Wetzlar. Die NPD-Fraktion im Kreistag des Lahn-Dill-Kreises in Hessen hat zur Familienförderung folgenden Antrag eingebracht: „Im Lahn-Dill-Kreis bekommt jede Familie bei der Geburt eines Kindes € 500,– einmalige Beihilfe. Für eine alleinerziehende Mutter soll es zu den € 500,– noch weitere € 500,– einmalig geben für Erstlingsausstattung.“
Dieser Antrag sorgte im Kreistag in Wetzlar für einen Eklat. Es spielten sich während der Sitzung tumultartige Szenen ab. Die Abgeordnete Sigrid Kornmann von der FDP schimpfte, daß dieser Antrag eine Unverschämtheit sei. Mütter dürfe man nicht wie Zuchttiere prämieren. Günther Kaufmann-Ohl von den Grünen verwahrte sich gegen den unerträglichen Redebeitrag des NPD Fraktionsvorsitzenden Alfred Zutt, und betonte, daß er die Schnauze voll habe von einer deutschen Familienpolitik, die schon einmal probiert wurde. Für den CDU-Abgeordneten Michael Müller sei der Antrag unerträglich.
Alfred Zutt wies in seiner Begründung für den Antrag darauf hin, daß die dramatische Lage der Rentenversicherung auf die schlimme demografische Entwicklung der Bevölkerung zurückzuführen sei. Nur mit einer familienfreundlichen Politik könne vermieden werden, daß in den nächsten Jahren immer mehr junge Deutsche für immer mehr Rentner arbeiten müßten. Natürlich dürfe es diese Beihilfen nur für deutsche Mütter geben. Der Staat müsse alles tun, um Familien zu fördern und ihnen eine wirtschaftliche Grundlage geben. In vielen anderen Ländern gebe es finanzielle Zuwendungen bei der Geburt von Kindern und dies hätte sich bewehrt.
Der familienfreundliche Antrag der NPD wurde abgelehnt. Zu bemerken ist, dass auch die „Republikaner“-Fraktion im Kreistag von Lahn-Dill dagegen stimmte und sich somit in die Reihen von CDU, SPD, Grüne und FDP begaben.
Quelle: www.npd.de



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