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Tabuzone für jedermann? – Arno-Breker-Ausstellung in Schwerin eröffnet (22.07.06)

July 22nd, 2006 · Post your comment (15 Comments)

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“Das zentrale Motiv meiner Arbeit war immer der Mensch, Mann oder Weib. Die immer variierenden Erscheinungsformen ließen keine Ermüdung aufkommen.

Ich sehe den Menschen im Zenit seiner Erscheinung, den Jüngling wie die ihm ebenbürtige Jungfrau. Entwicklungstheorien der Wissenschaft haben mich nie erreicht. Man kann nicht vom Affen zum Menschen werden.

Moses hat das im 1. Kapitel in ewig gültigen Worten unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Die Gestaltung des Menschen ist das Werk des Allmächtigen.
Wie Granitblöcke stehen die Worte:
»Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn und schuf sie, einen Mann und ein Weib«

Im 31. Kapitel heißt es im Schlusswort: Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut.

Keine dekadenten Einflüsse haben mich je bewogen, das Menschenbild zu modifizieren, zu verfälschen oder gar zu zerstören. Diese Einstellung ist eine absolut ichbezogene, private Angelegenheit. Sie ist durch nichts eingeschüchtert worden. Sie wird durch nichts eingeschüchtert werden. Ob ich damit gegen den Zeitgeist verstoße, bleibt völlig gleichgültig.

Ein Kunstwerk von Rang beginnt erst mit der Vergeistigung der Materie – ein ohne Zweifel gottgewollter Vorgang – der bei den Ausführenden künstlerische Begabung voraussetzt. Dieser Vorgang bedeute das Hohelied der Schöpfung.”

Arno Breker 1978

Schwerin / Mecklenburg: Im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus wurde gestern die vor allem von linken „Künstler“-Kreisen angefeindete Arno-Breker-Ausstellung eröffnet. Gezeigt werden etwa 70 Plastiken Brekers, darunter auch solche die ursprünglich für die neue Reichskanzlei gedacht waren, wie beispielsweise die Skulpturen der „Wager“ und der „Wäger“. Dazu gibt es einen 220seitigen Text- und Fotoband über die Ausstellung, die vom Kurator Rudolf Conrades betreut wird.

Brekers “Der junge Heine

Wie in der Vergangenheit bereits mehrfach berichtet, formierte sich besonders aus linken „Künstler“-Kreisen Protest gegen die Ausstellung. Unter vorgeschobenem Antifaschismus protestierte hier allerdings die Unkultur gegen das wirklich Schöne. Daß dies keineswegs nur eine von uns leichtfertig dahingesagte Propagandafloskel ist, demonstrierte während der Eröffnung die Schweriner Malerin Ute Laux, die aus Protest gegen die Breker-Ausstellung vor dem Schleswig-Holstein-Haus ihren Bilderzyklus „Blutkörperdrucke“ auslegte. Dieses hochschöpferische Werk moderner „Kunst“ ist freilich nicht etwa ein Zyklus gemalter Bilder, wie es sich der Laie vielleicht vorstellen mag, sondern wie der Name schon sagt, Körperabdrücke mit Blut, mit Schweineblut um genau zu sein. Ob die „Künstlerin“ sich dabei selber im Blut wälzte oder aber jemanden aus ihren „Künstler“-Kreisen dazu engagierte bzw. einen Hartz IV-Empfänger, den man dabei nicht nur seiner Kleidung, sondern auch seiner Würde entkleidete, ist uns allerdings nicht bekannt.

Zum Vergleich “Nazi”-Kunst von Arno Breker

Brekers “Orpheus und Eurydike“

Uns ist lediglich bekannt, daß Laux diese Kreationen als „Protest gegen die Ehrung für einen Bildhauer“ sieht, der nach ihrem Dafürhalten „seine Seele verkauft hat“. Offensichtlich spricht aus diesem Protest allerdings weniger die Moral, als vielmehr der Neid der Besitzlosen, da es nur recht wenig Menschen gibt, die für Werke einer Laux wirklich Geld ausgeben würden und noch weniger, die freiwillig behaupten würden, daß diese Ausdruck von Anmut und Schönheit wären.

und

politisch korrekte Kunst von Ute Laux

Zwar nicht die “Blutkörperdrucke”, aber auch “Kunst” von Ute Laux

Ungewollt demonstrierte Laux daher mit ihren „Blutkörperdrucken“, daß der Ausdruck „entartete Kunst“ keineswegs nur ein leeres Schlagwort und deren Bekämpfung seinerzeit vielleicht falsch, keineswegs aber nicht menschlich nachvollziehbar ist.

Breker-Hasserin Ute Laux – Talentlosigkeit gegen Genius

Wie es heißt, stieß Laux sich außerdem daran, daß in der Breker-Ausstellung Bildhauer wie Ernst Barlach keine Erwähnung fänden. Der „Künstlerin“ ist dabei möglicherweise in ihrem Schweineblutrausch entgangen, daß es sich in diesem Fall um eine Breker- und nicht etwa um eine Barlach-Ausstellung handelt. Darüber hinaus ist es uns unbekannt, daß man im Falle von Barlach-Ausstellungen Künstlern gedenken würde, die man heute als angebliche Nutznießer des NS-Regimes abqualifiziert.

Neben Laux hatten zuvor 34 „Künstler“, Galeristen und „Kunsthistoriker“ aus Mecklenburg-Vorpommern in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Breker-Ausstellung protestiert. Es hätte die Ausstellung allerdings in der Tat bereichert, wenn man ihr auch Werke der unter den Nationalsozialisten als „entartet“ bezeichneten „Künstler“ hinzugefügt hätte. Allerdings könnten wir dann nicht ausschließen, daß die moderne „Künstlerschaft“ sich in einem solchen Fall über eine Neuauflage der damaligen NS-Ausstellung über „entartete Kunst“ beklagt hätten, zumal es in einem solchen Fall für die meisten Besucher ein Leichtes wäre, festzustellen, bei welchen Exponaten es sich um wirkliche unsterbliche Monumente des Schönen handelt und welchen nur um gewöhnlichen Schund. Hier wurde in der Tat eine Chance versäumt.

Siehe auch
Schweriner Volkszeitung 22.07.06

Ostsee-Zeitung 22.07.06

Museum Arno Breker, Schloß Nörvenich (NRW)

„Kunst“ von Ute Laux

Quelle: Störtebeker-Netz 22.07.06

Anhang:
Ein Dokument des Neides der Minderbegabten gegenüber dem Genie

Stellungnahme des Künstlerbundes zur Diskussion um die Ausstellung der Arbeiten Arno Brekers im Schleswig-Holstein-Haus Schwerin vom 20. Juli 2006

Darf man Brekers bildhauerische Arbeiten ausstellen? – Der Künstlerbund MV ist der Meinung JA, man darf, aber nur unter absoluter Gewährleistung einer möglichst umfassenden Einbettung des Werkes in seinen historischen und ideologischen Kontext. Man muss also Breker nicht tabuisieren. Schon die Tatsache, dass bis unmittelbar vor der Eröffnung noch kein begleitendes Rahmenprogramm konkret vorliegt, veranlasst uns, davon auszugehen, dass die Ausstellung diese Einbettung des künstlerischen Werkes in ihren zeitgeschichtlichen Kontext nicht in angemessener Form bieten will. Herrn Conrades’ Grundaussage vom talentierten Bildhauer, der eben lediglich über einen bestimmten Zeitraum enger als andere mit einem verbrecherischen Regime verknüpft war, äußert sich ja auch darin, dass er aus allen Schaffensperioden Arbeiten zeigen wird.

Stellt man all diese Werke zur Diskussion, so fragen wir uns, was die Verantwortlichen damit überhaupt zur Debatte stellen wollen und wo deren Ziele zu sehen sind. Geht es darum, die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Macht, von Künstler und Auftraggeber, von Ideologie und Ästhetik zu beleuchten, so können wir dem, wenn entsprechend durchgeführt, zustimmen. Wenn jedoch Brekers künstlerische Qualitäten, vom historischen und politischen Kontext losgelöst, zur Diskussion stehen, so ist dies nicht zu verantworten, auch nicht der Einsatz öffentlicher Mittel. Klaus Staecks Einschätzung im Sinne einer “Rehabilitierung” würde dann voll und ganz zutreffen. Breker würde als Bildhauer, der mit handwerklicher Gründlichkeit, nicht unbedingt fortschrittliche, aber dafür einem (noch immer) weit verbreiteten Schönheitsideal entsprechende Kunstwerke geschaffen hat, verharmlost. Doch weshalb soll man sich eigentlich um die Beachtung eines vielleicht gerade mal mittelmäßigen Künstlers kümmern – weil er mit bekannteren Künstlern eng befreundet war und der eine oder andere seinen Freund schätzte? – weil der selbst gigantomanische Egozentriker Dali von Brekers Monumentalität überzeugt war?

Wo bleibt dabei die notwendige Analyse und der damit einhergehende kunstwissenschaftliche Vergleich der Werke Brekers mit denen seiner “Vorbilder”, Freunde und Zeitgenossen? Wer zur Diskussion anregt, der muß auch Aussagen machen!
Es scheint eben doch nur um das eine zu gehen: nämlich um die Tatsache, dass die Verknüpfung dieses “Künstlers” mit dem Naziregime ihn zu einem öffentlichkeits-wirksamen Werbeträger macht, der die Kassen der Stadt Schwerin klingeln lässt.
Nicht mehr und nicht weniger. Dass alle Seiten – sowohl die Befürworter als auch die Gegner der Ausstellung – im Verlauf der Diskussion in den Medien – an genau dieser Inszenierung “mitgewirkt” haben, braucht man ja gar nicht näher auszuführen – die Maschinerie läuft.

Als Landesverband der bildenden Künstlerinnen und Künstler rufen wir Journalisten, Wissenschafter und alle Kunst- und Kulturinteressierten dazu auf, eben diese Ausstellung kritisch zu hinterfragen und Brekers Werk angemessen zu diskutieren.
DER KUNST ZULIEBE!

Der Vorstand

20.07.06

Dem einen oder anderen Leser wird es beim Lesen dieses Pamphletes möglicherweise ähnlich gegangen sein, wie uns, so fühlten wir uns hier ein wenig an die Szene aus dem Gulliver erinnert, wo die Liliputaner diesem alle möglichen Arten von Fesseln anlegten, um ihm ihn am Boden zu halten. … Übrigens ohne Erfolg, wie man bei Swift nachlesen kann. –
Die Schriftleitung

Quelle: Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern 20.07.06



Tags: Allgemeines

15 responses so far ↓

  • 1 Dike // Jul 23, 2006 at 12:48

    @ Schriftleitung

    Vielen Dank für die nochmalige Berührung mit Arno Brekers hehrer Kunst. Sein Bildnis des jungen Heine ist atemberaubend schön. Ich habe es noch nie gesehen vorher. Es strahlt seine schöne Seele aus und die leise Melancholie auch, die diesem Dichter zueigen war.
    Was die bundesrepuplikanische “Kultur- und Kunstszene” und deren Intello-Gefasel angeht, trifft der Vergleich mit Guliver und den Liliputanern haarscharf! ;-)

    Darf man noch wissen, wo die zwei herrlichen, hier abgebildeten Bildnisse zu finden sind? Im Katalog etwa? Ubrigens: Es verwundert mitnichten, daß die lokalen Liliputblätter, die so sehr auf ihre politische Korrektheit achtgeben (müssen), diese Kostbarkeiten auf Bild ihren Lesern vorenthalten. Sähen doch die Leser wirkliche Schönheit, wirkliche Würde, etwas, das sie per Dekret nicht sehen dürfen…

    Gruß
    Dike

  • 2 Günter Kursawe // Jul 23, 2006 at 13:09

    Der Kunst zu liebe, sollten wir das Werk Breker´s angemessen diskutieren und
    deshalb stelle ich hiermit die Frage:

    Kann man im Werke Breker´s von einer “nazistische Ästhetik sprechen” ?

    Ich bin mir nicht sicher, weil die Bildhauer Arno Breker, Fritz Klimsch,
    Josef Thorak, Richard Scheibe und George Kolbe bereits vor der Machtübernahme
    Hitler´s im Januar 1933, in Deutschland gefeierte Künstler waren und vergleicht
    man die Werke der einzelnen Bildhauer können im Stile Ähnlichkeiten festgestellt
    werden.

    Wenn außerdem die Werke vor und nach 1933 verglichen werden kann man in
    aller Objektivität keine radikale Änderung im Stile feststellen. Jeder ist sich
    seines schönen und sauberen Stiles treu geblieben; ein Stil außerdem, der ganz
    vergleichbar ist, was sich im selben Zeitalter in Frankreich, im bildhauerischen
    Werk des Trocadéro in Paris widerspiegelt.

    Meines Wissens gab es im Dritten Reich keinen Ästhetikvertrag, der mit
    Einverständnis der Partei veröffentlich wurde und die ästhetischen Ideale
    festschrieb.

    Es bleibt festzustellen, daß das, was man gewöhnlich unter “nazistischer Kunst”
    versteht, in Wirklichkeit eine Kunst ist, die die Brüche ablehnt, die durch die
    “moderne” sogenannte Kunst eingeleitet wurden.

    Mit anderen Worten es gibt keine “spezifisch nazistische” Kunst.

  • 3 Wetekamp // Jul 23, 2006 at 13:58

    “Ich sehe den Menschen im Zenit seiner Erscheinung, den Jüngling wie die ihm ebenbürtige Jungfrau. Entwicklungstheorien der Wissenschaft haben mich nie erreicht. Man kann nicht vom Affen zum Menschen werden.”

    Sicher kann eine Affe nicht zum Menschen werden, schaut man sich jedoch einige unserer momentanen ” politischen Größen” an, ist der Umkehrschluß, das der eine oder andere Mensch zum Affen werden kann, durchaus naheliegend.

    “Bilder” wie die von Laux bevorzugten, haben Chimpansen bereits in besserer Qualität gefertigt.

  • 4 die Axt // Jul 23, 2006 at 14:33

    Das infantile Blut-und Scheiße-Gematsche der linken Kunstschänder ist das Spiegelbild geistiger Verwahrlosung und antideutscher Umerziehung, die aber trotz aller Bemühungen des herrschenden Abschaums die allergrößte Mehrheit der Bevölkerung nicht erreicht und auch nicht erreichen wird. Bezeichnenderweise verlangt ja dieser ´Künstlerbund´(schon der Name ist blanke Kulturbarbarei) eine umfassende und ausführliche Diffamierung Brekers um ihren perversen Schund ins rechte Licht rücken zu können. Würde man wie oben schon angesprochen die Werke Brekers unkommentiert und daneben das linke Gesudel ausstellen wären die Reaktionen klar und die ´modernen Künstler´müßten sich auf Anzeigen wegen Sachbeschädigung gefaßt machen, da in deren Ausstellung auch der letzte Hinterwäldler glauben würde, sich in einer versifften öffentlichen Toilette zu befinden, die man mit Graffiti beschmiert hat. Bei Breker kann das logischerweise nicht passieren. Und wo die Argumente ausgehen, muß natürlich wieder der böse, böse Nationalsozialismus herhalten. Doch was soll´s: Das ist eh alles nur noch das letzte spastische Zucken vor dem Untergang der BRDigungsrepublik.

  • 5 Kristallnacht // Jul 23, 2006 at 18:06

    \”… politisch korrekte Kunst von Ute Laux …\”

    Wenn ich mal das eine Bild \”Blutkörperdrucke” von dieser \”Künstlerin\” so betrachte*, bekomme ich einen Lachkrampf. Hat sie das wirklich selbst gemalt oder einem Affen Farbe und Pinsel zum Malen gegeben, damit dieser die Drecksarbeit für sie erledigt ? Vor langer Zeit hörte ich von einem \”Experiment\”, daß tatsächlich einem Affen Materialien zum Malen gegeben wurden. Der schmierte dann wie wild rum und nachdem der Affe mit seinem \”Kunstwerk\” fertig war, wurde das Bild in einer Ausstellung präsentiert. Natürlich wurde vorher nicht erwähnt, daß der \”Künstler\” in Wirklichkeit ein Affe gewesen war. Die linksoberintellektuellen Kunstkritiker- und vermeitlichen Experten begutachteten dann das Werk des Affen. Dann unterhielten sie sich über die Aussageabsicht und die geheimnisvolle Bedeutung der vielen bunten Farbkleckse und -striche. Nachdem ihre intellektuellen Ergüsse abgeschlossen waren, kamen sie zu dem Ergebnis ihrer kunstkritischen Unterhaltung zu der geistreichen Erkenntnis, daß es sich um ein für die moderne Kunstwelt wertvolles Werk eines bis dahin unentdeckten Talents handeln müsste. Später wurden sie über die Hintergründe des \”Experimentes\” aufgeklärt, was sie dann insofern blamierte, daß sie aus Scham über ihr eigenes linksintellektuelle geistesproletarische Geschwätz rot anliefen und selbst dann äußerlich als moderne Kunstobjekte zu bestaunen waren. Im Falle von dieser Frau Ute Laux wäre das Prinzip irgendwie das selbe.

    Bei dem von uns gezeigten Bild handelt es sich zwar um ein Bild von Laux, aber wie aus dem Bilduntertitel eigentlich ersichtlich sein sollte, sind es nicht die \”Blutkörperabdrucke\”. Ungeachtet dessen aber entspricht die hier genannte Charakterisierung in etwa auch unseren Vorstellungen. Die Affen-Sendung verdient häufige Wiederholung im Fernsehen, vor allem wenn es sich um \”Kunst\”-Diskussionen à la Laux & Co. handelt.

    Schriftleitung Altermedia

  • 6 koenig // Jul 23, 2006 at 18:21

    Laux’ s “Kunstwerke”, Erzeugnisse einer Malstunde in der Irrenanstalt.

  • 7 koenig // Jul 23, 2006 at 18:32

    “Bilder – Spiegel der Seele”

    In Anbetracht ihrer Blutschmierereien muß diese Kunst-Bolschewistin unter schweren seelischen Störungen leiden.

  • 8 Dekko // Jul 23, 2006 at 19:53

    Um zu sehen das Frau Laux Pinselgesudel keine besonders ansprechende Kunst ist, braucht man nicht den Vergleich mit dem (meiner Meinung nach mitelmäßigen) Breker. Aber dieses Bild als symptomatisch für die moderne Kunst hinzustellen, tut mir doch ganz schön in der Seele weh. Die Avantgarde, Moderne und Postmoderne haben künstlerisch weitaus mehr und Vielfältigeres erschaffen, als dass man sie so einfach auf “Blut-undScheiße-Schmierereien” (o.ä.) reduzieren sollte…

    Mein erster Gedanke beim Lesen dieses Beitrages übrigens:
    “Breker und kein Ende… das nationalsozialistische Sommerloch?” ;)

  • 9 Kristallnacht // Jul 23, 2006 at 21:42

    @ Schriftleitung Altermedia:

    Stimmt, daß dieses Bild nicht den Namen ”Blutkörperabdrucke” hat, aber so ein Titel wäre doch wirklich passend für dieses Geschmiere.

  • 10 J.B. // Jul 24, 2006 at 10:06

    Der Psychiater Prinzhorn brachte Anfang des 20. Jahrhunderts das Buch „Die Bildnerei der Geisteskranken“ heraus, welches von den Dadaisten dankbar als Inspiration aufgegriffen wurde. Dazu paßt, daß die BRD-Intellektuellen über den Kunstwert von Affengeschmiere debattieren.

    Oje, wie wird die Nachwelt in einigen Jahrhunderten über die Lächerlichkeit dieser Epoche spotten!

  • 11 Mark // Jul 24, 2006 at 13:46

    “Je niederträchtiger und elender die Erzeugnisse einer Zeit und ihrer Menschen sind, um so mehr haßt man die Zeugen einer einstigen größeren Höhe und Würde.”

    (A.H.)

  • 12 TodosAlemanesUnidos // Jul 24, 2006 at 17:44

    Die Protest-Künstlerin Laux macht den Breker-Ausspruch von 1978, dessen Wort von der “Vergeistigung”, an ihrem eigenen Beispiel greifbar:
    Und zeigt damit die tiefe Kluft zwischen Intellekt und Geist.
    Denn Vergeistigung ist Ideenweltliches, Intellektuelles ist Denkdurchdringung: Der Wesensunterschied zwischen absoluter Schöpfung und relativem Machwerk.

  • 13 griesgram // Jul 28, 2006 at 13:34

    @Mark
    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst die Zwerge lange Schatten!
    :-)

    Ein Spruch des jüdischen Satirikers Karl Kraus und wo Recht hat, hat er Recht.

    Schriftleitung Altermedia

  • 14 Dekko // Jul 30, 2006 at 15:31

    “Die niedrigere Stufe des ästhetischen Triebes spricht sich im Systembau aus, der die Objekte in ein symmetrisches Bild faßt… wenn sie unter dem Joch des Systems gebeugt waren, konnte der Verstand sie am schnellsten und gleichsam mit dem geringsten Widerstande erfassen. Die Systemform zerbricht, sobald man der eigenen Bedeutsamkeit des Objektes inerlich gewachsen ist und sie nicht erst aus einem Zusammenhang mit anderen zu entlehnen braucht; in diesem Stadium verblasst deshalb auch der ästhetische Reiz der Symmetrie, mit der man die Elemente zunächst zurecht legte… Symmetrie bedeutet im Ästhetischen Abhängigkeit des einzelnen Elementes von seiner Wechselwirkung mit allem anderen, zugleich aber Abgeschlossenheit des damit bezeichneten Kreises; während asymmetrische Gestaltungen mit dem individuelleren Rechte jedes Elementesmehr Raum für frei und weit ausgreifende Beziehungen gestatten.”

    G. Simmel

  • 15 Werner Klingbiel // Aug 11, 2006 at 17:31

    Es ist schon beachtlich, dass sich gerade Künstler, die sich sonst immer für die Freiheit der Kunst aussprechen, bei der Breker Ausstellung für Zensur eintreten.
    Forden die Künstler nicht sonst immer, dass sich die Bevölkerung ein Bild machen soll?
    Ich habe die Ausstellung besucht und kann hinter der Kampagne nur vermuten, dass die Kunst des Herrn Breker zu einem erheblichen Teil sicher Auftragskunst der damaligen Regierung war, aber welcher freie Künstler würde heute einen Staatsauftrag ablehnen.
    Stimmt er deshalb immer mit der Regierung überein. Dann ist gerade Herr Staek allerdings ein Opportunist und Heuchler.
    Herr Breker ließ sich trotz hoher Tantiemen vom Regime nicht verbiegen, das ist wohl das Problem.
    Außerdem heißt das, es identifizieren sich alle Künstler, die sich z. B. als Kunstlehrer an den Staat verdingen mit der jeweiligen politischen Richtung.
    Da sich auch Herr Adenauer von Breker darstellen ließ müsste das nach Meinung der “Zensurkünstler” auch bedeuten, dass z. B. dessen Staatsekretär Globke kein Fehlgriff war, sondern als Indiz der Fortführung der Politik des vorhergegangenen Regimes zu werten wäre.
    Selbst kein Künstler käme wohl auf die Idee, die CDU trotz der Politgrößen aus der NSDAP von Globke über Lübke und Filbinger bis Weizäcker als von der NSDAP korrumpiert zu betrachten. Sonst müsste man ihr daher konsequenterweise alle öffentlichen Auftritte zu untersagen, und dem Bürger die Auseinandersetzung mit desr Politik der größten Partei.
    Es ist eine Anmaßung der selbsternannten Zensoren, es dem Bürger unmöglich machen zu wollen, sich ein eigenes Bild über das Schaffen von Breker zu machen. Sind in Deutschland nur die Künstler mündig?

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