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Rechte Keimzellen aus Dubai jenseits der Alpen? – Sozialistische Jugend Oberösterreich probt den Aufstand gegen Rechts in Braunau (22.12.08)

December 22nd, 2008 · Post your comment (11 Comments)

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Braunau / Österreich: Ausgerechnet in Braunau am Inn wurde unlängst ein Textilgeschäft eröffnet, daß u. a. auch Thor-Steinar-Artikel verkauft. Anlaß für die österreichische Nachrichtenagentur APA Alarm zu schlagen: „Aufregung herrscht um ein vor kurzem eröffnetes Braunauer Textilgeschäft: Wie der ORF Oberösterreich berichtet, wird dort Kleidung der umstrittenen ostdeutschen Marke “Thor Steinar” angeboten. Diese sei unter Rechtsextremen weit verbreitet, so der Leiter des Landesamtes für Terrorismusbekämpfung und Verfassungsschutz, Michael Tischlinger.“

Anlaß für die Sozialistische Jugend Oberösterreich ihre Mitglieder kurz vor Weihnachten, dem Fest der Nächstenliebe, wieder einmal in (Haken)Kreuzzugsstimmung zu versetzen. So veröffentlichte die linke Jugendorganisation dazu am 17. Dezember einen flammenden Aufruf, in dem es heißt:
„SJ OÖ: Nazi-Geschäft in Braunau muss sofort geschlossen werden!
Rechtsextreme Keimzellen zerschlagen! – LH Pühringer hat bisher versagt!

Die jüngste Eröffnung eines Geschäfts der Marke „Thor-Steinar“ ist ein weiterer Puzzle-Stein der rechtsextremen Szene in Oberösterreich. „Oberösterreich ist DAS Zentrum der rechtsextremen Szene in Österreich. Mittlerweile geht es schon so weit, dass Oberösterreich auch der geschützte Raum für bayrische Neonazis ist.

Während in Deutschland einige dieser Geschäfte geschlossen werden mussten, ist dies bei uns offensichtlich weiter möglich. Wir unterstützen deshalb Bürgermeister Skiba bei seinem Vorhaben, das Geschäft zu schließen!“ sagt SJ-Landesvorsitzender Michael Lindner.

Der rechtsextreme Bund Freier Jugend (BFJ) mit seinen engen Verstrickungen zur deutschen Neonaziszene, die Nationale Volkspartei (NVP) als neuer Zusammenschluss von jungen FaschistInnen und ein Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ), der rassistische Hetze betreibt und Verbindungen zur rechtsextremen Szene hat. „Diese Schreckensbilanz muss auch Landeshauptmann Pühringer ziehen. Während er dieser Entwicklung zusieht, bildet sich das rechtsextreme Netzwerk in Oberösterreich weiter. Es braucht endlich wirksame Maßnahmen gegen den rechtsextremen Aufschwung!“ so Lindner weiter.

Deshalb fordert die Sozialistische Jugend einen landesweiten „Gipfel gegen Rechtsextremismus“: „LH Pühringer ist gefordert, sich nicht weiter hinter leeren Phrasen zu verstecken. Er soll endlich einen Gipfel gegen die rechtsextremen Umtriebe einberufen, bei dem auch die unzähligen antifaschistischen Netzwerke aus Oberösterrreich eingeladen sind. Gemeinsam müssen alle demokratischen Kräfte gegen diese antidemokratischen Umtriebe vorgehen!“ fordert SJ-Landesvorsitzender Michael Lindner.“

Was die Jungen Sozialisten in ihrer Aussendung jedoch verschweigen, ist, das in Deutschland die Versuche, Thor Steinar als verfassungswidrige Marke zu verbieten immer wieder gescheitert sind. Zwar wurden verschiedene Geschäfte geschlossen, doch bediente man sich dabei für gewöhnlich eher verwaltungsrechtlicher Tricks und Schliche, sowie politischen Drucks, was nichts an der Tatsache ändert, daß die Marke frei verkäuflich ist und von jedermann getragen werden darf. Sinnigerweise scheint man jetzt in Österreich genau die Verbotsgründe heranziehen zu wollen, die in Deutschland längst von den Gerichten abgeschmettert worden sind, so heißt es in der oben zitierten APA-Meldung weiter:
„…In Deutschland ist die Kleidung, auf der sich altdeutsche Schriftzeichen sowie nordische Symbole und Namen finden, mittlerweile in den Stadien mehrerer Bundesliga-Vereine und im Bundestag verboten. Der Name soll laut Kritikern auf den nordischen Donnergott Thor und auf Felix Steiner, General der Waffen-SS, anspielen. …“
Der Braunauer Bürgermeister kündigte bereits politisch korrekt an, die Sache untersuchen zu wollen und den Laden gegebenenfalls zu schließen.*

Vielleicht kann ja der eine oder andere österreichische Leser von uns mal ein Auge auf diese Affäre werfen und uns über ihren Fortgang im Bilde halten. – Die Schriftleitung

Der neue Thor-Steinar-Besitzer-Faysal al Zarooni

Interessanterweise könnte dieser jungsozialistische Vorstoß sich auch als Rohrkrepierer erweisen, da die brandenburgische Firma Mediatex, welche die Thor-Steinar-Produkte vertreibt, inzwischen nach Dubai verkauft worden sein soll und zwar schon seit November. Entsprechende Mitteilungen über einen entsprechenden Auszug aus dem Handelsregister kursieren im Netz schon seit Wochen und wurden bislang auch nicht von der Firma Mediatex dementiert. So soll sie jetzt Teil der Firma Faysal Al Zarooni Group of United Arab Emirates sein. Damit dürften die Anti-Thor-Steinar-Aktionen künftig wohl weniger als Kampf gegen Rechts abgerechnet werden können, sondern als klarer Fall von Fremdenfeindlichkeit. Ob man die dann auch als rechtsextremes Delikt bei der alljährlichen Verfassungsschutzinventur abrechnen wird?

Anlaß für den verbalen jungsozialistischen Amoklauf, ist übrigen die Fürstenzeller Lebkuchenmesser Affäre um den Passauer Polizeichef Mannichl, bei der es immer mehr danach aussieht, als wäre der Name Mannichl inzwischen das bayrische Gegenstück zu Sebnitz. Diese sächsische Stadt war im Jahre 2000 Gegenstand einer artverwandten Politi- und Medienhysterie, nachdem die BILD-Zeitung behauptet hatte, 50 (!) Neonazis hätten im örtlichen Schwimmbad einen kleinen Halbiraker ertränkt. Dies und ein angeblicher rechter Bombenanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge, bei dem sich letztlich herausstellte, daß auch hier keine Rechten beteiligt waren, dienten als Anlaß für den sogenannten „Aufstand der Anständigen“ und das erste NPD-Verbotsverfahren. Wie die Geschichte ausging ist bekannt.

Siehe auch
IKG News 19.12.08

Politplatschquatsch 17.12.08

Sozalistische Jugend Oberösterreich 17.12.08



Tags: Allgemeines

11 responses so far ↓

  • 1 Das Reich lebt // Dec 22, 2008 at 11:48

    Jetzt leiden die Genossen in Össiland auch schon an Verfolgungswahn. Scheint jetzt eine weitverbeitete Krankheit zu sein. Ausgebrochen ist sie ja bekanntlich in Israel.

  • 2 Leni // Dec 22, 2008 at 12:17

    In der Stadt der Reichsparteitage

    NÜRNBERG – Der Protest wird immer breiter: Mehr als 1.500 Menschen haben gegen den in der rechten Szene beliebten «Tønsberg«-Laden demonstriert. Nach der Kundgebung kam es allerdings zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

    http://de.altermedia.info/general/bei-andern-gelesen-die-furstenzeller-lebkuchen-affare-aus-der-sicht-der-achse-des-guten-211208_20609.html#comment-409547

  • 3 Artemidor // Dec 22, 2008 at 12:27

    Was ist denn die Quelle für die Behauptung, der neue TS-Chef sei ein Araber namens Zarooni und woher stammt das Foto? Auf der Netzseite steht “Zaroni” und das wäre höchstens ein italienischer Name.

    Vgl.: http://www.thorsteinar.de/shop_content.php/coID/4/product/IMPRESSUM/XTCsid/7d9lpc3d5c38famln44tcnhp47

    Sieht für mich eher nach Antifa-Desinformation aus.

    Sie sollten unter dem Text weiterlesen und zwar unter “Siehe auch”. “Siehe auch” ist bei uns die Ansage dafür, daß gleich danach der oder die Quellenlinks kommen und bei den Quellenlinks kann man dann auch nachsehen, woher dies und jenes herkommt, daher der Name “Quellenlink”. Einfach nur raufklicken.
    Die Behauptung kursiert schon seit langem. Dabei macht man immer auf den Eintrag im Handelsregister aufmerksam, wobei sogar der Name eines Muhammed Aweidah als Geschäftsführer kolportiert wird. Später tauchte dann der jetzige Name auf. Bis jetzt haben wir das ignoriert, allerdings fiel uns schon auf, daß Mediatex Behauptungen dieser Art nicht dementiert hat, obwohl es inzwischen dafür bereits eine eigene Internetseite für Thor Steinar gibt, auf der solche Fälle namhaft gemacht werden. In diesem Fall klopfen wir einfach mal auf den Busch und warten wir ab, was so passiert. Manche Dinge entwickleln sich eben von selbst. Geld für eine Anfrage beim Handelsregister geben wir nicht mehr aus, da der Fall uns inzwischen auch als recht eindeutig erscheint, abgesehen davon sehen wir in dieser Angelegenheit nicht unbedingt Nachteil, sondern eher einen geschickten Schachzug der Firma Mediatex, zu dem man ihr nur gratulieren kann. – Die Schriftleitung

  • 4 Artemidor // Dec 22, 2008 at 16:20

    @Schriftleitung:

    ” … daher der Name “Quellenlink”. Einfach nur raufklicken.”

    Ihr werdet es nicht glauben, aber das hatte ich schon getan. ;)

    Hätte wohl schreiben sollen ‘PRIMÄRquelle’. Eine solche wird in dem “Quellenlink” nämlich nicht genannt, weder für die Behauptung noch für das Foto.

    Ich stimme aber insofern zu: Selbst wenn die “Zarooni”-Unterstellung stimmen sollte würde ich die Sache eher unter satirischem Blickwinkel betrachten, werden doch alle linken und systemtreuen Boykott-Hysteriker damit selbst zu Ausländerfeinden.*

    Anders haben wir das nie gesehen, denn bei aller Liebe, so gut ist Thor Steinar auch nicht. Wenn wir für die eine Lanze brechen, dann nur wegen des Prinzipes an sich, nicht weil wir Mediatex so toll finden.
    Die Schriftleitung

  • 5 jochen // Dec 22, 2008 at 16:39

    @ Leni

    Im Zuge der Auseinandersetzung zwischen Linken und Polizei kamen 5 Polizisten körperlich zu Schaden, ohne das das der Systempresse auch nur einer Erwähnung wert wäre.

  • 6 Rübenemokrat // Dec 22, 2008 at 18:06

    Ich find diese ausländerhassenden Linken einfach widerlich. Da sorgen Ausländer für den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Linken demonstrieren mit ihren engstirnigen Weltbild dagegen?

  • 7 Sepp in der Strassenbahn // Dec 22, 2008 at 18:48

    “Gemeinsam müssen alle demokratischen Kräfte gegen diese antidemokratischen Umtriebe vorgehen!“ fordert SJ-Landesvorsitzender Michael Lindner.“”

    Orwellsches Neusprech vom Feinsten, Herr SJ Lindner!
    Er soll es sagen, wie es tatsächlich, also den Tatsachen entsprechend in ihm aussieht: “Weil wir vorgeben, unsere heimat- und volkstreuen politischen Gegner seien Faschisten, nehmen wir uns das Recht, diese mit faschistischen Methoden zu bekämpfen.”

    Pfui Teufel, welch eine Hetze gegen Andersdenkende, das gerade Gegenteil von demokratischem Diskurs. Welch eine Schande für Österreich.

    Was will er damit sagen?
    Dass sein Sozialismus gar keiner ist. Dass sein Sozialismus nur ein Tarnwort ist und sich seit Jahrzehnten gegen die Interessen von Volk und Vaterland und jetzt auch gegen offenbar beliebte Bekleidungshersteller richtet. Dass sein Sozialismus versagt hat und versagt und gegen gewaltlose politische Gegner und deren Bekleidungslieferanten hetzt.
    Dass er nur noch mit antidemokratischen, faschistischen Hetzveranstaltungen eine Chance sieht, seine eigene Unfähigkeit zu verbergen.

    Oder, Herr Lindner, oberschlauer Faschist im “Schäfchenkleid”, was sonst sollte seine Absicht sein.
    Pfui, Teufel! Dummdödel, Hetzpropagandist, Volksgenossenhasser, Rot-Faschist, Deutschenfeind!

    Wir werden ein Auge auf die Aktivitäten dieses unreifen politisch so aktiven SJler haben. Wehret den Anfängen! Wir sind friedlich, friedfertig und geschlossen gegen die Neo-Rotfaschisten!
    Herr Lindner, was sagt er? “Kauft nicht bei Deutschen?” “Kauft nicht bei Arabern?” Pfui Teufel, Rotfaschist. Sucker, Mother-Fucker, um es anglizistisch modern auszudrücken.

    Eine Modemarke Thor Steinar oder Puma oder Adidas oder andere interessieren mich nicht, aber gegen diskriminierende Neo-Faschisten wie ihn, Herr Lindner, habe ich etwas. Soll er geistig nach Simbabwe oder nach Palästina gehen, aber meine Heimat nicht weiter verderben und verhetzen, Lindner! “Kauft nicht bei Thor Steinar?” Lächerliche Rot-Faschistenpolitik.

  • 8 TS goes to Dubai // Dec 22, 2008 at 20:05

    Jaja wie schön es doch ist, das die Faschisten jetzt wieder mit einer Ausländischen Marke rumlaufen und einem Scheich das geld in den Popo blasen…
    Steigt mal lieber auf fairtrade klamotten um als TS zu kaufen was von kleinen Kindern in indien bz. Asiatischen raum hergestellt wird!

  • 9 Lodmund // Dec 23, 2008 at 23:19

    @ 8 Pseudoanglophiler
    Es war der Ablaßhandel, mit dem es sich die Alleinseligmachende selber besorgt hat – aber das dürfte Deinen ” Beschränkten Untertanenverstand” (von Rochow) leicht überschreiten. Fährträhd…Du Hirni. Was die Groß-und Kleinschreibung betrifft: Heil Pisa!

  • 10 bildad // Dec 24, 2008 at 19:01

    Der neue Bundesvorsitzende der KJÖ ( Kommunistische Jugend nicht Katholische Jugend) kommt aus Braunau.

    ” Der „Thor-Steinar“-Laden in Braunau droht die oberösterreichische Bezirkshauptstadt zu einer Pilgerstätte für Neonazis aus ganz Österreich sowie dem süddeutschen Raum zu machen. Um diese Entwicklung aufzuhalten, muss der Laden sofort geschlossen werden.

    Die KJÖ hofft, dass der dahingehenden Ankündigung des Braunauer Bürgermeisters Skiba Taten folgen. Gefordert ist aber nicht nur die Politik, sondern alle Braunauerinnen und Braunauer, denen ein Nazi-Laden in ihrer Stadt ein Dorn im Auge ist. Gemeinsam gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten, selbstverständlich dort nicht einzukaufen und „Thor Steinar“ das Leben schwer zu machen.”

    http://www.kjoe.at/

    Lustig ist der Nebensatz “selbstverständlich dort nicht einzukaufen”. Der hat scheinbar Angst, dass seine Verwandten dort einkaufen.

  • 11 bildad // Dec 24, 2008 at 19:12

    “Die KJÖ war lange Zeit die Jugendorganisation der KPÖ. Nach dem 33. Parteitag der KPÖ im Jahre 2004 und der darauf folgenden faktischen Spaltung der KPÖ sieht sich die KJÖ nicht mehr als Vorfeldorganisation der Bundes-KPÖ, sondern als eigenständige und unabhängige kommunistische Jugendorganisation.”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Jugend_%C3%96sterreichs_%E2%80%93_Junge_Linke

    Ja die haben mit der KPÖ gebrochen, wie KPÖ-Führung ein jahrelang besetztes KPÖ- Haus an einen stadtbekannten “Neonazi” verkauft hat.

    War eine witzige Geschichte und der “Neonazi” hat das Haus mit hohen Gewinn, an die Stadt Wien verkauft.

    ” Ende Oktober 2004 verkaufte die KPÖ das Ernst-Kirchweger-Haus an eine Immobiliengesellschaft, deren Geschäftsführer Kontakte zur rechtsextremen Szene und die frühere Mitgliedschaft in der neonazistischen Aktion Neue Rechte (ANR) vorgeworfen wurden.[3] Dieses Vorgehen löste massive Proteste aus und wurde vor allem mit der finanziellen Misere der KPÖ begründet, die nach einem Gerichtsurteil DDR-Gelder, die unrechtmäßig an sie geflossen waren, wieder an die Bundesrepublik Deutschland zurückzahlen musste. Zahlreiche Initiativen und Einzelpersonen wie z.B. die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek sprachen sich vehement für ein weiterhin autonomes Ernst-Kirchweger-Haus aus.”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst-Kirchweger-Haus

    Bei wikipedia steht das etwas oberflächlich.

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