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Schwerin / Mecklenburg: Daß nirgends soviel gelogen wird wie in Wahlkämpfen ist nicht nur in der Bundesrepublik längst zur Binsenweisheit geworden, ungeachtet dessen stellt man dabei immer wieder fest, dass es selbst solchen Binsenweisheiten zuweilen nicht an einer gewissen Originalität fehlt, die einmal mehr demonstrieren, was von der hierzulande praktizierten Demokratie wirklich zu halten ist.
So fühlte die OSTSEE-ZEITUNG dieser Tage u. a. dem SPD-Wahlwerbespot der SPD für den Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern auf den Zahn, um dabei festzustellen, dass der darin als Vorzeigefigur für die angeblich durch die SPD im Lande geschaffene Arbeit agierende „Fabrikarbeiter“ in Wirklichkeit ein Langzeitarbeitsloser war, den man über den „Künstlerdienst“ der Arbeitsagentur engagiert hatte. Die Geschichte flog dadurch auf, dass besagter „Arbeiter“ von Bekannten auf seinen „neuen Job“ angesprochen wurde – woraufhin die Sache an die Medien geriet.
Ihre politische Glaubwürdigkeit sehen die Genossen deshalb jedoch keineswegs angetastet, so meinte SPD-Landesgeschäftsführer Thomas Krüger gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG, was man denn habe, da doch das „Casting“ von Wahlkampfspot-Darstellern doch „übliches Verfahren“ sei. Ähnlich sieht man dies auch bei der Arbeitsagentur, wo man sich freilich mit mehr Berechtigung herausredet, dass das Prüfen von Inhalten bei solchen Spots nicht die Aufgabe der Agentur sei.
Doch das ist nicht die einzige Kuriosität. So berichtet das Blatt außerdem auch noch darüber, dass auf dem CDU-Plakat zum Thema Bildung die gleiche Frau zu sehen ist, die auch im SPD-Wahlprogramm als Symbol für erfolgreiche Bildungspolitik gehandelt wird.
Auch die Grünen lassen sich nicht lumpen. Hier demonstrierte man Anti-Deutschtum und Weltfremdheit mit einem Plakat, dass einen Neger als Republikaner zeigte. Die OSTSEE-ZEITUNG dazu: „Unabhängig davon, dass die Ironie nicht jeden Wähler erreicht haben dürfte, entwickelt das Motiv nach kurzer Internet-Recherche auch noch eine unfreiwillige politische Komik: Der Mann ist kein Deutscher, sondern US-Amerikaner. Und dort haben sich Republikaner ja nicht gerade als multikulturelle Umweltschützer hervorgetan.“
Unfreiwillige Beispiele für die Beliebigkeit etablierter Parteien, bei denen es wirklich nichts mehr aus macht, in welcher politischer Farbkombination regiert wird. Wie der eine heißt, so sieht der andere aus. Das wird durch diese Plakatgeschichte eigentlich nur einmal mehr unterstrichen.
Siehe auch
Schweriner Volkszeitung 29.09.06
Quelle: Störtebeker-Netz 30.09.06



1 response so far ↓
1 Lanze // Oct 1, 2006 at 1:53
Sehr komisch das die SED… Entschuldigung Ostsee-Zeitung erst nach den Wahlen so was “aufdeckt”.
War wohl viel zu tun gegen die NPD zu hetzen und jedes kleinste Blatt zu wenden bis man was hatte (was noch nicht mal stimmte…)
Diese angeblichen Demokraten soll einer mal verstehen *kopfschüttel*
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