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Pommersche Landessynode mal wieder in Kreuzzugsstimmung gegen Rechts (30.01.06)

19:36 · Post your comment (1 Comment)

Daß christliche Geistliche immer wieder Schwierigkeiten mit den Grundsätzen ihres Religionsstifters haben, sich aus weltlichen Angelegenheiten heraus zu halten, da ihr Reich nicht von dieser Welt sei, ist nicht neu. Aus diesem Grunde verwundert es auch wenig, wenn man in der Politik immer wieder Theologen antrifft, deren dortiges Treiben alles andere als christlich ist. So macht die Pommersche Evangelische Kirche derzeit wieder einmal ein wenig in Kreuzzugsstimmung gegen Rechts.

Hans-Martin Moderow

Da dies in Mecklenburg-Vorpommern derzeit ohnehin schon wegen der bevorstehenden Landtagswahlen Konjunktur hat, mag die Kirche natürlich nicht unter denen fehlen, die heuer wohlfeile Erklärungen gegen Rechtsextremismus abgeben, um auf diese Weise, daß gegenwärtige Parteienkartell vor möglichen Mitpfründeninhabern zu schützen. So erklärte Oberkonsistorialrat Hans-Martin Moderow am 24. Januar in Weitenhagen bei Greifswald, daß die pommersche Synode sich bei ihrer Frühjahrstagung im März besonders mit dem Thema „Rechtsextremismus“ auseinandersetzen will. Moderow gab seiner für einen wirklichen Christen recht ungewöhnlichen Hoffnung Ausdruck, daß man sich auf der Synode auf eine gemeinsame Erklärung einigen könne, die über „Betroffenheitsbekundungen“ hinausgehe und eigene Akzente setze.

Wie diese wohl aussehen werden? Exkommunizierung und dergleichen dürfte hier ja nur schwerlich helfen. Ob es hilft, wenn man sich zu einem gemeinsamen Gebet an Jehova vereinigt, um diesen zu bitten, es mit der NPD im Lande doch bitte schön so zu halten, wie weiland mit der Rotte Korah? Ein Bibelstoff der in der Vergangenheit nicht das erste Mal zu Vergleichen mit der nationalen Szene geführt hätte.

Hans-Jürgen Abromeit

Bereits im Oktober vergangenen Jahres erklärte Landesbischof Abromeit in seiner Rede auf der 4. Tagung der XI. Landessynode in Züssow:
„Es gibt Anzeichen dafür, dass die rechtsextreme Szene im gesellschaftlichen Leben hierzulande Fuß zu fassen beginnt. Sie engagieren sie sich in Heimatvereinen, Volkstanzgruppen, Musikvereinigungen oder Fahnenschwenkgemeinschaften. Auch die Wahlergebnisse bei den Bundestagswahlen, die in manchen Dörfern und Ortschaften zweistellig sind, lassen Schlimmes befürchten.
Andererseits möchten wir diesen Volksverführern den Heimatbegriff nicht einfach kampflos überlassen. Schon kommentiert das rechte „Störtebekernetz“ im Internet: „Die protestantische Geistlichkeit“ täte sich mit dem Begriff Heimat „hierzulande ja bekanntlich besonders schwer“. Fast als ein Lob möchte ich es empfinden, wenn diese Rechten meinen feststellen zu müssen, dass das kirchliche „Unternehmen sich in allen Belangen stets als anti-national und anti-rechts“ erwiesen habe. …“

Angesichts solcher offen zur Schau gestellter Feindschaft zur eigenen Nation nimmt es nicht Wunder, wenn sich die Zahl derer, die immer noch an diese Wüstenreligion glauben, mehr und mehr im Abnehmen begriffen ist. Behauptungen Abromeits, wonach die Anzahl der Taufen in Mecklenburg-Vorpommern trotz rückläufiger Geburtenraten „langsam, aber kontinuierlich“ wieder ansteige, entbehren nicht eines gewissen Ruchs von Durchhaltepropaganda und fallen bevölkerungsmäßig kaum ins Gewicht. Daß heißt natürlich nicht, daß es deswegen weniger Religion geben würde, aber wozu einem voreingenommen Pfaffen auf der Kanzel lauschen und dafür auch noch Kirchensteuer bezahlen, wenn man seinen persönlichen Weg zu Gott auch allein finden kann, ohne daß man sich dabei ausgerechnet von solchen Leuten vorschreiben ließe, was man zu denken oder zu glauben habe.

Das Vorhaben für die nächste Landessynode offenbart einmal mehr, wie sehr Kirche und Religion einander fremd sind, aber im Grunde genommen waren sie das ja schon immer. So kann man wohl ein guter Christ oder aber ein guter Kirchenfunktionär sein, der Versuch jedoch beides miteinander zu vereinen kann nicht anders enden als in einer Karikatur des Christentums, die den Idealen seines Stifters Hohn sprechen.

Siehe auch
Kirche M-V 26.01.06

Störtebeker-Netz 07.11.06

Störtebeker-Netz 26.04.06

Störtebeker-Netz 27.06.01

Quelle: Störtebeker-Netz 30.01.06

Tags: Allgemeines

1 response so far ↓

  • 1 TodosAlemanesUnidos // Jul 11, 2006 at 19:57

    “So kann man wohl ein guter Christ oder aber ein guter Kirchenfunktionär sein, der Versuch jedoch beides miteinander zu vereinen kann nicht anders enden als in einer Karikatur des Christentums (NB.: hier kurz auch als Wüstenreligion bezeichnet), die den Idealen seines Stifters Hohn sprechen.”

    Zentrale Erkenntnis, daß das Geheimnis der Frohen Botschaft und seine institutionelle Praxis zwei verschiedene Dinge sind. Insofern ist der Piekser mit der “Wüstenreligion” eigentlich schon wieder zwei Ebenen zu tief angesetzt, also von der ersten Erkenntnis weg.

    Hohe Treue, Konstanz und Klugheit zeichneten die Jünger in ihrem Bemühen aus, einen Initial-Geist zu verstehen und seine Botschaft anzubringen. Wie auch immer: Die geschichtliche Wandlung der Institutionen hat nichts mit dem moralischen Kern der Botschaft und der Lebenserkenntnis darin zu tun.

    Denn die Angeln der Welt hebelt auch kein Todesurteil aus, -
    zumal eines, das von einer Politisch-Korrekten Gemeinde gegen ein eigenes - dissidentes - Mitglied gefordert wurde.

    Die Gegenüberstellung des Phänomens Leben mit dem Unbegreifbaren des Todes alleine macht schon die Augen offen für eine andere Lesart des NT, z.T. auch Passagen des AT.

    Die heutige politische Verwendung einer geographischen Lage für völkisch-konkurenzielle Zwecke hat auch nichts mit der tieferen Lesbarkeit der Begriffe zu tun:
    Denn “Israel” kann überall und jeder sein, seine historischen Namen sind Illusion für die Eingeweihten, dienen aber auf diesen niederen Ebenen einfachen Lebenszwecken.

    Wahre Religion ist Lebensweisheit, die keine Fanatismen entwickelt. Die aber auch keine Wurstigkeit erzeugt, wie sie bei “National”-Agnostikern der Fall ist. Die höchste Ebene der Religion ist Erleuchtung, die niedrige ist der Kampf der “Schulen” und ihrer Anhänger.

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