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Theresienstädter Halbwüchsigenmalereien gegen Breker-Ausstellung (24.09.06)

September 24th, 2006 · Post your comment (12 Comments)

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Schwerin / Mecklenburg: Nach wie vor ist im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus die Arno-Breker-Ausstellung zu sehen. Mehr als 10.000 Menschen machten bislang von der Möglichkeit Gebrauch, selber in Augenschein zu nehmen, was denn an der angeblichen „Nazikunst“ so verbrecherisch sein soll, dass man sie von interessierter Seite am liebsten für immer unter Verschluß stellen möchte.

Jüngster Diskreditierungsversuch ist seit Donnerstag eine Ausstellung von angeblichen Zeichnungen und Bildern, die Judenkinder während des 2. Weltkrieges im KZ Theresienstadt angefertigt haben soll. Bilder die beim Betrachter freilich nicht nur die Schrecken von Krieg und Verfolgung ins Gedächtnis zurückrufen, sondern auch die Frage, wie man denn Zeit, Muße und vor allem Zeichenmaterialien zusammenbekam, wo man doch von den bösen Nazis so drangsaliert und gepiesackt wurde. Sollte es in Theresienstadt am Ende weit weniger drastisch zugegangen sein, als eine gewisse Geschichtsschreibung uns Glauben machen will? – Glücklicherweise gibt es in Deutschland Gesetze, die uns daran hindern, solche Gedanken bis zu Ende zu denken.

Die Exposition mit den jüdischen Halbwüchsigenmalereien wurden in der MV-Foto-Galerie der nahe dem Schleswig-Holstein-Haus gelegenen Volkshochschule untergebracht. Um der Breker-Ausstellung Konkurrenz zu machen, wird diese Ausstellung von der Stadt Schwerin und anderen Förderern finanziert, um den Eintritt frei halten zu können. Die Laufkundschaft hält sich zwar dennoch in spürbaren Grenzen, doch hat man auf diese Weise einmal mehr die Möglichkeit, ganze Schulklassen durch diese Exposition zu lotsen, um auf diese Weise die Besucherzahlen nach oben zu pushen. Initiatorin der Ausstellung ist die Malerin Ute Laux, deren eigene Werke freilich ebenfalls ausgesprochen infantiles Niveau vermuten lassen, denn echtes künstlerisches Können.

Ute Laux (2. v. r. )bei der Ausstellungseröffnung

Laux hatte bereits im Sommer mit einer Hetzaktion während der Eröffnungsveranstaltung der Breker-Ausstellung auf sich aufmerksam gemacht. So schrieben wir darüber am 22. Juli:
„…Wie in der Vergangenheit bereits mehrfach berichtet, formierte sich besonders aus linken „Künstler“-Kreisen Protest gegen die Ausstellung. Unter vorgeschobenem Antifaschismus protestierte hier allerdings die Unkultur gegen das wirklich Schöne. Daß dies keineswegs nur eine von uns leichtfertig dahingesagte Propagandafloskel ist, demonstrierte während der Eröffnung die Schweriner Malerin Ute Laux, die aus Protest gegen die Breker-Ausstellung vor dem Schleswig-Holstein-Haus ihren Bilderzyklus „Blutkörperdrucke“ auslegte. Dieses hochschöpferische Werk moderner „Kunst“ ist freilich nicht etwa ein Zyklus gemalter Bilder, wie es sich der Laie vielleicht vorstellen mag, sondern wie der Name schon sagt, Körperabdrücke mit Blut, mit Schweineblut um genau zu sein. Ob die „Künstlerin“ sich dabei selber im Blut wälzte oder aber jemanden aus ihren „Künstler“-Kreisen dazu engagierte bzw. einen Hartz IV-Empfänger, den man dabei nicht nur seiner Kleidung, sondern auch seiner Würde entkleidete, ist uns allerdings nicht bekannt. …

Doch nicht nur mit Halbwüchsigenmalereien versucht man dem Renommee der Breker-Ausstellung Abbruch zu tun. So fand in der Nacht vom 18. zum 19. September eine Farbattacke auf das Schleswig-Holstein-Haus statt, die von linken Kreisen verübt wurde. Eine entsprechendes Bekennerschreiben begründete die Hassattacke mit dem Einzug der NPD in den Schweriner Landtag.
Polizeiangaben zufolge, waren zwei ausgehöhlte und mit brauner Farbe gefüllte Wachskerzen gegen die Fassade und die Tür des Hauses geworfen worden.
Wochen zuvor, im August, waren linke Extremisten in die Ausstellungsräume eingedrungen und hatten die Breker-Exponate mit Toilettenpapier umwickelt. Obwohl die Aktion mit der Presse abgesprochen war und die Verantwortlichen faktisch bekannt sind, gab es weder einen Aufschrei öffentlicher Entrüstung über diesen Akt der Bilderstürmerei noch Ansätze einer ernstzunehmenden Strafverfolgung.

Wäre es daher verwerflich, wenn man der Ausstellung in der Volkshochschule einen Gegenbesuch machen würde? Keine Angst, natürlich ohne Klopapier, wohl aber um jungen Leuten zu zeigen, vor was für armseligem Geschmiere man hier Kotau macht. Im Anschluß kann man ja im engsten Kameradschaftskreis aus themenbezogenem Anlaß aus des Kaisers neuen Kleidern von Hans Christian Andersen lesen.

Siehe auch
Schweriner Volkszeitung 22.9.06

MVregio 19.09.06

Altermedia 14.08.06

Altermedia 22.07.06

Quelle: Störtebeker-Netz 24.09.06

Tags: Allgemeines

12 responses so far ↓

  • 1 Beobachter // Sep 24, 2006 at 16:35

    “Mehr als 10.000 Menschen machten bislang von der Möglichkeit Gebrauch, selber in Augenschein zu nehmen,” ist falsch. Vor 6 Wochen waren es schon 11.000 ! Defintiv !

    Und 11.000 sind nicht mehr als 10.000? Abgesehen davon dürfte die Ausstellung inzwischen ja auch noch ein paar Besucher gehabt haben. Da uns aber aktuelles Zahlenmaterial fehlt, müssen wir eben mit dem vorlieb nehmen, das wir haben.

    Schriftleitung Altermedia

  • 2 J.B. // Sep 24, 2006 at 17:01

    Tja, eine gute Frage, wie solche Malereien in einem gruseligen Todes-KZ erst entstehen können und dann auch noch die Vergasungen überleben, ohne von brutalen SS-Wächtern in tausend Stücke gerissen worden zu sein. Auf solche Fragen findet vielleicht das Tagebuch der Anne Frank eine Antwort.

  • 3 Axel Heinzmann // Sep 24, 2006 at 17:56

    Zumindest in keinem D”D”R-KZ wären so schöne bunte Bilder machbar gewesen, und weggefilzt auf Nimmerwiedersehen hätte man sie allemal.
    heinzmann.axel@web.de

  • 4 Peter // Sep 24, 2006 at 20:20

    @Axel Heinzmann

    Das kann ich dir aus eigener Erfahrung bestätigen.Dort brauchte man eine “Malerlaubnis”
    Die Bilder wurden dann zensiert.Was nicht passte,wurde als “nicht im Sinne des Strafvollzuges”konfisziert und zerrissen.Vor meinenAugen.
    Übrigens,mein Vater war in Theresienstadt.Später geriet er in russische Gefangenschaft.Er sagte immer”Als ich beim Russen in Gefangenschaft war,habe ich mich nach einem deutschen KZ gesehnt,da gab es wenigstens genug zu fressen”Böser Hitler.

  • 5 Leif H. // Sep 24, 2006 at 20:37

    In Sachsenhausen (b.Berlin) läuft noch bis zum 27.Oktober eine Sonderaustellung. Sie präsentiert erstmals rund 200 Aufnahmen aus dem dienstlichen Fotoalbum des ersten Kommandanten von Sachsenhausen, Karl Otto Koch, das die Gedenkstätte in den Archiven des russischen Geheimdienstes fand.

    Interessant hierbei ist das sich gezeigte Fotos sogarnicht mit dem offiziellen strafrechtlich abgesicherten Bild decken.
    Man sieht: eine akkurat geführte Haft-und Erziehungseinrichtung mit Großküche, Wäscherei usw. Häftlinge sauber gekleidet und augenscheinlich ausreichend ernährt.

    Der Begleittext erklärt was man auf den Fotos zu sehen HAT:

    http://www.stiftung-bg.de/gums/de/index.htm

  • 6 Anonymous // Sep 24, 2006 at 21:28

    zitat:
    Und 11.000 sind nicht mehr als 10.000? Abgesehen davon dürfte die Ausstellung inzwischen ja auch noch ein paar Besucher gehabt haben. Da uns aber aktuelles Zahlenmaterial fehlt, müssen wir eben mit dem vorlieb nehmen, das wir haben.
    zitat Ende
    natuerlich, und die 1000 Leute wurden innerhalb von 6 Wochen wieder abgerechnet, weil sie nicht deutsch genug waren (sie haben mal mitm auslaender geredet)

    ausserdem: Wieso sollte man seine Arbeiter nicht bei Laune halten?

  • 7 J.B. // Sep 25, 2006 at 14:04

    Bei Ar2go findet man unter “View by Themes > Primitive” einen verkrüppelten Korpus, von Ute Laux zusammengestrichen:
    http://www.artlink.com/Ar2Go/Gallery.asp?wid=237

    Die gute Frau hat doch tatsächlich glatt vergessen – Punkt, Punkt, Komma, Strich – ihrer Figur wenigstens ein Gesicht anzupinseln. Mann, sowas konnte ich schon mit 3 Jahren!

    Weitere Dunstwerke der Dünstlerin:
    http://www.galerie-harff.de/impressionen_Kopie(5).htm

  • 8 Schulle // Sep 25, 2006 at 18:12

    Das Bild von Frau Laux sieht schon sehr entartet aus.Dafür gibt es auch noch Geld vom System.Danke J.B für den Hinweis.

  • 9 Thomas Brehl // Sep 25, 2006 at 19:13

    Theresienstadt war ein Muster-KL, sogar mit Ausbildungsstätten für jüdische Jugendliche. Unter Mitwirkung des inhaftierten jüdischen Regisseurs Kurt Gerron entstand der Film “Der Führer schenkt den Juden eine Stadt”, der aber sicher verboten ist, weil er so gar nicht ins Bild der strafrechtlich abgesicherten Historie paßt.

    Ebensowenig passen die ungezählten Berichte der verschiedenen Kommissionen des Internationalen Roten Kreuzes über Besuche in verschiedenen KL´s zum heute vermittelten Geschichtsbild.

    Damit möchte ich aber nicht mal angedeutet haben, daß ich auch nur eine Sekunde an dem zweifele, an das zu glauben ich per Gesetz verpflichtet bin.

  • 10 Blitzlord // Sep 25, 2006 at 20:23

    @Und wenns auch persönlich wird: Schaut Euch doch das Gesicht von Ute Laux auf dem Foto an. Die scheint früher in der Kommune jede Party bis zum Schluß und mit allen “Dreingaben” und Konsequenzen mitgenommen zu haben. “Schönheit” oder “Ästhetik” sind da jetzt auch nur noch Reizworte…

  • 11 J.B. // Sep 26, 2006 at 7:44

    @Blitzlord:
    Bitte nicht vorschnell urteilen! Die Frau wird schätzungsweise 65 Jahre alt sein und dann ist ja noch der abgrundtiefe Haß gegen alles Schöne und Erhabene, das bspw. Breker in seinen Monumentalwerken idealisiert hat.
    1. Entweder ist man bereits ein häßliches Entlein und haßt deswegen alles Höherstehende aus Minderwertigkeitskomplexen heraus, oder aber
    2. man wird zu einem domestizierten Hängebauchschwein mit Demenzerscheinungen, wenn man nur infantilen Schnullipups malt und in Schweineblut panscht.

  • 12 Marduk // Sep 27, 2006 at 0:06

    @J.B.
    “Die Frau wird schätzungsweise 65 Jahre alt sein”

    Der war echt gut! Die Frau wurde 1957 in Halberstadt geboren - also 49 Jahre!

    Gruß
    Marduk

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