Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz
Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

Politisch korrekte Säuberung von Ehrenbürgerlisten in Güstrow und Gnoien (29.05.06)

21:04 · Post your comment (9 Comments)

Güstrow / Gnoien – Mecklenburg: Einen besonders glorreichen Sieg über den Nationalsozialismus können die Städte Güstrow und Gnoien verbuchen. So gelang es den jeweiligen Stadtverwaltungen nunmehr 61 Jahre nach dem Krieg, die Ehrenbürgerlisten vom früheren Gauleiter Mecklenburgs, Friedrich Hildebrandt (1898-1948) zu „befreien“. Wie es in einer dpa-Meldung heißt, wurden dazu eigens spezielle Satzungen erlassen. Gnoiens Bürgermeister Hans-Georg Schörner (SPD) begründete die etwas verspätete Entscheidung u. a. damit: „Wir hatten jahrelang nicht mehr in die Unterlagen geschaut und wollten zur 750-Jahr-Feier 2007 neue Ehrenbürger berufen.“

Dabei, so Schörner, sei man dann auf den Gauleiter gestoßen. Gleichzeitig erklärte er gegenüber der Presse, daß es ihm unklar sei, auf welcher Grundlage damals Ehrenbürger benannt worden wären. Nun, das zu erklären ist ganz einfach, so machte Hildebrandt seinerzeit aus den gleichen Gründen zum Ehrenbürger Gnoiens, wie man ihn heute wieder aus der Ehrenbürgerliste streicht - aus Gründen der politischen Konjunktur. Dies ist in diesem Fall um so lächerlicher, da es sich hier um einen jener politisch überkorrekten Eselstritte handelt, mit denen man einen längst verstorbenen Gegner noch nachträglich treffen will, um sich auf diese Weise der veröffentlichten Meinung von heute als strahlender antifaschistischer Held zu präsentieren.

Tatsächlich handelt es sich bei Maßnahmen wie diesen nicht nur um eine posthume Geschichtsfälschung, sondern um eine bewußte Ignoranz der damaligen Volksmeinung, die seinerzeit sehr wohl für die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Hildebrandt gewesen ist. Posthume Streichungen wie diese machen Ehrenbürgerwürden faktisch zu einem Witz, da jetzige und künftige Ehrenbürger stets damit rechnen müssen, daß ihre Würden lediglich von der jeweils herrschenden politischen Gesinnungstüchtigkeit abhängig sind. Hätte man Leute wie Hildebrandt gleich nach dem Krieg aus den Ehrenbürgerlisten gestrichen, so hätte man dies mit dem Recht des Siegers und der von ihm eingeführten neuen Ordnung vereinbaren können, jetzt erst mehr als 60 Jahre nach Kriegsende mit solchen Proben von Gesinnungstüchtigkeit anfangen zu wollen, ist dagegen nur noch erbärmlich und schadet weniger dem Andenken des aus der Ehrenbürgerliste gestrichenen, sondern denen die ihn gestrichen haben.

Wie es heißt, will man jetzt in Gnoien Menschen ehren, die sich während der Wende 1989/90 verdient gemacht haben. Angesichts der Entwicklung der PDS sollte es uns nicht wundern, daß bei der nächsten Geschichtsbewältigung solche Menschen als Rebellen gegen die natürliche Ordnung eingestuft werden, die in Ehrenbürgerlisten ebenfalls nichts zu suchen haben.

PS: Hildebrandt war nach einem mehr als zweifelhaften Prozeß 1948 in Landsberg von den Alliierten hingerichtet worden. 1999 kam sein Nachlaß für 60.000 Euro an das mecklenburgische Landesarchiv. Später gab es noch einen Prozeß um den Nachlaß, der nunmehr von der Tochter des Gauleiters in Anspruch genommen wurde, obwohl diese sich Jahrzehnte lang nicht um diesen gekümmert hatte. Vor Gericht konnte sie ihre Ansprüche jedoch nicht durchsetzen.

Siehe auch
Nordkurier 29.05.06

Ostsee-Zeitung 29.05.06

Störtebeker-Netz 29.11.01

Störtebeker-Netz 12.12.01

Störtebeker-Netz 22.09.99

Quelle: Störtebeker-Netz 29.05.06

Tags: Allgemeines

9 responses so far ↓

  • 1 Paul // May 30, 2006 at 11:58

    Für welche Leistung ist er denn damals Ehrenbürger geworden?

    Steht doch da, aus den gleichen Gründen politischen Konjunkturbedürfnisses wie heute, wo man ihm diese Würde aus ähnlicher politischer Angepaßtheit wieder aberkennt. Als Politiker tut man gut daran, wenn man künftig auf solche Würden verzichtet, sie sind nichts wert.

    Schriftleitung Altermedia

  • 2 H.Schneider // May 30, 2006 at 19:00

    und dafuer werden Politiker mit unseren Steuergeldern bezahlt !

  • 3 Paul // May 31, 2006 at 11:16

    Steht doch da, aus den gleichen Gründen politischen Konjunkturbedürfnisses wie heute

    Das heißt, die Nazis damals waren auch nicht besser als der SPD-Bürgermeister heute?

    Nicht die Nazis, die Gnoiener Politschickeria, die damals wie heute meint sich ihren Oberen besonders beweisen zu müssen. Wer sonst nichts auf der Latte hat, der schmeichelt eben dem Chef und sei es eben so. Das ist doch nun wirklich nicht außergewöhnlich.

    Aber wenn das “politische Konjunkturbedürfnis” von regelmäßigen vorherigen Wahlen bestimmt wird, bei denen jeder wirklich ankreuzen darf, was er will, kann ich damit eigentlich ganz gut leben. Wie lange lag eigentlich die letzte Wahl zurück, als Gauleiter Friedrich Hildebrandt Ehrenbürger wurde?

    Ein Jahr. Ehrenbürger wurde er 1934. Im Übrigen hatten die Nationalsozialisten bis zum Ende weit mehr Halt in der Bevölkerung, als sämtliche etablierten Parteien heute zusammen. Man mußte die NSDAP schon verbieten, um zu verhindern, daß sie nach dem Krieg wiedergewählt wurde. Sollte eigentlich zu denken geben.

    Schriftleitung Altermedia

  • 4 Paul // May 31, 2006 at 12:17

    Im Übrigen hatten die Nationalsozialisten bis zum Ende weit mehr Halt in der Bevölkerung, als sämtliche etablierten Parteien heute zusammen.

    Und weil das so sicher war, waren auch Wahlen unnötig?

    Aber vielleicht könnten ja SPD und CDU von der NSDAP lernen und einfach jedem Andersdenkenden (pardon: Siegeszweifler) mit der Todesstrafe drohen. Ja, dann hätten sie sicher auch mehr “Rückhalt”. Nur ihr wärt dann tot.

    Oh, sobald die Bundesrepublik sich in einem Krieg befindet, bei dem es um Sein oder Nichtsein ihrer herrschenden Klasse geht, dann wird es auch so sein. Nicht die Kleinen mang die Großen bringen, im Krieg herrschen nun einmal andere Gesetze.

    Schriftleitung Altermedia

  • 5 Wasnduda // May 31, 2006 at 18:03

    @Paul

    Die Wahlen in der BRD sind mittlerweile unbedingt unnötig, denn das Deutsche Volk hat gegenüber den Besatzungsmächten, zu denen nicht nur fremde Regierungen und Truppen sondern auch verschiedene “Zentralräte” gehören, gar keine Möglichkeit zu wählen.
    Weil Sie nun aber der fortgesetzten Hetze und den Maßnahmen gegen freiheitsliebende Deutsche, die sich mit dieser mißlichen Lage ihres Volkes nicht abfinden wollen, das Wort reden, wird überdeutlich, daß “Paul” selber ein Teil der deutschfeindlichen Unterdrückungsmaschinerie ist.

  • 6 Paul // May 31, 2006 at 20:58

    im Krieg herrschen nun einmal andere Gesetze.

    Mag sein, aber wie könnt ihr dann von “Rückhalt in der Bevölkerung” reden, wenn man bei dessen Verweigerung erschossen wurde?

    Halte mal die Zahlen nebeneinander von denen die wegen so etwas verdientermaßen erschossen haben und jenen die ihre Pflicht erfüllt haben, aber das begreifst du eh nicht. Wozu also weiter Zeit verschwenden.

    Schriftleitung Altermedia

  • 7 Paul // May 31, 2006 at 23:45

    Die Wahlen in der BRD sind mittlerweile unbedingt unnötig, denn das Deutsche Volk hat gegenüber den Besatzungsmächten, zu denen nicht nur fremde Regierungen und Truppen sondern auch verschiedene “Zentralräte” gehören, gar keine Möglichkeit zu wählen.

    Also auf meinem letzten Wahlzettel stand auch die NPD mit drauf. Ich bin mir sicher, ich hätte die auch ankreuzen können, ohne irgendwelche Nachteile zu erwarten.

    Weil Sie nun aber der fortgesetzten Hetze und den Maßnahmen gegen freiheitsliebende Deutsche, die sich mit dieser mißlichen Lage ihres Volkes nicht abfinden wollen, das Wort reden,

    Welche meiner Äußerungen genau meinen Sie denn?

  • 8 Paul // May 31, 2006 at 23:56

    Halte mal die Zahlen nebeneinander von denen die wegen so etwas verdientermaßen erschossen haben

    “haben” oder “wurden”?

    und jenen die ihre Pflicht erfüllt haben,

    Mag sein, dass mehr Leute “ihre Pflicht erfüllt” als verweigert haben, aber das hätte ich auch getan, wenn man mich sonst erschossen hätte. Bloß kann man doch daraus nicht schließen, dass ich den, der mich zwingt, unterstütze.

  • 9 Völkischer Beobachter // Jun 1, 2006 at 0:03

    @ Paul:

    Rudolf Augstein schrieb am 08.05.1995 im SPIEGEL (Nr. 19/1995, S. 57):

    “Hier gilt es, korrekt zu sein. Hitler hatte bis weit in den Krieg hinein die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich, wohingegen der SED-Staat von einem Puppenregime verwaltet wurde.”

    Und im SPIEGEL Nr. 15/1989 vom 10.04.1989 (S. 136):

    “Das Jahr 1936 war wohl das glücklichste im Sinne des deutschen Normalverbrauchers. Hitler hatte die Volonté générale des Philosophen Jean-Jacques Rousseau vollstreckt.”

    Und auf S. 139:
    “Daß Österreich Hitlers erstes Ziel sein mußte, verstand sich von selbst. Die Mehrheit seiner Bürger wollte den Anschluß, und sei es aus wirtschaftlichen Gründen. [...] Wiens Kardinal Innitzer begrüßte Hitler mit dem ‘Deutschen Gruß’.
    Österreich wurde am 13. März 1938 mit dem Deutschen Reich vereinigt. [...] Die sicher nicht allzu gefälschte Volksabstimmung über den ‘Anschluß’ (99 Prozent) lag in der Logik des Vertrages von Versailles.”

Leave a Comment