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Ostvorpommern: In den vergangenen Wochen hatten wir mehrfach darüber berichtet, daß der ursprünglich für den vom Landkreis Ostvorpommern bezahlten Posten eines sogenannten „Netzwerkmanagers gegen Rechts“ vorgesehene Antifaschist Günter Hoffmann nur kurzer Amtstätigkeit wieder von seinem Posten entfernt wurde. Inzwischen steht sein Nachfolger fest. Wie der NORDKURIER Anklam in seiner Wochenendausgabe berichtete, handelt es sich bei diesem um Bernd Päsler von der Jugendhilfe e. V. Neubrandenburg, ein Mensch der bislang politisch noch nicht weiter aufgefallen ist. Praktisch ist er schon seit etwa einer Woche auf seinem neuen Posten tätig. Angesichts seiner persönlichen Entscheidung spottete man bereits bei der NPD Ostvorpommern: „Wer geglaubt haben mag, Hoffmann sei optisch nicht zu schlagen, der soll mal den Neuen sehen. Es geht noch besser! Sagen wir es so: Für dasselbe Geld erhält der Kreis jetzt mindestens das doppelte Kampfgewicht.“
Über Päslers nächste Ziele heißt es im NORDKURIER:
„…Drei Schwerpunkte will Bernd Päsler, der neue Netzwerkmanager des Kreises, zukünftig mit seiner Arbeit verfolgen: Vernetzung, Information über den Rechtsextremismus und Vermittlung von demokratischen und humanistischen Werten. Im Vordergrund stehe dabei der Kreis Ostvorpommern. Aber auch Kooperationen mit dem Uecker-Randow-Kreis seien angedacht. Erste Gespräche habe er bereits mit Präventionsräten, Parteien und Schulsozialarbeitern geführt, sagte Päsler jetzt gegenüber unserer Zeitung.
Langfristig wolle er in einen Erfahrungsaustausch mit Parteien, Jugendorganisationen, Kommunen, Vereinen und Verbänden treten und so die Vernetzung fördern. Darüber hinaus ginge es vor allem bei Kindern und Jugendlichen um die Vermittlung von Werten wie Demokratie, Humanismus und Toleranz. Dazu sollen Projekte wie die bereits im vergangenen Jahr durchgeführte Aktionswoche weitergeführt werden, so Päsler. Als dritten Aspekt betonte Päsler die Informationsvermittlung. „Alle Informationen, die bei mir auflaufen, sollen an die verteilt werden, die gegen Rechtsextremismus kämpfen.““
Was den letzten Punkt betrifft, so dürfte dieser letztlich wohl wie gewöhnlich auf das Abschreiben aus nationalen Publikationen hinauslaufen, die man dann einmal mehr als „persönliche Recherche“ ausgibt, die man unter Einsatz der persönlichen Sicherheit den bösen Rechten abgeluchst hat. Geradezu spaßig stellen wir uns vor, wie Päsler Kinder Jugendlichen und Kindern Werte wie Demokratie, Humanismus und Toleranz vermitteln will, wo man sich doch heute schon auf jedem x-beliebigen Schulhof davon überzeugen kann, daß Begriffe dieser Art nichts weiter sind als politische Attrappe, mit der man den ohnehin schon gebeutelten Eltern dieser Heranwachsenden suggerieren möchte, daß sie sich trotz ihres wachsenden sozialen Elends über nichts zu beschweren hätten. Darüber hinaus macht Päsler in seinen Schwerpunkten deutlich, daß er nichts weiter ist als ein gewöhnlicher Erfüllungsgehilfe des etablierten Parteienkartells, daß in Ostvorpommern derzeit das Sagen hat und daß sich ähnlich wie seine Genossen im ganzen Lande gegen eine mögliche Teilhabe von politischer Konkurrenz an der parlamentarischen Futterkrippe mit Vehemenz zur Wehr setzt.
Bezeichnend für die Berichterstattung des NORDKURIERS ist es, daß immer noch kein offizieller Grund genannt wird, weshalb sich der Landkreis der Person Günter Hoffmanns wieder entledigt hat. Statt dessen lesen wir:
„…Der Neubrandenburger Bernd Päsler habe den besten Eindruck hinterlassen, begründete Vize-Landrat Armin Schönfelder (CDU) die Entscheidung der Kreisverwaltung. „Gesucht wurde jemand, der in der Netzwerkarbeit Erfahrung hat, auf Leute zugehen und Kontakte zu politischen Parteien knüpfen kann.“ Päsler sei jahrelang in der Netzwerk- und Jugendarbeit in Neubrandenburg tätig gewesen und habe auch in einem Civitas-Projekt gearbeitet. „Das fehlende Know-How über Rechtsextreme kann man sich erarbeiten“, sagte der Vize-Landrat.
Im Gegensatz zu Günther Hoffmann, der sich seit Jahren über die rechtsextremen Strukturen im Kreis informiert und darüber berichtet, kennt der neue Netzwerkmanager die Situation in Ostvorpommern kaum. „Von den hiesigen Strukturen ist mir wenig bekannt. Es liegt aber an mir, das zu ändern“, so Bernd Päsler. Unterstützung dafür erhofft er sich von Hoffmann. Der hat bereits Hilfe zugesagt. Er werde die Arbeit der Netzwerkstelle weiterhin persönlich unterstützen und Bernd Päsler beraten, sagte Hoffmann. „Einen Teil dieser Arbeit aufrecht zu halten, das ist mir wichtig.“
Angesichts des reichlichen Salärs, daß der Landkreis Ostvorpommern trotz chronischer finanzieller Schwierigkeiten für die Bekämpfung politisch Oppositioneller in Form eines Netzwerkmanagers in diesem Jahr ausgeschrieben hat – immerhin 34.808,40 Euro – dürften für Hoffmann ja vielleicht auch noch ein paar einträgliche Brosamen abfallen, so daß sein selbstloses Engagement gegen Rechts wenigstens nicht ganz unbelohnt bleibt. Mangelnde Kenntnis nationaler Szenerie und Strukturen dürfte hier das geringste Problem darstellen, so gehen wir davon aus, so beruhen die Kenntnisse eines Günter Hoffmann bekanntlich auch nur auf dem, was er sich aus Verfassungsschutzberichten, rechten Publikationen und der Tagespresse zusammengelesen hat. Wenn man sich dennoch für Päsler entschieden hat, so möglicherweise deshalb, weil dieser einen weniger linksradikalen Hintergrund als sein unglücklicher Mitpostenbewerber hat.
Siehe auch
Nordkurier 25.02.06
Quelle: Störtebeker-Netz 26.02.06




1 response so far ↓
1 Rudolf // Feb 26, 2006 at 17:14
Hm, wollte nicht die nationale Szene einen politisch bisher nicht in Erscheinung getretenen Nationalisten in das Anti-Rechts-Netzwerk einschleußen?
Es hieß vor Monaten mal, daß man die WASG unterwandern wollte, aber das ist auch schon lange her.
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