So richtig zur Geltung kam der Name dieses Vereins am letzten Mittwoch in Oranienburg. Pfeffer wurde zwar nicht versprüht, wohl aber jede Menge Reizgas, als es galt, die abzuwehren, über die man gerade redete: die „Rechtsradikalen“ aus der Mark Brandenburg. Die hatten nämlich die Absicht, sich dort vorzustellen, damit nicht nur immer über sie, sondern auch mit ihnen geredet wird. Immerhin sollte das eine öffentliche Veranstaltung sein und Reden ist allemal besser als hetzen, dachten sich die Rechten aus dem Märkischen.
Knapp 30 von ihnen begehrten Einlaß zu einer Veranstalung in der Kreishauptstadt von Oberhavel, auf der man so geeichte Antifaschisten wie Holger Zschoge von „Pfeffer und Salz“ oder Vertreter der „Initiative gegen Rassismus“ sehen konnte. Die Jungen Linken von den Jungdemokraten waren auch dabei. Zur Diskussion waren die aber offensichtlich nicht bereit. Sie drückten einfach die Türen mit vereinten Körperkräften zu und verspühten eben jenes CS Reizgas, das den „Rechten“ bis hin zur Übelkeit zu schaffen machte.
Auch so hatte man vorgebeugt, um ja nicht in die Verlegenheit zu kommen, „rechte“ Fragen beantworten zu müssen. Geschulte Polizeibeamte sorgten dafür, daß die kläglichen zwanzig Antifaschisten unter sich blieben. Die Polizei waltete denn auch recht ordentlich ihres Amtes, erteilte Platzverweise und vertrieb die Diskussionswilligen, damit die „Antifaschisten“ sich ungestört über rechte Personalien und Verbandsstrukturen anhand einschlägigen Antifa- und Verfassungsschutzmaterials informieren konnten. Welch eine Symbiose ! Die staatlichen Schlapphüte und die Antifa ! Erwartungsgemäß war denn auch der Informationsgehalt dieser Veranstaltung mehr als dünn. Die „rechten“ Broschüren und Flugzettel, über die man sich echauffierte, sind in der Region längst bekannt . Kurz vor 21 Uhr wurde der Spuk dann auch abgebrochen. Man hatte sich nichts mehr zu sagen. Die „Rechten“ selbst, die man mit Hilfe von Reizgas vor der Tür ließ, hätten sicherlich wesentlich mehr beisteuern können und für spannende Abwechselung gesorgt.
So ist das eben in unserer Republik. Da wird der „Aufstand der Anständigen“ ausgerufen, diverse Vereine finanziell staatlich hochgepäppelt und mit unterbeschäftigten Pastoren und Lehrern ausgestattet, ergänzt mit erprobten antifaschistischen Schlägern und dann scheut man plötzlich den frischen Wind der Öffentlichkeit. Lieber bleibt man in seinem selbst geschaffenen Biotop der Vorurteile. Es gibt eben Leute in diesem Land, die sich so an die Bretter vor ihren Köpfen gewöhnt haben, daß sie panische Angst vor deren Entfernung haben.
Nun denn, deren Angst ist nicht unsere Angst. Schauen wir mal, wo sich den weitere antifaschistische Biotope im Märkischen auftun, denen die frische Luft des Widerspruchs gut tun könnte.
Christian Sydow



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