Ueckermünde / Vorpommern: Über einen öffentlichen Stammtisch, bei dem man Strategien für den Kampf gegen Rechts erörterte, berichtete in der vergangenen Woche der NORDKURIER, So referierte am vergangenen Dienstag, dem 13. Februar, die Wissenschaftlerin Katharina Feike von der Greifswalder Universität vor dem PDS-Ortsverband und der Ueckermünder Öffentlichkeit. Thema: „Strategien gegen Rechts“.
Im NORDKURIER heißt es über Feikes Vortrag: „…Politikverdrossenheit, Zukunftsängste, das Gefühl der Menschen, in der Gesellschaft unerwünscht zu sein, mangelnde Ehrenamtsstrukturen und fehlende Jugendarbeit würden zunehmend registriert und seien rechten Strömungen zuträglich. Die Sensibilisierung und Aktivierung lokaler Akteure gegen Rechts sieht die Wissenschaftlerin als sehr wichtig an. Als Beispiel nannte sie das Verhalten des Wolgaster Bürgermeisters, der sich offen gegen Rechts bekenne und selber aktiv werde, wohingegen der Bürgermeister von Anklam eher wegschaue und kaum Gegenargumente in der Öffentlichkeit finde. “Solche Leute haben eine große Vorbildwirkung”, sagte sie.
Auch sollten die Kommunen die mobilen Beratungsteams gegen Rechts besser einbinden. Sie forderte weiterhin dazu auf, einen Neuaufbau demokratischer Parteistrukturen in Angriff zu nehmen und das Vereinsleben für die Jugend zu intensivieren. Ebenfalls sehr wichtig sei es, Anlaufstellen für Jugendliche zu schaffen. Dies könnten Sozialarbeiter und Streetworker sein. Das sei so wichtig, da die Familienstrukturen oft nicht mehr intakt seien. Zudem müsste nach Wegen gesucht werden, auf denen junge Leute individuelle Demokratieerfahrungen sammeln können. “Sie müssen lernen, wie Demokratie funktioniert”, sagte Katharina Feike.
Sie empfahl mehr Aufklärungsarbeit zu leisten. Und zwar nicht in Form von Veranstaltungen, zu denen eingeladen wird, sondern im direkten Kontakt. “Man muss zu den Bürgern gehen, die kommen nicht zu solchen Veranstaltungen”, unterstrich sie. Die Förderung von Zivilcourage und die Motivation von Bürgern, sich im Ehrenamt zu betätigen, sei ebenfalls ein geeigneter Schritt gegen Rechts. …“
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| Gerd Walter |
Im Anschluß auf den Vortrag erfolgte dann auch eine Diskussion, von der berichtet wird, daß der PDS-Kreisvorsitzende von Ueckermünde, Gerd Walther, ehemals Stasi-IM und Landtagsabgeordneter, verkündete, daß es seiner Meinung nach ein überdurchschnittliche Jugendarbeit im Landtagskreis gebe und daß es demzufolge gar keinen Rechtsextremismus im Uecker-Randow-Kreis geben dürfe. Eine bemerkenswerte Ansicht, der wir gewiß nicht widersprechen wollen, zumal es dort in der Tat eine durchaus bemerkenswerte Jugendarbeit gibt, ob aber im Sinne von Walther und Genossen wagen wir zu bezweifeln, da der Uecker-Randow-Kreis bekanntlich nicht so sehr für linke Jugendarbeit bekannt ist, sondern eher für die Jugendarbeit seiner politischen Konkurrenz. So zählt man gerade in diesem Kreis nun schon seit Jahren die höchsten Ergebnisse für nationale Parteien bei Landtags- und Bundestagswahlen.
Doch auch sonst ist der NORDKURIER gegenüber seinem Leserpublikum nicht ganz ehrlich, was diese Strategieveranstaltung gegen Rechts betrifft. So bestand die Ueckermünder Öffentlichkeit bei dieser Veranstaltung gerade mal aus ca. 20 Personen und diese durchaus in einer kontroversen Zusammensetzung. So spottete man auf der Internetseite der NPD Uecker-Randow-Kreis über die Veranstaltung: „Die Runde der knapp 20 Anwesenden betrachtend, fragte man sich, ob man bei den Grauen Panthern sei. Das ist der beste Beweis für die Abneigung junger Menschen gegen diese heuchlerische Systempartei. Anstatt “Die LINKE” wäre “Seniorenpartei” wohl geeigneter.
Der Vortrag aber paßte zum Publikum. In altbekannter Weise wurden die Gründe für das Erstarken der NPD herunter geleiert und bedauernd zur Kenntnis genommen. Eine Strategie gegen diese Tendenzen blieb uns die Vortragende an diesem Abend schuldig.“
Und nicht nur das. So ergänzt der NPD-Bericht auch noch ein anderes, unseres Erachtens nicht unwichtiges Detail, was der NORDKURIER seinen Lesern ebenfalls unterschlug: „…Interessant wurde der Abend dann doch in der anschließenden Diskussionsrunde. Eine Pressevertreterin fragte Feike nach den Gründen für die Zutrittsverweigerung gegenüber NPD Mitgliedern zu politischen Veranstaltungen vor der Landtagswahl. Diese unangenehme Frage wurde nur ausweichend beantwortet. Angeblich handelte es sich vorwiegend um Veranstaltungen vom MBT, deren Motto: “Wir reden nicht mit Dealern über Drogen!”, wurde hier angewandt.“
Somit endete die Veranstaltung in einer Diskussion zwischen Katharina Feike, dem Ex-PDS-Landtagsabgeordneten Gerd Walther und einem Mitglied des NPD-Kreisverbandes Uecker-Randow mit der Erkenntnis für alle Kommunisten und Gutmenschen: Gegen den Willen des Volkes für Selbstbestimmung, Arbeit und Brot, gibt es keine Strategien.
Angesichts solcher Geisteshaltung könnten wir uns vorstellen, das Katharina Feike noch häufig auf Vortragstournee gehen muß, ob Vorträge und Diskussionen dieser Art dazu beitragen werden, ihrem politischen Gegner den Garaus zu machen, wagen wir jedoch zu bezweifeln. Statt dessen würden wir Veranstaltungen dieser Art eher als unfreiwillige Werbeveranstaltungen für die NPD und die nationale Szene des Landes einstufen. Bitte mehr davon.
Siehe auch
Nordkurier 15.02.07
Anhang:
Alles schon mal dagewesen. In seinen Memoiren beklagte sich einst der SPD-Führer August Bebel (1840-1913) über die Zeit des Sozialistengesetzes, in der seine Anhänger durch den Bismarck-Staat in jeder Hinsicht schikaniert und unterdrückt wurden.
So heißt es dort u. a.:
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| August Bebel |
„…Die Partei hieß im gegnerischen Lager nur noch die Partei der Meuchelmörder, der Allesruinierer … .Diese Partei zu bekämpfen und wenn möglich, zu vernichten erschien diesen Gegnern als die glorreichste Tat. Tausende von Arbeitern, die als Sozialdemokraten bekannt waren, wurden auf die Straße geworfen. In den Annoncenteilen der Zeitungen erschienen Erklärungen wodurch die Arbeiter sich verpflichteten, fernerweit weder einer sozialdemokratischen Organisation anzugehören noch sozialdemokratische Blätter zu halten und zu lesen, noch Geld für sozialdemokratische Bestrebungen zu opfern. Der Unternehmerterrorismus war so stark, daß unsere Parteizeitungen die Anhänger der Partei aufforderten, sie sollten jede gewünschte Erklärung unterzeichnen, sie könnten nachher doch tun, was sie wollten, einem solchen Terrorismus gegenüber gebe es kein Worthalten. Der Terrorismus und der damit verbundene Boykott gingen noch weiter: Patriotische Hausherren kündigten ihren sozialdemokratischen Mietern, Wirte die jahrelang froh waren, Sozialdemokraten zu ihren Kunden zu zählen, forderten jetzt auf, ihre Lokalitäten zu meiden. …“
Quelle: August Bebel „Aus meinem Leben“ (Neuausgabe Dietz-Verlag 1997) S. 488
Das schrieb August Bebel um 1910! Betrachten wir die Lage heute, so muß man eigentlich nur die Silbe „sozial“ durch „national“ ersetzen und man wird sehen, daß sich an der Repressionspolitik der Zeit des Sozialistengesetzes gar nicht so viel geändert hat, nur eben daß es jetzt nicht zuletzt die Sozialdemokraten, die auf nahezu gleiche Weise, wie einst ihre Gegner in der Bismarck-Ära, gegen politisch Andersdenkende vorgehen. Fairerweise - und die persönliche Erfahrung bestätigt es ja auch - ist das Einzige, was die NPD daran hindert, ähnliche Erlasse zu verkünden, nur der Mangel an entsprechenden politischen Positionen und Einflußmöglichkeiten. So erscheint sie nicht nur uns zuweilen im Großen und Ganzen als nichts anderes, als ein Mikrokosmos dessen was sie selber zu bekämpfen vorgibt. – Die Schriftleitung




5 responses so far ↓
1 wartender Krieger // Feb 19, 2007 at 21:57
Tjaha, und genau da liegt wohl der Hase im Pfeffer! Wo in der realexistierenden BRD sollen die Jugendlichen denn bitte noch sowas wie eine funktionierende Demokratie finden können um sie als Vorbild zu nehmen?
Alles was es gibt, ist eine von den Weltkriegssiegern installierte Parteiendiktatur einer Handvoll Lizenzparteien, welche jegliche echte demokratische Konkurrenz mit allen Mitteln bekämpft!
Es ist wohl nicht allzu weit hergeholt zu behaupten, daß es wohl gerade das Erleben der realexistierenden Demokratie nach BRD Schema bei den Jugendlichen dazu führt, daß sich diese zunehmend angeekelt von diesem unwürdigen Spektakel ab und der nationalen bzw. nationalsozialistischen Alternative zuwenden!
Selbst Adolf Hitler schrieb in “Mein Kampf”, daß es die Beobachtung und das Verstehen der damaligen Parlamentarisch-demokratischen Zustände und Verhaltensweisen war, welche seine politischen Überzeugungen formte und ihn dazu brachte, den Weg einzuschlagen, den er nunmal gegangen ist.
Hitler wurde von der damals realexistierenden Demokratie geschaffen, als Reaktion eines verständigen Geistes auf die Erbärmlichkeit und Unfähigkeit demokratischer Kreise und Methoden!
Klar daß sich die historisch wie politisch inkompetenten Figuren wie eine Katharina Feike heutzutage am Kopfe kratzen, warum immer mehr Menschen genau dieselben Schlüsse aus sehr ähnlichen Beobachtungen ziehen wie weiland ein junger Adolf Hitler!
Aber der Fluch politischer wie geistiger Omnidysfunktionalität besteht ja nunmal gerade darin, daß darunter Leidende kategorisch unfähig sind, die wahren Ursachen der Dinge zu erkennen und entsprechend danach zu handeln und stattdessen zu dilletantischen Ersatzmodellen greifen müssen, oft auf Basis sozialwissenschftlicher und psychologischer Irrlehren, um sich den Komplex scheinbar begreifbar zumachen.
Daß die daraus resultierenden Lösungvorschläge niemals funktionieren können, ist offensichtlich.
Aber so sind nunmal die Früchte des institutionalisierten, von Schädlingseinflüssen wie der Frankfurter Schule absichtlich gezüchteten, politischen wie geistigen Dilletantismus im realexistierenden Restdeutschland!
2 J.B. // Feb 20, 2007 at 9:57
„Strategien gegen Rechts“?
Steht in einer unbedeutenden Regionalzeitung:
Polizei hält NPD-Gegner in Schach
Sindelfingen: Nach einer Feier der rechten Szene in der Stadion-Gaststätte kommt es zur Schlägerei
Nach einer Faschingsfeier der NPD in der Sindelfinger Stadion-Gaststätte kam es in der Nacht auf Samstag zur Schlägerei. Fünf Besucher der Veranstaltung trafen auf dem Parkplatz auf eine Gruppe Vermummter aus dem linken Spektrum.
Polizeisprecher Eckhard Salo: “Sie hatten sich in Stuttgart auf einer Gegendemo des Jugendverbandes von ‘Die Linken/PDS’ abgesprochen, die NPD-Veranstaltung zu stören. Sie trugen Pfeffersprays und Schlagstöcke bei sich. Außerdem hatten sie sich mit Steinen ausgerüstet.”
Einen Zwischenfall gab es gegen 2.30 Uhr: Fünf Besucher der Veranstaltung trafen auf dem Parkplatz auf eine Gruppe mit Motorradhauben und Kapuzenshirts vermummter Personen. Es kam zur Schlägerei. Ein 23- und ein 33-Jähriger wurden durch Stockschläge leicht verletzt. Die Polizisten nahmen sieben Personen vorläufig fest. Seit Samstag sind sie wieder auf freiem Fuß. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
http://www.szbz.de/lokales/nachrichten/Artikel919288.cfm
Wie schön formuliert! Die nackte Wahrheit findet man eher zwischen den Zeilen. Man stelle sich die Medienhetze vor, wenn 7 vermummte „Rechtsextreme“ Teilnehmer einer Kartellparteienveranstaltung aufgelauert und zusammengeschlagen hätten.
Ich muß der NPD noch einmal dringend empfehlen, derartige Vorkommnisse propagandistisch auszuschlachten oder zumindest zentral und für jeden erreichbar dezidiert aufzulisten (NPD-Netzseite), damit sie zu notwendigen Zeitpunkten ausgiebig verwertet werden können.
Oder habe ich diese Liste nur noch nicht gefunden?
3 Klaus 2 // Feb 20, 2007 at 17:47
Als ich meine individuelle Erfahrung mit dieser
Demokratie gemacht habe,da wusste ich zwangs-
läufig wie “DEMOKRATIE” hier läuft.
Fazit:Ich wurde im Alter von 44Jahren überzeugter
Nationalist.
Ich hoffe das noch viele nach mir diese Erfahrung
machen werden.
4 griesgram // Feb 20, 2007 at 21:15
Mangelnde Ehrenamtsstrukturen?
Wie war das mit dem THW Helfer in Bajuwaristan? Der geneigte Leser wird sich erinnern und sich sagen:
Danke für die Blumen, aber auf solche Ehre verzichte ich!
Spätestens, wenn das nächste Asylantenheim brennt und die freiwillige Feuerwehr nicht ausrückt, da es keine mehr gibt, werden die Figuren vielleicht wach.
Ich für meinen Teil hab die Vereinmeierei an den Nagel gehängt. Es gibt ja auch Möglichkeiten zur autonomen Freizeitgestaltung, zum Beispiel eine “Zündelwoche gegen Demokraten”!
5 J.B. // Feb 21, 2007 at 7:58
@griesgram:
Oder wenn VS (die offizielle Truppe) und Antifa (die inoffizielle Truppe) sich wieder ins Fäustchen kichern, wenn sie jemanden arbeitslos gemacht haben. Der Rohrkrepierer besteht darin, daß der unfreiwillig Betroffene ab sofort Zeit für nationale Politik hat. Da kann man zu VS und Antifa nur sagen: Bitte mehr davon und bitte bei allen!
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