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Altermedia Deutschland – Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)


Schadenfreude ist die schönste Freude? – Das „Groschengrab“ von Delmenhorst … (14.01.08)

January 14th, 2008 · Post your comment (79 Comments)

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Delmenhorst/ Niedersachsen: Die Stadt Delmenhorst machte in der Vergangenheit von sich Reden, als es um den Verkauf eines leerstehenden Hotels – einem Pleiteobjekt – ging, das niemand haben wollte, obwohl es in bester „Citylage“ ist. Als jedoch der Rechtsanwalt Jürgen Rieger sich für das Objekt interessierte, ging die Gutmenschen-Riege auf die politisch korrekten Barrikaden, denn Jürgen Rieger gehört – in politisch korrektem Neusprech – zu den „Neonazis“, und somit durfte dieses Gebäude keinesfalls in seine Hände fallen und die Stadt Delmenhorst damit in den Dunstkreis volksverhetzender Widerstandsnestbeherberger ziehen. Was der Begriff „Neonazi“ im einzelnen bedeuten soll, ist noch unklar und muß zur Zeit für alles herhalten, was von der Feudalklasse zur Diffamierung freigegeben ist, so eben auch national denkende Menschen, besonders, wenn sie der NPD angehören, aber, das ist eine andere Geschichte.

Es wurde zu Spenden aufgerufen, gesammelt, was das Zeug hält, und nach fünf Monaten hatte man knapp eine Million Euro zusammen. Die Kommune brauchte für das leerstehende Pleiteobjekt, mit dem sie nichts anzufangen weiß, die Kasse also nur noch um gut 2 Millionen Euro zu plündern, um den überhöhten Kaufpreis aufbringen zu können, den Rieger offensichtlich zu zahlen „bereit“ war. Und sie haben es geschafft. Delmenhorst ist gerettet. Die Kommune hat jetzt das „Hotel am Stadtpark“ für drei Millionen Euro übernommen und die Stadt vor einem “rechtsextremen Schulungszentrum” bewahrt. Angeblich soll in Nachverhandlungen eine Preisreduzierung erreicht worden sein. „Dann konnten sie den Preis aber noch drücken, denn ein Teil der Kaufsumme floss direkt an die Banken des verschuldeten Hotelbesitzers, und die gewährten einen Rabatt.“ schreibt hierzu der TAGESSPIEGEL. Wer’s glaubt, wird Gutmensch, äh, selig.

Nach dem Suff kommt der Katzenjammer, was kommt nach dem Jubel, einem „Neonazi“ ein Pleiteobjekt „abgejagt“ zu haben? Natürlich die Suche nach einem Idioten, der das Ding zu mieten oder zu kaufen bereit ist, damit der gutmenschliche Schuldenberg wieder abgetragen werden kann.

Aber, Gutmenschen können nicht nur Lichterketten für besoffene Neger organisieren, sie können auch ein „Forum gegen rechts“ unter der Fuchtel des DGB zustande bringen. Das brachte 20.000 Postkarten für Nutzungsvorschläge in Umlauf, und davon kamen doch tatsächlich ca. 900 ausgefüllt zurück. Das war wiederum Grund genug, „Projektgruppen“ zu organisieren, die diese Karten auswerteten. Heraus kamen fünf brillante Ideen. Die erste, eine politische Bildungsstätte wurde einfach von Jürgen Rieger geklaut, man gönnt sich ja sonst nichts. Die restlichen vier sind Bürgerhaus/Mehrgenerationenhaus, Seniorenwohnanlage, Behördenhaus oder – man lese und staune – ein Hotel! Da wollen die Delmenhorster doch tatsächlich ein Hotel zu einem Hotel umbauen. Genial! Komischerweise scheint eine Lichterkettenfabrik keinen Zuspruch erhalten zu haben, oder hätten Sie doch Noel Martin gefragt, der macht ein Selbstmord-Treff daraus, das klappt auch nie …

Jetzt fehlten nur noch die nötigen Investoren. Denn der Kaufpreiszuschuß hat die 78.000-Einwohner-Stadt soweit verschuldet, dass da wohl kein weiteres Geld fließen kann. Also startete man ein internationales Bieterverfahren. „Vor allem per Internet wird nun ein „Projektentwickler/Investor/Betreiber“ gesucht, der die „Bau- und/oder Nutzungsrechte“ für das Hotel samt benachbarter „Delmehalle“ übernimmt. Anfang Februar sichtet eine Jury die Angebote, und danach entscheidet das Stadtparlament.“

In der Zwischenzeit darf sich die politisch korrekte Gutmenschenriege Gedanken über die Kosten des Leerstandes machen. 110.000 Euro Zinsen für den Kaufkredit und 120.000 Euro Unterhaltskosten, das sind Monat für Monat rd. 20.000 Euro, die die Stadtverwaltung bereits für 2007 hinblättern durfte. Dieses Jahr wird auf Sparflamme geschaltet und gehofft, die Unterhaltskosten auf knapp 15.000 Euro monatlich herunter wirtschaften zu können. Nun, dies dürfte in jedem Fall gelingen, ist doch die BRD-Feudalklasse prädestiniert und spezialisiert auf gründliches und nachhaltiges Herunterwirtschaften!

Glück für Jürgen Rieger, dass er nochmal glimpflich aus diesem „Groschengrab“ herausgekommen ist. So stülpt die Gutmenschenriege, zu denen der Architekt Günter Feith, der die Spendenaktion mit angeschoben hatte, der örtliche DGB-Chef Ulrich Kelm, der das alles „fantastisch“ findet, und die Stadtsprecherin Sina Stumpe, die „das alles ähnlich sieht“, dem braven Bürger die Kosten für eine hirn- und sinnlose Aktion über, die Herr Rieger sonst hätte tragen müssen, dank Verschleppung von Genehmigungsverfahren, verschwundener Akten und ähnlicher gutmenschlicher Unternehmungen. „Wir sind erleichtert, dass wir die Rechtsradikalen aus unserer Stadt heraushalten konnten.“ Nun, man darf gespannt sein, wann dieser Satz im Umkehrschluß „nienieniemals“ gesagt wurde und man die „braven Nationalisten“ doch jederzeit mit Girlanden und Juhu-Rufen begrüßt hätte – ähnlich wie das mit der Ehrenbürgerschaft des größten Staatsmannes heute in der BRD so ganz umgekehrt gehandhabt wird …

Siehe auch
Tagesspiegel 06.01.2008



Tags: Allgemeines

79 responses so far ↓

  • 1 Anonymous // Jan 14, 2008 at 11:25

    Ein genialer Artikel, Sarkasmus in seiner schönsten Form!

  • 2 Magnus // Jan 14, 2008 at 11:32

    Ich hätte noch einen guten Vorschlag für die Hotelnutzung:

    Umwandlung in ein Asylantenheim!

    Mal sehen wie lange dann die Delmenhorster noch der NPD abgeneigt wären.

  • 3 Boobo // Jan 14, 2008 at 11:33

    Wer auch nur die leiseste Ahnung vom Immobilienmarkt hat, weiß wieviele Angebote die Jury auszuwerten haben wird, garkeins.
    Größenwahn und teure Arroganz in einem Provinsnest.

  • 4 Klaus-Jürgen // Jan 14, 2008 at 11:34

    Der Artikel ist spitzenklasse. Bin mal gespannt, was aus dem Hotel wird.

  • 5 W. Hamburg // Jan 14, 2008 at 11:48

    Und ich war der Meinung das der Verblödung
    der Gutmenschen Grenzen gesetzt sind.
    Es freut mich für jeden Cent den dieses kranke
    Gesindel in den Sand gesetzt hat und noch aus Blödheit in den Sand setzen wird.
    Herr Rieger,
    meines erachtens währe die rote Flora ein gutes Schulungszentrum. Ich bin mir sicher das dieses Gemäuer aufgrund der penetranten “linksversiffung “günstig zu schiessen ist. Die Hamburger Bürger sowie der Senat währen Ihnen sehr zu Dank verpflichtet.

  • 6 Grete // Jan 14, 2008 at 11:54

    Nun ja, wenigstens wissen wir nun, wo die staatlichen Gelder im “Phantom-Kampf” gegen Rechts hingehen, für Menschen, die in der Gutmenschindustrie Arbeit erhalten, in diesen in dem Zusammenhang “notwendigen” Projektgruppen.

  • 7 Balmung // Jan 14, 2008 at 11:56

    Noch besser, ein Erziehungsheim für schwerkriminelle ausländische Jugendliche mit denkbar ungünstigster Sozialprognose….

  • 8 Individualistin // Jan 14, 2008 at 11:59

    Die NPD auf dem richtigen Weg:

    Immobilienbegehren als Möglichkeit Privatbesitz
    wieder in Gemeinschaftsbesitz umzuwandeln.

  • 9 Freibeuter // Jan 14, 2008 at 12:20

    Wundervoller Artikel !

    Ein Sachverhalt wird hier offenkundig, den man den Vertretern der uns verderb…pardon…regierenden, demokratisch-antifaschistischen Blockparteien immer dann als Paradebeispiel um die Ohren hauen muß, wenn es aus jener Ecke verlautet, “die öffentliche Hand” habe für dies und das an sinnvollen Projekten kein Geld (mehr).

    Die Moral von der Geschicht´ ? : Für staatlich verordneten Antifaschismus ist IMMER Geld da !

    Vielleicht sollte Herr Rieger – als “Unterlegener” und Rechtsanwalt – sich mal schlau machen, ob er nicht einen Dreh´ herausbekommt, die Verantwortlichen der Stadt Delmenhorst wegen Verschwendung öffentlicher Gelder anzuschwärzen.

    Dieses höchst fragwü…nochmal pardon…kritikwürdige System bietet durchaus noch Möglichkeiten, mit den eigenen Waffen geschlagen zu werden.

  • 10 Meckerer // Jan 14, 2008 at 12:51

    Dümmer gehts echt nimmer. Man muß sich fragen ob das einer leider absonderlichen OMF-Demokratie noch würdig ist.
    Schon allein die Kosten die auf die Käufer und Gegner der NPD usw. zukommen und am Ende kommt wie überall in der IMMO-Hotel-Gastro-Branche eine Pleite nach der anderen heraus.
    Als Asylheim für Neger super toll, da können die das Haus binnen 5 Jahre anzünden oder abreißen weil es dann von Tag zu Tag mehr verkommt mit dem Pack und Gesindel und Mob und Geschmeiße drin. Recht so Delmenhorst Du hast dir selbst einen Bärendienst erwiesen und die Anifa freut sich erst recht.. Wer dem andern eine Grube gräbt….

  • 11 Blosenburg // Jan 14, 2008 at 12:53

    Ein österreichischer Geschichtenschreiber erzählt in deftigen Ausdrücken etwas über den Selbstmord eines abzuschiebenden Migranten. Ein großer Teil der Leser unterstreicht bei dem ausgesprochenen Lob ausdrücklich, dass die Geschichte politisch korrekt sei.

    In der Folge wird vom Autor noch ein Satz hervorgehoben, weil er aufzeigt (oder aufzeigen soll), “dass die Situation, wenn auch nicht so krass, aber doch ähnlich ist, wie es unter Hitler mit den Juden war, als man sich ja auch strafbar machte, wenn man sie bei sich versteckt hat.
    Bis zu sechs Monate Gefängnis steht auf “Beihilfe zum unbefungten Aufenthalt”; darunter würde z.B. auch fallen, wenn man ihn in einem Versteck mit Essen versorgt oder ihn im Auto zu einer Rechtsberatung bringt. Nur Rechtsberater sind davon ausgenommen, wer ihm hilft, dorthin zu kommen, nicht.”

    Das ist das Vorgehen des Staates… seine Politik.
    Und die wird heutzutage, egal wie sie aussieht, bis in alle Ewigkeit eine korrekte sein, da sie ja von politisch Korrekten gemacht wird.
    Wären es keine politisch Korrekten oder wären sie nicht politisch korrekt, könnten sie ja überhaupt keine Politik machen.

    Ein ehrlicher Geschichtenschreiber könnte eine politische, eine korrekte oder eine korrekte politische Geschichte schreiben.

    Dabei würde ihm u.U. auffallen, was die Wortstellung doch alles so bewirken kann!

  • 12 Meckerer // Jan 14, 2008 at 12:58

    Die neuen Besitzer könnte ja einen Kinderknast machen und die Eltern und den Muselclan zwecks Miterziehung gleich auch mit einlochen. Die Halle dann zur Unterrichtung der Eltern und Kinder benutzt wird. Deutsch, Deutsche Geschichte, Erziehung, viel über christliche Religionen und Schweinefleisch…
    Da ist Delmenhorst dann voll mit Schleierweiber und Schnauzbart-Musels und die Wirtschaft wird richtig angekurbelt, Basars siedeln sich an. Diese Jugend- Kriminellen sind ja alle zu 80% Ausländer…. also in den Knast mit freier Kost und Logis.

  • 13 Schörner // Jan 14, 2008 at 12:59

    Köstlicher Artikel.

    … wird nun ein „Projektentwickler/Investor/Betreiber“ gesucht

    Vielleicht sollte sich Hr. Rieger jetzt bewerben? ;-)

  • 14 woelfchen88 // Jan 14, 2008 at 13:06

    Es würde mich nicht wundern, wenn in 1 bis 2 Jahren die Trottel aus Delmenhorst das Gebäude an eine Moslemgemeinde verhökert, damit sich diese Kulturbereicherer ein schönes Zentrum aufbauen…die Stadt sollt sich aber vorher umbenennen…in Deppenhorst .

  • 15 Bud Spencer // Jan 14, 2008 at 13:48

    Lob und Anerkennung für diesen Artikel!

    Das ist wirklich eine ganz besonders pikante Form von Rassismus: Gutmenschliche Lichterketten für besoffene Neger.

    Die Linksgrünen Rattenfänger sind entweder Krypto-Rassisten oder einfach schizophren, solange sie keine Lichterketten auch für besoffene weiße Schläger organisieren.

  • 16 Farrier // Jan 14, 2008 at 14:01

    Ich schlage vor, jeden Monat ein Kaufgebot für alle möglichen Immobilien zu unterbreiten… bis sie es endlich gelernt haben. Und wenn sie es dann gelernt haben, haben wir unsere Ruhe. :-)

  • 17 Dr. Felix Paul Jacke // Jan 14, 2008 at 14:10

    @ Individualistin

    Kommen Sie, lassen Sie uns die Bonner-Bundes-Bahn kaufen, vielleicht gelingt uns damit die Rückführung in`s Reichsvermögen, wenn Michel schön spendet, hat Herrmann eine wehrhafte Eisenbahn. Der Trick ist gut.

    Vorkaufsrechte dienen immer dem, der sie zu nutzen weiß.

  • 18 speaker.system // Jan 14, 2008 at 14:15

    Na wenn wir dort so herzlich willkommen sind, wäre doch eine Demo garnicht verkehrt…. dann kommen nochmal rund 500.000 € für Polizeieinsatz und allen drum und dran zusammen. Ein richtiges Schmankerl…

  • 19 Dr. H. G. // Jan 14, 2008 at 15:25

    Delmenhorst liegt doch verkehrsgünstig. Da gibt es sicher auch noch einige Objekte. Die NPD oder Herr Rieger sollten sich bei ihrer Immobiliensuche auf Delmenhorst konzentrieren!

  • 20 bergischer Löwe // Jan 14, 2008 at 15:37

    Ein großes “Lob” an die Delmenhorster.Wenn eure Kinder in Zukunft kein bezahltes Schulessen mehr bekommen oder der Kindergarten um die Ecke dichtgemacht wird,wißt ihr ja nun,warum.Macht nur weiter so,eure Kinder werden es euch in der Zukunft bestimmt von ganzem Herzen danken.Diese Sätze lassen sich übrigens auf alle “Gutmenschen” in diesem Staat übertragen,die zwar ständig über alles jammern,aber auch nach über 60 Jahren Fremdherrschaft nicht einen Deut schlauer geworden sind.Wer sich nicht wehrt,soll sich auch nicht wundern,wenn er ständig von seinen gewählten Volksverrätern verarscht wird.Deutsches Volk,meim Mitleid mit dir hält sch sehr in Grenzen.

  • 21 Fairplay // Jan 14, 2008 at 16:04

    “Noch besser, ein Erziehungsheim für schwerkriminelle ausländische Jugendliche mit denkbar ungünstigster Sozialprognose….”

    Aber bitte mit offenem Vollzug, damit die Delmenhorster auch in den ganzen Genuß kosmopolitischer Weltoffenheit abbekommen.

    Ansonsten hätte ich noch als Vorschlag ein Camp für nomadisierende Zigeuner mit einer von der Stadt alimentieren Vollpension der gesamten Horde über 2 Wochen. Zigeunerpolka und Zigeunerschnitzel sollen zur Toleranzförderung ungemein effektiv sein.

  • 22 Chemnitzer // Jan 14, 2008 at 16:09

    Nochmal:
    “Nun, man darf gespannt sein, wann dieser Satz im Umkehrschluß „nienieniemals“ gesagt wurde und man die „braven Nationalisten“ doch jederzeit mit Girlanden und Juhu-Rufen begrüßt hätte”

    Ich tippe auf max. 3-9 Monate bis zum Kräsch des Weltfinanzsystems.

    Brent um -0,50%:
    http://www.boerse-online.de/tools/boerse/einzelkurs_kurse.htm?s=BRENTDAT&b=400&l=276&

    Japanischer Nikkei um -1,93%:
    http://www.boerse-online.de/tools/boerse/einzelkurs_kurse.htm?sektion=uebersicht&zeit=30000&&s=INIK&b=31&l=392

    Crude Oil stürzt ab:
    http://www.n-tv.de/903692.html

    Merryll Lynch auf Finanzspritze aus Palästina angwiesen:
    http://www.n-tv.de/903399.html

    Fazit:
    Es geht rapide Bergab. Ich geb dem System noch 3-9 Monate. Und dann ist Schicht. Dann kommt der Tag des doitschen Proletariats. Wir übernehmen die Macht, Jungs. Es wird wahr, glaubt es, als ob ihr es wisst!

  • 23 Individualistin // Jan 14, 2008 at 16:10

    @ Dr. Felix Paul Jacke : January 14th, 2008 at 14:10 – “… Bonner-Bundes-Bahn… ”

    Der Schmetterling hat gerade seine Flügel bewegt.
    Gute alte Freunde helfen sich in schweren Zeiten und
    eine Notifikation ins persische Großreich ist unterwegs.

  • 24 Eine andere Feldpostnummer // Jan 14, 2008 at 16:16

    Ach da findet sich etwas, vllt. könnte man das Hotel zu einem Wohnheim umbauen, sei es nun für Studenten (irgendeine Hochschule in der Nähe?) oder einfach für sozial schwache Einzelpersonen, solche Objekte funktionieren meistens für beide Seiten ganz gut und ein wirtschaften auf der Etagenküche hat auch positive Effekte…

    Die Stadt könnte auch Landes- oder Bundeszuschüsse- für ihren antifaschistischen Kampf bekommen, vllt. aus Parteifinanzierungen die die NPD dank ihres notorischen illegalen Raffen nicht erhält oder aus dem Restbestand von Riegers Heisenhof bzw. dessen Fuhrpark, vllt. fällt der anderen Gemeinde ja auf dass eine Umgehungsstraße nötig ist und Rieger zum Wohle der Allgemeinheit enteignen wird, wie das so ist, wird sie vllt. am Ende gar nicht gebaut…

  • 25 Chemnitzer // Jan 14, 2008 at 16:44

    Is – das – mal – GEIEL!!!

    http://www.n-tv.de/903692.html

    Rohöl 2008 im Keller. Damit ist der Kapitalismus erledigt. Die Preise fallen, die Börsianer stürzen sich wie anno 1929 aus den Fenstern ihrer Wolkenkratzer (naja, bald!). Das völkische Deutschland kommt!!!!!!1

  • 26 michael // Jan 14, 2008 at 16:50

    Wunderbarer Artikel! So muss man die uns regierenden Pestbeulen angehen!

  • 27 Wintertag // Jan 14, 2008 at 17:42

    “Dr. H. G. :

    January 14th, 2008 at 15:25
    Delmenhorst liegt doch verkehrsgünstig. Da gibt es sicher auch noch einige Objekte. Die NPD oder Herr Rieger sollten sich bei ihrer Immobiliensuche auf Delmenhorst konzentrieren!”

    hahahahaha ich kann nicht mehr… hahaha

  • 28 wartender Krieger // Jan 14, 2008 at 17:52

    Eine wirklich gelungene Taktik, das System dazu zu bewegen, finanziellen Selbstmord gegen Rechts zu begehen!

    Diese Mechanismen sollten konsequent ausgenutzt werden!

    Eine sehr effektive Form Psychopolitischen Jiu-jitzus!
    Man nutzt die Psychosen des Gegners gegen ihn selbst, bringt ihn durch verleiten zu überzogenen Abwehrreflexen aus dem Gleichgewicht und erschöpft ihn so lange, bis er von selbst auf die Matte knallt!

    Man lässt sich den Gegner sozusagen im Kampf gegen Rechts zu Tode siegen!

    Ein Sieg mit minimaler Anstrengung!

  • 29 wolzow // Jan 14, 2008 at 17:55

    Ich nehme das Ding der Stadt Delmenhorst für 20 Millionen gerne ab, aber nur unter der Voraussetzung, dass ich am Eingang einen 5×5m großen Reichsadler mit Hakenkreuz anbringen und eine 10×15m HK- Flagge auf dem Dach hissen darf.
    Odin lass bitte Hirn über Delmenhorst regnen.

  • 30 2. Münchner // Jan 14, 2008 at 18:02

    Schönes Geschäftsmodell: Rieger sucht sich den Anbieter einer geeigneten Immobilie, vereinbart mit diesem einen überhöhten Preis und läßt dann durchblicken, daß die Umwandlung des Anwesens in ein braunes Schulungszentrum geplant ist. Die Gemeinde kann von ihrem Vorkaufsrecht nur Gebrauch machen, wenn sie mit dem Erwerb zu den Konditionen, die zwischen Rieger und dem Eigentümer vereinbart wurden, einverstanden ist. Sie hat also den überhöhten Preis zu bezahlen. Der Gewinn aus der Aktion wird zwischen Rieger und dem Verkäufer “gerecht” geteilt. Soweit, so klar. Wie man als Steuerzahler auf die Idee kommt, da noch Beifall zu klatschen, bleibt allerdings ein Rätsel … sowas ist nur hier möglich.

  • 31 Eine andere Feldpostnummer // Jan 14, 2008 at 18:14

    @2. Münchner

    Naja inzw. klappt diese Raffke-Rieger Masche nicht mehr, aber eine Zeitlang hat er ganz gut daran verdient, wer es nötig hat aus seinem Nazilädchen um die Ecke Produkte mit einer Gewinnspanne die jeden anderen Einzelhändler zum sabbern bringen würde zu erstehen, oder NPD-Werbe-DVD zu KAUFEN, interessiert das auch nicht, die Kader saugen ihre Hohlbirnen ganz nett aus, ist aber alles für “die Sache”.

  • 32 wartender Krieger // Jan 14, 2008 at 18:32

    Wie man als Steuerzahler auf die Idee kommt, da noch Beifall zu klatschen, bleibt allerdings ein Rätsel … sowas ist nur hier möglich.

    Wieso? Was gibt es besseres, als wenn öffentliche Gelder im Namen des “Kampfes gegen Rechts” unfreiwillig und durch gutmenschliche Dummheit in die Kriegskassen der Nationalen Seite umgeleitet werden?

    Tausendmal besser als mitanzusehen, wie die eigenen Steuern Milliardenweise an irgendwelche jüdischen Erpresserorganisationen oder in die israelische Rüstung fließen, oder?

    Also mir fällt es überhaupt nicht schwer, tosend Beifall zu klatschen, jedesmal wenn sich die vor Anständigkeit aufständischen Gutmenschen selbst in den Arsch beissen!

    Kann doch echt nicht so schwer zu verstehen sein, oder?

  • 33 Völkischer Beobachter // Jan 14, 2008 at 18:56

    @ 2. Münchner:

    Sie sind ja ein echter Schnellmerker! :mrgreen:

    Was ist dagegen einzuwenden, wenn diesem perversen System, das noch immer x-Millionen Steuergelder “zum Kampf gegen rechts”, für Zehntausende unnütze Frauen-, Schwulen-, Ausländerbeauftragte, Gender-Mainstreaming-Schwachsinn, Ho£o€au$t ©- Mahnmale und Propaganda, EU und UNO – Unfug, Abenteuerurlaube für mulitikriminelle Jungmigratten, Alimentierung des aus aller Welt importierten Lumpenproletariats, für Hunderttausende überflüssiger und volksfeindlicher Sozialpädagogen und Soziologen usw. usf. aufzubringen gewillt und imstande ist, nun auch mal von nationaler Seite das Geld aus den immer leerer werdenden Taschen geleiert wird?

    Zur Nachahmung überall dort wärmstens empfohlen, wo man glaubt, mit besonders niederträchtigen Mitteln (in Kommunalparlamenten, durch Verweigerung der Vermietung von Stadthallen für die Abhaltung der vom Parteiengesetz vorgeschriebenen Parteitage, etc. pp.) nationalgesinnte Bürger schikanieren zu müssen.

    Laßt euch etwas einfallen und seid kreativ!

    Wo Recht zu Unrecht wird, wird (gewaltloser) Widerstand zur Pflicht

    Verleiden wir diesem Unrechtsstaat, der sich von jedem dahergelaufenen orientalischen Kriminellen auf der Nase herumtanzen läßt, es aber gleichzeitig wagt, unbescholtene und aufrechte hochqualifizierte Wissenschaftler wie Dipl.-Chem. Germar Rudolf für wissenschaftliche Gutachten jahrelang ins Gefängnis zu schicken und ihr Privatleben durch ungeheuerliche Treibjagden in den Systemmedien, welche zu Wohnungskündigungen, Arbeitsplatzverlust, Zerbrechen der Familie und Verweigerung der Abnahme der Doktorprüfung führten (und im Falle von Univ. Prof. Dr. Werner Pfeifenberger sogar in den Selbstmord, in den er von der NRW-Kultusbürokratie getrieben wurde), auf jede nur mögliche Art und Weise den Spaß an weiteren solch perfiden Aktionen!

    Jeder Euro, der aufgewendet werden muß, um zu verhindern, daß die NPD Immobilien erwerben kann, fehlt diesem System an anderer Stelle!

  • 34 Meckerer // Jan 14, 2008 at 18:59

    @Chemnitzer:
    Das wäre echt der Hammer, ich wünsche Euch jetzt schon viel Glück beim Übernahme der Macht und der vielen belämmerten Gesichter der Systemlinge und Anbeter des Juden-Systems hier.
    @2. Münchner:
    So kann man den Deal auch sehen, nicht schlecht, aber die Gutmenschen sind echt bereit zu zahlen, lieber das als eine braune Schule die weitaus gewinnbringender wäre.
    Da sieht man wie die Systemwähler gehorchen, statt mal nachzufragen wie das eigentlich hier in dieser OMF-JRD ist? Diese Parteimitglieder sind so dumm das sie nur noch alles abnicken weil die Parteithemen vorliegen und keine andere Themen zugelassen sind.
    Trotzdem haben die alles genug Wähler und Parteimitglieder, leider.
    Wartende Krieger:
    Auch Sie haben Recht. Alles Geld verschwindet unter dem Namen Holocash der zugleich Staatsgrundlage und Gründungsmythos bei der jüdischen Mafia und Erpresserorganisationen aus aller Welt die uns ausnehmen bis wir selbst auf dem Zahnfleisch daherkommen.
    Der Deutsche ist leider so vom System und Dressurelite erzogen, das er kaum noch selbst denken kann. Dann noch diese Hure Justiz die droht, der § 130 eine echte Schande fürs Deutsche Volk weil er nicht für die Deutschen gilt.

  • 35 2. Münchner // Jan 14, 2008 at 19:10

    @Eine andere Feldpostnummer

    “Naja inzw. klappt diese Raffke-Rieger Masche nicht mehr …”

    Warum soll die nicht mehr funktionieren? Das Problem für die jeweilige Gemeinde bleibt doch immer das gleiche: Entweder bluten oder das Pack ist im Dorf.

    @Wartender Krieger

    “…in die Kriegskassen der Nationalen Seite …”

    Das Privatvermögen von Herrn Rieger ist die Kriegskasse der Nationalen? Ist das Ihr Ernst? Wie alt sind Sie? Ich frage nur, weil mir noch kein Erwachsener begegnet ist, der so naiv ist.

  • 36 Schulle // Jan 14, 2008 at 19:16

    Diese Systemlinge sind einfach lächerlich.

  • 37 Hanlunke // Jan 14, 2008 at 19:57

    oder hätten Sie doch Noel Martin gefragt, der macht ein Selbstmord-Treff daraus, das klappt auch nie …

    ich bepiss mich vor lachen…echt,lob an den Autor,so geil geschrieben

  • 38 Schörner // Jan 14, 2008 at 20:03

    2. Münchner,

    Wie man als Steuerzahler auf die Idee kommt, da noch Beifall zu klatschen, bleibt allerdings ein Rätsel … sowas ist nur hier möglich.

    Das glaube ich sofort, daß das ihre geistigen Fähigkeiten übersteigt.

  • 39 2. Münchner // Jan 14, 2008 at 20:51

    @Völkischer Beobachter

    “Sie sind ja ein echter Schnellmerker!”

    Habe es schon am Kommentar der Feldpost gemerkt; es gab da eine Vorgeschichte … Tut mir leid, wenn ich der Diskussion etwas hinterherhinken sollte; das Problem Rieger kannte ich in dieser Form noch nicht.

    Was gegen das Vorgehen von Herrn Rieger einzuwenden ist? Na jede Menge … z.B. dass dieses eine Straftat darstellen würde, wenn der Sachverhalt so wie ich ihn dargestellt habe offenbar werden würde. Oder dass nicht einzusehen ist, was persönliche Bereicherung auf Kosten der Allgemeinheit mit Widerstand gegen das “System” zu tun haben soll … siehe auch meinen Kommentar an den Wartenden Krieger. Ließe sich das Verhalten von Rieger mit Ihrer Begründung rechtfertigen, könnte man ebensogut auf Straßenlaternen schießen oder die Scheiben öffentlicher Gebäude einwerfen oder oder … da gäb`s viele Möglichkeiten. Im übrigen wird nicht der Staat geschädigt, der alle die von Ihnen angesprochenen (auch aus meiner Sicht teilweise durchaus merkwürdigen) Dinge finanziert. Der Schaden bleibt allein an der Gemeinde hängen. Und die kann für all`das nix, aber auch gar nix.

    Haben sie vielleicht einen Link zu Univ. Prof. Dr. Werner Pfeifenberger?

  • 40 2. Münchner // Jan 14, 2008 at 20:55

    @Eine andere Feldpostnummer

    “Naja inzw. klappt diese Raffke-Rieger Masche nicht mehr”

    Sorry, vielleicht bin ich doof. Die hat doch grade wieder geklappt, oder nicht?

  • 41 Offensive // Jan 14, 2008 at 22:18

    Die Musels sind nicht so dumm wie die Nationalen.
    Die kaufen Schlösser und bauen sie zu islamistischen Schulungszentren um und nennen das „Kampf gegen Rechts“!

    Die Nazis könnten es doch auch so machen! Hotel oder Schloss kaufen und groß verkünden, dass man das Schulungszentrum als “Offensive gegen islamische Tendenzen” sehe!

    Und schon klappt es im BRD-Rechtsstaat auch mit einem Schulungszentrum.

    ………………………..
    Das Schloss soll nach Angaben von Frey als Zentrum der muslimischen Gemeinde und als Gästehaus genutzt werden. Er verstehe die Moschee als “Offensive gegen rechtsradikale Tendenzen” in der Region, sagte Frey……………

  • 42 Offensive // Jan 14, 2008 at 22:18

    Vergessen:

    http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/?sid=cf43f6d481df63c5ba62d83a20b02d09&em_cnt=662438

  • 43 Meckerer // Jan 14, 2008 at 22:57

    @Offensive :
    Anbieten würde sich derzeit das Schloß und Liegenschaft “Salem”. Die Baden.Württ. Regierung und der badische Adel streiten sich derzeit sowieso massiv und der Prinz von Baden will seine riesigen Besitze loswerden weil er sie nicht mehr unterhalten kann..

  • 44 Völkischer Beobachter // Jan 14, 2008 at 23:04

    @ 2. Münchner:

    Ich bin über die Hintergründe des Falles in Delmenhorst auch nicht so genau informiert (mit Ausnahme der Tatsache, daß die selbsternannten “Anständigen” entschlossen waren, Kopf zu stehen, als sie hörten, daß Rieger einen Kaufvertrag über die Immobilie geschlossen habe und sich daraufhin den geschilderten Schildbürgerstreich leisteten) – jedoch hat diese Spießbürger doch niemand dazu gezwungen, “einen Schrottladen zum Mondpreis zu kaufen” (um den Würzburger BWL-Professor Ekkehard Wenger zum Kauf von Chrysler durch Daimler-Benz zu zitieren).
    Hätten sie eben Rieger das überteuerte Hotel kaufen lassen, so wären möglicherweise sie es, die sich heute ins Fäustchen lachen könnten. Dumm gelaufen für die Gutmenschen! :mrgreen:

    …könnte man ebensogut auf Straßenlaternen schießen oder die Scheiben öffentlicher Gebäude einwerfen oder oder … da gäb`s viele Möglichkeiten

    Gewalt (auch gegen Sachen) lehne ich grundsätzlich ab. Ich hatte hier ja mal eine Passage aus dem “Schwarzen Korps” eingestellt, in dem gegen “Straßenaufläufe und Sachbeschädigungen” (gemeint waren Randalierer, die glaubten, die Schaufenster jüdischer Geschäfte einwerfen zu müssen) zu Felde gezogen wurde.
    Na ja, gegen manche Sachen, wie z.B. die Beuys’sche mit ranziger Butter eingeschmierte Badewanne, die eine wackere Putzfrau auf den Sperrmüll beförderte…. ;-)

    Zu Prof. Pfeifenberger (* 23.10.1941 + 13.05.2000):

    Werner Pfeifenberger +

    Daß die Gesinnungsdiktatur Menschen in den Tod treiben kann, wissen wir seit langem.

    Im April 1995 verbrannte sich in der Münchner Innenstadt der Patriot Reinhold Elstner aus Protest gegen die “Verleumdung und Verteufelung des deutschen Volkes”.

    Schon 1959 hatte der Dichter Hans Venatier (”Der Major und die Stiere”) den Freitod gewählt, nachdem ihm, der als Lehrer arbeitete, ein Disziplinarverfahren wegen “falscher” politischer Gesinnung angehängt worden war. Er hinterließ den Satz: “Mein Tod soll die Krönung meines Lebens sein, ein Opfer für die, die leiden wie ich.”

    Auch Werner Pfeifenberger hat gelitten.
    Der in Salzburg geborene und international renommierte Professor an der Fachhochschule Münster stand seit Jahren unter linkem Beschuß. Er hatte in Wort und Schrift – jedoch außerhalb der Lehrsäle – Auffassungen vertreten, die nicht den roten Denkvorschriften entsprechen. 1997 kündigte ihm die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Anke Brunn (SPD), weil Pfeifenberger zwei Jahre zuvor im Jahrbuch der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) einen angeblich “nazistischen” Beitrag veröffentlicht hatte. 1998 hob das Arbeitsgericht Münster den ministeriellen Unrechtsakt auf. Pfeifenberger behielt seine Stelle, mußte aber nicht mehr unterrichten.
    Andere hätte das bezahlte Nichtstun womöglich nicht gestört. Doch Pfeifenbergers Pflicht- und Ehrgefühl war damit zutiefst getroffen. Er wußte sich unschuldig und empfand die Freistellung als faulen Kompromiß zu Lasten seiner Reputation. Als dann auch noch in Österreich gegen ihn “ermittelt” wurde, war für den sensiblen Politikwissenschaftler das Maß voll. 58 Jahre alt, vergiftete er sich.

    Wie schon Hans Venatier und Reinhold Elstner war auch Werner Pfeiffenberger ein Freund und langjähriger Mitwirkender an Nation & Europa. [...] Sein Freitod erschüttert hier deshalb ganz besonders, verpflichtet aber auch, dieses Opfer nicht einfach hinzunehmen, sondern den Kampf gegen die politische Willkür nun erst recht zu führen. Märtyrer – das wird eines Tages auch den Verfolgern klar werden – haben eine Sache noch nie geschwächt.

    [Nation & Europa. Deutsche Monatshefte, Coburg , Heft 6/2000, S. 67]

    http://www.nationeuropa.de

    Gruß V.B.

  • 45 Völkischer Beobachter // Jan 14, 2008 at 23:15

    @ 2. Münchner:

    Auch Germar Rudolf hat im Vorwort seiner “Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung” (Ausgabe 2/2000, August 2000) [online bei vho.org, auf der Startseite auf "Journals" klicken, dann "Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung"] zum Freitod von Prof. Pfeifenberger Stellung genommen:

    Von der Angst und wie man sie überwindet
    Von Dipl.-Chem. Germar Rudolf

    Selbstmord

    Der Politologe Professor Werner Pfeifenberger hat Selbstmord begangen. Professor Pfeifenberger war ein Bekenner. Er hat nie ein Blatt vor dem Mund genommen. Er hat dem Gesinnungsterror der politisch korrekten „Gutmenschen” die Stirn geboten. Professor Pfeifenberger hat den herrschenden Wahnsinn, der Mitteleuropas Völker schüttelt, revidieren wollen. Prof. Pfeifenberg war Revisionist. Obwohl ich Herrn Pfeifenberger nicht persönlich gekannt habe, so weiß ich doch, daß er ein guter Freund derer war, die ihrerseits mir gute Freunde sind. Der gesellschaftliche und staatliche Gesinnungs- und Unterdrückungsterror hat Werner Pfeifenberger zur Verzweiflung getrieben. Nach seiner totalen sozialen Ächtung und Ausstoßung aus der Gesellschaft sollte er zuletzt auch noch strafrechtlich für das zur Rechenschaft gezogen werden, was er als bekennender Wissenschaftler zu sagen verpflichtet war. Er wollte sich diesem Terror nicht beugen. Er wählte den Freitod.

    Mit Werner Pfeifenbergers Tod erleide ich zum ersten Mal in diesem Kampf um historische Wahrheit und bürgerliche Freiheiten einen Verlust, der mich emotional tief berührt, und zwar auf eine andere Weise als jene Schmerzen, die mir selbst zugefügt wurden. Irgendwie habe ich mir immer eingeredet, ich sei ja schließlich in gewissem Maße selbst an dem schuld, was mir zustößt. Schließlich zwingt mich ja keiner, so zu handeln, wie ich handle. Und immerhin habe ich ja von vornherein gewußt, was auf mich zukommt. Bei Prof. Pfeifenberger aber ist die Sachlage anders. Er schrieb nur einen einzigen aufrichtigen und zumeist sachlich tragbaren, wenn auch kontroversen Artikel. Was ihn danach wie eine Verfolgungslawine einholte und schließlich erschlug, überstieg alles, was man hätte erwarten können, und entzog sich vor allem völlig seiner Einflußnahme. Prof. Pfeifenberger ist wohl das bisher prominenteste und tragischste Opfer der antifaschistischen Diktatur Deutschlands.

    Angst

    Angst vor Verfolgung, Angst vor Benachteiligung, Angst vor materiellen Nachteilen, vor Verlust von Ansehen, Anstellung, Verdienst, Hab und Gut, das ist, was die Menschen daran hindert, sich für die Menschenrechte auch von Revisionisten und patriotischen oder national-gesonnenen Menschen einzusetzen, oder mehr noch, sich sogar selbst als solche zu bekennen und zu betätigen. 50% aller Menschen sind per Definition als rechts einzustufen, da die Mitte eben da ist, von wo aus gesehen die Anteile von Links und Rechts gleichermaßen verteilt sind. In Deutschland aber ist der Anteil derer, die sich „rechts” betätigen, geringer als 5%. Mehr als 45% aller Deutschen fühlen sich also unterdrückt. Ich wage sogar zu behaupten, daß es mehr sind. Die Unterdrückung all dessen, was „rechts” ist, hat in den letzten Jahren dazu geführt, daß die Mitte immer weiter nach links verschoben wurde, zumal rechte Meinungen immer kleinlauter wurden: Sie wiegen nicht mehr. Wahrscheinlich fühlen sich also 80 oder gar 90% aller Deutschen unterdrückt. Sie wissen oder fühlen, daß sie ihre Meinung nicht offen sagen können. Angst, den Mund aufzumachen und zu protestieren, ist Alltag in Deutschland. Das merkt man besonders, wenn man einige Zeit in einem Land gelebt hat, wo die Leute keine Angst haben. Deutschland erstickt geistig unter dem Mehltau der Angst.

    [...]

    Was nützt uns die Freiheit, uns vor den heimischen Fernseher setzen zu können, wenn wir nicht die Freiheit haben, über das, was man uns im Fernsehen vorsetzt, den Mund aufmachen zu dürfen? Sind wir wirklich so degeneriert, daß uns die Freiheit des Leibes mehr wert ist als die Freiheit des Geistes, der Ehre und des Stolzes?

    In den siebziger Jahren war es noch ehrenrührig, als Revisionist oder Patriot im Gefängnis zu sitzen. Aber das hat sich inzwischen grundlegend gewandelt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie das Ansehen jedes einzelnen Revisionisten um so höher ist, je mehr er staatlicher und gesellschaftlicher Verfolgung ausgesetzt ist. Wer im Kampf um die Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Ehre nicht irgendwie gelitten hat, so scheint es, kann kein wahrer Idealist sein. Die revisionistischen Kämpfer fangen an, ihre Verurteilungen stolz vor sich herzutragen, wie einst die Krieger ihre Narben oder die Soldaten ihre Orden vorzeigten. Die Solidarität unter der stetig wachsenden Gruppe gleichgesinnter Menschen wirkt ungemein beruhigend auf alle, die sich entschieden haben, nicht länger zu buckeln. Ganz ohne Anerkennung kann der Mensch nicht leben, und um so wunderbarer ist es, daß immer mehr Menschen den gleichen, wahren Werten Achtung zollen: Opferbereitschaft, Anstand, Ehre, Stolz, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und Mut.

    Kaiser Wilhelm II: »Wir Deutsche fürchten Gott
    und sonst nichts auf der Welt!«

    Sehen wir es also im Falle eines Falles ganz einfach so: Ob man nun im privaten Kämmerchen sitzt oder in privater Zelle, ist wirklich völlig zweitrangig. Deutsche Gefängnisse unterscheiden sich von unseren eigenen Wohnungen im wesentlichen nur dadurch, daß man den abendlichen Spaziergang streichen muß und man sich seinen Umgang nicht immer aussuchen kann. Und nebenbei bemerkt: Auch die Revisionisten leiden an Übergewicht, und nichts ist besser als eine Abmagerungs- und Fitnesskur, die einem jedes Gefängnis automatisch verabreicht – gell Fred und Jürgen?

    Ich gehe sogar noch etwas weiter: Fred Toben hat berichtet, wie es ihm erging: Er hatte Angst vor einer Gefängnisstrafe – wer hätte das nicht. Aber nun, nachdem er die erste hinter sich hat, weiß er: Man muß sich früher oder später seiner Angst stellen, um sie zu überwinden. Angst lähmt, und das ist das letzte, was Aktivisten wie uns passieren darf. Es wäre sicherlich dumm, sich vorsätzlich oder fahrlässig der Gefahr auszusetzen, in Gefangenschaft zu geraten, denn wir brauchen keine Märtyrer in Gefängnissen, sondern freie, kämpferisch gesonnene Menschen. Wir dürfen uns aber nicht von unserer Angst vor zeitweiliger körperlicher Gefangenschaft paralysieren lassen. Denn wir kämpfen nicht für körperliche Genüsse, sondern für unser aller geistige Emanzipation, die für das Gedeihen jeder Nation viel wichtiger ist als materieller Wohlstand.

    Unser wirkliches Problem ist doch, daß Millionen denken, alleine könnten sie ja doch nichts ändern. Wie aber erfahren diese Millionen darüber, daß sie eben nicht alleine sind, sondern eben ein millionenstarkes Heer? Erst, wenn diese Millionen die Angst verlieren und es wagen, aufzustehen, wird sich in der Tat etwas ändern. Um das zu erreichen, müssen wir alle mit stolzem und mutigem Beispiel vorangehen:

    Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt!

    Todesangst

    Professor Pfeifenberger hat sich selbst getötet. Man hat seinen gesellschaftlichen Status zerstört und ihm seine materiellen Wohlstand genommen und ihn bedroht, ihm sogar seine Freiheit für einige Jahre zu nehmen. Das brach seinen Stolz und verletzte ihn tief in seiner Ehre. Es scheint mir, daß er das falsche Maß für Stolz und Ehre hatte, aber ich mag hier irren. Andere Menschen wird von Dritten zugefügt, was Herr Pfeifenberger sich selbst zufügte: Ernst Zündel bekommt Briefbomben, gegen ihn und andere Revisionisten werden Brandanschläge verübt. Prof. Faurisson wird immer wieder zusammengeschlagen. Andere, weniger bekannte Revisionisten, Patrioten und Nationalisten – alle vereint als Opfer staatlicher Verfolgung – werden sogar umgebracht. Todesangst ist es also nunmehr, die umgeht. Müssen wir uns dieser Angst unterwerfen?

    Das Leben ist das höchste Gut, daß wir haben, und doch können wir es nicht auf ewig behalten. Wir müssen es irgendwann alle abgeben, und keiner weiß, wann für ihn das letzte Stündchen schlägt: Jetzt, gleich, morgen, oder erst in 50 Jahren. Leben wir deshalb in immerwährender Todesangst?

    [...]

  • 46 Rkm // Jan 15, 2008 at 0:17

    Nach eigenen Angaben konnte die Stadt im Jahre 2006 Einnahmen in Höhe von 199 Mio. € verbuchen, denen jedoch Ausgaben in Höhe von 228 Mio. € gegenüberstanden.
    Wenn die so weitermachen wird Delmenhorst wohl bald zwangsversteigert. Für den Fall sollte Rieger schonmal einen Euro zurücklegen.

    Die dufte Postkartenaktion ist ja leider schon beendet, so möchte ich meinen kleinen bescheidenen Vorschlag auf diesem Wege nachreichen. Wie wäre es mit dem Umbau zu einer Brandruine ? Das ließe sich kurzfristig und unbürokratisch realisieren. Rechtzeitige Begleichung der Versicherungsprämie vorrausgesetzt, könnte man so wohl ein Großteil des Kaufpreises wieder reinholen.

    All die anderen Vorschläge kann Delmenhorst getrost zu den Akten legen denn sie haben alle eines gemeinsam. Sie kosten Geld. Viel Geld.

  • 47 Herr L. // Jan 15, 2008 at 0:29

    @ Völkischer Beobachter

    Germar Rudolf schreibt, man habe Prof Pfeifenberger seinen gesellschaftlichen Status zerstört und ihm seine materiellen Wohlstand genommen. Pfeifenberger hatte aber den Arbeitsgerichtsprozess gegen das Land NRW gewonnen. Er wurde von Münster nach Bielefeld versetzt, blieb aber Professor für politische Wissenschaften. Von einer Kürzung seiner Bezüge und Anspüche oder anderen Vermögensnachteilen (”materiellen Wohlstand genommen”) kann keine Rede sein.

    Die Prozesse in Österreich gingen zunächst von Pfeifenberger selbst aus, er verlor aber mit seinem Anspruch, in Österreich nicht “Nazi” genannt werden zu dürfen. Der vorgesehene Prozess wegen Wiederbetätigung in Österreich kam wegen seines Todes nicht zustande. Ob er verurteilt worden wäre, bleibt dahingestellt. Er ist in den Alpen zu Tode gestürzt. Daß der Sturz in Selbstmordabsicht geschehen sei, ist eine Vermutung.

    Germar Rudolf tut sich keinen Gefallen, wenn er seinem Ruf, es mit der Aufrichtigkeit zugunsten von Eitelkeit und Effekt nicht so genau zu nehmen, entspricht, indem er unzutreffend über Pfeifenberger berichtet.

  • 48 Niedersachse // Jan 15, 2008 at 0:35

    Lustig wie die Schriftleitung rum jammert :D

    Lieber abreisen statt Nazis einen Raum bieten !!!

    @ Chemnitzer :
    Junge das nennt man Börsenkurs , sonst würde es Linie heisen wenn er nur steigen oder gleichbleiben würde . Aber wir haben ja alle unsere Wunschträume nicht wahr ? ;)

    Altermedia ist immer voll unterhaltsam , besser als Fernsehen :D

  • 49 NPD KV UNNA / HAMM // Jan 15, 2008 at 7:56

    Ist doch nett. Jetzt hat die Stadt Delmenhorst eine Bude am Hals, mit der sie nichts, aber auch garnichts anfangen kann. Das Städtchen Menden, das so pleite ist, dass es unter Zwangsverwaltung steht, hat auch ein sehr schönes Objekt im Kampf gegen rechts erworben, mit dem man nichts anzufangen weiß. Also nur zu.,

  • 50 2. Münchner // Jan 15, 2008 at 8:35

    @Völkischer Beobachter

    “Gewalt (auch gegen Sachen) lehne ich grundsätzlich ab.”

    Lehne ich auch ab. Trotzdem zeigt ein Blick in`s Gesetz, daß Betrug und Sachbeschädigung in etwa gleich verwerflich sind. Muß mich leider wiederholen: Sie neigen dazu die Dinge etwas formalistisch zu betrachten. Und die Beuys`sche Putzfrau hat nur ihren Job (hoffentlich gründlich) gemacht … jedenfalls war`s wegen offensichtlicher Mängel im subjektiven Tatbestand keine Sachbeschädigung.

  • 51 S.Braun // Jan 15, 2008 at 9:43

    @ 2.Münchner:
    Wieso wir Beifall klatschen, auch wenn der Steuerzahler bluten muß ??
    Wir werden uns solang amüsieren und Zugabe schreien , solange diese Vollidioten für solchen Irrsinn die Gemeindekassen plündern. Hoffentlich treibt das Beispiel in Deppenhorst den ein oder anderen Befürworter für den Hotelkauf in die Privatinsolvenz. Aus Schaden wird man klug ( sollte man annehmen ) !

  • 52 griesgram // Jan 15, 2008 at 10:41

    @bergischer Löwe
    “Diese Sätze lassen sich übrigens auf alle “Gutmenschen” in diesem Staat übertragen,die zwar ständig über alles jammern,aber auch nach über 60 Jahren Fremdherrschaft nicht einen Deut schlauer geworden sind.”

    Weshalb sollte jemand, der seine gesamte wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Existenz den 60 Jahren Fremdherrschaft verdankt, plötzlich schlau werden?

  • 53 Goy und stolz drauf! // Jan 15, 2008 at 10:49

    Zitat Altermedia:
    “oder hätten Sie doch Noel Martin gefragt, der macht ein Selbstmord-Treff daraus, das klappt auch nie …”

    Ein Selbstmord-Hotel für den Noel-Neger, das wärs!
    Hier noch die entsprechenden Weltnetzadressen:
    http://www.noelmartin.de
    http://www.dignitas.ch
    http://www.rogerkusch.de/

  • 54 Goy und stolz drauf! // Jan 15, 2008 at 10:53

    Korrektur:
    Die Noel Martin-Interessierte müssen diese Seite aufrufen: http://www.noel-martin.de !

  • 55 Lucifer // Jan 15, 2008 at 11:08

    @anonymus
    In der Tat bitter-böser, aber genialer und sehr unterhaltsamer Sarkasmus – das kriege nicht mal ich so hin; und das will was heißen! Respekt!

  • 56 Martin // Jan 15, 2008 at 11:29

    @ Hausmeister

    “Was der Begriff „Neonazi“ im einzelnen bedeuten soll, ist noch unklar und muß zur Zeit für alles herhalten, was von der Feudalklasse zur Diffamierung freigegeben ist.”

    Das ist richtig. Dennoch eine kleine Erklärung : das Wort “Nazi” ist nicht etwa die Abkürzung für “Nationalsozialist” (sonst hiesse es nämlich “Naso”) sondern ein hebräisches Wort, welches die Juden hämisch auf die Nationalsozialisten anwendeten und heute in aller Munde ist. Es heisst im Deutschen soviel wie “Herrenmensch, Führer, Befehlshaber”.

    Dementsprechend ist es also eine Ehre, als “Nazi” bezeichnet zu werden, nicht wahr? :-) ))

  • 57 Schwert // Jan 15, 2008 at 17:47

    @Niedersachse

    Lieber abreisen statt Nazis einen Raum bieten !!!

    Wohin soll denn die Reise gehen, Du Abreiser :-)

    @ Chemnitzer :
    Junge das nennt man Börsenkurs , sonst würde es Linie heisen wenn er nur steigen oder gleichbleiben würde

    Wie tut man ein “Linie heisen”? :-)

  • 58 GBI // Jan 15, 2008 at 18:11

    @Martin

    Ich habe mich in meiner bürgerlich-konservativen Phase immer dagegen gewehrt von linkestem Abschaum als Nazi tituliert zu werden, schließlich ist für diese jeder ein “Nazi” der sich dem Marxismus in allen seinen Spielrichtungen enschieden entgegenstellt. Mittlerweile aber ist “Nazi” fast eine Ehrenbezeichnung geworden. Denn “Nazis” sind alle jene die noch Denken können, die nicht die Lügen des Systems schlucken und nicht zuletzt die, die einen gesunden Menschenverstand haben.

    “Einmal laut gedacht und schon ist man Nazi” ist nicht ohne Grund seit einiger Zeit in vielen Mündern.

  • 59 Martin // Jan 15, 2008 at 20:53

    @ GBI

    So ist es. Mir ging und geht es wie dir.

  • 60 2. Münchner // Jan 15, 2008 at 22:20

    “… immer dagegen gewehrt von linkestem Abschaum als Nazi tituliert zu werden …”

    Wir titulieren Sie ja nicht mehr als Nazi, wir reden von Rassenschande, auch weiterhin … wenn Sie uns erklären, was Sie an Stauffenberg finden, könnte man darüber reden, ob wir dies einstweilen bleiben lassen. Eigentlich war Stauffenberg doch fast ebenso mies wie der Tiefpunkt der Menschheit … jede Schweinerei macht er mit, solange es der Karriere förderlich scheint und im letzten Moment auch noch Verrat. Da ist der von mir verehrte Elser doch ein ganz anderes Kaliber.

  • 61 Völkischer Beobachter // Jan 15, 2008 at 22:42

    @ 2. Münchner:

    Da ist der von mir verehrte Elser doch ein ganz anderes Kaliber.

    Zu diesem Rohrkrepierer hatte ich hier mal was geschrieben:

    Und zu dem Charakterlumpen Georg Elser kann man jedem Interessierten nur empfehlen, das diesbezügliche Kapitel aus dem Buch von Hans Paar (ehem. Pionieroffizier der Wehrmacht) zu lesen:

    Hans Paar, “Dilettanten gegen Hitler. Offiziere im Widerstand – ihre Worte, ihre Taten”, K.W. Schütz KG, Preußisch Oldendorf 1985

    http://www.versandbuchhandelscriptorium.com/angebot/1119dile.html

    Wenigstens ist es ihm im Gegensatz zu den hochgelobten elitären Widerstandskämpfern zumindest gelungen, einen technisch geeigneten Zünder und Sprengstoff für seinen niederträchtigen Anschlag, bei dem acht Unschuldige sterben mußten, zu entwickeln und zusammenzubasteln.

    Zu dessen menschlich tiefstehenden Charakter schreibt Paar u.a.:

    So lebt er unbekümmert in den Tag hinein, bis er im Jahre 1930 zur Alimentenzahlung für seinen unehelichen Sohn verurteilt wird.
    Jetzt zeigt sich bei ihm eine abstoßend asoziale Mentalität, wie man sie unter verantwortungslosen Primitiven häufig beobachten kann: Statt nun erst recht durch höhere Leistung ein höheres Einkommen anzustreben, verdingt sich der qualifizierte Handwerker fortan als Hilfsarbeiter; er begnügt sich mit geringerem Lohn, um sich der Unterhaltspflicht für sein Kind zu entziehen! Ungerührt erklärt er neun Jahre später bei der polizeilichen Vernehmung, daß dadurch eine erhebliche Schuldsumme angewachsen sei. “Wieviel sie heute beträgt, will ich gar nicht wissen.”
    Sein robusten Gemüt erlaubt ihm, nach dieser Affäre noch andere Verhältnisse anzuknüpfen, so auch mit seiner verheirateten Zimmerwirtin, die für diese ehebrecherischen Beziehungen mit der Scheidung büßen muß.

    Hans Paar, “Dilettanten gegen Hitler”, Preußisch Oldendorf 1985, S. 83

    Kurzum, eben ein maßgeschneidertes Idol für BRD-Verhältnisse und deren Jugend.

  • 62 2. Münchner // Jan 16, 2008 at 18:20

    @Völkischer Beobachter

    Die Unschuldigen, die Elser getötet hat – 7 NSDAP-Mitglieder und ein Nicht-PG – können Sie nicht zugunsten Stauffenbergs ins Feld führen, da auch dieser Unschuldige ermordete. Überhaupt muß man, wenn man beide als etwas anderes als simple Mörder ansprechen will, nicht nur die alte Frage nach der Zulässigkeit des Tyrannenmordes mit “ja” beantworten, sondern auch die Frage nach der Zulässigkeit von Kollateralschäden beim Tyrannenmord. Beide Fragen werden von mir an sich verneint. Für unsere Zwecke, d.h. den Vergleich von Stauffenberg und Elser sehe ich da mal drüber weg. Das Adjektiv “verehrt” vor dem Namen Elsers rechtfertigt sich nur aus meiner Stellung als GBI`s Therapeut …

    Ihrer Kritik am Lebenswandel von Elser kann ich mich nicht anschließen. Die Quelle der Erkenntnisse über das Leben von Elser sind doch die Vernehmungsprotokolle, oder? Finden Sie nicht, daß gerade diese Ouelle in Anbetracht der konkreten Umstände der polizeilichen Ermittlungen extrem unglaubwürdig ist? Egal: Die Verletzung von Unterhaltspflichten war und ist eines der häufigsten Delikte überhaupt. Die tägliche Erfahrung lehrt, daß “am Ende des Geldes” die Strafbarkeit nicht weit ist. Kein Pluspunkt für Stauffenberg, da begüterter Adel derartige Delikte ohne Mühe vermeiden kann. Und die Affäre mit der Zimmerwirtin … ich bitte Sie, da gehören immer zwei dazu und wenn man der Statistik glauben darf, “betrügen” 2/3 aller Menschen ihren Partner … das ist alles voll im grünen Bereich. Wo haben Sie denn Ihre Moralvorstellungen her? Hutten, Luther, Mittelalter? Ok, unfair.

    Zu Stauffenberg: Die Achtung, die ihm von öffentlicher Seite (und scheinbar auch brauner) entgegengebracht wird, gehört zu den Dingen, die als Systemling am System am wenigsten verstehe … alles mitgemacht, zum eigenen Vorteil, und ganz am Ende auch noch Verrat.
    Elser hat alleine gehandelt, Stauffenberg in einer mehr oder weniger großen Gruppe, was ich als Indiz für den größeren Mut von Elser werten würde. Überdies mußte sich der Mut von Elser über viele Tage besser: Nächte bewähren. So war es bei Stauffenberg nicht.
    Auch im Falle des erfolgreichen Attentats mußte Elser mit der Todesstrafe rechnen. Stauffenberg nicht unbedingt; der träumte von seinem neuen Posten, in einem Staat, den ich radikal abgelehnt hätte.

    Letztlich sind für mich beide nichts weiter als ganz normale Mörder; da spielen die von mir herausgestellten Unterschiede keine große Rolle.

  • 63 Völkischer Beobachter // Jan 16, 2008 at 22:52

    @ 2. Münchner:

    Zu Stauffenberg:

    Ich bin keineswegs ein Stauffenberg-Bewunderer. Ich denke, das einzige, was man ihm zugute halten kann, ist sein subjektiv wohl ehrlicher Glaube, versuchen zu müssen, das Reich zu retten, auch wenn dieser Glaube leider reichlich naiv war (und dieser Vorwurf ist für einen Generalstabsoffizier gewichtig!).

    Er wußte, daß keine Feindmacht (weder die Briten, noch die Sowjets) bereit waren, von ihrer Forderung nach bedingungsloser Kapitulation abzugehen und die Briten sich der Verschwörer nur bedienen wollten, um den Krieg für sie schneller und mit geringeren Verlusten zu beenden, ohne auch nur die Erfüllung einer einzigen Forderung der Frondeure in Betracht zu ziehen (ja, hochrangige britische Regierungsbeamte äußerten anschließend, es sei gut, daß die Gestapo nun “mit den reaktionären Junkern” aufgeräumt habe, dies habe es den Alliierten erspart, nach dem Kriege dasselbe tun zu müssen).

    M.E. stellt es einen geistigen Offenbarungseid dar, daß die Stauffenberg-Clique, ohne die geringste Zusage der Westalliierten in der Hand zu haben, das Attentat durchführten, welches im Erfolgsfalle Deutschland in einen blutigen Bürgerkrieg gestürzt hätte, den sich nur die äußeren Feinde zunutze gemacht hätten. Hier wäre der Vorwurf vom “Dolchstoß” und vom “Verrat” wirklich gerechtfertigt gewesen. Die Briten lieben bekanntlich stets den Verrat und verachten den Verräter, um einen Ausspruch Napoleons (der es nicht auf die Briten gemünzt hatte) zu zitieren.

    Hinsichtlich der Einschätzung der Verschwörer stimme ich Joachim Fernau voll und ganz zu:

    Am 20. Juli 1944 stellte sich heraus, daß eine Gruppe von deutschen Generälen zunächst gegen den Krieg und, als er doch kam, gegen den Sieg, der für sie Hitlers Sieg war, gearbeitet hatte. Sie handelte aus politischer Überzeugung. Es waren vorsichtige Planer. Um ihre Ziele und die offenbar unersetzlichen Männer, die die künftige Regierung bilden sollten, nicht zu gefährden, zögerten sie fünf Jahre, ehe sie sich an den “Iden des März” entschlossen, Hitler eine Aktentasche mit Sprengstoff vor die Füße zu stellen.
    Der Anschlag mißlang.
    Hitler fällte über sie das Urteil: Verräter.
    Sieben Jahre nach dem Krieg ließ man gerichtlich feststellen: Helden.
    Das Urteil der Geschichte wird, jenseits von gut und böse, lauten: Stümper.

    [Joachim Fernau, "Deutschland, Deutschland über alles". Von Anfang bis Ende, Herbig, München 1988, S. 247]

    Auch dem ehemaligen “konkret”-Herausgeber Dr. Klaus Rainer Röhl, der sich zum Nationalkonservativen gemausert hat und einige lesenswerte Bücher geschrieben hat, stimme ich zu:

    Freilich hatten die gleichen Adelsfamilien, Bürgerhäuser und Offiziersränge sich schon 1943 von Hitler mit der gleichen Schnelligkeit abgewandt, mit der sich das Kriegsglück von diesem verabschiedete. Mit jedem Kilometer, den sich die russischen Panzer dem Reich und seiner Hauptstadt näherten, wurden die moralischen Skrupel der Offiziersfamilien und der religiöse Abscheu der Pastorenhaushalte größer, und die Bedenken gegen den glaubenslosen Gefreiten nahmen überhand.
    Bis am Ende ein zwar von außen nie so recht wahrnehmbarer, jedenfalls doch nachträglich ganz starker Widerstand vorhanden war und mit dem Zusammenbruch – und 1968 endlich auch in den Pfarrhäusern – die Sekundärtugenden wie Gehorsam gegenüber dem Staat, Fleiß, Zuverlässigkeit, Loyalität und Patriotismus ganz fragwürdig geworden waren.

    Da kam der Umschlag. Vom kollektiven Mitmachen zur Kollektivschuld. War es nun Zufall, daß der Erfinder und Verkünder der Kollektivschuld wieder ein evangelischer Pfarrer war? Wie der als “persönlicher Gefangener” Hitlers schonend inhaftierte berühmte U-Boot-Kommandant [...] und oppositionelle Pfarrer Niemöller.

    [Klaus Rainer Röhl, "Riesen und Wurzelzwerge. Das Dilemma der deutschen Linken", Universitas, München 1999, S. 43]

    Wie ich sehe, haben Sie sich mit dem Thema wohl eingehender beschäftigt. Ich darf Ihnen dazu das in meinem vorigen Beitrag erwähnte Buch von Hans Paar “Dilettanten gegen Hitler. Offiziere im Widerstand. Ihre Worte. Ihre Taten”, K.W. Schütz, Preußisch Oldendorf 1985 (der Titel ist eine Anspielung auf Schlabrendorffs Buch “Offiziere gegen Hitler”) empfehlen. Paar ist ehemaliger Pionieroffizier der Wehrmacht und zerpflückt die Geschichten der Widerstandhelden auf eine ganz praktische und handfeste Weise und er kommt zu einigen überraschenden, aber sehr einleuchtenden Schlüssen zu den Behauptungen diverser Widerstandshelden – z.B. zu den angeblichen Attentatsversuchen Schlabrendorffs (der behauptete, Hitler in seinem Flugzeug auf dem Heimflug von einem Frontbesuch in die Luft sprengen gewollt zu haben), Gersdorffs (der dies angeblich bei einer Besichtigung russischer Beutewaffen im Berliner Zeughaus am 21.03.1943 geplant hatte), von dem Bussches (der dasselbe angeblich bei einer Vorführung neuer Uniformen unternehmen wollte) und anderer.

    Das Attentat Stauffenbergs nimmt naturgemäß den Hauptteil seiner Betrachtungen ein, und er läßt kein gutes Haar an den unglaublich dilettantischen Planungen und Vorbereitungen und dem geradezu bizarren Ablauf der ganzen Geschichte – zu Recht, wie man einräumen muß.

    Auch Elsers Anschlag analysiert er – und dieser kommt bei ihm noch am besten weg:

    Schon zu Beginn des aktiven Widerstandes hatte Georg Elser den Weg gewiesen; zum perfekten Tyrannenmord fehlten nun nur noch die letzten technischen Feinheiten. So schien es am Tage nach dem Bürgerbräu-Attentat im November 1939.

    Doch statt der Elsers, statt praktischer Handwerker, kamen jetzt Politiker und unpraktische Nur-Offiziere zum Zuge. Die aber wollten von einem simplen Tischler keine Lehre annehmen, und es fehlte ihnen die Geduld, nach seiner Methode einen Anschlag in langwieriger Arbeit vorzubereiten. Sie erschöpften sich in wortreichen Besprechungen, in weltfremden philosophischen Debatten, in großen Entwürfen für die Zeit nach Hitler. Wenn aber der Zufall ihnen hin und wieder Gelegenheit zur Tat bot, dann mußten sie mangels vorsorglicher Bereitstellung technischer Hilfsmittel aus dem Stegreif improvisieren.

    [Hans Paar, a.a.O., S. 155]

    Auch ihm Hinblick auf Stauffenbergs Wunsch, “das Nachher noch zu erleben” (was wesentlich zum Scheitern des Anschlags beitrug) teilt er Ihre Auffassungen. Ich denke daher, daß es wirklich interessant für Sie wäre, dieses Buch zu lesen (ich glaube, es dürfte in diversen Internetantiquariaten noch preisgünstig zu ergattern sein – einfach mal in eine Suchmaschine eingeben). Da es sich um ein rechtes, bzw. revisionistischen Buch handelt, das noch dazu an den Nationalheiligen unseres Staates kratzt, wird es hierzulande für gewöhnlich totgeschwiegen.

    Zu Elser:

    Ich halte die Vernehmungsprotokolle der Gestapo, was die Lebensumstände Elsers und die Vorgeschichte des Attentats anbelangt nicht von vornherein unglaubwürdig. Warum auch? Sie waren nicht zur Veröffentlichung bestimmt und dienten der polizeilichen Sachverhaltsermittlung (und dienten auch nicht für einen Schauprozeß wie das IMT – der Prozeß gegen Elser wurde ja, wenn ich es richtig im Kopf habe, bis nach dem Kriege zurückgestellt, Elser wurde ebenfalls “schonend inhaftiert” – mit eigener Tischlerwerkstatt – und kam unter mysteriösen Umständen ums Leben.

    Ich bin übrigens der Auffassung, daß es noch nicht als abschließend geklärt gelten kann, daß er keinen Mitwisser / Anstifter hatte. Der Bericht der ihn festnehmenden Zollbeamten erwähnt ausdrücklich, daß kurz vor der Festnahme Elsers eine Person sich auf der Schweizer Seite des Grenzzaunes in auffälliger Weise sich dort zu schaffen machte.

    Insbesondere halte ich die Rolle des britischen Secret Service – Agenten Payne Best für äußerst undurchschaubar, der nach dem Kriege einen angeblich von Gestapo-Chef Müller stammenden Befehl zur Liquidierung Elsers (und anderer Häftlinge) in seinem Buche veröffentlichte, der eindeutig eine Fälschung des britischen Geheimdienstes ist (es gibt ihn obendrein in mindestens zwei verschiedenen Versionen).

    Ich glaube auch nicht, daß die SS Elser liquidieren ließ, sondern daß die Initiative dazu von Payne-Best ausging. Über die Motive kann man trefflich spekulieren, jedenfalls ging von Payne-Best nach dem Kriege eine niederträchtige Rufmord-Aktion an Elser aus (ihm wurde gar eine SA-Mitgliedschaft angedichtet – Parallelen zum Reichstagsbrand, wo man ja auch eine Mittäterschaft des Dritten Reiches konstruieren wollte, drängen sich auf).

    So, für heute muß ich Schluß machen, doch bei Interesse würde ich mich freuen, unseren Gedankenaustausch fortsetzen zu können.

    Vile Grüße V.B.

  • 64 GBI // Jan 17, 2008 at 0:00

    “welches im Erfolgsfalle Deutschland in einen blutigen Bürgerkrieg gestürzt hätte, den sich nur die äußeren Feinde zunutze gemacht hätten.”

    Habe gerade viel zu tun daher nur eine kurze Frage. Wie hätte es bei einem Gelingen des Putsches zu einem Bürgerkrieg kommen sollen? Die verbliebene NS-Führung wäre ohne nennenswerte Truppen gewesen. Die Wehrmachtsdivisionen wären mit Sicherheit eher einem GFM Erwin Rommel als neuem Reichspräsidenten gefolgt als einem bereits weit verhaßten Reichsmarschall Göring. Vielleicht die Waffen-SS als letzte Hoffnung? Vergessen sie es! Hausser, Steiner, selbst Dietrich wären nicht Himmler gefolgt (Göring schon gar nicht), die hatten längst durch die Realität des Krieges mit dem Reichsheini gebrochen, verurteilten die kurzsichtige Ostpolitik auf schärfste und gaben sich keinen Illusionen über die militärische Lage hin. Nein, die Waffen-SS hätte mit Sicherheit nicht die Rest-NS-Führung gerettet. Und die Gestapo? Abgesehen davon, daß die Gestapo nur eine Geheimpolizei ohne bewaffnete Formationen war und daher in einem Bürgerkrieg keine nennenswerte Macht darstellte, war selbst die Gestapo (z.B. Nebe) nicht 100%ig hinter Hitler und seiner Gruppe.
    Fazit: Einen Bürgerkrieg hätte es fast sicher nicht gegeben.

  • 65 2. Münchner // Jan 17, 2008 at 18:35

    @Völkischer Beobachter

    Es ist eine sehr interessante Frage, was geschehen wäre, wenn das Stauffenberg-Attentat geglückt wäre … soweit “hypothetische” – kann man das so sagen? – Geschichtsbetrachtung interessant sein kann. Immerhin stellt ja die nichthypothetische noch genug Fragen. Gerade auf diesem Forum kann da wohl kein Zweifel bestehen.

    Es bereitet mir fast körperliche Schmerzen, aber bei og Fragestellung dürfte GBI wohl recht haben. Ungeachtet der vermutlich richtigen Einschätzung GBI`s zu den Verhältnissen bei den verschiedenen – kriminellen, muß sein – NS-Organisationen, denke ich, daß ein Bürgerkrieg unter den gegebenen Umständen aus psychologischen Gründen von keiner Seite hätte geführt werden können. Die, die ihn vielleicht hätten führen können, hätten einfach niemanden gefunden, der dazu bereit gewesen wäre. Man kann keinen Bürgerkrieg führen, wenn man täglich von dritter Seite bombardiert wird und auch dem verrohtesten SS-Mann hätte man nicht plausibel machen können, daß es Zeit ist, die gesamte SA zu beseitigen … die Rivalitäten und Interessengegensätze der verschiedenen NS-Organisationen hat der “Volksgenosse” viel weniger wahrgenommen als wir das heute tun. Der ganze Mumpitz wurde ihm ja auch ganz anders verkauft.

    Vermutlich wäre alles so gekommen, wie es dann mit einiger Verzögerung auch gekommen ist. Irgendein Dönitz hätte die Sache bis zum Schluß “verwaltet”.

    Die Karriere von Stauffenberg wäre nach dem Krieg aus guten Gründen vermutlich beendet gewesen, wenn er das Attentat nicht verübt, sondern weiter seine “Pflicht” getan hätte. Dies hat er gefühlt und deshalb einfach alles “auf eine Karte gesetzt” … wenn`s schief geht bin ich tot, wenns mittelgut läuft, siehe letzter Absatz, und wenn seine Hirngespinste Realität geworden wären … naja. So verstehe ich jedenfalls einen der Mitverschwörer. Ich weiß gar nicht, ob ich Ihnen das Zitat angesichts seiner Bekanntheit überhaupt zumuten kann, aber Henning von Tresckow meinte: “Das Attentat muß erfolgen. Sollte es nicht gelingen, so muß trotzdem in Berlin gehandelt werden. Denn es kommt nicht mehr auf den praktischen Zweck an, sondern darauf, daß die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und der Geschichte den entscheidenden Wurf gewagt hat. Alles andere ist daneben gleichgültig.” Genau diese Haltung finde ich besonders verwerflich. Für verquaste Junkerideale nimmt er sich das Recht zu töten.

  • 66 Völkischer Beobachter // Jan 17, 2008 at 22:49

    @ GBI & 2. Münchner:

    Ich will im Folgenden versuchen, meine Sichtweisen zu den angesprochenen Fragen darzulegen:

    Zunächst zum 2. Münchner:

    Ich kann es nicht lassen und muß nochmal einige Passagen aus dem Buch von Hans Paar zitieren, der offenbar in der Bewertung von Stauffenbergs Motiven und Handlungen Ihr Alter ego zu sein scheint: ;-)

    In der Stauffenberg-Literatur fehlen derart konkrete Angaben [zum auslösenden Motiv für seine Wandlung zum Tyrannenmörder in spe, Anm. V.B.]. Auschwitz und Endlösung der Judenfrage [...] werden nicht einmal am Rande erwähnt und können nicht den Ausschlag gegeben haben, als Stauffenberg sich irgendwann zwischen Mai und Oktober 1943 vom Saulus zum Paulus wandelte. Es muß aber für diesen Damaskus-Effekt einen auslösenden Faktor gegeben haben.
    Die Hinweise seiner Biographen auf ethische Beweggründe vermögen nicht zu überzeugen. Aus katholisch-konfessionell geprägter Moral wird man nicht zum Bombenleger – hierüber mehr in einer Erörterung an anderer Stelle.

    Auch der oft zitierte “Ruf des Gewissens” scheidet als Motivation aus. Denn bei vielen früheren Anlässen hat sich das Gewissen Stauffenbergs nicht geregt. Unter bewußtem Verzicht auf andere Beweise sei nur daran erinnert, mit welcher Gewissenlosigkeit er sich um den Kriegseinsatz russischer Hilfstruppen an der Ostfront bemüht hat. Gerade ihm muß der völkerrechtlich bedenkliche Status der in deutschen Diensten kämpfenden Turk- und Kosaken-Einheiten bekannt gewesen sein; war doch sein Bruder Berthold auf dem Gebiet des Kriegs- und Völkerrechts ausgebildet und tätig. [...]

    Wenn also nicht das Gewissen – was hat ihn dann tatsächlich zum Widerstand gegen seinen bisher bedingungslos respektierten obersten Kriegsherrn veranlaßt? [...]

    Da aus der Literatur kein einleuchtender Grund zu ersehen ist, muß man sich zur Ermittlung des auslösenden Faktors mit Kombinieren behelfen:

    Stauffenberg ist mittlerweile 35 Jahre alt geworden; er hat dreizehn Jahre Offiziersdienst hinter sich und hinreichend Anlaß, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Es sieht da gar nicht nach Glanz und Gloria aus, wenn er an die Zukunft denkt. Was hat er denn zu erwarten?
    Als Oberstleutnant i.G. [im Generalstab, Anm. V.B.] ist er nur einer unter vielen Gleichrangigen, ein Rädchen im großen Räderwerk, wenn auch ein sehr wichtiges Rädchen als Stabschef im Allgemeinen Heeresamt. Zudem hat er – nicht zuletzt infolge guter Beziehungen – einige Aussichten auf weiteres Avancement. So weit, so gut!
    Doch derlei Erwägungen werden überschattet vom Zeitgeschehen, von der Kriegslage, die er besser zu beurteilen vermag als Millionen andere, die immer noch auf den Endsieg hoffen. Er aber weiß, daß es bestenfalls gelingen kann, einen passablen Verhandlungsfrieden und den Fortbestand des Deutschen Reiches zu erkämpfen. [...]
    Mithin wird es hierzulande künftig viel bescheidener zugehen – nicht nur in der Außenpolitik, sondern auch auf dem militärischen Sektor. Was aber wird dann aus ihm, dem schwerversehrten Offizier?
    In den hohen oder gar höchsten Regionen der militärischen Hierarchie gibt es dann schwerlich einen Platz für ihn. Denn bei der Umstellung der Wehrmacht auf Friedensstärke kommen zunächst einmal die berühmten Generale der ersten Garnitur zum Zuge, wie Manstein, Guderian; dann auch die vielen hochdekorierten Frontoffiziere, die Eichenlaub- und Schwerterträger. Wie steht er dann da mit seinen vierzehn Tagen Ib-Dienst im Westfeldzug und mit den kümmerlichen zwei Monaten als Divisions-Ia in Afrika?

    Wird man ihn dann nicht mit amtlich bescheinigtem “Dank des Vaterlandes” nach Hause schicken und mit wirtschaftlicher Versorgung – Pension oder Rente – im wahrsten Sinne des Wortes “abspeisen”?
    Soll er, der geniale Nachkomme Gneisenaus, der doch nach Ansicht der Biographen “ein würdiger Nachfolger der Feldmarschälle Moltke und Schlieffen zu werden versprach”, künftig in dumpfer Mittelmäßigkeit als “Pfründner” dahinleben? [...]

    “Seit seiner frühen Jugend hatte er das Gefühl der Bestimmung zu etwas Außerordentlichem”, berichtet außer anderen auch Peter Hoffmann; “Er fühlte sich einer Elite zugehörig”, und anscheinend haben seine Erzieher versäumt, den jungen Grafen zu belehren, daß zu solcher Überheblichkeit kein Grund vorliege. [...]
    [Hans Paar, a.a.O., S. 209 ff.]

    Und das Motiv für sein – unter vorsätzlicher Vorspiegelung falscher Tatsachen (Keitel hatte inzwischen telefonisch dem Generalobersten Fromm mitgeteilt, daß Hitler den Anschlag überlebt habe, was Stauffenbeg mit dem Ausruf: “Keitel lügt!” in Abrede stellte und gar behauptete, er habe mit eigenen Augen gesehen, wie Hitlers Leiche aus dem Bunker getragen wurde) – rastloses Ankurbeln des noch gar nicht in Gang gekommenen Staatsstreiches nach seiner Ankunft in Berlin war nicht, wie von unseren Hofhistorikern behauptet, irgendwelchen hehren ethischen oder moralischen (”es kommt nicht mehr auf den praktischen Zweck an”) Zielen geschuldet, sondern schlicht und einfach seinem verzweifelten Versuch, seinen eigenen Kopf zu retten – und der war nur noch durch einen erfolgreichen Staatsstreich zu retten, da man in der Wolfsschanze inzwischen wußte, daß er es war, der die Bombe gelegt hatte.

    Dafür opferte er nun auch noch in beachtlicher Skrupellosigkeit seine Mitverschwörer, die sich bislang bedeckt gehalten hatten und sich aus dem offensichtlich völlig gescheiterten Unternehmen (Hitler war nicht tot, die Nachrichtenverbindungen aus dem Führerhauptquartier nicht unterbrochen, der Staatsstreich war 3 ½ Stunden nach der Explosion der Bombe immer noch nicht angelaufen usw.) herauszuwinden versuchten (GO Fromm: “Sie müssen sich erschießen, Oberst Stauffenberg!”).

    Und zu Ihrer Frage, was geschehen wäre, wenn das Attentat gelungen wäre, nachfolgend einige Zitate aus dem Buch des englischen Historikers Richard Lamb Der verfehlte Frieden. Englands Außenpolitik 1935 – 1945, Ullstein, Frankfurt/M – Berlin 1989, S. 387ff:

    Die Reaktion des Foreign Office, des Premiers und des Außenministers auf den Umsturzversuch war seltsam. Für sie gab es keine “guten” Deutschen und das Scheitern des Staatsstreiches kam ihnen beinahe wie ein glücklicher Zufall vor. Sie drückten kein Bedauern darüber aus, daß sie den Attentätern nicht geholfen hatten, den Krieg zu einem raschen Ende zu bringen. [...]

    Wheeler-Bennett, der Eden nahestand und Zugang zu Churchill hatte, beeinflusste als Stellvertretender Chef des Stabes für Politische Kriegsführung (PWE) die Einstellung gegenüber Deutschland. [...]

    Hier das erstaunliche Memorandum Wheeler-Bennetts vom 25. Juli, das an Eden und Churchill geschickt wurde:

    1. [...]

    2. Nun läßt sich mit Bestimmtheit sagen, daß die Umstände für uns heute besser sind, als wenn die Verschwörung vom 20. Juli gelungen
    und Hitler ermordet worden wäre. In diesem Fall hätten die Generale der “alten Wehrmacht” die Macht übernommen und – wie aus der kürzlichen Erklärung des Vatikans über die Vermittlungsbereitschaft des Papstes zu schließen ist – durch Freiherr von Weizsäcker ein schon formuliertes Friedensangebot unterbreitet, in dem Deutschland seine Niederlage eingestanden und um andere Vereinbarungen als die der bedingungslosen Kapitulation nachgesucht hätte.

    3. Das Scheitern des Attentats hat uns, sowohl hier wie in den Vereinigten Staaten, die Verlegenheiten erspart, die aus einer solchen Aktion hätten entstehen können. Außerdem werden durch die gegenwärtige Säuberung wahrscheinlich zahlreiche Individuen von der Bühne entfernt, die uns nicht nur bei einem Erfolg der Verschwörung, sondern auch nach der Niederlage Nazideutschlands vielleicht Schwierigkeiten bereitet hätten.

    4. Wenn es stimmt, daß eine Reihe der bekannteren Generale sowie Zivilisten wie Schacht, Neurath und Schulenburg beseitigt worden sind, dann haben Gestapo und SS uns einen nennenswerten Dienst durch die Entfernung einiger Personen geleistet, die sich nach dem Kriege unzweifelhaft als “gute” Deutsche ausgegeben, in Wirklichkeit aber einen Dritten Weltkrieg vorbereitet hätten. Deshalb ist es zu unserem Vorteil, wenn man die Säuberung fortsetzt, da die Ermordung von Deutschen durch Deutsche uns künftige Verlegenheiten vielfacher Art ersparen wird. [...]

    Im Foreign Office wurde Wheeler-Bennetts Memorandum zunächst von Roberts gebilligt, dessen ursprünglicher Vermerk lautete: “Alles scheint vernünftig und verlangt keinen besonderen Kommentar”. Doch eine Woche später wurde er von einer eloquenten Notiz Marschalls ins Wanken gebracht:

    “Ich bin nicht zufrieden mit den ersten Absätzen. Sie scheinen auf der Annahme zu beruhen, daß den Alliierten keine entschiedene und konsequente Politik Deutschland gegenüber zuzutrauen ist und sie der Versuchung erliegen könnten, das Angebot eines Verhandlungsfriedens von einer nichtnazistischen deutschen Regierung anzunehmen. Aber das Scheitern des Attentats hat die Möglichkeit eines solchen Angebots keineswegs ausgeräumt, und wir sollten uns über unsere Haltung für diesen Fall im Klaren sein.
    Meiner Meinung nach würde jede neue deutsche Regierung, die einen Verhandlungsfrieden anböte, durch unsere Ablehnung sehr bald zu bedingungsloser Kapitulation getrieben werden, da die innere Umwälzung den Widerstandswillen Deutschlands schwächen würde. Dies wäre wahrscheinlich geschehen, wenn die Verschwörung Erfolg gehabt hätte – oder die neue Regierung wäre von einer anderen ersetzt worden, die kapituliert hätte. [...]
    Falls alle innerdeutschen Versuche zum Sturz Hitlers mißlingen, werden wir keine deutsche Regierung vorfinden, wenn das Ende eintritt. In Deutschland wird ein Zustand der Anarchie herrschen. Folglich läßt sich durchaus argumentieren, daß ein Umsturz zu unserem Vorteil wäre, vorausgesetzt, wir gestatten ihm nicht, unsere Entschlußkraft zu schwächen.

    Nach der Lektüre von Marshalls Notiz änderte Roberts seine Meinung und schrieb: “Ich stimme mit Mr. Marshall überein”.

    Harvey schrieb am 30. Juli in sein Tagebuch: “Ich bin überzeugt, es war in unserem Interesse, daß dieser Staatsstreich gescheitert ist. Wenn Hitler gestorben wäre, hätte man uns durch eine Woge von Emotionen zum Friedensschluß mit den Generalen gedrängt – aber die Fäulnis muß sich noch weiter fortsetzen. Unsere Feinde sind sowohl die Nazis als auch die Generale. Wir sollten mit keinem von beiden Frieden schließen. [...]

    Am Abend des 20. Juli wurde Carleton Greene, der Leiter der deutschsprachigen Sendungen der BBC, beauftragt, eine Nachricht über den Anschlag auf Hitler zu verfassen, die an das deutsche Volk und das übrige Europa ausgestrahlt werden sollte. [...]
    Da er annahm – zu Recht, wie sich herausstellte – daß einige Militärs, die der Verschwörung angehörten, noch hier und da in Deutschland und im besetzten Europa Widerstand leisteten, begann er seine Meldung mit den Worten: “In Deutschland ist der Bürgerkrieg ausgebrochen”.
    Ein paar Stunden später hörte er, daß seine Sendung dem Foreign Office nicht gefallen hatte, denn es wünschte, daß die BBC eine viel feindseligere Haltung den Verschwörern gegenüber bezog.

    Am 21. Juli gab die PWE ihre Propagandaanweisung für “die Revolte der Generale” heraus. Sie schloß sich Wheeler-Bennetts Memorandum an und betonte, daß die Alliierten auch “guten Deutschen” keine Unterstützung leisten würden und daß ein Verhandlungsfrieden ausgeschlossen sei, wodurch jedem deutschen General, der im Westen an einen Waffenstillstand denken mochte, die kalte Schulter gezeigt wurde.
    Absatz 3 war durchaus vernünftig: “Stellen Sie die Revolte als eine praktische Demonstration dessen dar, daß die Generale von der Niederlage überzeugt sind und daß Hitler und die Parteiführer den Krieg rücksichtslos hinausziehen, um ihre eigene Haut zu retten.”
    Absatz 6 zeigte jedoch, daß die britische Regierung bereit war, den Krieg weiterzuführen, bis die deutschen Heere auf dem Schlachtfeld völlig besiegt waren:

    “Verzichten Sie darauf, die Widerständler als ‘gute Deutsche’ zu loben, sowie auf jede Andeutung, daß die Alliierten ihnen helfen könnten; sprechen Sie niemals von der Möglichkeit eines Verhandlungsfriedens und weichen Sie zu keinem Zeitpunkt von der letzten Erklärung des Premierministers ab.
    Unsere Linie ist immer noch ‘bedingungslose Kapitulation’ durch die zuständigen Repräsentanten Deutschlands und der Wehrmacht. Die einzige Frage für das deutsche Volk ist, ob dies früher oder später geschieht.”

    Ich halte deshalb den Anschlag Stauffenbergs für eine unverantwortliche, geradezu verbrecherisch dumme und obendrein miserabel vorbereitete Aktion, die von vornherein auch im Falle des Gelingens des Attentats keinerlei Vorteile für Deutschland hätte bringen können oder annehmbare Waffenstillstandsbedingungen, bzw. Wege zur Beendigung des Krieges hätte eröffnen können. Und dies hätten die Beteiligten nach dem Lehrgeld des Ersten Weltkrieges (und der seinerzeitigen kategorischen Weigerung der Entente, sich auf einen Verständigungsfrieden mit den Mittelmächten einzulassen, auch wissen müssen.

    Zum Abschluß noch ein Zitat des Widerständlers und späteren Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier:

    … der möge zur Kenntnis nehmen, was ein leibhaftiger Widerständler, nämlich der ehemalige Präsident des Deutschen Bundestages [...] Eugen Gerstenmaier, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. März 1975 in später Reue bekennt: “Was wir während des Krieges nicht begreifen wollten, haben wir nachträglich gelernt: Daß dieser Krieg schließlich nicht gegen Hitler, sondern gegen Deutschland geführt wurde.”

    [Hans Paar, a.a.O., S. 400]

    Zu GBI werde ich in einem gesonderten Beitrag Stellung nehmen und bitte insoweit noch um etwas Geduld.

    Gruß V.B.

  • 67 GBI // Jan 18, 2008 at 19:08

    Freut mich VB, daß Sie diese Diskussion noch weiter führen obwohl die Karawane schon wieder weitergezogen ist und andere, aktuellere Themen diskutiert (oder was man hier Diskussion nennen kann). Ich möchte, wieder aus Zeitmangel und weil Ihre Antwort an mich ja noch nicht erfolgt ist, nur kurz zur Einschätzung Stauffenbergs durch die NS-Führung zwei Zitate loswerden (wieder aus dem Gedächtnis, mit vager, nicht wissenschaftlich zitierter Quellenangabe wie ich zu verzeihen bitte) , die deutlich machen, daß die NS-Führung ganz offensichtlich, bei allem Verrat, ein besseres Bild von diesem hatte.

    Nachdem Stauffenberg eine Denkschrift zur Ersatzlage im Totalen Krieg verfaßt hatte schickte der begeisterte Fromm diese an Hitler weiter, worauf:

    “Endlich ein Generalstabsoffizier mit Fantasie und Verstand”

    (zu finden im Venohr, Wolfgang: Stauffenberg – Symbol der Deutschen Einheit)

    Nach dem 20. Juli urteilte Goebbels über Stauffenberg bei einem Gespräch mit seinem uns allen wohlvertrauten Adjutanten Wilfred von Oven

    “Der Stauffenberg dagegen ist ein ganz anderer Kaliber. Um den ist es beinahe schon schade”

    v. Oven, Wilfred: Mit Goebbels bis zum Ende

    Offensichtlich sah auch die NS-Führung in Stauffenberg eine herausragende Person.

    Und für mich brauchen Sie den Vernichtungswillen der Feindmächte gegen das Reich und Deutschland nicht zu dokumentieren. Dieser stand für mich nie außer Frage und hat dazu geführt, daß ich selbst zu den Zeiten als ich noch “systemtreu” war in der Kapitulation niemals etwas anderes als die Niederlage gesehen habe. Da halte ich es ganz mit Ernst Jünger, auch wenn er den Ersten WK gemeint hat. Was bedaure ich am Krieg? Daß wir ihn verloren haben. Aber als Stauffenberg und die Verschwörer zuschlugen war er bereits verloren. Endgültig entschieden! Die Invasion geglückt, die Heeresgruppe Mitte zerschlagen. Es war nicht nur kein Sieg mehr möglich, selbst ein Remis war verspielt (durch IHN aber das nur am Rande).

  • 68 GBI // Jan 18, 2008 at 19:39

    Übrigens bestätigt ihr langer Auszug aus Lambs Buch das genaue Gegenteil ihrer Behauptung. Die Feindmächte waren FROH, daß der Putsch gescheitert war. Was sagt uns das? Daß ein gelungener Putsch in jeder Hinsicht die Lage für Deutschland verbessert hätte. Schon alleine weil ER, der militärische Dilettant, der seine vielleicht 2 oder 3 flüchtigen Anfälle von Feldherrngenie, mit unzähligen Fehlentscheidungen den Krieg verloren hatte und diese Wahnsinnsentscheidungen bis zum letzten Kriegstag fortsetzte. Soll ich ein paar aufzählen? Die Weigerung Leningrad zu erobern und stattdessen verlustreich zu belagern (in der ganzen Zeit produzierten die Fabriken Leningrads weiter Panzer deren Material über den Ladogasee kam, deshalb verhungerten die Russen ja auch, Kriegsproduktion war wichtiger). Der Angriff auf Stalingrad bevor der Kaukasus gesichert war. Die Weigerung die Heeresgruppe Afrika aus dem verlorenen Nordafrika rechtzeitig zu evakuieren. Oder die stupide, starrsinnige Weigerung Haussers SS-Pz.K. aus Charkow zurückzuziehen die dieser tapfere, große, deutsche Soldat aber zurecht ignorierte und damit eine unverzichtbare Eliteeinheit für die Ostfront rettetete. Die Weigerung am Dnjepr einen Ostwall zu bauen bis es zu spät war. Die kriegsentscheidenden Fehler um Unternehmen Zitadelle. Das vollkommen verfehlte Konzept der “Festen Plätze” an der Ostfront, daß zum Untergang von 33 Divisionen und dem “Cannae (Carell) der Heeresgruppe Mitte” führte. Die Weigerung alle Hinweise auf eine Landung in der Normandie ernst zu nehmen und weiter darauf zu beharren daß die Landung in Calais erfolgt. Der kaum noch in Worte zu fassende Wahnsinn die Me 242 als vollkommen ungeeigneten Jagdbomber umzubauen. Die Unterschätzung der Bedeutung der Atlantikschlacht bis es zu spät war. Die Weigerung die deutsche Panzerproduktion auf wenige Erfolgsmodelle zu beschränken und dafür die schwachsinnige Verschwendung von Ressourcen für größenwahnsinnige Fehlkonstruktionen wie die Maus. Das Festhalten an dem mittlerweile vollkommen verfallenen Göring als OBL. Und selbst im Untergang unzählige Wahnsinnsentscheidungen. Die unsinnige, zum Scheitern verurteilte Ardennenoffensive, anstelle im Osten zuzuschlagen wo diese letzten, wertvollen Reserven viel mehr Erfolge hätten erzielen können. Die Weigerung die für die Ostfront im Januar 45 entwickelte “Schlittentaktik” anzuwenden, die aus der hoffnungslosen zahlenmäßigen Unterlegenheit resultierte und versuchte auf flexible Verteidigung zu setzen statt auf starrsinniges Festhalten an selbst dem unbedeutendsten Frontbalkon. Überhaupt, dieses “Halten um jeden Preis”. Das war sein einziges Rezept und egal wie häufig es sich zeigte, daß es für eine militärische Katastrophe nach der anderen verantwortlich war, er hat gegen alle Regeln der Kriegskunst daran festgehalten, bis zum Schluss. Oder was sollte dieser schwachsinnige Kurlandarmee noch bewirken? Da standen fast ZWANZIG Divisionen sinnlos rum die 1945 in Ostpreußen, in Pommern und Schlesien bitter benötigt wurden. Und selbst in den letzten Tagen des Krieges nichts als Starrsinn. Befehle an Geisterarmeen, Divisionen die nur noch Regiments- oder Battallionsstärke hatten, die man “ausbluten” ließ anstelle sie aufzulösen und neu zu bilden, ein verheerender Fehler wie jeder Experte weiß. Was wäre gewesen wenn man diesen militärischen Stümper der nach der Rettung der Ostfront im Winter 41/42 nie wieder eine fähige militärische Entscheidung getroffen hatte aber dafür zeitweise bis in die Kompanieebene hinein Befehle erteilte entfernt hätte? Was wäre gewesen wenn ab dem 20. Juli 1944 ein OB Ost Manstein die gesamte Ostfront kommandiert hätte? Wenn die ständige Einmischung aus Berlin endlich ausgeblieben wäre? Vermutlich war die Niederlage nicht mehr abzuwenden aber für die Feindmächte wäre der Weg nach Berlin unendlich blutiger geworden.

  • 69 Völkischer Beobachter // Jan 18, 2008 at 20:38

    @ GBI:

    Zu der Frage einer Gefahr eines Bürgerkrieges im Erfolgsfalle des Attentats:

    Zunächst einmal halte ich es keineswegs für sicher, daß die Wehrmacht geschlossen hinter den Frondeuren gestanden hätte (von der Waffen-SS gar nicht zu reden).
    Die Auswahl der als Aushängeschilder gedachten Personen war keineswegs so, daß diese ein besonders hohes Ansehen in der Truppe genossen hätten: Beck, Witzleben, Hoepner (der noch am ehesten) – lauter nicht mehr aktive Offiziere, die z.T. sogar unehrenhaft (wenn auch meiner Meinung nach unberechtigt im Falle Hoepner) verabschiedet worden waren.

    Paar schreibt dazu:

    Wie hätte damals ein aktiver Offizier der deutschen Wehrmacht auf das Veto eines emeritierten Generals, eines “Zivilisten”, reagiert?
    “Herr Generaloberst, ich bedauere, darauf hinweisen zu müssen, daß Sie nicht mehr, bzw. noch nicht befugt sind, mir etwas zu befehlen oder zu verbieten.” [...]

    Die Nichtsoldaten unter den Widerstandsautoren, die diese Mentalität, dieses Selbstbewußtsein aktiver Offiziere im Umgang mit verabschiedeten Kameraden nicht aus eigenem Erleben kennen, seien daran erinnert, mit welcher Entschiedenheit die Generale Kuntze und Specht sich a 20. Juli 1944 weigerten, mit einem “Herrn Hoepner” auch nur zu verhandeln. Da spielte es keine Rolle, daß besagter Herr früher mal Generaloberst gewesen war. Da half auch kein Hinweis auf die Befehle des Feldmarschalls v. Witzleben: “Der ist doch ebenfalls verabschiedet!” [a.a.O., S. 259]

    Sie erwähnten Rommel. Dieser ist aber bekanntlich bereits am 17. Juli durch schwere Verwundung ausgefallen. Es stimmt, daß meherere Generäle der Waffen-SS Rommel zugesichert hatten, seinen Befehlen und nicht solchen aus dem FHQ zu folgen:

    Der kommandierende General des I. SS-Panzerkorps an der Invasionsfront, SS-Oberstgruppenführer Sepp Dietrich erklärte Rommel auf dessen Frage, welchen Befehlen er im Zweifellsfalle folgen würde: “Sie sind mein OB, Herr Feldmarschall!”

    Einer nach dem anderen erklärten sich für den Abfall von Hitler. Auch die Generale der Waffen-SS machten darin keine Ausnahme. Selbst der Parteiveteran Sepp Dietrich konnte sich der Wirklichkeit nicht länger entziehen; Dietrich habe, so bezeugt Speidel, “seinen Unwillen über die höchste Führung bekundet und ’selbständige Maßnahmen im Falle eines Zerreißens der Front’ gefordert. SS-Obergruppenführer Hausser, der inzwischen den Befehl über die 7. Armee übernommen hatte, stimmte der Kritik an Hitler und dessen irrsinniger Durchhalte-Strategie zu.

    Am schärfsten äußerte sich der Obergruppenführer Wilhelm Bittrich, der von Hausser die Führung des II. SS-Panzerkorps übernommen hatte. Er war soeben – in der Nacht vom 15. zum 16. Juli 1944 – in seinen Gefechtsstand zurückgekehrt, als ihm der Generalfeldmarschall Rommel gemeldet wurde. Der Obergruppenführer, wegen seiner scharfen Zunge in der Waffen-SS gefürchtet, legte los: “Ich kenne nicht nur die Lage in der Normandie, Herr Feldmarschall. Ich weiß auch, wie schlecht es an der Ostfront steht. Von einer zielbewußten Führung kann dort nicht mehr gesprochen werden. Was dort geschieht, ist primitivste Flickarbeit.” Bittrich zürnte: “Oben kennt man die Gefahr nicht, weil man keinen Einblick besitzt und die Lage deshalb auch nicht richtig beurteilen kann. Ich selbst sehe tagtäglich, wie die jungen Menschen nutzlos fallen müssen, weil sie von oben schlecht geführt werden. Deshalb werde ich zukünftig widersinnige Befehle nicht mehr ausführen und so handeln, wie es der Lage entspricht.” Rommel hakte ein und informierte den SS-Führer über seine eigenen Pläne. Rommel: “Auch ich weiß, daß es so nicht mehr weitergehen kann. Aber es sind Verbindungen mit dem Gegner geschaffen, die mich hoffen lassen, daß eine Räumung des besetzten Frankreich bis zum Westwall planmäßig durchgeführt werden kann.” Der SS-Mann zögerte nicht lange, in den Pakt wider Adolf Hitler einzuwilligen. “Herr Feldmarschall”, sagte er, “wenn dieses Wort gilt, dann stehe ich mit dem II. SS-Panzerkorps hinter Ihnen und Ihrer Führung. Meine Kommandeure denken genauso wie ich.”

    [Heinz Höhne, "Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS", Gondrom, Bindlach 1989, S. 489/490]

    Doch bezog sich dieses nur auf einen Waffenstillstand an der Westfront, nicht auf eine Ermordung Hitlers mit nachfolgender wahrscheinlicher bedingungsloser Kapitulation vor allen Alliierten.

    Die Reaktionen auch in der Wehrmacht waren keineswegs so, daß man einen Bürgerkrieg (mit, sagen wir, Goebbels, Göring, Himmler, Kaltenbrunner, Schellenberg, Müller, Jodl auf der einen und Gördeler, Leber, Beck, Witzleben auf der anderen Seite) ausschließen hätte können, bzw. es sicher gewesen wäre, auf welcher Seite die Fronttruppe gestanden wäre:

    Urteil eines Frontsoldaten über Stauffenberg: “Wenn ein deutscher Offizier schon meint, seinen Obersten Befehlshaber umbringen zu müssen, dann soll er das mit der Pistole erledigen, statt ihm eine Bombe unter den Tisch zu schieben und sich aus dem Staube zu machen.”
    So äußerte sich mein Divisionskommandeur am 22. Juli 1944 im Kreise seiner Offiziere zum Attentat Stauffenbergs.
    Ich war damals – wie meine Kameraden – der gleichen Ansicht.
    Ich habe mich inzwischen eingehend mit der Widerstandsliteratur befaßt und bin heute mehr denn je der Überzeugung, daß das oben zitierte Urteil des Generals keiner Korrektur bedarf.
    Ich nehme an, das Kunrat v. Hammerstein gute Gründe hatte, den nachstehenden Ausspruch Guderians ohne jeden Kommentar zu publizieren:
    “Niemals hat man sich im preußisch-deutschen Reich eines Staatsoberhauptes durch Mord entledigt. Deshalb und weil es nicht glückte, wird der 20. Juli ein ewiger Schandfleck in unserer Geschichte sein.”

    [Hans Paar, a.a.O., S. 362]

    Mit begreiflicher Sorgfalt vermeiden die Verteidiger des Widerstands jegliche Erörterung der Frage, was wohl geschehen wäre, wenn Hitler den 20. Juli nicht überlebt hätte. Wenn man dieses Versäumnis nun nachzuholen versucht, dann tritt klar zutage, welche Gefahr für das deutsche Volk und Reich die Verschwörer tatsächlich heraufbeschworen haben. Denn der Tod Hitlers im damaligen Zeitpunkt mußte sich katastrophal auswirken, katastrophal auch im Vergleich mit dem einige Monate später erfolgten Zusammenbruch. Hierzu die Stimmen einiger prominenter und kompetenter Zeitzeugen:

    Bereits im März 1943 erklärte der Feldmarschall von Manstein, der geplante Anschlag auf den Führer (”totschlagen wie einen tollen Hund”, hatte Gersdorff ihm gesagt) sein ein “Unternehmen, das zum Untergang der Armee führen müsse”.

    Und Generaloberst [Dr. Lothar] Rendulic behauptete, “daß ein Gelingen des Attentates unfehlbar den Bürgerkrieg in Deutschland ausgelöst hätte. [...]”

    “Das Schicksal hat seinen Lauf genommen”, urteilte rückblickend Generaloberst Alfred Jodl; “daran hätten auch diese Leute mit ihren mexikanischen Gangstermethoden nichts geändert.” [ebenda, S. 399/400]

    Am 20. Juli flog [Generalfeldmarschall Walter] Model wieder an die Front, zunächst zur 2. Armee – Oberbefehlshaber Generaloberst Walter Weiß, Chef [des Generalstabes] Generalmajor Henning von Tresckow – und zu der im Neuaufbau befindlichen 9. Armee unter General von Vormann im Raume Warschau.
    Auf dieser Frontfahrt erreichte ihn die Nachricht, im Führerhauptquartier habe ein Sprengstoffanschlag auf Hitler stattgefunden. Model reagierte spontan mit einem Fernschreiben an den “Führer”, in dem er diesem seine Ergebenheit versicherte und seinem “Haß” auf die Urheber des Anschlages Ausdruck gab. Wer die Urheber wirklich waren, ahnte er nicht. Im Augenblick bewegte ihn einzig und allein die Sorge, irgendwelche inneren Verwicklungen könnten seine mit knapper Not wieder halb gefestigten Frontabschnitte gefährden. Er kannte die Psychologie des Landsers zu gut, er wußte, welche Rolle noch immer der Glaube spielte – oder der Aberglaube, der “Führer” werde schon einen Ausweg finden, beziehungsweise ein Wunder bewirken.

    Gegen Abend kam der “Transportgeneral Mitte”, Oberst Teske, von einem Frontflug nach Lomza zurück. Sein Fahrer meldete ihm das Attentat und fügte hinzu: “Gott sei Dank, daß es kein Landser war”.
    General Hoßbach, Oberbefehlshaber der 4. Armee, den Hitler persönlich am Vortag in seine Aufgabe eingewiesen hatte, hörte bei der Rückkehr von der Front davon. Sein Fahrer bemerkte: “Wenn Herr General das gemacht hätten, hätte es geklappt.” Hoßbach schwieg.

    Als der Feldmarschall [Model] endlich am Abend des 20. Juli wieder in Lomza erschien, meldete ihm Oberst Teske, er kenne einige der Attentäter – so Graf Stauffenberg – von früher her sehr gut. Model sagte, Teske solle für die Nacht bei ihm bleiben: “Man weiß nie, wie schnell der SD arbeitet.”
    Mit dem Feldmarschall und General Krebs hörte Teske am Abend Hitlers Rundfunkansprache an. Model trug ein sarkastisches Lächeln zur Schau und schwieg. Teske fand diese Haltung zynisch. Das einzige, was Model bemerkte, war der Satz: “Noch schlechter vorbereitet als der Kapp-Putsch.”
    An diesem Abend begriff er wohl einiges von den Hintergründen des Anschlags und des Putschversuchs. Am nächsten Abend vernahm mit anderen Offizieren Hauptmann v. Steinäcker vom Stab [Heeresgruppe] Mitte eine noch seltsamere Äußerung: “Wenn Sie mich fragen, meine Herren, die größte Blamage für den preußisch-deutschen Generalstab.”

    [Walter Görlitz, "Model. Der Feldmarschall und sein Endkampf an der Ruhr", Universitas, München 2000, S. 188]

    Sollte das Attentat ernste Auswirkungen auf den deutschen Regierungsapparat haben, so hätten die wichtigsten Träger des nationalsozialistischen Regimes gleichzeitig mit Hitler beseitigt werden müssen. Aber von diesen war niemand bei dem Attentat zugegen. Für die Beseitigung von Himmler, Göring, Goebbels, Bormann – um nur die wichtigsten zu nennen – war nicht vorgesorgt. Die Verschworenen hatten sich nicht die geringste Gewähr zu verschaffen gesucht, daß sie ihre politischen Pläne im Falle des Gelingens des Attentats auch wirklich durchführen konnten. [...]

    Sollte das Attentat ferner selbst im Falle der Tötung Hitlers zur Übernahme der Macht durch die Verschworenen führen, so mußten die hierzu nun einmal notwendigen Truppen sicher sein. Die Verschworenen verfügten aber über keine einzige Kompanie. Sie waren daher nicht einmal in der Lage, die Macht in Berlin an sich zu reißen, als Graf Stauffenberg mit der falschen Nachricht vom Erfolg seines Anschlages aus Ostpreußen in Berlin landete. Die Offiziere und Männer der für “Walküre” aufgebotenen Verbände hatten keine Ahnung, worum es ging. Daraus erklärt sich auch ihr “Versagen” im Sinne der Verschwörer. Auch die von mir aus ganz anderen Gründen genehmigte Verzögerung des Abtransportes der Lehrtruppen der Panzerwaffe konnte nicht zum Erfolg beitragen, weil die Verschwörer gar nicht wagen konnten, die Truppe und ihre Führer in die Pläne einzuweihen.

    Die außenpolitischen Voraussetzungen für einen Erfolg des Attentats waren nicht gegeben. Die Beziehungen der Verschworenen zu maßgebenden Politikern des feindlichen Auslandes waren spärlich. Keiner der maßgeblichen feindlichen Politiker hatte sich auch nur im mindesten zugunsten der Verschworenen festgelegt. Man geht wohl nicht zu weit, wenn man sagt, daß die Aussichten des Reichs bei Gelingen des Attentats um nichts besser gewesen wären, als sie es heute leider sind. Es ging unseren Feinden eben nicht nur um die Beseitigung Hitlers und des Nazismus.

    Die ersten Opfer des Attentats waren der Oberst Brandt von der Operationsabteilung des OKH, der General Korten, Chef des Generalstabs der Luftwaffe, der General Schmundt, Chefadjutant Hitlers, und der Stenographist Berger. Abgesehen hiervon waren viele Mitglieder des OKH und OKW verletzt. Dieses Opfer war unnötig. [...]

    Das Ergebnis des Attentats ist furchtbar, wie immer man die Dinge auch betrachten mag. Ich selbst lehne den Mord in jeder Form ab. Unsere christliche Religion gibt darüber ein eindeutiges Gebot. Deshalb kann ich den Entschluß zum Attentat nicht gutheißen. Abgesehen von diesem religiösen Grund muß ich aber auch feststellen, daß weder die innen-, noch die außenpolitischen Voraussetzungen für das Gelingen des Staatsstreiches gegeben waren. Die Vorbereitungen waren völlig unzulänglich, die Auswahl der Persönlichkeiten für die wichtigsten Stellungen unverständlich.
    Die treibende Kraft war ursprünglich Dr. Gördeler, ein Idealist, der glaubte, den Staatsstreich ohne Attentat ausführen zu können. Er und seine Mitverschworenen waren zweifellos von dem Gedanken beseelt, das beste für ihr Volk zu tun. [...]

    Über den Charakter des zum Oberhaupt des Reiches bestimmten Generaloberst Beck habe ich mich bereits oben geäußert. Sein Verhalten am 20. Juli bestätigt die Richtigkeit meiner Ansicht. Feldmarschall von Witzleben war ein kranker Mann. Er haßte zwar Hitler glühend, besaß aber schwerlich die Entschlossenheit zur Durchführung eines Militärputsches in so gespannter Lage. Generaloberst Hoepner war ein tapferer Frontsoldat; ich bezweifle aber, ob er sich der Tragweite seiner Handlungen am 20. Juli voll bewußt geworden ist. General Olbricht war ein sehr tüchtiger Offizier und beherrschte seinen Aufgabenkreis; er hatte aber keine Kommandogewalt und keine Truppe, auf die sich ein Staatsstreich hätte gründen können. Bis zum 20. Juli 1944 war jahrelang diskutiert und verhandelt worden. Der Kreis der Mitwisser erweiterte sich ständig. [...]

    Natürlich wird immer wieder die Frage aufgeworfen, was geschehen wäre, wenn das Attentat gelungen wäre. Niemand kann das sagen. Nur eines scheint sicher: Damals glaubte ein sehr großer Teil des deutschen Volkes noch an Adolf Hitler und wäre zu der Überzeugung gekommen, daß die Attentäter den einzigen Mann beseitigt hätten, der vielleicht noch in der Lage gewesen wäre, den Krieg zu einem glimpflichen Ende zu bringen. Mit diesem Odium wäre das Offizierkorps, die Generalität und der Generalstab in erster Linie belastet worden, schon während des Krieges, aber auch hinterher. Der Haß und die Verachtung des Volkes hätte sich gegen die Soldaten gekehrt, die mitten in einem Ringen auf Leben und Tod durch den Mord am Oberhaupt des Reiches unter Bruch des Fahneneides das bedrohte Staatsschiff führerlos gemacht hätten. Daß unsere Feinde uns deshalb besser behandelt hätten, als es nach dem Zusammenbruch geschah, ist unwahrscheinlich. [...]

    Ich habe die deuschen Soldaten in zwei schweren Kriegen gesehen und hatte im zweiten Weltkriege die Ehre, sie zu führen. So wie sie gekämpft haben, treu bis in den Tod, treu ihrem Eid trotz drohender Niederlage, so treu sollen sie bleiben. Nur aus dieser Treue, aus diesem Opfermut, aus diesem unausgesprochenen Heldentum kann die Wiedergeburt eines starken und gesunden Volkes und Staates hervorgehen. Gebe Gott, daß es der jungen Generation gelinge, auf dieser edlen Grundlage ein neues Deutschland in Frieden aufzubauen, ein Deutschland, vor dem die anderen Völker wieder Achtung haben, wie einst.

    [Heinz Guderian [Generalinspekteur der Panzertruppe und nach dem 20. Juli Chef des Generalstabs des Heeres], “Erinnerungen eines Soldaten”, Motorbuch, Stuttgart 2003, S. 311 ff.]

    Und zu der oben erwähnten Einschätzung des Generaloberst a.D. Beck durch Guderian:

    Schwieriger war die Person des neuen Generalstabschefs, des Generals Beck. Dieser war ein vornehmer Charakter, ein ruhiger, zu ruhiger, überlegter Mann der alten Schule [...] Für die moderne Technik hatte er kein Verständnis. Da er naturgemäß Männer seiner Geistesrichtung in die maßgebenden Stellen des Generalstabes, zumal in seine engere Umgebung brachte, errichtete er mit der Zeit – ohne es zu wollen – eine Mauer der Reaktion in der Zentrale des Heeres, die außerordentlich schwer zu überwinden war. Er nahm Anstoß an den Plänen der Panzertruppe, wollte in erster Linie Panzer als Hilfswaffe der Infanterie und demnach als größter Einheit unserer Waffe die Panzer-Brigade. Von der Errichtung von Panzer-Divisionen hielt er nicht viel. [...]

    Abgesehen von diesem Streit um die Panzertruppe war aber Beck überhaupt ein Zauderer, auf militärischem wie auf politischem Gebiet. Er wirkte irgendwie lähmend, wo immer er erschien. Er sah die Schwierigkeiten jeder Entwicklung und war voller Bedenken. Kennzeichnend für seine Art zu denken war die von ihm propagierte Fechtweise des hinhaltenden Widerstandes, einer Fechtweise, die als sogenannter “hinhaltender Kampf” schon vor dem ersten Weltkrieg in unseren Vorschriften erwähnt war, die aber von ihm zum System des 100.000-Mann-Heeres erhoben wurde. Becks “hinhaltender Widerstand” wurde bis zur Schützengruppe hinunter geübt und besichtigt. Die Kampfart zeichnete sich durch vollendete Unklarheit aus, und ich habe keine Übung erlebt, die den Zuschauer befriedigte. General von Fritsch schaffte sie nach Gründung der Panzer-Divisionen ab.

    [Heinz Guderian, a.a.O., S. 26/27]

    Ich empfehle die Lektüre des Kapitels “SS und deutscher Widerstand” in Heinz Höhnes Standardwerk “Der Orden unter dem Totenkopf”:

    Die Ratlosigkeit der SS-Führer, die noch Monate zuvor mit Männern des Widerstandes verhandelt hatten und zahlreiche Geheimnisse der antinazistischen Opposition kannten, hat die Historiker vor ein schweres Rätsel gestellt. Wie war es möglich, daß die Mitwisser der 20. Juli-Bewegung von der Stauffenberg-Aktion derart überrascht wurden? Manche Theoretiker haben sich mit der naheliegenden Version begnügt, die Überraschung der SS-Führung sei nur gespielt gewesen – in Wirklichkeit hätten Himmler und seine engsten Mitarbeiter nur abwarten wollen, um sich im Falle des Gelingens der Stauffenberg-Aktion den Rebellen anschließen zu können. Die Vertreter dieser Theorie können sich freilich nur auf Vermutungen stützen, über konkrete Beweise verfügen sie nicht.

    [Heinz Höhne, a.a.O., S. 490]

    Tatsache ist jedenfalls, daß Himmler und der ganze SD- und Gestapoapparat sich am 20. Juli lange, sehr lange auffallend zurückhielt und erst eingriff, als der versuchte Staatsstreich offensichtlich gescheitert war.

    Ebenfalls hielt er sich in auffälliger Weise von den Besprechungen im FHQ fern. Stauffenberg war ja bekanntlich bereits am 6., 11. (auf dem Berghof) und 15. Juli (in der Wolfsschanze) von seinem beabsichtigten Attentat zurückgetreten, weil wider Erwarten jedesmal Himmler und Göring nicht anwesend waren.

    Himmler wußte über Gestapo und SD Bescheid, Göring vermutlich über sein Forschungsamt (so eine Art deutsche NSA zum Abhören von Fernsprechleitungen).

    Wollten sie abwarten, ob es Stauffenbergs Clique gelingen würde, den zunehmend starrsinnig und inkompetent führenden Hitler zu beseitigen, um danach – ja was?

    Entweder sich den Widerständlern anzuschließen (eher unwahrscheinlich), oder diese dann blitzschnell auszuschalten und selbst die Führung zu übernehmen.

    Auch Heinz Höhnes Buch “Canaris. Patriot im Zwielicht” bietet einiges über die seltsame Untätigkeit des Polizeiappartates am 20. Juli (bis zu dem Zeitpunkt, als offenkundig war, daß der Putschversuch zum Scheitern verurteilt war).

  • 70 Völkischer Beobachter // Jan 18, 2008 at 23:38

    @ GBI:

    Auch ich bin, wie ich schon mal in einer meiner Antworten an den 2. Münchner schrieb, der Meinung, daß man Stauffenberg zumindest sein ehrliches Wollen, das Reich zu retten (und auch Hitlers sich zunehmend verheerend auswirkende Eingriffe in alle möglichen Einzelheiten der Kriegsführung, sein absurder Glaube, nur er werde die richtige Entscheidung treffen und deshalb dürfe ohne seine Billigung – übertrieben gesagt – kein Regimentskommandeur den Posten vor seinem Gefechtsstand ablösen) zugute halten muß und auch seinen zweifellos vorhandenen Mut.

    Jedoch bleibe ich dabei, daß der Versuch, so wie er durchgeführt wurde, aussichtslos und obendrein stümperhaft vorbereitet war.

    Ich darf auch Ihnen das Buch von Hans Paar (”Dilettanten gegen Hitler”) ans Herz legen, falls Sie es nicht schon gelesen haben sollten. Es bringt eine Fülle von Einzelheiten und Überlegungen, die von den Hofhistorikern niemals angestellt wurden.

    Zu Hitler:

    Ich bin nicht nur kein Stauffenberg-Bewunderer, sondern ebensowenig ein unkritischer Hitler-Bewunderer. Dazu hat er zu viele und zu schwere Fehler gemacht und seine mitleidlose Opferung so vieler tapferer Soldaten in der zweiten Kriegshälfte ruft in mir nur Wut und Verachtung hervor.

    Allerdings ist es aber leider auch so, daß Hitler nach dem Kriege als bequemer Sündenbock herhalten mußte, dem alle Fehlentscheidungen, Fehlentwicklungen und Fehlbeurteilungen angelastet wurden, auch wenn er sie z.T. gar nicht verschuldet hatte – oder diese aus einer Fülle von Gründen unvermeidbar waren. Und da muß man ihn dann in Schutz nehmen, zumal viele ehemalige Generale ihr eigenes Versagen auf die Unperson Hitler abzuwälzen versuchten.

    Ich glaube, in dem Buch des Systemhistorikers Gert Buchheit “Hitler der Feldherr. Die Zerstörung einer Legende” findet man irgendwo den Satz, nach dem Kriege hätten gewisse Generäle an der Legende gezimmert, Hitler habe gewissermaßen während des Krieges alles in seiner Macht stehende getan, seine Generäle daran zu hindern, für ihn den Krieg zu gewinnen.

    Da auch ich leider gerade nicht viel Zeit habe, nachfolgend kurzgefaßt einige Anmerkungen zu den von Ihnen angeführten Beispielen:

    Schon alleine weil ER, der militärische Dilettant, der seine vielleicht 2 oder 3 flüchtigen Anfälle von Feldherrngenie, mit unzähligen Fehlentscheidungen den Krieg verloren hatte und diese Wahnsinnsentscheidungen bis zum letzten Kriegstag fortsetzte.

    Grundsätzliche Zustimmung, wenngleich man das so pauschal nicht sagen kann (s.u.).

    Die Weigerung Leningrad zu erobern und stattdessen verlustreich zu belagern

    Kann man so nicht stehen lassen. Die Entscheidung, Leningrad zunächst nicht durch verlustreiche Straßenkämpfe (wie in Rostow zweimal (1941 und 1942) und in Stalingrad 1942 geschehen (Haus um Haus, Stockwerk um Stockwerk) zu erobern (Carell irrt, wenn er glaubt, daß Leningrad im Handstreich zu nehmen gewesen wäre – Hitler hat es mal das “Rote Jerusalem der Weltrevolution” genannt, es wäre von der Roten Armee, NKWD-Einheiten usw. fanatisch verteidigt worden, es war ebenso wie Kiew (und Moskau) zur fernzündbaren Sprengung wichtiger Gebäude vorbereitet, es stand eine spezielle deutsche Pioniereinheit, die solche Ladungen ausfindig machen und entschärfen sollte bereit, ebenso wie eine für Moskau vorgesehen war – zum Einsatz kam nur die für Kiew bestimmte), sondern es einzuschließen, war zunächst durchaus vernünftig (gerade in Stalingrad wird ja zurecht kritisiert, daß die Panzerverbände und Pionierbataillone dabei vollkommen verfehlt eingesetzt wurden, blutige Verluste erlitten, dabei geradezu verschlissen und aufgerieben wurden).
    Allerdings hatte man dabei (wie schon im ganzen Ostfeldzug) den wahnsinnigen Fanatismus der Sowjets unterschätzt, Leningrad kapitulierte eben nicht, sondern man hatte ebenfalls riesige Verluste bei der Aufrechterhaltung der Belagerung und der Abwehr der Entsatzangriffe im Winter.
    Deshalb sollte Leningrad ja im Sommer 1942 durch Mansteins 17. Armee, die soeben im Süden Sewastopol erobert hatte, gestürmt werden. Die Armee war schon herantransportiert worden, da griffen die Sowjets an und dieser Angriff konnte nur unter Einsatz der für die Erstürmung vorgesehenen 17. Armee zum Stehen gebracht werden, an einen Sturmangriff war danach nicht mehr zu denken.

    Der Angriff auf Stalingrad bevor der Kaukasus gesichert war.

    Dazu empfehle ich das Kapitel “Stalingrad und Kaukasus 1942/43. Tiefpunkt der deutschen Militärgeschichte” in dem ganz hervorragenden Buch von Bw-Gen.Lt. a.D. Franz Uhle-Wettler “Höhe- und Wendepunkte deutscher Militärgeschichte”.

    Oder die Schilderung bei Carell (”Unternehmen Barbarossa”) des Verhängnisses bei Woronesch (es war den Sowjets ja bekanntlich 1942 gelungen, sich der angesetzten Umfassung zu entziehen und mit Hauptteilen über den Don zu entkommen, der Kessel erwies sich als leer). Hitler hat hier aber geradezu vorbildhaft gehandelt, was ihm von Carell wieder vorgeworfen wird: Er sagte zu von Bock, er “bestehe nicht mehr auf der Einnahme von Woronesch” – er räumte also dem OB volle Handlungsfreiheit ein und delegierte die Entscheidung. Bock entschied sich, die Stadt zu erobern und dieser Zeitverlust ermöglichte es den Sowjets, aus dem sich bildenden Kessel zu entkommen. Nun gut, Fehler passieren in jedem Krieg, doch sollte man nicht Hitler dafür verantwortlich machen, wie es Carell tut:

    Er befahl Feldmarschall von Bock nicht: Sie lassen die Stadt links liegen und verfolgen ohne Zeitverlust den Fahrplan nach Stalingrad. Nein, er ließ Bock ausrichten, er bestehe nicht mehr auf der Eroberung von Woronesch. Die Verantwortung, ob man die Schwenkung ohne den Besitz dieser wichtigen Verkehrsdrehscheibe machen sollte, blieb also an dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd hängen

    Carell, Unternehmen Barbarossa. Der Marsch nach Rußland, S. 430

    Gerade darüber beklagten sich doch die Generäle nach dem Kriege ständig, daß der angeblich so inkompetente Hitler sich ständig in alle operativen Einzelheiten eingemischt habe und sie eben keine Verantwortung übernehmen hätten können – und nun beschwert man sich, Hitler habe sich nicht genug eingemischt und die Verantwortung “blieb an von Bock hängen” (dafür war er ja schließlich Generalfeldmarschall und Heeresgruppen-OB!).

    Gleiches beim Haltbefehl vor Dünkirchen – diese Sache hatte Rundstedt verbockt und nach dem Kriege wurde es auf Hitler geschoben. Lesen Sie dazu bitte die äußerst interessante und aufschlußreiche Darstellung des MGFA-Historikers Dr. Karl-Heinz Frieser “Blitzkrieg – Legende. Der Westfeldzug 1940″ (Hrsg. vom MGFA), Oldenbourg, München 2005. Sehr zu empfehlen, alle älteren Darstellungen sind dadurch überholt.

    Die Weigerung die Heeresgruppe Afrika aus dem verlorenen Nordafrika rechtzeitig zu evakuieren. Oder die stupide, starrsinnige Weigerung Haussers SS-Pz.K. aus Charkow zurückzuziehen die dieser tapfere, große, deutsche Soldat aber zurecht ignorierte und damit eine unverzichtbare Eliteeinheit für die Ostfront rettetete.

    Volle Zustimmung.

    Die Weigerung am Dnjepr einen Ostwall zu bauen bis es zu spät war.

    Grundsätzlich d’accord, wenngleich die Erfahrung im 2. WK gezeigt hat, daß alle Befestigungslinien relativ schnell durchbrochen wurden (Maginotlinie, Metaxas-Linie, Stalin-Linie, Atlantikwall). Es wäre aber sicherlich besser gewesen, auf dem hochgelegenen Westufer gut ausgebaute Stellungen zu haben, zumal die Luftlage im Osten den relativ unbehinderten Ausbau auch zugelassen hätte.

    Die kriegsentscheidenden Fehler um Unternehmen Zitadelle.

    Hier liegen Sie falsch. Hitler war keineswegs ein großer Freund der Zitadelle. Es war der Generalstab des Heeres, der darauf drängte. Model und Guderian waren dagegen, Hitler unschlüssig (er sagte, er habe kein gutes Gefühl). Manstein schlug noch in letzter Minute einen gegen alle Regeln verstoßenden Frontalangriff auf den Frontbogen vor, statt der Umfassungsoperation, die vorbereitet worden war und dann auch durchgeführt wurde (weil klar war, daß die Sowjets diesen erwarteten). Hitler war sofort dafür (wie 1940 für den Sichelschnitt), doch Zeitzler vereitelte diesen Vorschlag (Hitler nach der Schlacht: “Das war das letzte Mal, daß ich auf den Generalstab gehört habe!”)

    Im übrigen ist die ganze Kursker Schacht bisher völlig falsch dargestellt worden, nicht zuletzt durch Carell (”Verbrannte Erde”). Siehe dazu die wegweisende Untersuchung des Generalmajors der Bw. Dieter Brand in der Österreichischen Militärischen Zeitschrift (offizielles Organ des österr. Verteidigungsministeriums):
    http://www.bmlv.gv.at/omz/ausgaben/artikel.php?id=142

    http://www.bmlv.gv.at/omz/ausgaben/artikel.php?id=158

    Und in dem offiziellen Band des MGFA “Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg” Bd. 8 “Die Ostfront 1943/44″ (Kapitel “Die Schlacht im Kursker Bogen” von Karl-Heinz Frieser). Habe ich mir zu Weihnachten gekauft – lohnt sich sehr!

    Das vollkommen verfehlte Konzept der “Festen Plätze” an der Ostfront, daß zum Untergang von 33 Divisionen und dem “Cannae (Carell) der Heeresgruppe Mitte” führte.

    Volle Zustimmung!

    Die Weigerung alle Hinweise auf eine Landung in der Normandie ernst zu nehmen und weiter darauf zu beharren daß die Landung in Calais erfolgt.

    Stimmt so nicht. Hitler hat sogar frühzeitig auf die Normandie hingewiesen. Die Fixierung auf den Pas de Calais kam von der Abteilung Fremde Heere Wes (unter Leitung des Widerständlers und 20. Juli – Verschwörers Alexis von Roenne. Jodl erklärte schon relativ frühzeitig nach der Landung, daß nicht mehr mit einer weiteren Großlandung am Pas de Calais gerechnet werde (siehe dazu: David Irving, “Schlacht um Europa. Mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Invasion 1944″). Wenn ich mich recht erinnere, findet man das auch im veröffentlichten KTB des OKW so bestätigt.

    Der kaum noch in Worte zu fassende Wahnsinn die Me 262 als vollkommen ungeeigneten Jagdbomber umzubauen.

    Hier liegen Sie vollkommen falsch. Der Vorschlag dazu kam ursprünglich entgegen der Galland’schen Nachkriegslegende nicht von Hitler, sondern von Messerschmitt:
    http://de.altermedia.info/general/selbstzweifel-bei-der-antifa-eine-kolumne-von-jurgen-schwab-230707_10517.html#comment-129196

    Am 7. September 1943 weilte Prof. Messerschmitt zu einem einstündigen Gespräch bei Hitler. Es ging wiederum um die Messerschmitt-Projekte Me 209 und Me 262. Nachdem Messerschmitt Hitler auf die Unfähigkeit Milchs hingewiesen hatte, schilderte er Hitler auch die Vorzüge dieser beiden Typen. Speziell nach der Me 262 befragt, erklärte er: “Die schnellste Möglichkeit wäre eine Bomberausführung der Me 262. Der technische Vorsprung der 262 ist so gewaltig, daß dieses Flugzeug nicht schnell genug kommen kann, da sonst zu befürchten ist, daß der Gegner mit etwas Ähnlichem früher oder gleichzeitig mit uns kommt!

    [Manfred Jurleit, "Strahljäger Me 262. Die Technikgeschichte", Motorbuch, Stuttgart ²1995, S. 33]

    Besprechung Göring bei Messerschmitt in Regensburg 02.11.1943:

    “…Die Hauptsache ist aber dann eine sehr wichtige technische Frage, wieweit der Strahljäger Me 262 imstande ist, eine oder zwei Bomben mitzunehmen, um als überraschender Jabo wirken zu können? Ich möchte hier den Gedankengang des Führers übermitteln, der mich vor wenigen Tagen auf diese Dinge angesprochen hat, und dem ungeheuer viel an der Erledigung dieser Angelegenheit liegt. Wenn nämlich der Gegner im Westen eine Landung versucht, und am Strande beim Ausladen von Panzern, Geschützen und Truppenteilen sich das erste Durcheinander abzeichnet und eine außerordentliche Stauung eintritt,…sollen diese schnellen Maschinen, und wenn es auch nur wenige sind, durchjagen und in dieses Durcheinander Bomben hineinwerfen.”
    Galland schrieb später in seinen Memoiren “Die Ersten und die Letzen”: “Messerschmitt antwortete ausweichend”.
    Doch das Gesprächsprotokoll gibt, in Übereinstimmung mit dem Gespräch zwischen Messerschmitt und Hitler vom 7. September, folgende Antwort wieder:

    “Es ist von vornherein vorgesehen, daß bei der Maschine 2 Bombenschlösser angebaut werden, damit man mit ihr Bomben werfen kann, und zwar eine Bombe zu 500 kg oder zwei zu je 250 kg. Es kann aber auch eine Bombe zu 1000 kg oder je zwei zu je 500 kg mitgenommen werden. Vorläufig sind aber, weil die Maschine in Serie laufen sollte, die Bombenschlösser und die elektrischen Leitungen nicht eingebaut”

    Göring: “Damit ist die Hauptfrage für den Führer geklärt, er denkt gar nicht an 1000 kg, sondern er sagte mir noch einmal: wenn wir nur 250 kg mitnehmen können, sei er schon außerordentlich dankbar. Die Mitnahme von zwei 250 kg Bomben wird ihn … freuen”

    [ebenda, S. 35]

    Da wir gerade bei der Me 262 sind:
    Sie fragten kürzlich mal TH, was denn dann mit den ungarischen Juden geschehen sei, wenn man sie nicht 1944 in Auschwitz vernichtet haben sollte:
    Für das Düsenjägerprogramm und die anderen Geheimwaffen (V1, V2) wurden Zehntausende ungarischer Juden zur Verfügung gestellt (siehe Jurleits oben zitiertes Buch, meiner Erinnerung auch Bode/Kaiser, “Raketenspuren. Peenemünde 1936 – 2000″, Chr. Links Verlag).

    Eine andere Frage, die Sie TH stellten, war, was denn geschehen sei, wenn die übliche Ansicht über die Aktion Reinhard – Lager nicht stimmen sollte.

    Hitler am 24.7.1942 abends im FHQ “Werwolf” (bei Winniza/Ukraine):

    In diesem II. Weltkrieg als einem Ringen auf Leben und Tod dürfe nie vergessen werden, daß das Weltjudentum nach der Kriegserklärung des Weltzionistenkongresses und seines Führers Chaim Weizmann (in seiner Botschaft an Englands Premier Chamberlain) der unerbittlichste Gegner des Nationalsozialismus, der Feind Nummer 1 sei. Geschäftlich suche das Judentum Europa, Europa müsse es aber schon aus Sakroegoismus ablehnen, da das Judentum rassisch härter sei. Nach Beendigung des Krieges werde er sich rigoros auf den Standpunkt stellen, daß er Stadt für Stadt zusammenschlage, wenn nicht die Juden rauskämen und nach Madagaskar oder einem sonstigen jüdischen Nationalstaat abwanderten

    [Henry Picker, "Hitlers Tischgespräche", Ullstein 1989, S. 456]

    Ist Ihnen das sog. “Schlegelberger-Dokument” von Ende März 1942 bekannt?
    http://fpp.co.uk/Himmler/Schlegelberger/Schlegelberger42.JPG

    Die Weigerung die deutsche Panzerproduktion auf wenige Erfolgsmodelle zu beschränken und dafür die schwachsinnige Verschwendung von Ressourcen für größenwahnsinnige Fehlkonstruktionen wie die Maus

    Teilweise Zustimmung (zum Unsinnsprojekt Maus).
    Allerdings hat Hitler z.B. nach dem Westfeldzug angeordnet, daß der Panzer III statt der sich als gegen die schweren französischen Panzer als unzureichend erwiesenen 3,7 cm – KwK mit 5 cm KwK L/60 ausgerüstet werden sollte. Das Heereswaffenamt hielt dies für übertrieben und hinterging Hitler – es ließ die kürzere 5 cm – KwK L/42 einbauen. Dies stellte sich im Jahre 1941 heraus, als selbst diese Waffe nichts gegen die T-34 ausrichten konnte (zumindest nicht im Frontalbeschuß). Hitler war begreiflicherweise äußerst wütend und ordnete sofort den von ihm ursprünglich auch befohlenen Einbau der längeren Kanone an – dennoch waren die ersten Pz. III mit der langen Kanone erst im Sommer 1942 an der Front.

    Das Festhalten an dem mittlerweile vollkommen verfallenen Göring als OBL.

    Zustimmung, außerdem war der sich mit einer absurden Ämterhäufung, die umgekehrt proportional zu seinem Fleiß und seiner Kompetenz war, hervortuende Göring als Morphinist zur Ausübung welcher Ämter auch immer ungeeignet – zumindest bis zu seiner ihm von den Amerikanern verpaßten Entziehungskur.

    Überhaupt, dieses “Halten um jeden Preis”. Das war sein einziges Rezept und egal wie häufig es sich zeigte, daß es für eine militärische Katastrophe nach der anderen verantwortlich war, er hat gegen alle Regeln der Kriegskunst daran festgehalten, bis zum Schluss.

    Vollste Zustimmung.

    Oder was sollte dieser schwachsinnige Kurlandarmee noch bewirken? Da standen fast ZWANZIG Divisionen sinnlos rum die 1945 in Ostpreußen, in Pommern und Schlesien bitter benötigt wurden.

    Zustimmung. Der von mir oben erwähnte Bd. 8 der MGFA-Reihe liefert übrigens die Erklärung dafür: Hitler wollte nach dem von ihm erhofften Erfolg der Ardennenschlacht vom Kurland-Brückenkopf wieder angreifen und die Sowjets im Rücken fassen – so wie er im Jahr zuvor nach dem von ihm erhofften Abschlagen der Invasion von dem Frontvorsprung der HGr Mitte östl. des Dnjepr aus wieder offensiv werden wollte. Seine Generäle hätten ihm nur das Hinauszögern der Niederlage anbieten können, er dagegen habe durch Wiederaufnahme der Initiative die Entscheidung erzwingen wollen.

    Nützt nur leider alles nichts, wenn die Voraussetzungen dazu nicht eintreffen!

    Was wäre gewesen wenn ab dem 20. Juli 1944 ein OB Ost Manstein die gesamte Ostfront kommandiert hätte?

    Da wäre es bereits viel zu spät gewesen. Man hätte es, wie es Hitler auch vorgeschlagen worden war, spätestens im Spätsommer/Frühherbst 1943 mit Manstein als Oberost versuchen müssen.

    Vermutlich war die Niederlage nicht mehr abzuwenden aber für die Feindmächte wäre der Weg nach Berlin unendlich blutiger geworden.

    Wir hätten die Atombombe zu spüren bekommen (die überwiegend jüdischen Wissenschaftler des Manhattan-Projekts haben es in ihrer Siegesfeier nach Hiroshima bekanntlich in ihren Trinksprüchen beklagt, daß man nicht rechtzeitig für die Hunnen fertiggeworden war) und hätten dann kapituliert. So gesehen, ist uns wenigstens dies erspart geblieben.

    Gruß V.B.

  • 71 GBI // Jan 19, 2008 at 0:57

    @VB
    “Wollten sie abwarten, ob es Stauffenbergs Clique gelingen würde, den zunehmend starrsinnig und inkompetent führenden Hitler zu beseitigen, um danach – ja was?”

    Sie stimmen mir also in der Einschätzung Hitlers als militärischer Führer zu? Später mehr.

  • 72 Schörner // Jan 19, 2008 at 16:07

    Der Dilettantismus dieser Verräter zeigte sich mir jedesmal, wenn ich einen Ostfrontkämpfer zu seiner Meinung über das Attentat ansprach. Kein Einziger war darunter, der es befürwortete! Ausgerechnet die Soldaten der Ostfront! Das allein ist schon die Widerlegung aller Lügen um die Stauffenwichse.
    Außerdem sind diese Leute ja davon ausgegangen, daß es nicht um die Vernichtung Deutschlands gehen würde. Ihre Grundeinschätzung war also schon völlig falsch.
    Und von meinem Großvater mütterlicherseits habe ich heute noch im Ohr: “Die Leute um Stauffenberg hatten ja überhaupt keine Ahnung, was der Krieg im Osten bedeutete.”

    Zum Thema Besudelung des Führers will ich auf Paul Carell verweisen, der sich da leider in dieser Phalanx nicht gerade ruhmreich hervorgetan hat und zu den bereits gemachten Ausführungen von VB, noch anmerken, daß die 3 SS-Panzerdivisionen, die in Frankreich bereit gestanden wären, auf Hitlers Veranlassung genau dort standen.

    Und noch ein Märchen wird als solches erkennbar, wenn man sich einmal ansieht, wie die Generäle ihre Meinungen durchgesetzt haben:
    Eines Tages, da kratzt Manstein offenbar all seinen Mut zusammen und gibt nicht nach (es ging glaube ich um die Rücknahme von Einheiten, die bei der zerbrechenden Heeresgruppe Mitte abgeschnitten wurden. Manstein bleibt hart und stellt, wenn er diesen Befehl erhalten würde, seine Position zur Verfügung. Die Entscheidung wird auf die Abendlage verschoben. Und was passierte am Abend? Wurde Manstein an die Wand gestellt? Nein, der Führer hat ihn freundlich begrüßt und nachgegeben. Carell kann das natürlich gar nicht verstehen.

    Man kann das interessanterweise auch bei GFM Schörner erkennen. Schörner hat sich desöfteren über Befehle hinweggesetzt, wenn sie undurchführbar waren.
    Oder bei Hausser ebenfalls.

    Man nenne mir einen General, der seinen Kopf verloren hätte, weil er klar unhaltbare Befehle nicht ausgeführt hat und dann dazu gestanden wäre.

    Das ist doch nichts als eine Lüge.
    Für mich ist die Sache sonnenklar: jene Führer, die dem Führer gegenüber bewiesen haben, daß sie nicht leichtfertig zurückgehen, und die dann mit ALL IHRER KRAFT ihren Standpunkt verteidigten und auch begründen konnten, die hat er IMMER respektiert.
    Das ist auch der Schutzschild, den sich ein Führer zulegen muß: eine Meinung haben kann jeder Feigling, einen Standpunkt auch bis zum äußersten vertreten, das ist aber etwas anderes. Nach den zahllosen Fehlschlägen der Generalität und des Verrats in den eigenen Reihen, wäre jedes andere Verhalten sicherer Selbstmord gewesen.

    Wenn es so wäre, wie die Legende darstellt, daß Hitler der cholerische sture Bock gewesen wäre, warum hat er dann veranlaßt, daß – ich glaube ab Stalingrad – die Lagen mitstenographiert werden mußten?! Die Generäle kamen nachher und wollten nichts mehr von ihren alten Meinungen gewußt haben!

    Wer sich mit dem politischen Menschen Adolf Hitler einigermaßen aueinandergesetzt hat, erkennt, daß es ein Mensch von ganz seltener Vernunftfähigkeit war, der, wenn er einmal zu einem Entschluß gelangt war, zum Glück nicht leicht umfiel, dar aber IMMER für Argumente und aufrichtiges Handeln offen war.
    Und ein Argument eines Frontkommandeurs ist nun mal in letzter Konsequenz, daß er sein Kommando zur Verfügung stellt, oder, im Fall der rückwirkenden Verantwortung, seinen Kopf. Ja was denn sonst?

    Wenn Hitler so wäre wie die Legende behauptet, wieso haben die versagenden Generäle dann alle überlebt?

    Und wenn der Führer so falsch gelegen haben sollte, dann frage ich mich schon, warum in der Beurteilung der sowjetischen Militärführung, Schörner als der beste deutsche Kommandeur angesehen wurde?
    Komisch, wie gibt es das?

    So einfach ist die Sache also nicht!

    Das Mißtrauen, das der Führer in die Generalität entwickelte, war nicht aufgrund seiner Sturheit oder Unfähigkeit entstanden. Das ist doch dieselbe Psychologenmasche, wie die Siegergeschichtsschreibung den Weltkrieg deutet, wenn man alle deutschen Argumente den Siegerlügen gegenüberstellt. Notfalls, wenn man alle Argumente zerpflückt hat, war er halt dann ein Wahnsinniger.
    Und so ist es mit der militärischen Führung: dann war er eben uneinsichtig und stur, für Argumente nicht zugänglich.

    Die Sache ist für mich sonnenklar: es gab einfach viel zu wenige nationalsozialistische Generale welche das Führerprinzip verinnerlicht hatten, die Generalität war aus der alten Zeit, Befehlsempfänger ohne Zivilcourage.
    Als symptomatisch für die unbeschriebliche Feigheit muß ich immer an den Soldaten denken, der sich vom Kammerdiener in der Nacht der Invasion abwimmeln ließ, weil der Führer noch schlafen würde!

    Es gibt, gerade gegenüber Führern, VOR ALLEM eine BRINGSCHULD ihres Beraterkreises. Der beste Führer kann nichts ausrichten, wenn seine Leute schlicht zu feige sind, seinen Ansichten in den dafür vorgesehenen Besprechungen, mit entsprechendem Nachdruck entgegenzutreten und ihren Standpunkt zu vertreten.

  • 73 GBI // Jan 20, 2008 at 1:07

    @VB

    Puuh, da erst einmal durchlesen hat eine Weile gedauert. Vielen Dank, daß sie sich soviel Zeit nehmen. Entschuldigen Sie bitte wenn…ääh ich erlaube mir hiermit auch ihnen das Du anzubieten, ich schätze Sie ähnlich wie Pg. Schörner.

    Zu einigen der Themen kannte ich die Hintergründe natürlich. Ich wußte, daß Hitler vollkommen absurde Offensiv-Fantasien mit dem Festhalten an der Kurlandfront verband. Natürlich war mir auch bekannt, daß man fürchtete, daß Leningrad eine einzige Sprengfalle ist (allerdings WAR Kiew ähnlich und fiel innerhalb weniger Tage). Was ich nicht wußte war die Neubewertung von Prochorowka und Zitadelle allgemein, da muß ich mich dringend reinlesen. Und die beiden von Ihnen genannten Zitate Hitlers sowie dieses Dokument kannte ich noch nicht, sie bestätigen aber meine These, daß eine Dezimierung, keine Ausrottung der Juden geplant gewesen sein könnte.
    Was die Atombombe angeht habe ich zum ersten Mal Quellen gefunden, glaubwürdige, daß das Reich näher an der Atombombe war als bisher vermutet.
    Es gäbe noch vieles zu schreiben aber leider fehlt mir die Zeit und das wird noch über einen Monat so bleiben, daher erst einmal danke, die genannten Quellen habe ich mir teilweise schon angesehen.

  • 74 Völkischer Beobachter // Jan 20, 2008 at 11:33

    @ GBI:

    ich erlaube mir hiermit auch ihnen das Du anzubieten, ich schätze Sie ähnlich wie Pg. Schörner.

    Nehme ich gerne an, geht mir genauso!

  • 75 Völkischer Beobachter // Jan 20, 2008 at 20:30

    @ GBI:

    Noch zwei nachgelieferte Zitate aus Manfred Jurleits Buch “Strahljäger Me 262 – Die Technikgeschichte” (Motorbuch, Stuttgart ²1995) zu der oben angeschnittenen Frage der ungarischen Juden:

    Nur wenige Tage später, am 6. April 1944, kam Generalfeldmarschall Milch im Hauptquartier mit Hitler, Göring und Saur zusammen. Er bat Hitler und Saur um Zustimmung zur Erweiterung der unterirdischen A-4 Raketenproduktionsstätte “Mittelwerk” bei Nordhausen und darum, in diesem Bau monatlich 1000 Me 262 montieren zu lassen. Beide sagten zu. Hitler versprach sogar, Himmler zu veranlassen, daß dafür 100.000 ungarische Juden als Arbeitskräfte bereitgestellt werden. [S. 77]

    Bereits einen Tag nach dem Vortrag bei Hitler saß der Jägerstab erneut zusammen, um das Problem der Beschaffung von Arbeitskräften für das Jägerprogramm zu beraten. An diesem 26. Mai 1944 debattierten u.a. Speer und Saur mit SS-Obergruppenführer Kammler und dessen Chef der Baugruppe, Dt. Schlempp. Bereits am 4. Januar 1944 hatte Gauleiter Sauckel Hitler versichert, daß der “…mit fanatischem Willen versuchen werde, die für das Jahr 1944 benötigte Gesamtzahl von 4.050.000 neuen Arbeitskräften zu beschaffen, damit die derzeitigen Produktionsziffern gehalten und im Laufe der Zeit noch gesteigert werden können.”

    Nunmehr erkundigte sich Speer nach den von Hitler am 6. April zugesagten Arbeitskräften. Konkret: “Was ist mit den ungarischen Juden?”
    Kammler: “Sie sind unterwegs. Am Ende des Monats treffen die ersten Transporte für die Unter-Tage-Arbeit in den unterirdischen Bunkern ein.”
    Schlempp: “…Dorsch sagte gestern, daß er 100.000 Juden aus Ungarn
    , 50.000 Italiener, 10.000 Menschen aus bombengeschädigten Fabriken, 1.000 aus Waldbröhl bringen wird; dann will er Leute aus Greisers Gau bringen, 4.000 italienische Offiziere, 10.000 aus Süd-Rußland, 20.000 aus Nord-Rußland. Das wären zusammen 200.000.” [S. 81]

  • 76 Miraculi // Jan 22, 2008 at 6:46

    @VB – January 20th, 2008 at 20:30

    Nur mal so am Rand erwähnt, ohne dass es an den bisherigen und stets
    hochinteressanten Beiträgen etwas Gravierendes für mich zu kritisieren gäbe.

    Das mal eben “Hundertausend” völlig unausgebildete Hilfskräfte aus ganz Europa zur Montage
    von technisch hochkomplexem Kriegsgerät (= ME262, V2 u.a.) gezwungen (= da Zwangsarbeiter
    - inkl. den damit verbundenen negativen Auswirkungen!) worden sein sollen – man denke hierbei nur an
    die unzähligen Schlampereien, oder auch Sabotage-Möglichkeiten im gesamten Fertigungsprozess –
    halte ich für völlig abwegig und kann deshalb in den dahingehenden Zitaten, weder eine nachvollziehbare Logik, des
    dabei offensichtlich stets völlig unberücksichtigten Risikos, noch diesen einen Ansatz von Glaubwürdigkeit zusprechen.

    Wer würde heutzutage wohl einen sog. “Hinterwäldler” dazu ZWINGEN,
    auch nur einen Öl- / Bremsenwechsel an seinem Auto vorzunehmen?
    Einen Düsenjäger oder V2 unter Zwang und Mangelernährung, ohne jegliche Vorkenntnisse / Schulungen zu montieren
    - von der Herstellung der hochkomplexen Einzelteile, mit einer Genauigkeit oft im Millimeterbereich, ganz abgesehen – hält man
    heutzutage dagegen einzig mit “Manpower” (= jeder Menge ungelernter Arbeiter) dagegen für selbstverständlich und machbar.
    Nun ja.

    Stets mit einer logisch nachvollziehbaren Denkweise vorgegangen, entpuppt sich manch
    Zitat oft recht schnell als das, was heutzutage u.a. als “Offensichtlichkeit” strafbewehrt ist.
    Deshalb sollte man mMn stets den Inhalt einer Aussage ZUVOR auf dessen stimmige
    Logik hin überprüfen und daran anschließend den eigentlichen Wert der Aussage ermessen.
    Jeder andere Vorgehensweise wird ansonsten früher oder später
    einzig im (Aber-)Glauben, aber NICHT-Wissen (darüber), enden!

    Ein entsprechend fundiertes Quellenstudium der Person und deren Glaubhaftigkeit, setze ich hierbei natürlich stets voraus, eh klar.
    Entsprechende negative Erfahrungen haben sich mMn in den letzten Jahrzehnten schon mehr als erträglich genug angesammelt.

  • 77 Schörner // Jan 22, 2008 at 15:26

    Miraculi,
    der Vorteil der Massenfertigung liegt gerade darin, daß auch ungelernte Arbeitskräfte verwendet werden können. Sie müssen z.B. nicht verstehen, wie die Einspritzanlage funktioniert, wenn Sie mit einem fest eingestellten Drehmomentschlüssel die vier Schrauben dafür anzuziehen haben.
    Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, wurden allein um die Serienfertigung der V2 zu ermöglichen, 65000 Planänderungen gemacht.
    Außerdem halte ich die Verwendung von Zwangsarbeitern für völlig legitim, wenn ein Volk in einem Kampf um Leben und Tod steht. Die zwölf Millionen Ermordeten Deutschen, nach dem Deutschland die Waffen niederlegen mußte, sollte ausreichen um zu erkennen, daß jedes dieser Mittel nicht nur gerechtfertigt, sd. heilige Pflicht jeder anständigen Regierung ist.

  • 78 Miraculi // Jan 24, 2008 at 6:44

    @Schörner

    Erstmal danke für deine Antwort.
    Vorab. Ich würde weder die ME262 und noch weniger die V2, als ein Massenprodukt bezeichnen.
    Die Produktionszahlen sprechen einfach dagegen – u.a. auch wegen der entsprechenden Materialknappheit.

    Guss- oder Spritzteile, welche z.B. noch entgratet und anschließend gedreht, geschliffen oder gebohrt werden müssen,
    kann man sicher auch mit Massen von un- bzw. angelernten Arbeitskräften bewerkstelligen, überhaupt keine Frage.
    Allerdings kamen meines Wissens solche Art von Teile nur in sehr
    geringem Umfang bei den zwei Eingangs genannten Produkte zum Einsatz.

    Über das Thema “Zwangsarbeiter” im Deutschen Reich verweise ich auf den sehr ausführlichen Artikel dazu
    im “Post Scriptum Info-Board” – Vertreibungsverbrechen – “”Fremd”- oder “Zwangsarbeiter” im III.Reich ?”

    Vorab nur so viel:
    Wer lt. „Sonderdruck aus dem Reichsarbeitsblatt: “Der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte in Deutschland”", Berlin 1942
    (zu finden im BUNDESARCHIV in Koblenz) für seine Arbeitsleistung BEZAHLT wurde, im Krankheitsfall LOHNfortzahlung
    bekam, URLAUBsanspruch hatte usw. den kann man sicher NICHT als Zwangs- oder gar Sklavenarbeiter o.ä. bezeichnen.
    Die davon Begünstigten stellten hierbei dennoch die überwiegende Mehrheit aller “Fremdarbeiter” im Deutschen Reich dar.
    Deren Anzahl vor ein paar Jahren sogar höher lag, als die, welche heutzutage hier als “Gastarbeiter” tätig / eingewandert sind.

    Ein Gruppe, welche allerdings NICHT darunter fiel, waren hierbei – eigentlich auch nur logisch – die der KL-Internierten.
    Für seine Internierung auch noch mit Lohn und Urlaub honoriert zu werden, passt ja auch irgendwie nicht wirklich zusammen.
    Dieser Personenkreis bekam bei freiwilliger Mitarbeit in einem Rüstungsbetrieb dennoch stets einer Art von Vergünstigung.
    Mangels Freiheit, würde ich diese im weitestens Sinne sogar als Zwangsarbeiter bezeichnen – allerdings nur diese Gruppe.

    Unter Zwang, hätten man die Produktionszahlen – vor allem in den letzten beiden Kriegsjahren – auch gar nicht umsetzen können,
    argumentierten ebenfalls die Verteidiger von Sauckel u.a. Angeklagten in Nürnberg. Dies rettete sie aber auch nicht vor dem Strick.
    Dies hinderte die sog. Alliierten nach Kriegsende allerdings auch nicht im geringsten daran, ihren vorab längst abgesprochenen
    Sklavenhandel abzublasen, nicht nur die Masse der “deutschen” Soldaten, sondern auch 100.000de von Zivilisten, z.T. für Jahre,
    als billige Arbeitssklaven ihren Helfershelfer – nach dem Verteilen der erlegten Beute – Anfangs sogar in Armeestärke zu überlassen!

    1949 war man schließlich auch in Genf so weit, diese und andere alliierte “Befreiungstaten” als Kriegsverbrechen “zukünftig” verurteilen
    zu wollen. Rückwirkung, wie z.B. 2 der 4 Hauptanklagepunkte in Nürnberg, setzten diese “nur” die Alliierten OHNE Völkerrecht durch.
    Dem “Völkerrecht einzig für Alliierte” (= Haager Landkriegsordnung 1907 & Genfer Konvention 1929) sind wir heute noch “dankbar” dafür!
    (Dies hätte man uns aber auch VOR der Ratifizierung mitteilen können, dann hätte man wehrlose Alliierte wohl auch anders “behandelt”.)

  • 79 GBI // Jan 26, 2008 at 21:08

    Miraculi

    Ich habe in meinen ersten Semesterferien als Maschinenhilfsarbeiter in der Produktion bei einem Zulieferbetrieb der Autoindustrie gearbeitet. Autos sind ja wohl in Punkto Komplexität durchaus mit der Me 262 und der V2 zu vergleichen oder? Meine Tätigkeit wurde mir in knapp 10 Minuten beigebracht und das habe ich dann 2 Wochen gemacht. Danach kam ich an eine andere Maschine. 10 Minuten Einweisung, weitere 2 Wochen. Zum Schluss noch eine etwas kompliziertere Maschine, 20 Minuten einweisung, 2 Wochen Tätigkeit. Ich hätte auch Jagdflugzeugteile herstellen können ohne es zu wissen. Ein dressierter Schimpanse hätte meine Arbeit verrichten können!

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