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Streit um Ludwigsluster NPD-Kreistagsmandat – SPD-Moralapostel Rolf Christiansen und sein Lieblingsfeindbild (30.05.06)

May 30th, 2006 · Post your comment (9 Comments)

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Landrat Rolf Christiansen

Ludwigslust / Gammelin-Bakendorf (Mecklenburg): Hoch her ging es dieser Tage wieder einmal auf der SPD-Kreisvorstandssitzung, wo Kreisparteichef und Landrat Rolf Christiansen einmal mehr, seinem inzwischen wohl schon manisch zu nennenden Rechtenhaß gehörig Ausdruck gab. So verlangte er zum wiederholten Mal vor seinen Genossen – als ob die darauf Einfluß hätten – daß der NPD-Landesvorsitzende Stefan Köster sein Ludwigsluster Kreistagsmandat niederlege. Anlaß dafür ist einmal mehr der Prozeß von Itzehoe. Dort war Köster am 10. Mai neben dem schleswig-holsteinischen NPD-Funktionär und zwei anderen Angeklagten zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt worden, weil sie im Dezember 2004 im holsteinischen Steinburg gemeinsam auf eine am Boden liegende Steinewerferin aus dem linken Spektrum eingetreten haben sollen.

Bei dem Prozeß handelte es sich um ein rein politisches Verfahren, bei dem völlig außer acht gelassen wurde, daß das besagte „Opfer“ einer Schlägertruppe angehörte, die seinerzeit versuchte, gewaltsam einen NPD-Landesparteitag zu stören. Da die Polizei nicht rechzeitig vor Ort war, sahen sich die Parteitagsteilnehmer nach den ersten Steinattacken genötigt, ihren Schutz selbst in die Hand zu nehmen. Die Linken, die mit diesem Gegenangriff nicht gerechnet hatten, ergriffen die Flucht und zwar so eilig, daß die besagte Steinewerferin ihre Füße nicht so schnell hoch bekam und zu Boden stürzte und in dieser Lage offenbar Opfer einer vielleicht unschönen, pädagogisch aber nachvollziehbaren Besserungsmaßnahme wurde, die uns mit den Normen der Emanzipation durchaus vereinbar scheint.
Für Christiansen freilich ist dies DER Beweis, daß die NPD nicht vor Gewalt gegen Andersdenkende zurückschreckt, wobei er freilich die Tatsachen in ihr Gegenteil verkehrt, in dem er die Angreifer zu Opfern der NPD macht. Recht witzig ist es auch, wenn Christiansen in diesem Zusammenhang von Menschenverachtung spricht. Ja was hat er denn gedacht? Daß man solchen Individuen wie ihm und den Steinewerfergarden seiner Partei auch noch irgendwelche Zuneigung schuldig ist? Wir finden, daß er und seinesgleichen vorerst mit Verachtung noch sehr gut bedient sind und da wir ihnen die Bezeichnung „Mensch“ nicht absprechen können, wird man sich wohl auch fürderhin mit dem Ausdruck „Menschenverachtung“ zufrieden geben müssen, was übrigens bei näherer Kenntnis der Kreatur Mensch nicht unbedingt verwerflich sein muß, wie die Welt nicht erst seit dem seinerzeit in einer Tonne lebenden Diogenes von Sinope weiß.

Christians Konkurrent Stefan Köster

Christiansens Forderung nach Rückgabe des Kreistagsmandates durch Köster ist nicht nur absurd, sondern auch kindisch. Sie verdeutlicht einmal mehr, daß ihn und seinesgleichen allein schon die Tatsache stört, daß jemand in einem Kommunalparlament sitzt, den man als ernsthafte Konkurrenz auffassen könnte, selbst wenn es dafür gar keine, durch namhafte Taten gerechtfertigte, Belege gibt. So kann man die bisherige NPD-Parlamentsarbeit in Ludwigslust keineswegs als sonderlich provokant oder aufregend bezeichnen, aber wer alles hat, den stört eben schon die Fliege an der Wand. Daß Christiansens Forderung in der Vergangenheit auch von anderen Vertretern etablierter Parteien unterstützt wurde, hat nichts zu besagen, sondern demonstriert allenfalls den mafiaartigen Kartellcharakter der Kreistagsparteien, die sich für gewöhnlich nur dann einig sind, wenn es darum geht mögliche politische Konkurrenz auszuschalten, um dann ungestört weiter so wirtschaften zu könne wie bisher. Es ist daher gerade zu ein Hohn, wenn nun ausgerechnet die Ludwigsluster SPD auf ihrer letzten Kreisverbandssitzung zu dem Schluß kommt, daß der Versuch der NPD, sich als biedere bürgerliche Partei und als Sachwalter der arbeitenden Bürger und Jugend anzupreisen, gescheitert sei.

Nun sind wir zwar gewiß die Letzten, die unter diesem Aspekt der NPD-Mecklenburg-Vorpommern nach dem Munde reden würfen, aber solche Vorwürfe und dann noch ausgerechnet aus den Reihen der SPD sind wohl nicht nur hierzulande etwas deplaziert. So darf man wohl getrost die Frage stellen, inwieweit denn die Sozialdemokraten noch die Interessen der arbeitenden Bürger (diese werden ja bekanntlich immer weniger) und der Jugend vertreten. Etwa durch Hartz IV oder durch die mehr oder minder offene Teilnahme an militärischen Auslandsabenteuern, wie in Afghanistan oder dem Kongo, der politischen Entmündigung durch sogenannte „Antirassismusgesetze“, oder vielleicht durch ständig gebrochene Wahlversprechen? Man denke nur an den „Merkel-Steuer-das-wird-teuer“-Slogan des letzten SPD-Wahlkampfes. Alles zusammen gesehen dürfte wohl unsere Behauptung rechtfertigen, daß die NPD vielleicht in vielen Dingen Kritik verdient, allerdings nicht von einer Seite, die wie kaum eine andere an der sozialen Verelendung Deutschlands schuldig ist.

Es ist bedauerlich, daß Köster nicht zu den Politikern gehört, die nötigenfalls auch in der Lage sind, auf solchen einen groben Klotz einen entsprechend groben Keil zu setzen, sonst hätte er dem sauberen Genossen Christansen wohl schon auf einer der letzten Kreistagssitzungen sinnfällig verdeutlicht, daß er sich seine Ansichten über politische Moral und den Besitz von NPD-Kreistagsmandaten in seinen feisten Hintern stecken kann und zwar möglichst tief, um damit auf der nächsten Schwulenparade in Rostock als Quoten-Hetero zu präsidieren. Mit Typen wie Christiansen gibt es nichts zu diskutieren, hier kann man nur etwas vom dem Haß zurückgeben, mit dem sie das politische Leben vergiften und zwar Pfund für Pfund. Bedauerlicherweise scheint man jedoch in den kommunalparlamentarischen Kreisen der NPD-Mecklenburg-Vorpommerns noch nicht so richtig erkannt zu haben, was eine politische Tribüne eigentlich sein kann. Statt dessen erinnert das Bramabarisieren des einen oder anderen NPD-Kommunalparlamentariers im trauten Kameradenkreise zumeist Personen mit einem Revolver, die aus dem Zielen gar nicht rauskommen, aber niemals abdrücken. Das ist sehr bedauerlich, so wäre es schon wünschenswert, daß von alldem was man derzeit so landläufig in den Medien über die angebliche Gefahr, die durch die kommunale Arbeit der NPD in den Kommunalparlamenten bestehen soll, hören oder lesen kann wenigstens zehn Prozent wahr wären. Es reicht nämlich keineswegs, wenn man immer wieder hört, in den Kommunalparlamenten sitzen so und soviel NPD-Parlamentarier, es müßte heißen, in den Kommunalparlamenten lärmen so und soviel NPD-Parlamentarier, indem sie ihre Gegner gar nicht zur Ruhe kommen lassen. Statt dessen aber kann von einer kämpferischen Auseinandersetzung nur sehr bedingt und nur dann und wann in ausgesprochen sporadischen Ausnahmefällen die Rede sein.

Dann wäre die Sorge Christiansens um seine politische Zukunft wenigstens gerechtfertigt, so aber wird man sich wohl auch noch in nächster Zeit damit begnügen müssen, daß es auf solche Vorwürfe von Seiten des politischen Gegners, lediglich fade Presserklärungen, müde Dementis oder gar keine Reaktionen gibt. Mal ehrlich, etwas anders haben wir uns die Sturmspitzen der nationalen Revolution eigentlich schon vorgestellt und wenn die jetzt in den Kommunalparlamenten schon so lendenlahm sind, wie soll das denn erst im Landtag werden?

Siehe auch
Ludwigsluster Tageblatt (SVZ) 30.05.06

Aus technischen Gründen sowie aus Gründen von Geschmack und Ästhetik - und um zumindest ein gewisses Niveau zu halten - haben wir die Kommentarfunktion im Störtebeker-Netz bis auf weiteres eingestellt. Leser die dennoch auf einen Kommentar der hier veröffentlichten Artikel nicht verzichten wollen, können dies auf Altermedia Deutschland tun. Allerdings machen wir darauf aufmerksam, daß die Veröffentlichung erst nach Prüfung durch die Schriftleitung erfolgt.

Quelle: Störtebeker-Netz 30.05.06



Tags: Allgemeines

9 responses so far ↓

  • 1 Alexander // May 31, 2006 at 14:33

    @ Schriftleitung

    Immer dieser Pessimismus bezüglich der NPD und seinen Vertretern. Nee, aber auch. Jeder Anfang ist schwer, und was nicht ist kann ja noch werden. Was hat es nicht schon alles gegeben.

    Also, auch wenn das Glas noch leer ist, es könnte ja voller werden. Nichts ist unmöglich, Toyota.

    Gruß

    AvL

    Sollen wir es noch singen, oder was, das Thema NPD ist für uns erledigt. Wie oft denn noch. Mann, du bist doch sonst nicht so begriffsstutzig. Außerdem ist dies kein Pessismismus, sondern lediglich unsere Meinung und die richtet sich nach dem wie die Dinge sind und nicht wie sie sein sollen. Wenn andere damit ein Problem haben, so ist das nicht unser Bier. Wir sind hier nicht die Parteipropagandaabteilung.

    Schriftleitung Altermedia

  • 2 Alexander // May 31, 2006 at 16:02

    @ Schriftleitung:

    Naja, es scheint ja für Euch so erledigt zu sein, daß Ihr immer wieder auf dem Thema rumreitet. So nach dem Motto: die sind ehh zu doof, aber die anderen sind auch nicht schlauer. Wäret Ihr mit dem Thema wirklich durch (in dem Sinne von absoluter Indifferenz), würdet Ihr die NPD-Themen ohne wertende Kommentare bringen. Wenn ich es positiv wende: Ihr habt noch genügend Herzblut im Thema. Darauf kann man aufbauen.

    Gruß

    AvL

    Zeig ein Nachrichtenmedium, das absolut ohne Wertung berichtet, ein einziges. Außerdem wäre es ja sonst auch etwas langweilig. Etwas Spaß an der Sache will man ja auch haben.

    Schriftleitung Altermedia

  • 3 Verschwörer // May 31, 2006 at 17:10

    @ Alexander

    Hier mal ein Link für Dich, aus einer Zeit, als die NPD-Welt noch in Ordnung war:

    …(Zensiert)…*

    *Sic transit gloria mundi.

    Schriftleitung Altermedia

  • 4 Baldur // May 31, 2006 at 21:55

    Der Herr Köster hat eben das falsche Parteibuch.
    Mit dem richtigen kann man am Boden liegende Polizisten zusammenschlagen und Steine werfen und wird Außenminister. Mit dem richtigen Parteibuch kann man auch als Bundeskanzler “Normalbürger” ins Gesicht schlagen und Schwarzgelder verschieben. Mit der richtigen Parteizugehörigkeit und als Graf kann man vorbestraft sein und dennoch weiter Kariere machen.
    Ob Süßmuth, Schily, Späth, Fam. Strauß usw., alle haben Dreck am Stecken, aber keiner regt sich darüber auf.

  • 5 Alexander // May 31, 2006 at 21:57

    @ Schriftleitung:

    In der Tat, Subjektivität ist Menschen ureigen. Und Humor und Ironie kann nie schaden. Am besten finde ich nebenbei Selbstironie.

    Eure Zensur finde ich ja interessant. Da bin ich doch umso neugieriger zu erfahren, was mir Verschwörer da mitteilen wollte.

    @ Verschwörer

    Danke für den Hinweis. Wo ein Wille, da auch ein Weg.*

    Gruß

    AvL

    Da brauchst du nur im Zeit-Archiv nachforschen, aber da diese Thematik mehr oder minder persönlich ist, hat sie in diesen Kommentarspalten nichts zu suchen, da diese NPD-Zeiten für uns erledigt sind. Ihr könnt euch ja untereinander austauschen.

    Schriftleitung Altermedia

  • 6 Verschwörer // May 31, 2006 at 22:43

    @ Schriftleitung

    Entschuldigung, ich wollte Euch da nicht zu Nahe treten. Ich bin aber auch davon ausgegangen, daß Ihr es eben nicht freischaltet, wenn Ihr nicht wollt - oder eben den Link löscht, wie geschehen.

    Ach das hat nichts mit zu nahe treten zu tun, der Link für zu einem Teil einer Periode die nicht mehr maßgeblich ist, du weißt doch selber, daß sich das alles gegessen hat. Wozu immer wieder alte Zeiten aufwärmen. Was vorbeit ist, ist vorbei.

    Schriftleitung Altermedia

    @ Alexander

    So aufregend war der Artikel in meinem Link nun auch wieder nicht.
    Ich habe aber noch eine ganz andere Frage: Hast Du Dich noch weiter um die Verifizierung des Baker-Zitats bemüht?

  • 7 Alexander // Jun 1, 2006 at 11:03

    @ Verschwörer:

    Ja bzw. Nein. Also im besagten Spiegel ist das Zitat nicht zu finden. Irgendjemand, Namen habe ich jetzt vergessen, hat mal dieses Zitat in die Welt gesetzt, und dann wurde es einfach immer wieder weiterverbreitet. Aber am Anfang war, zumindest nach meinen Recherchen, dieses Zitat nicht. Mag sein, daß Baker das Zitat inoffiziell in irgendeiner vertraulichen Runde gesagt hat, aber veröffentlicht wurde dieses Zitat nicht.

    Gruß

    AvL

  • 8 Alexander // Jun 1, 2006 at 12:40

    @ Verschwörer:

    Gib mir doch noch bitte ein Stichwort zu Deinem Internet-Verweis, denn sonst finde ich im Zeit-Archiv den besagten Text nicht. Bin jetzt doch neugierig diesen zu lesen, auch wenn er ja wohl ohne große Relevanz ist.

    Gruß

    AvL

    Ist doch nicht weiter schwer, erkundige dich nur nach dem erklärten Liebling und Sonnenschein aller höheren NPD-Parteifunktionäre aus Mecklenburg-Vorpommerns, dem parteiamtlich anerkannten “Neider vom Rande der Bewegung”, und gib dessen Namen da ein. Und dann wäre es schön, wenn man diese Thematik abhaken könnte, sonst machen wir das. Was vorbei ist, ist vorbei.

    Schriftleitung Altermedia

  • 9 Alexander // Jun 1, 2006 at 18:02

    … Na dann hast du ja gefunden was du gesucht hast, es kommen übrigens beide drin vor. - Schriftleitung

    Das obige könnt Ihr dann auch wieder streichen, vielleicht zumindest ein oder zwei Wörter stehen lassen, damit ich weiß, daß ich richtig lag und somit das Thema endgültig erledigt ist.

    Gruß

    AvL

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