![]() |
Zagreb / Kroatien: Wieder einmal ganz außer sich ist Israels oberster Nazijäger Efraim Zuroff. Diesmal sind es aber keine scheintoten österreichischen Opas, die ihm das Gemüt beschweren, weil er im Wahn lebt, sechs Jahrzehnte nach Ende des 2. Weltkrieges noch alttestamentarische Rache für irgendwelche Kindheitsunbilden nehmen zu müssen, was unseres Erachtens möglicherweise an einem traumatischen Kindheitserlebnis liegt. Vielleicht ja - natürlich nur vielleicht - wir wagen es vor innerem Entsetzen gar nicht zu denken, sexueller Mißbrauch durch den heimgekehrten Auschwitz-Opa oder den Treblinka-Onkel, doch können wir dergleichen natürlich nur vermuten, schließlich sind wir ja nicht Freud und wer kann schon in so eine arme gequälte jüdische Postholocau$t-Opferseele blicken.*
*Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, daß die Schriftleitung an dieser Stelle lautstark aufgeseufzt und sich eine Träne des Mitgefühls und der Betroffenheit aus dem Augenwinkel gewischt hat.
Wir erwarten von unserer Leserschaft, daß sie sich an dieser humanitären Geste tugendhafter Generosität und großzügigen Edelmutes ein ihrer würdiges Beispiel nimmt. - Die Schriftleitung
Nein, diesmal sind es politisch vollkommen unkorrekte Süßigkeiten, die unlängst im kroatischen Pozega in Ostkroatien aufgetaucht sind, die Zuroff Magenschmerzen bereiten. Allerdings nicht etwa wegen ihres Zuckergehaltes, sondern wegen ihrer Verpackung. So produzierte die kleine örtliche Firma Pinzi Zuckertütchen für Cafés, die ein Abbild von Adolf Hitler sowie Äußerungen zum Thema Holocau$t enthielten, ohne daß man diesbezüglich zuvor in Jerusalem um die Produktionserlaubnis angefragt hätte.
Berechtigter Anlaß für den am Geschäft nicht beteiligten obersten Nazijäger den Zorn Gottes und aller seiner alttestamentarischen Propheten auf den kroatischen Zuckertütenbetrieb herabzubeschwören. So erklärte Zuroff einmal mehr seinen „Abscheu und Empörung“ darüber, „daß solch ein Gegenstand heute in einem Land hergestellt werden kann, in dem der Holocaust nicht nur stattfand, sondern größtenteils von einheimischen Nazi-Kollaborateuren ausgeführt wurde”. Nach Ansicht des selbsternannten Nazijägers ein “widerwärtiger Ausdruck der Nostalgie für das Dritte Reich und eine Zeit des Massenmords an Juden, Serben und Roma”.
![]() |
| Efraim Zuroff |
Nach dem Willen Zuroffs soll nun die kroatische Justiz dafür sorgen, daß die inkriminierten Zuckertütchen gemäß eines Gesetzes wegen Rassen- und Religionshaß aus dem Verkehr gezogen werden. Die kroatische Staatsanwaltschaft folgte bereits dem Wink aus Jerusalem und begann entsprechende Ermittlungen.
In der Tat, wurde ja auch Zeit das da mal jemand durchgreift. Geht ja auch nicht an, erst haut ein Kroate, der sich dann bei der Polizei als „Adolf Hitler“ vorstellt, mutterseelenallein eine schwer bewachte Judenschule mit einer Eisenstange in Klump und dann drucken die Führers Konterfei auf Zuckertüten. Das geht natürlich nicht an. Wir schlagen daher vor, daß besagter Betrieb in Pozega künftig zur Buße das Konterfei von Nazijäger Zuroff auf seine Zuckertütchen druckt und zwar mit geistreichen Sprüchen aus Talmud, Schulchan Aruch oder Altem Testament. Spontan würde uns da so was wie „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ einfallen. Ein paar wirtschaftliche und politische Konzessionen zugunsten einige Volksgenossen von Zuroff täten es allerdings sicher auch.
Politisch korrekter aber wird es sein, wenn man den Kaffee wohl besser schwarz trinkt, sofern man darin natürlich nicht krypto-faschistische Tendenzen erblicken will, ist schwarz doch die amtliche Farbe des italienischen Faschismus mit dem Kroatien während des 2. Weltkrieges ebenalls liiert war. Vielleicht sollte man ja das Kaffeetrinken in Kroatien besser ganz verbieten, dann beugt man eventuellen politisch unkorrekten Mißverständnissen ganz vor.
Siehe auch
Spiegel Online 19.02.07
Quelle: Störtebeker-Netz 20.02.07


26 responses so far ↓
1 F. Frankfurter // Feb 20, 2007 at 9:34
„Nostalgie für das Dritte Reich und eine Zeit des Massenmords an Juden, Serben und Roma“
Ja darf man das denn noch so sagen? Juden und Serben im gleichen Atemzug nennen? Ist das nicht höchst inkorrekt und strafbar? Die Serben haben doch neuerdings die Seiten gewechselt. Sind die jetzt nicht von der Opferseite ins Täterlager übergelaufen?
2 Jak // Feb 20, 2007 at 9:58
Das die sich vor lauter Paranoia überhaupt noch auf die Straße trauen erstaunt mich doch immer wieder.
3 Wetekamp // Feb 20, 2007 at 10:44
“… künftig zur Buße das Konterfei von Nazijäger Zuroff auf seine Zuckertütchen druckt …”
Ähnliches wurde schon ausprobiert und hat nicht funktioniert. Auf wundersame Weise wandelte sich der Zucker nach dieser “Behandlung” in Weinstein-Säure :o))
“Spontan würde uns da so was wie „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ einfallen”
Oder wie wäre es mit:
“Ein Mädchen von drei Jahren und einem Tag wird durch Beiwohnung angetraut. (Jabmuth 57 b)”
“Wenn du in den Krieg ziehst, so gehe nicht zuerst, sondern zuletzt, damit du zuerst heimkehren kannst. (Pesachim 113)”
“Es ist erlaubt, den Frevlern in dieser Welt zu schmeicheln. (Sotah 71 b)”
“Wenn jemand wünscht, daß seine Gelübde des ganzen Jahres nichtig seien, so spreche er am Beginn des
Jahres: jedes Gelübde das ich tun werde, ist nichtig; nur muß er beim Geloben daran denken.
(Nedarim 23 b)”
4 123 // Feb 20, 2007 at 12:56
Zitat:
Vielleicht ja - natürlich nur vielleicht - wir wagen es vor innerem Entsetzen gar nicht zu denken, sexueller Mißbrauch durch den heimgekehrten Auschwitz-Opa oder den Treblinka-Onkel,…
Und wieder einmal erreicht altermedia ein historischen Tiefspunkt in Sachen Niveau.
Nanu, noch nichts von Psychoanalyse gehört. Wir haben lediglich darüber nachgedacht, was sein könnte, was im Seelenleben des Reb Zuroff vorgeht wirklich vorgeht, weiß außer ihm höchstens Jehova - oder sein Psychiater.
Schriftleitung Altermedia
5 Mjoelnir.Thorshammar.Feindschmetterer@web.de // Feb 20, 2007 at 13:28
@Schriftleitung:
“…lautstark aufgeseufzt …”
Schluß jetzt mit diesen antisemitistischen Hetzereien!
“… und sich eine Träne des Mitgefühls und der Betroffenheit aus dem Augenwinkel gewischt hat …”
eine Träne des Mitgefühls UND EINE der Betroffenheit!
“Wir erwarten von unserer Leserschaft, daß sie sich … ein … Beispiel nimmt.”
Übererfüllt, siehe oben, und jetzt will ich was Süßes, wie wär’s mit ‘nem Tütchen Zucker aus Pozega?
6 Rudolf // Feb 20, 2007 at 14:26
Die Zuckertütchen sollten in Zukunft mit “Multikulti” bedruckt werden. Ein bisschen davon mag ja ganz nett sein, aber wenn man zuviel davon nimmt, wird der Kaffee einfach zu süß.
7 Rudolf // Feb 20, 2007 at 14:52
So von wegen politisch inkorrekter Ansichten zu Vergangenheit und Gegenwart:
Schockschwerenot! “24 Prozent empfinden Schlesien und Ostpreußen noch immer als deutsch” und - fast genauso schlimm - “Rund die Hälfte der Deutschen sieht die nationale Geschichte insgesamt positiv.”
Ja, ja, der gesunde Menschenverstand der Mitte…
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,467433,00.html
8 Eberhard // Feb 20, 2007 at 19:26
Schlage Herrn Zuraff vor, den Begriff Holokaust und den Namen Hitler rechtlich für sich und sein auserwähltes Volk schützen zu lassen. Dann können sie selbst mit Zuckertütchen Reibach machen…
9 griesgram // Feb 20, 2007 at 20:31
Ist es eigentlich strafbar, wenn man ein Zigeunerschnitzel bestellt?
Kommt drauf an welcher Zigeuner deswegen angeschnitten werden soll. Sollte schon eine Sammelbestellung sein, wegen einem Schnitzel lohnt der Aufwand nicht.
Schriftleitung Altermedia
10 griesgram // Feb 20, 2007 at 20:35
Und über was man sich im freiesten Staat rhabarberrhabarber sonst noch so Gedanken mach:
http://magazine.web.de/de/themen/computer/games/test/3632466-Every-Extend-Extra,cc=000005480300036324661bDGLf.html
11 griesgram // Feb 20, 2007 at 20:38
Und nicht zu vergessen: Die immerwährende Sorge um die “Freiheit” der anderen:
http://magazine.web.de/de/themen/computer/internet/aktuell/3647576,f=linkL2_1.html
12 griesgram // Feb 20, 2007 at 20:42
Und noch einer:
@Rudolf zur “Mitte”
http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/deutschland/soziales/3646468-In-der-Mitte-brodelt-es,cc=000005507900036464681y7mst.html
13 Veritas // Feb 20, 2007 at 21:30
@griesgram
Gast zum Kellner”Ein Zigeunerschnitzel bitte. !”
Kellner zum Gast”Sinti oder Roma.?”
14 Mjoelnir.Thorshammar.Feindschmetterer@web.de // Feb 20, 2007 at 21:58
@griesgram:
“Ist es eigentlich strafbar, wenn man ein Zigeunerschnitzel bestellt?
Kommt drauf an welcher Zigeuner …”
Judenkirsche http://www.botanikus.de/Gift/lampion.html ist auch so ein feines Wort, die Bärbel Schäfer wird bei uns so genannt, und laut angegebenem Verweis ist daseine Giftpflanze…
15 Prost // Feb 20, 2007 at 23:29
http://www.vinilunardelli.com/scelta.html
16 Ferrier // Feb 21, 2007 at 0:18
Ich empfinde eine große Scham wegen der Zuckertütchen und ich bin empört, verärgert, enttäucht, sprachlos, zerknircht, erbost, fassungslos. Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Zuckertütchen… Vor allem aber werde ich eine Bürgerinitiative gründen, um dafür Sorge zu tragen, daß keine Zuckertütchen mehr Verwendung finden.
17 colin kreuzer // Feb 21, 2007 at 4:01
“… und zwar mit geistreichen Sprüchen aus Talmud, Schulchan Aruch oder Altem Testament”.
Wenn es ein Altes Testament gibt, dann wohl auch ein Neues. Da die Juden - so man sie als Glaubensgemeinschaft meint - aber kein Neues Testament haben, dann, ja dann …: haben sie wohl auch kein Altes. Also schreibt halt gefälligst “Tanach” hin, sonst nimmt Euch doch nie und nimmer einer ab, daß ihr Antisemiten seid - sondern hält Euch glatt für eine Fälschung. Denn der gute Antisemit weiß doch angeblich, was “der Jude” so macht.
“Der liebe Gott steckt im Detail”:
Colin Kreuzer
18 Schreibtischtäter // Feb 21, 2007 at 8:36
“Wetekamp :
…“Wenn du in den Krieg ziehst, so gehe nicht zuerst, sondern zuletzt, damit du zuerst heimkehren kannst. (Pesachim 113)” …”
Würden sich die Juden tatsächlich daran halten, dann wäre u. a. der Angriffskrieg im letzten Jahr auf den Libanon nie möglich gewesen.
19 J.B. // Feb 21, 2007 at 9:47
Süße Sache aus Wunsiedel: Schrottimmobilie losgeworden.
“Auf der Luisenburg wird es kein rechtsextremistisches Agitationszentrum geben. Die Gaststätte „Waldlust“, um deren Erwerb sich Kreise um den Hamburger Anwalt Jürgen Rieger bemüht hatten, ist von der Stadt Wunsiedel gekauft worden. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.”
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/resyart.phtm?id=1089523
20 Wetekamp // Feb 21, 2007 at 10:15
@Schreibtischtäter
Stimmt in gewissem Sinne. Vielleicht ist dieses Zitat leicht abgewandelt eher den Tatsachen entsprechend:
Wenn Du in den Krieg ziehst, sieh zu, nur waffenlose Zivilisten abzuknallen, damit Dir selber nichts passiert. Triffst Du auf massive Gegenwehr, zieh den Schwanz ein und hau ab! Hast Du keinen Schwanz, nimm den vom Nebenmann.
21 Hans Dressel // Feb 21, 2007 at 13:42
Die Tuetschen, ganz falsch sollen das Bild vom Stern haben damit bei jedem Genuss einer weniger wird.
22 Alexander // Feb 23, 2007 at 7:11
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/12075394
Wer sich das corpus delicti ansehen möchte, klicke oben auf den Verweis.
AvL
Besten Dank für den Hinweis, haben wir eingearbeitet.
Schriftleitung Altermedia
23 Rudolf // Feb 23, 2007 at 14:40
Ist jemand des Kroatischen mächtig und kann uns den potentiell volksverhexenden Aufdruck übersetzen?
24 Alexander // Feb 24, 2007 at 7:04
@ Schriftleitung:
Gern geschehen. Bin doch immer wieder aufs Neue positiv angetan von Altermedias Reaktionsschnelligkeit, Schöpfungskraft (müßte doch der deutsche Begriff für “Kreativität” sein oder?) und geistigen Wendigkeit. Wenn andere in diesem politischen Spektrum nur halb so viel davon hätten, Gott, wie anders säh doch vieles aus. Aber man kann sich seine Pappenheimer eben nicht backen. Oder wenn man gemein wäre könnte man sagen, ist eben systemimmanent bzw. systembedingt.
Gruß
AvL
Tja, so ist es halt, man muß sein Los eben nehmen wie es ist. Man kann sich einmal über den Löffel balbieren lassen, man sich zweimal über den Löffel balbieren lassen, aber spätestens dann sollte man daraus die notwendigen Konsequenzen gezogen haben oder sich ein anderes Hobby suchen. Es ist eben das Milieu, das den Menschen formt - so oder so.
Schriftleitung Altermedia
25 Nordländer // Mar 9, 2007 at 8:25
Pozega…Pozega..mmmh..in Kroatien also.
Wer zum Donnerwetter sind eigentlich immer diese verdammten IMs die dem auserwählten Völkchen solche Begebenheiten zutragen?
In Kleinkleckersdorf unterhielten sich neulich zwei Herrschaften.Im Verlauf des Gesprächs murmelte man mehrfach Aha,aha.Oder meinten die etwa A.H.?
Einschreiten bitte,SOFORT!
26 colin kreuzer // Apr 21, 2007 at 19:47
@ Alexander
“Schöpfungskraft (müßte doch der deutsche Begriff für “Kreativität” sein oder?)”
Aber nein. Der deutsche Begriff für “Kreativität” ist und bleibt eben: “Kreativität”. Und lautet in keiner anderen Sprache ebenso. Die Herkunft des Begriffes hingegen - und das war wohl Ihre Schlagrichtung -, die ist lateinisch, nämlich “creatio”.
Nur, wenn Sie es da so genau nehmen, warum nun ausgerechnet bei der “Schöpfung”? Und nicht bei den anderen Lateinern und Altgriechen, von denen es in Ihrem Kommentar geradezu wimmelt, nämlich: “positiv” (positivum), “Altermedia” (alter)/(medium), “politisch” (polis), “Spektrum” (spectrum), “System” (systema), “immanent” (immanens)?
Leave a Comment