anton Maegerle/Heribert Schiedel, Krude Allianz. Das arabisch-islamistische Bündnis mit deutschen und österreichischen Rechtsextremisten »). In den 1980er Jahren rückte man vor allem in Sachen “Revisionismus” eng zusammen. Honsik schrieb 1986 in seinem “Aufruf an die arabische Welt”: “Die Entlarvung der Judenvergasung als dem größten Propagandaschwindel der Weltgeschichte [...] wäre heute für zwei Nationen von ungeheurer Wichtigkeit! Für das deutsche Volk, um aus der Versklavung zu erwachen, und für die arabische Welt, um Israels Aggressionskraft dort zu erschüttern, wo diese Kraft tatsächlich entspringt. Nämlich in der Sympathie und dem Mitleid, die das verführte amerikanische Volk seinen zionistischen Beherrschern entgegenbringt.” Daher bat Honsik die “arabische Welt, uns mit Geld zu unterstützen, damit wir der amerikanischen Propagandalüge von der ‘Judenvergasung’ ein Ende bereiten können”.
Hier ist auch daran zu erinnern, dass der Holocaustleugner Wolfgang Fröhlich Anfang Mai 2000 in der iranischen Botschaft in Wien um politisches Asyl angesucht hat. Ein anderer “Revisionist”, der Schweizer Jürgen Graf, fand auf seiner Flucht vor Strafverfolgung damals tatsächlich Unterschlupf im Iran. Und bei Radio Teheran genießen notorische Holocaustleugner den Ruf von “Wissenschaftern”. So wurden bisher u. a. Robert Faurisson, David Irving, Ernst Zündel, Fredrik Toben und eben auch Honsik interviewt. Dazu kommen zahlreiche Auftritte von Größen der internationalen Neonazi-Szene an der Universität Teheran.
Über eine Antwort der iranischen Botschaft auf das Schreiben Honsiks ist uns bislang noch nichts bekannt. Ungeachtet dessen demonstriert die Art und Weise in der oben stehender Kommentar gehalten ist, daß das einzige Mittel um zeitgeschichtliche Geistesdogmen zu erhalten, einzig und allein auf Meinungsunterdrückung, Verleumdung und Verfolgung beruht, ein Dreigestirn das freilich mehr zum Erhalt bestimmter unerwünschter Meinungen beitragen dürfte, als sämtliche Paragraphen 130 oder Wiederbetätigungsverbote.
“Und dies Wort sage ich noch den Umstürzern von Bildsäulen. Das ist wohl die größte Torheit, Salz ins Meer und Bildsäulen in den Schlamm zu werfen.
Im Schlamme eurer Verachtung lag die Bildsäule: aber das ist gerade ihr Gesetz, daß ihr aus der Verachtung wieder Leben und lebende Schönheit wächst!
Mit göttlicheren Zügen steht sie nun auf, und leidendverführerisch; und wahrlich! Sie wird euch noch Dank sagen, daß ihr sie umstürztet, ihr Umstürzer!“
Friedrich Nietzsche „Also sprach Zarathustra“ (Kap. Von großen Ereignissen)
Dies gilt übrigens nicht nur für revisionistische Meinungen. – Die Schriftleitung
Siehe auch
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Quelle: Störtebeker-Netz 29.12.05




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