Neuruppin / Brandenburg: Wie die Internetseite Lausitz.Infos.Net berichtet, fand gestern vor dem Amtsgericht Neuruppin ein Prozeß gegen einen Nationalisten statt, dem vorgeworfen wurde, am 23. März 2006 ein Flugblatt des am 29. Juni vergangenen Jahr verbotenen Schutzbundes Deutschland verteilt zu haben.
Das Flugblatt enthielt eine Karikatur eines Mannes mit Hakennase sowie einen Text mit der Überschrift „Spekulanten Ade, Scheiden tut weh. Doch euer Scheiden macht, das uns das Herz lacht.“ Obwohl das Flugblatt keineswegs antisemitische Äußerungen enthielt, sah das Amtsgericht es als erwiesen an, daß das Flugblatt antisemitisch sei. Begründet wurde dies u. a. damit, daß während des Dritten Reiches Juden oftmals als Spekulanten bezeichnet wurden.
Eine bemerkenswerte Begründung, zumal noch nicht einmal jüdische Publikationen ernsthaft in Zweifel stellen, daß nicht wenige Angehörige der jüdischen Nation im Laufe ihrer Geschichte – und auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland – in der Tat nichts anderes waren als Spekulanten. Eine Tradition der sich das auserwählte Volk Gottes übrigens bis auf den heutigen Tag verpflichtet fühlt, dürfte es doch wohl kaum ein Volk in der Welt geben, in dem der Prozentsatz derer, die diesem Broterwerb huldigen so überdurchschnittlich hoch ist, wie eben gerade in diesem.
Possierlich ist es zudem, daß der bloße Anblick einer Hakennase deutsche Richter schon schließen darauf schließen läßt, daß es sich hierbei nur um eine jüdische und keine andere handeln kann. Wer da wohl die eigentlichen antisemitischen Klischees bedient?
Wie es heißt, will der Angeklagte gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. So scheiterte im Dezember vergangenen Jahres ein ähnlicher Versuch, drei andere Nationalisten wegen des gleichen Flugblattes vor dem Amtsgericht Perleberg zu belangen. Hier wies der Richter den Vorwurf der Volksverhetzung zurück, da im Flugblatt kein deutlich abgrenzbarer Teil der Bevölkerung herabgewürdigt wurde und auch keine direkt gegen Juden gerichtete Hetze vorlag. Allerdings legte die Staatsanwaltschaft gegen dieses Urteil Berufung ein.
Die endgültige Entscheidung wird in diesem Fall wohl das Landgericht treffen müssen. Man darf gespannt sein, denn sollte sich das Landgericht die Ansicht der Staatsanwaltschaft tatsächlich zu eigen machen, dürfte der Begriff „Hakennase“ in Deutschland wohl nun auch von staatlicher Seite zum amtlichen Synonym für Juden geadelt sein. Nicht das wir darüber ernstlich betroffen wären, aber ob das im Sinne des Erfinders ist? Na ja, sicherheitshalber sind wir schon jetzt einmal sehr, sehr betroffen.
Siehe auch
Lausitz.Infos.Net 19.02.07
Quelle: Störtebeker-Netz 18.02.07




14 responses so far ↓
1 Zwi // Feb 20, 2007 at 12:06
Lügen haben lange Nasen, das lehrte uns Pinoccio …
2 Rudolf // Feb 20, 2007 at 14:14
Zur Zeit scheint es eher en vogue Spekulanten als Heuschrecken darzustellen. Das hat bei einem gewissen Herrn Wolffsohn zwar auch schon zu Erinnerungen an finstere Zeiten geführt, aber wenn selbst Bundes-Münte von Heuschrecken redet, dürfen Dissidenten das wohl auch.
Hier zur Erbauung die damalige Tirade von Wolffsohn:
“In der größten Regierungspartei des heutigen Deutschland kursiere eine schwarze Liste von vermeintlich hyperkapitalistischen Unternehmen. Mindestens zwei sind „jüdisch“ bzw. tragen jüdische Namen. Das wird, anders als „damals“, natürlich nicht offen erwähnt, doch wer´s weiß, der weiß. 60 Jahre „danach“ werden heute wieder Menschen mit Tieren gleichgesetzt, die – das schwingt unausgesprochen mit – als „Plage“ vernichtet, „ausgerottet“ werden müssen. Heute nennt man diese „Plage“ „Heuschrecken“, damals „Ratten“ oder „Judenschweine“. Worte aus dem Wörterbuch des Unmenschen, weil Menschen das Menschsein abgesprochen wird.”
(Quelle: Wikipedia)
3 fips // Feb 20, 2007 at 19:22
Die Hakennase ist nun mal eines der hervorstechensten Rassemerkmale bei vielen Juden. Das haben nunmehr auch heutige deutsche Richter unfreiwillig amtlich bestätigt.
4 Sirius // Feb 20, 2007 at 19:32
Von Adlernasigen und anderen Gesellen
Am WEF (World Economic Forum) in Davos demonstrierten vor einigen Jahren Globalisierungsgegner mit einem grossen Plakat, das einen Hackennasigen zeigte, der frappante Aehnlichkeit einem Massenmörder aus Israel (Sharon) hatte. Passiert ist deswegen den Demonstranten nichts, im Gegenteil, die Leute hatten sich köstlich über dieses Plakat amüsiert und den Vergleich vollkommen richtig gefunden.
Man kann die Hackennasigen auch literarisch als“Adlernasen“ bezeichnen, wie dies Theodor Plivier in seinem höchst lesenswerten Buch MOSKAU verewigt hat.
Theodor Plivier war ein linker Schriftsteller, der nach der Machtergreifung wie viele seiner Gesinnungsgenossen ins gelobte Land der Werktätigen, d.h. in die Sowjetunion emmigrierte. Im erwähnten Buch beschreibt er den Russlandfeldzug zu beiden Seiten, beklemmend echt aber den Rückzug der Roten Armee und auch die Grausamkeiten und die Sklavenatreiberei des NKWD im Arbeitslager der Autobahn von Moskau nach Minsk.
Auf Seite 320 beschreibt er den Rückzug des Trosses des Justizministers Weissrusslands und wie der Tross auf einer Baustelle des NKWD Halt macht und vom dortigen Chef des Baustabes fürstlich bewirtet wird:
“…Reden wurden gehalten, auf den weisen Vater der Völker, auf den Innenminister Matwejew, auch auf den Gastgeber, den Chef des Baustabes, auf den Genossen Justizminister wurde ein Toast ausgebracht.
Einer sprach nicht, der Innenminister Matwejew. Niemals hatte Matwejew seine Mitarbeiter alle so beisammen gehabt. Es fiel im auf, wie viele A d l e r n a s e n um sich hatte und wie viele “überalterte“ Genossen in anderen Abteilungen seines Ministerium sassen…“
Wenn man weiss, dass Stalins Terrorapparat zu einem grossen Teil aus Juden bestand, hat Theodor Plivier diesen Umstand sehr schön in litterarische Worte gefasst.
5 Markus // Feb 20, 2007 at 20:02
Auweia, alle Erziehung der letzten 60 Jahre hat also nichts genützt. Und es kommt noch schlimmer:
“24% empfinden Schlesien und Ostpreußen immer noch als deutsch!”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,467433,00.html
Das sind doch alles verkappte Nazis, oder?
6 Der Wohlwollend-Kritische // Feb 20, 2007 at 20:13
Ich empfehle Euch, Euch in diesem##
http://www.urban28.de/
Forum widerlicher Autonomer und Gutmenschen anzumelden und es mit Texten zu versorgen, damit auch diese Leute einmal Wahrheitsluft schnuppern.
7 Rüting // Feb 20, 2007 at 20:35
Dann dauert’s nicht mehr lang, bis auch “Das Leben des Brian” indiziert werden wird, da in diesem wunderbaren Film Begriffe wie Rübennase oder Krummnase vorkommen. Und natürlich Brians Ausruf: “Ich bin kein Römer, Mama! Und ich werde niemals einer sein. Ich bin ein Jude. Sohn
Israels. Ein Hebräer, eine Hakennase. Ich bin Koscher, Mama. Ich bin ein
Rotes-Meer-Jogger. Und ich bin stolz darauf.”
8 griesgram // Feb 20, 2007 at 21:30
@Sirius
Stalin hat seinen Fehler wenigstens erkannt und versucht, ihn auszubügeln.
Aus der Amazon.de-Redaktion:
“Am 13. Januar 1948 kam der Schauspieler und Leiter des Moskauer Jüdischen Theaters Salomon Michoëls unter mysteriösen Umständen ums Leben. Doch der vermeintliche Autounfall war in Wahrheit ein von Stalin sanktionierter Mord und der Auftakt einer antisemitischen Kampagne, die erst mit dem Tod des Diktators 1953 enden sollte.
Der 1913 geborene Publizist Alexander Borschtschagowski war selbst Opfer der antisemitischen Hetze, die damals viele russisch-jüdische Intellektuelle das Leben kostete. Mit Orden für einen Mord hat er nun die Geschichte der Judenverfolgung geschrieben, wie sie sich ihm in den geheimen Akten des KGB offenbarte.”
Vielleicht kommt man im “Westen” ja auch noch auf den Trichter?
9 Veritas // Feb 20, 2007 at 21:38
@Zwi
Dann war das Bild Elie Weisels in einem Beitrag vom 12.2.07 aber mächtig kaschiert.
10 Watzmann // Feb 20, 2007 at 22:06
Der Rosenmontagszug:
“Die Macher beim Düsseldorfer Karneval haben ein Tabu gebrochen: Nur Minuten vor Beginn des Umzuges enthüllten die Organsiatoren einen Persiflage-Wagen mit einer Hitler-Figur aus Pappmaché.
Der gebückt und mit heruntergelassenen Hosen dastehende Diktator trägt eine braune Uniformjacke und eine Mütze – aus seinem Hinterteil kommen Ausscheidungen mit der Aufschrift «NPD». Der bis zuletzt geheim gehaltene Überraschungswagen wurde nur Minuten vor dem Start des Zuges um 13.44 Uhr enthüllt…”
http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/gesellschaft/409166
Werden die Mitglieder der NPD nun Klage einreichen? Wenn man öffentlich eine eindeutig bezeichnete Gruppe von Menschen als “Ausscheidungen” darstellt, sprechen die Täter jedem einzelnen Gruppenangehörigen das Menschsein ab…. Menschliche Ausscheidungen werden zumeist achtlos in einem wassergefüllten Schüsselabfluß versenkt und nicht mal als Naturdünger verwertet…
11 J.B. // Feb 21, 2007 at 7:44
Ein Bekannter erzählte mir von einem ähnlich gelagerten Fall. Da hatte die JLO Werbeplakate für einen Vortrag des „Schwarzbuch des Kommunismus“ erstellen wollen, dazu eine möglichst häßliche und blutrünstige Figur aus dem Weltnetz gezogen und dieses Bild wegen seiner schlechten Clip-Art-Qualität qualitativ nachgebessert. Die Plakate wurden in Sachsen verteilt.
Unglaublich, was dann geschah: Von PDS bis Antifa rastete man förmlich aus und wollte in der überaus häßlichen abgebildeten Kreatur einen Juden erkennen, obwohl es eigentlich kein Indiz, nicht einmal eine Hakennase, dafür gab. Auch Anzeigen gegen die JLO führten natürlich zu keiner Strafverfolgung.
Von nationaler Seite warf man einen erstaunten Blick auf die Antifa-Extremisten. Deren Vorstellungen vom Judentum empfand man als wirklich kraß!
12 Schreibtischtäter // Feb 21, 2007 at 8:25
Ganz schön “antisemitisch” das Amtsgericht Neuruppin. Da stellt sich die Frage, wo wirklich “Antisemiten” zu finden sind. Daß sich nicht auch Türken, Kurden und Araber angesprochen fühlen, haben sie doch ebenfalls Hakennasen und zwar manchmal solche, bei denen selbst Juden “neidisch” werden könnten. Alles schon gesehen.
“… Obwohl das Flugblatt keineswegs antisemitische Äußerungen enthielt, sah das Amtsgericht es als erwiesen an, daß das Flugblatt antisemitisch sei. Begründet wurde dies u. a. damit, daß während des Dritten Reiches Juden oftmals als Spekulanten bezeichnet wurden …”
Hätten Linksextremisten das Wort “Spekulant” gebraucht, wäre das AG Neuruppin nie auf den Gedanken gekommen ein Verfahren zu eröffnen. Wie oft haben Linksextremisten behauptet: “Miethaie zu Fischstäbchen”, “Spekulanten Raus” usw. Das soll dann nicht “antisemitisch” sein, obwohl es doch genau die gleichen Sprüche sind. aber von der Gegenseite und zwar von einer die ganz genau wissen tut, wie ein Land in Armut und Elend zu stürzen ist.
13 griesgram // Feb 22, 2007 at 16:35
Bei uns hier in der Gegend nennt man sie nicht Hakennase, sondern Rüsselsheimer…
14 Rysmwi // Sep 27, 2007 at 18:32
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