Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz
Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

Schlagabtausch zu Himmelfahrt in Wismar und aus Störtebekers Deppenparade (31.05.06)

22:22 · Post your comment (4 Comments)

Wismar / Mecklenburg: Am Himmelfahrtstag machten mehrere Schlägereien von sich reden, die von den Medien wieder einmal dazu genutzt wurden, um eine angeblich „rechtsextreme“ Gefahr zu suggerieren, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt und die lediglich einen Bruchteil von dem darstellt, was es alljährlich an artverwandter Ausländergewalt in Deutschland gibt.

In Mecklenburg machte besonders ein Vorfall in Wismar die Runde, bei dem ein Inder vorgeblich Opfer einer Gruppe Rechtsextremisten geworden sein soll. Daß hier von den Medien besonders laut angestimmte Hetzgeschrei diente vor allem dazu, einen früheren Vorfall in Vergessenheit zu bringen, bei dem ein Togo-Neger in eine Schlägerei verwickelt wurde und die man auch etwas vorschnell als „rechtsextremen“ Anschlag verkauft hatte. Tatsächlich handelte es sich, ähnlich wie in Potsdam, um eine Schlägerei zwischen mehr oder minder betrunkenen Nachtbummlern. Umso lauter tönt man nunmehr in Wismar über „rechtsextreme“ Gewalt am Himmelfahrtstag, obwohl es auch hier recht widersprüchliche Aussagen gibt.

So heißt es offiziell, daß ein indischer Händler auf einem Flohmarkt von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen wurde, von der mindestens zwei als Anhänger der „rechten“ Szene gelten sollen. Diese sollen den Händler provoziert und dann geschlagen haben. Allerdings hört sich der Vorgang aus dem Munde eines anderen Zeugen, des Marktbetreibers Hans-Jürgen Kohl etwas anders an. So heißt es dazu in der Lokalausgabe der Wismarer OSTSEE-ZEITUNG vom 27. Mai:
„…OZ fand gestern einen weiteren Zeugen, den der Staatsanwalt nicht auf der Rechnung hatte. Hierbei handelt es sich um Hans-Jürgen Kohl (56). Er organisiert schon seit der Wende mit seiner Lebensgefährtin Ellen Haase die Flohmärkte in der Hansestadt Wismar und Region. „Ich habe alles persönlich hautnah miterlebt“, so Kohl. „Gegen Mittag kam eine Gruppe angetrunkener Männer grölend mit zwei Bollerwagen vom Schwarzen Weg und steuerte direkt den Flohmarkt am OBI-Baumarkt an. Später erfuhr ich, dass einer aus der Gruppe seine Frau auf dem Flohmarkt begrüßen wollte, die dort einen Stand hatte. Lautstark machten sich die Leute bemerkbar.

Als die Gruppe dann den Textilstand eines indischen Händlers passiert hatte, rief dieser dann vermutlich aus Frust, weil die Angetrunkenen immer lauter grölten, hinterher: ,Ihr versoffenen Schweine, haut hier ab’. Daraufhin drehten sich die etwa zehn bis 15 Leute noch einmal um und beschimpften den Inder ebenfalls. Welche Worte im Einzelnen gefallen sind, weiß ich nicht genau. Es kann sein, dass auch rechtsradikale Parolen gerufen wurden“, berichtet der Zeuge. Danach soll der Inder hinter seinen Stand gelaufen sein und eine „Eisenstange“ geholt haben. „Zwei seiner Landsleute kamen ihm ebenfalls mit einer Eisenstange zu Hilfe. Die drei Inder sind dann auf die Gruppe losgegangen und wollten diese vertreiben. Einer von ihnen schlug dann mit der Stange einen Mann aus der Gruppe auf die Schulter. Dieser hatte sich gewehrt und dem Inder einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Danach wurden die drei Inder von der Gruppe überwältigt“, schilderte der Marktbetreiber Hans-Jürgen Kohl die Geschehnisse aus seiner Sicht. …“

Dies läßt die Dinge freilich etwas in einem anderen Lichte erscheinen, doch will die Staatsanwaltschaft erstaunlicherweise von dieser Zeugenaussage gar nichts wissen. Offenbar will man in Wismar ein Exempel statuieren, um sich gerade wegen des anstehenden Wahlkampfes sowie wegen der verfehlten Anti-Rechtskampagne des oben genannten Togo-Negers politisch schadlos zu halten. So meint Oberstaatsanwalt Pick: „Wir haben neben Herrn Kohl auch andere Zeugen gehört und eindeutige Anhaltspunkte für eine ausländerfeindliche Motivation der Verdächtigen.” So seien nach seiner Ansicht, die Angreifer vor der Tat mit Parolen wie “Deutschland den Deutschen, Ausländer raus…” über den Markt gezogen, um den Händler zu provozieren, um ihn dann zu schlagen und als er am Boden lag auch noch zu treten. Daß mehrere Inder sich zuerst mit Eisenstangen bewaffneten und faktisch die Schlägerei anfingen, wie Kohl bezeugt steht nach Ansicht der Staatsanwaltschaft gar nicht zur Debatte. Ein Rechtsverhalten, daß vermutlich nicht nur uns die Brauen hochziehen läßt.

Doch wären Meldungen wie diese nichts ohne die Deppen, deren sich die OSTSEE-ZEITUNG bedient, um nunmehr Volkes Stimme zu präsentieren, wobei man freilich wieder einmal außerordentliche Sorge walten ließ, daß sich in diesen Chor keine Stimme verirrte, die sich diesem aufgemachten Theaterdonner kritisch in den Weg stellte. Wir zitieren daher wie folgt:

Politiker sollen handeln, nicht nur reden

Zu Berichten über Gewalttaten von Rechtsextremen und Gebiete, die von Ausländern nicht betreten werden sollen, schreiben Leser ihre Meinung.

Martina Treitsch, Greifswald:
Ich glaub’s ja nicht: In Mecklenburg-Vorpommern treiben Nazi-Schläger ihr Unwesen – und Rostock macht sich Sorgen um Hundekot.

Sabine Barkhorn, Prohn:
Jedes Jahr wird mehr an unserer Jugend gespart. Man kann ja schon froh sein, wenn die Kids sich lieber zu Hause als an der Bushaltestelle langweilen. Da passiert ihnen wenigstens nichts. Außer, dass sie Ego-Shooter spielen, in denen man auf andere Menschen schießt und dafür auch noch im Spiel weiter kommt. An der Haltestelle nehmen sie dann noch zusätzlich merkwürdige Einstellungen auf, die meistens zu unreflektierten Vorurteilen führen: Die wenigen Ausländer, die sich hier zu wohnen trauen, gehen dort lieber nicht hin. Wer weiß, was da passieren könnte! Man ist als Ausländer in dieser Gegend (ich sage bewusst Ostdeutschland) sehr gefährdet. In sehr anstrengender Jugendarbeit in den Clubs wird gut dagegen angegangen, man hat hier zum Glück gute Argumente gegen den braunen Spuk. Mittlerweile werden auch ausländisch-stämmige Politiker verprügelt. Also, meine Damen und Herren Politiker, es ist nicht so weit von Ihnen entfernt, was Sie da wieder mal unter den Teppich kehren. Die Neo-Nazis warten nur auf die Gelegenheit, auch Ihre Kinder auf ihre Seite zu ziehen. Die tun nämlich das, was Sie mangels Geld und Einsicht nicht mehr schaffen: Die Jugend bekommt Beschäftigung. Wie sinnvoll diese Beschäftigung aber ist, lesen Sie in der internationalen Presse.

Karsten Zöllick, Rostock:
Wenn sich der Innenminister jetzt als großer Nazibekämpfer hinstellt, ist das wirklich das Letzte. Als vor kurzem in Potsdam ein Deutscher, der die falsche Hautfarbe hatte, fast totgeschlagen wurde, fiel Schäuble nichts Besseres ein als: „Es werden auch Blonde, Blauäugige von Ausländern angegriffen!“ Das ist eindeutig die Basis für eine rassistische Weltanschauung.

Torsten Schulze, Schleswig:
Kurz und schmerzlos: Es werden deutsche Soldaten demnächst in den Kongo geschickt, um dort die Kongolesen vor Gewalt zu schützen. Die Bundesregierung sollte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Schickt doch einfach die Soldaten nach Ostdeutschland, um zunächst dort Menschen mit anderem Aussehen als dem unseren vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen.

Klaus-Rüdiger Beil, Poppendorf:
Ich finde es nicht gut, dass sich die Rechtsradikalen so aufführen, denn die meisten kennen die Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges nicht. Aber Veranstaltungen, die erst verboten und dann zugelassen werden, zeigen doch, wie unfähig unsere Regierung ist, vernünftige Gesetze zu verabschieden. Man sollte mal nachforschen, wo wirklich die meisten Rechten herkommen.

Peter Hoffmann, Heringsdorf:
So lange Rechtsextremisten, sprich NPD-Leute, in deutschen Landtagen Parlamentsrecht haben und nazistische Aufmärsche genehmigt und durch teuren Polizeischutz abgesichert werden, nützen Proteste, Appelle, Sprücheklopfen oder Gegendemonstrationen wenig oder gar nichts. Unsere Gesetzeslage lässt es doch gerade zu, dass sich diese Ideologie immer mehr ausbreitet und noch bestärkt wird. Demokratie heißt doch nicht, dass jeder machen kann, was er will. Man muss auch in der Lage sein, staatsfeindlichen Kräften mit aller Härte des Gesetzes entgegentreten zu können.

Quelle: Ostsee-Zeitung 30.05.06

Leserbrief von Jean-Claude Dardenne aus Hansestadt Wismar | 29.05.2006 18:05 Uhr - Leserbrief des Herrn Schulze

Herr Schulze hat vollkommen Recht. Im Hinblick auf Tolleranz, Mitmenschlichkeit und dem Willen, sich den braunen Verbrechern, die Deutschland sehr schaden, entgegenzustellen, muß ein Großteil der Ostdeutschen leider noch sehr viel lernen. Schaut man sich an, wo die meisten Übergriffe vorkommen, sieht man immer wieder ostdeutsche Kommunen. In großen Metropolen wie Nürnberg, München oder Düsseldorf haben diese Schäger keine überhaupt keine Chance. Warum aber immer im Osten? Beschämend ist zudem, dass es immer wieder (ältere)Passanten gibt, die den Schlägern auch noch verbale Unterstützung geben. Schämen sich solche Menschen nicht in Grund und Boden ?*

Sie wären vermutlich noch dümmer als der letzte Togo-Neger, wenn sie dies täten und dies sagen wir nicht etwa aus Rassismus, sondern mit Liebe. – Die Schriftleitung

Ostsee-Zeitung Leserbrief 29.05.06 18:05.06

Wir sind zwar keine Hellseher, aber die Erfahrung lehrt, daß solche Vertreter von „Volkes Stimme“ für gewöhnlich allen Grund haben, so zu blöken, gehören sie doch in der Regel mehr oder minder linken Organisationen an, so daß Äußerungen dieser Art keineswegs nur als bloße Lesermeinungen zu sehen sind, sondern durchaus als gezielte Anti-Rechtspropaganda. Im Gegensatz zur nationalen Szene hat man dort die Leserbriefspalte als Propagandainstrument erkannt, während man Möglichkeiten wie diese auf nationaler Seite nur kaum wahrnimmt und sich häufig damit herausredet, daß eigene Texte ja ohnehin gelöscht werden. Daß ist natürlich nicht aus der Luft gegriffen, doch sollte man, ehe man im Selbstmitleid vergeht, nicht vergessen, was für Texte man denn dort zuvor abgeliefert hat. So ist es schon klar, daß man bei Leserbriefen im Deutsche-Stimme-Stil sofort aneckt und aussortiert wird, da man sich auf gegnerischem Terrain befindet, wird man es daher nicht vermeiden können, die eine oder andere Methode von diesem zu übernehmen und in seinem Schreiben subtil, aber bestimmt auf das eine oder andere Thema ansprechen.

Natürlich ist auch dies keine Garantie für den Erfolg, aber probieren geht nun einmal über studieren und nur allein vom Schimpfen wird es ja auch nicht besser. Abgesehen dafür gibt es ja auch noch etliche Medien, in denen man gegebenenfalls nicht gedruckte Leserbriefe, sofern sie die Veröffentlichung auch verdienen, zur Not auch noch veröffentlichen kann. Alles in allem fährt man auf diese Weise noch besser, als wenn man zu bestimmten Dingen, zu denen man sehr wohl etwas sagen sollte, gar nichts sagt.

Siehe auch
Schweriner Volkszeitung 30.05.06

Ostsee-Zeitung Wismar 27.05.06

NDR 1 27.05.2006 11:20

MVregio 27.05.06

Quelle: Störtebeker-Netz 31.05.06

Tags: Allgemeines

4 responses so far ↓

  • 1 Doktor HK // Jun 1, 2006 at 12:01

    “Torsten Schulze, Schleswig:
    Kurz und schmerzlos: Es werden deutsche Soldaten demnächst in den Kongo geschickt, um dort die Kongolesen vor Gewalt zu schützen. Die Bundesregierung sollte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Schickt doch einfach die Soldaten nach Ostdeutschland, um zunächst dort Menschen mit anderem Aussehen als dem unseren vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen.”
    Na der ist ja hammerhart! Es sollen deutsche Soldaten in Ostdeutschland einmarschieren und gegen Rechtsradikalismus kämpfen?!
    Obwohl eine kleine umformulierung das ganze interessant machen würde. “Schickt doch einfach die Soldaten in den deutschen Osten…” ;-)

  • 2 Völkischer Beobachter // Jun 1, 2006 at 13:43

    “Die Bundesregierung sollte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Schickt doch einfach die Soldaten nach Ostdeutschland…”

    Oh, oh! Da mußte doch schon vor über 20 Jahren mal ein Funktionär der Nachwuchsorganisation der Landsmannschaft Schlesien zurücktreten, weil er in einem Artikel in “Der Schlesier” von einem Einmarsch der Bundeswehr in Schlesien fantasiert hatte.
    Und so was druckt die “Ostsee-Zeitung” - tz, tz!

  • 3 Lothar1881 // Jun 1, 2006 at 18:20

    Einen schönen Überblick über die multikulturellen “Bereicherungen” in der brd bekommt man auch auf der folgenden Seite, vor allem wenn man sich die Neueinträge abboniert!

    http://www.myblog.de/orwell/art/3676526

  • 4 Besserwisser // Jun 4, 2006 at 23:34

    @ Doktor HK

    Torsten Schulze ist kein Unbekannter: langjähriger Antifa-Einheizer: Journailist bei der dänischsprachigen Flensborg Avis. Da wird groß auf “dänischen Nationalismus” gemacht, obwohl man in Wirklichkeit die deutsch-dänischen Unterschiede mit der Lupe suchen muß und den Herrschaften in Wirklichkeit Türken als “neue Dänen” näher stehen als Deutsche - ganz zu schweigen von “Nazis”.
    Diese Minderheit lebt nicht nur von Uralt-Ressentiments von 1864 (Düppelner Schanzen), sie wird vor allem durch Steuermitteln versorgt, und das hat dann auch manch anderer Klüngel gemerkt und sein Saugrohr ins Glas gesteckt.

    Schulze schreibt des öfteren “Leserbriefe” bei allen möglichen Zeitungen, sei’s, daß die seine Artikel nicht kaufen wollen oder sei’s, daß er nie genug seine Meinung rauszuposaunen kann …

Leave a Comment