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| John Demjanjuk |
Ludwigsburg / Ba-Wü: Pünktlich zum 70. Jahrestag der Reichskristallnacht präsentiert die sogenannte und mehr als 60 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges aus unerfindlichen Gründen immer noch den Staatshaushalt belastende Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung Nationalsozialistischer Gewaltverbrechen angebliche Beweise um endlich einen Lieblingswunsch der in Jerusalem und Los Angeles beheimateten Simon-Wiesenthal-Mafia zu erfüllen – die Verurteilung des selbst in Israel letztlich freigesprochenen Ukrainers John Demjanjuk.
So erklärte deren Behördenleiter Kurt Schrimm, da man die entsprechenden Akten bereits an die Staatsanwaltschaft München weitergeleitet habe, die nun einen Auslieferungsantrag an die USA vorbereiten müsse, um Demjanjuks in Deutschland habhaft zu werden.
Die Geschichte John Demjanjuks sorgte bereits in den 80igern für Schlagzeilen. Demjanjuk war 1952 in die USA geflüchtet, weil er als sogenannter Kollaborateur in seiner Heimat verfolgt wurde. 1958 erhielt er die US-Staatsbürgerschaft und führte seitdem ein unauffälliges Leben als Automechaniker im Staate Ohio. Bezeichnenderweise unternahm er nie den Versuch nach dem Kriege seinen Namen zu ändern und eine andere Identität anzunehmen, obwohl ihm das sehr wohl möglich gewesen wäre. Mitte der 70iger Jahre kam es dann zu ersten Denunziationen gegen seine Person, Denunziationen bei denen sich später herausstellte, dass deren Urheber dem sowjetischen KGB nahe standen, die auf diese Weise die ukrainischen Nationalisten in der Emigration diskreditieren wollten. So warf man ihm vor, er wäre Aufseher im KZ Sobibor gewesen, wo er den Spitznamen Iwan der Schreckliche geführt hätte und an die 100.000 Menschen (sic!) umgebracht hätte. – Inzwischen reduzierten sich die Vorwürfe auf Beihilfe zur Tötung von 29.000 Juden.
Sinnigerweise gingen die Informationen in der Sowjetpresse seinerzeit dann auch mit einer generellen Hetzkampagne gegen den ukrainischen Nationalismus als solchen einher. Was Progaganda dieser Art freilich brachte, kann man heute sehen, eine von Russland unabhängige Ukraine und eine Sowjetunion, die nur noch in den Geschichtsbüchern existiert.
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| John Demjanjuk während des Prozesses in Jerusalem |
Zum Unglück für Demjanjuk schaltete sich jetzt jedoch auch noch das Judentum in die Verfolgung mit ein, dass aus ihm eine Art neuen „Eichmann“ zu Propagandazwecken machen wollte. Aufgrund des bekannten jüdischen Einflusses war es dann auch keineswegs schwer, für Demjanjuk 1986 eine Auslieferung nach Israel zu bewirken. Dort wurde er zwei Jahre später nach einem förmlichen Schauprozeß, bei dem es lediglich Indizien, aber keine wirklichen Beweise gab, zum Tode verurteilt. Zur Ehre der israelischen Justiz muß jedoch gesagt werden, dass sie 1993 das Todesurteil aufhob, nachdem sich herausstellte, dass die “Beweise“ gegen Demjanjuk lediglich auf Dokumenten beruhten, die vom sowjetischen KGB produziert worden waren.
In der Internetenzyklopädie Wikipedia heißt es zum Jerusalemer Demjanjuk-Prozeß nicht ohne leichten Tadel: „Obwohl 18 verschiedene Zeugen Demjanjuk als „Iwan den Schrecklichen“ identifiziert hatten, wertete das Gericht die Zweifel, die durch die KGB-Akten aufgetaucht waren, als ausreichend für den Freispruch.“ Dabei unterschlägt man freilich die Qualität dieser Zeugen, sowie die Tatsache, dass ein Teil von ihnen letztlich seine Aussagen gegen den Angklagten widerrief.
Trotz des Freispruchs ließ die Simon-Wiesenthal-Mafia Demjanjuk jedoch nicht mehr aus ihren Klauen. Bereits 2001 kam es unter ihrem Einfluß in den USA zu einem neuen Verfahren. Ziel war diesmal jedoch nicht so sehr eine Verurteilung wegen Kriegsverbrechen, sondern die Ausweisung in die Ukraine. So führte man Beweise vor, dass Demjanjuk in anderen Konzentrationslagern Dienst tat. Dies langte dann zunächst erst einmal für die endgültige Aberkennung der US-amerikanischen Staatsbürgerschaft. Das erste Mal war diese bereits während seiner Haft in Israel aberkannt worden. 2005 erfolgte der Ausweisungsbescheid in die Ukraine. Gegen diesen setzte Demjanjuk sich juristisch zur Wehr.
Über das weitere gerichtliche Prozedere heißt es bei Wikipedia:
„…Im Dezember 2006 bestätigten die US-Einwanderungsbehörden (Board of Immigration Appeals) die Ausweisungsanordnung, da die Aussagen des Angeklagten, ihm drohe Folter bei einer möglichen Abschiebung in die Ukraine, nicht haltbar seien. [1]
Am 30. Januar 2008 hatte das Berufungsgericht (U.S. Sixth Circuit Court of Appeals) in Cincinnati eine Beschwerde gegen die im Jahre 2005 erlassene Anordnung zu Demjanjuks Ausweisung verworfen.[2] Der 88-Jährige Demjanjuk beantragte in der Folge beim Obersten Gerichtshof in Washington, die Anordnung der Einwanderungsbehörden zur Ausweisung für ungültig zu erklären.[3] Nachdem die Bundesbehörden der USA sich nunmehr schon seit drei Jahrzehnten um die Abschiebung Demjanjuks bemühten, lehnte es der Oberste Gerichtshof am 18. Mai 2008 ab, sich mit dem Fall des 88-Jährigen zu befassen. Damit ist der mutmaßliche ehemalige KZ-Aufseher John Demjanjuk mit allen seinen rechtlichen Möglichkeiten gegen seine Abschiebung aus den USA gescheitert. Das Justizministerium erklärte, dass die Regierung an der geplanten Abschiebung festhalte. …“
In Deutschland macht man indessen auf folgende Weise Stimmung gegen Demjanjuk, so gibt man Meldungen der Zentralen Erfassungsstelle für NS-Kriegsverbrechen wie folgt wieder:
„…Dank der Recherchen der Zentralen Stelle ist es nach deren Angaben erstmalig möglich, die Opfer mit vollständigem Namen und Geburtsdatum zu benennen. Das älteste Opfer, das in den Gaskammern in Sobibor starb, war demnach ein 99 Jahre alter Jude aus Holland. In allen Deportationszügen befanden sich Säuglinge und Kleinkinder, die unmittelbar nach ihrer Ankunft vergast wurden. Als «besonders erschütternd» bezeichnete die Behörde den Kindertransport vom 08. Juni 1943. Die deutsche Lagerleitung des Konzentrationslagers Herzogenbusch in den Niederlanden hatte alle Kinder bis zum Alter von 16 Jahren in Begleitung ihrer Eltern zum Vergasen nach Sobibor geschickt. …“
Das hat zwar auf den ersten Blick nichts mit Demjanjuk zu tun, eignet sich aber vorzüglich zur Stimmungsmache, so dass man auf die kapitalen Unstimmigkeiten beim Jerusalemer Prozesses gar nicht erst eingehen braucht.
Über den Ausgang eines möglichen Prozesses gegen Deutschland herrscht in Eretz Israel schon jetzt kein Zweifel, so schrieb ein Noah Klieger in der israelische Zeitung JEDIOTH AHRONOT am 11. November diesbezüglich:
Endlich wird Gerechtigkeit geübt werden
… Ironie des Schicksals? Nein, es ist die Berichtigung einer Ungerechtigkeit von damals, durch die deutschen Justizbehörden. Die Berichtigung des skandalösen Beschlusses des OGH in Jerusalem, das den Ukrainer freigelassen hatte, obwohl die Richter des OGH selbst erklärt haben, dass klar sei, dass er aktiv an der Ermordung von Juden in Sobibor beteiligt gewesen ist, und dass der Zweifel sich nur auf seinen Dienst in Treblinka bezieht Und warum er damals nicht für seinen Dienst in Sobibor angeklagt wurde, ist schwer nachzuvollziehen, doch sieht es so aus, als wären die weisen Herren in Jerusalem, im Gegensatz zu Logik und Gerechtigkeit, davor zurückgeschreckt sind, dem ukrainischen SS-Mann und Mörder einen zweiten Prozess zu machen. Jetzt scheint es, dass den Opfern von Ivan Demjanjuk endlich zumindest symbolisch Gerechtigkeit widerfahren wird. Auch wenn der Ukrainer wegen seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr ins Gefängnis gesteckt werden sollte, wäre eine
Verurteilung durch das Gericht in München auch schon genug.“
Peinlich an dieser Geschichte ist wohl nicht allein, der Versuch den seinerzeit in Jerusalem bereits freigesprochenen Greis erneut vor Gericht zu bringen, von Juden ist ja irgendwie nichts anderes zu erwarten, sondern die Art und Weise, wie sich Deutschland hier wieder einmal zum Erfüllungsgehilfen Israels macht, als ob dieser Staat seine Drecksarbeit nicht alleine machen könnte.
Hier spricht nur noch besinnungsloser Haß und blinde Gier nach Rache und zwar in einer solch gehässigen Weise, dass wir inzwischen gewisse Geschehnisse während des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges zwar nicht billigen dürfen, wohl aber menschlich nachvollziehen können.
Gewisse historische Ereignisse folgen eben geschichtlichen Gesetzmäßigkeiten und so würde es uns nicht überraschen, dass einen schönen Tages solche Völker, die den Hals nicht voll kriegen und ihre Lektionen nicht begriffen haben, eben noch einmal durchleiden müssen, wenn man ihnen die Gegenrechnung präsentiert. Die Frage diesbezüglich lautet nicht, Ob, sondern lediglich Wann.
Vielleicht sollte man in Israel – und möglicherweise nicht nur dort – Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ mal bis zu Ende lesen, statt sich nur auf die politisch korrekte Fehlinterpretierung des bekannten Shylock-Monologes zu konzentrieren. Dann könnte man unter Umständen feststellen, was Leuten passieren kann, die allzu sehr auf ihren Schein und ihr Pfund Fleisch bestehen.
Siehe auch
Jedioth Ahronot; nach dem Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv, 11.11.2008
Hans Peter Rullmann / Der Fall Demjanjuk
1. Auflage Verlag Hermann Wild, Sonnenbühl, 1987
bzw. 3. Auflage, Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur Struckum / Nordfriesland






4 responses so far ↓
1 Hindenburg // Nov 15, 2008 at 1:10
“…dass wir inzwischen gewisse Geschehnisse während des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges zwar nicht billigen dürfen, wohl aber menschlich nachvollziehen können.”
War da was?
2 Baurat // Nov 15, 2008 at 10:29
Demjanjuk war ein Trwaniki-Mann.
Dem Ausbildungslager der Waffen-SS für Ukrainer war auch ein Arbeitslager oder Kl angeschlossen.
Der in polnischen Publikationen erhalten gebliebene duetsche Lagerplan von Trwaniki wird von hiesigen Umerziehern immer verfälscht und Gebäudebezeichnugen unkenntlich, unleserlich gemacht. So in Grabitz/ Wolfgang Scheffler “Letzte Spuren”, 1993, S. 222. Nur die Gebäude des Ukrainerlagers sind bezeichnet und ein erfundener Erschiessungsgraben wurde hinzugefügt. Bei Wikipedia werden nur diese Erklärungen für das Kl Trawniki angegeben. Die Lagergebäude des Kl werden bei Scheffler und Wiki vertuscht.
Das Kl Trawniki bei Lublin 41/42 geplant und 1943 teilweise fertiggestellt. Hier ein Bauplan der Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei Lublin vom 21.VI.1942:
http://www.deathcamps.org/occupation/pic/bigtrawnikimap.jpg
In der Vergrößerung sehen wir eine ordentliche, funktionstüchtige, menschenfreundliche Unterkunft für Internierte und Häftlinge nach den Richtlinien der Genfer Konvention.
Es sind vorhanden, wie in jedem damaligen deutschen Gefängniskomprex und Arbeitslager:
Verwaltung, Küche und Speisesaal, Effektenkammer, Bad und Desinfektion mit Entlausung, Großwäscherei, Großbäckerei, Wasch- und Abortbaracken, Krankenhaus, Bruchenbaracke (Siechenbaracke mit Krematorium), Antreteplatz, Wohnbaracken
Da Birkenau zur gleichen Zeit gebaut wurde, kann erahnt werden was die Propaganda uns heute über das KGL Birkenau verschweigt?
Vergleicht mal ob was fehlt…
3 Wunderlich // Nov 15, 2008 at 14:43
“Großwäscherei, Großbäckerei” werden im Kl Trawniki nicht als “Krematorien” ausgegeben?
4 Sühnequote 1:500 // Nov 21, 2008 at 10:07
@Baurat
Gute Inspiration!
Die Chinesen bauen sowas heute unterirdisch.
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