Nach wie vor kommt die afghanische Totenkopf-Affäre in der Bundeswehr nicht zur Ruhe. Der mediale Hexenkessel kocht und je nach politischer Einstellung versucht man den Skandal groß oder klein zu reden. Am weitesten geht dabei wohl unser alter VVN-Kumpel Ulrich Sander, der die Tatsache, dass an der Affäre am Hindukusch auch Gebirgsjäger aus Mittenwald beteiligt sind, einmal mehr zum Anlaß nahm, um in der JUNGEN WELT gegen die Traditionspflege in der Bundeswehr zu schießen. Ein besonderer Dorn im Auge waren ihm die in Mittenwald stationierten Gebirgsjäger freilich schon immer, so fehlte Sander und seine Clique in den vergangenen Jahren bei keinem Pfingstreffen der Weltkriegsveteranen, um gegen diese zu hetzen und sie zu verleumden.
Dabei müssen immer wieder Geschichten von Massenmorden an angeblich wehrloser Bevölkerung auf dem Balkan herhalten. Tatsächlich handelte es sich dabei in den meisten Fällen um ganz gewöhnliche Partisanenbekämpfung, wobei man nicht vergessen sollte, dass diesen Maßnahmen Anschläge der Partisanen vorausgingen, die eben diese Repressalien hervorrufen sollten. Dabei ging man gerade auf dem Balkan mit einer derart ausgesuchten, allerdings durchaus landestypischen Grausamkeit, gegen Wehrmachtssoldaten vor, dass deren Gegenmaßnahmen, wenngleich auch nicht in jedem Fall zu billigen, wohl aber menschlicht nachzuvollziehen sind.
Besonders lächerlich macht sich Sander, wenn er bei den „Opfern“ dieser Repressalien ausgerechnet die Kommunisten beklagt, so sollte doch gerade er am besten wissen, dass gerade von dieser Seite der Kampf gegen die deutsche Besatzung am unversöhnlichsten und grausamsten geführt wurde. In der Nachkriegszeit feierte der kommunistische Rachedurst derartige Orgien der Menschenvernichtung, dass die Repressalien der Gebirgsjäger während des Krieges dagegen eher wie harmlose Idyllen anmuten.
Wenn Sander nun gedanklich eine Brücke von Afghanistan nach Mittenwald schlägt, um seinem Lieblingshobby, den Haß auf deutsche Militärangehörige zu frönen, so ist dies Ausdruck einer Geisteshaltung, die man wohl nicht anders mehr als paranoid bezeichnen kann. Was im Falle Sanders freilich nicht überraschend wäre, betrachtet dieser Zeitgenosse doch zuweilen schon bloßes Wunschdenken als Mordaufruf gegen seine Person, aber ein Einbildung ist eben auch eine Bildung.
In Springers WELT hingegen ist man dabei, die Totenkopf-Affäre in Afghanisten nach Möglichkeit zu verharmlosen. Dies ist kein Zufall, gilt es doch inzwischen schon bereits den dritten Übergriff von israelischer Seite auf die Bundeswehr innerhalb im Nahen Osten zu kaschieren. So hieß es gestern in der Zeitung bezüglich der Totenkopf-Bilder:
„…Andererseits zeigen die Fotos, dass die Soldaten sich auf der Höhe des Zeitgeists bewegen. Das Schädel-Symbol spukt sein Jahrzehnten durch die Popkultur - Biker, Rockmusiker, Horrorfilm-Fans tragen es in Würde. Es mag in der Aufgeregtheit der politischen Diskussion abgeschmackt klingen, aber nie war der Totenkopf so modisch wie jetzt.
Kurzer Ausflug also in Modeboutiquen und die Jugendabteilungen der Kaufhäuser. Dort sind der Totenkopf und der nackte Schädel präsenter als Gerhard Schröder in den Medien dieser Woche, und das will ja etwas heißen. Es gibt Totenkopf-Gürtel, Totenkopf-Handtaschen, Totenkopf-Schals, Totenkopf-Mützen. Das Emblem prangt auf Jeans-Hintern, Anhängern, Ketten, Ringen. Schädel finden sich auf den Polo-Hemden des Hamburger Labels Cut for Friends, auf den Fahnen des FC St. Pauli und im Logo der Toten Hosen. Interessanterweise ist die Totenkopf-Verehrung schichtenübergreifend. Teure Designer-Labels benutzen das Symbol ebenso wie H & M. Soziologen und Politiker konstatieren, dass Deutschland schneller auseinanderdriftet als Franz Müntefering “Unterschicht gibt es nicht” sagen kann. Mag sein. Unterm Totenkopf treffen sich aber alle wieder. …“
„…Die neuere Schädel-Schwemme rührt vom Erfolg des Filmes “Fluch der Karibik” her. …“
„… Die Totenkopf-Kuss-Bilder der Soldaten kommen demnach mitten aus der Gesellschaft. Sie haben versucht, selbst Pop-Aufnahmen herzustellen, mit dem wohligen Grusel kombiniert, den die “Scream”-Filme und “Scary Movie”-Komödien versprechen. Sie wollten alltäglichen Unsinn machen, modisch sein. Fotografen wie Fotografierte vergaßen allerdings, dass Souvenirs bei einer Dienstreise nach Afghanistan anders gewichtet werden als bei einem Jungens-Urlaub in Tunesien oder Thailand.
Ja, die Bundeswehr darf so etwas nicht dulden. Aber Heuchelei ist trotzdem unangebracht. Wer jetzt sagt, so etwa Widerliches habe er noch nie gesehen, hat eine seltsame Wahrnehmung und kennt sich zu Hause nicht aus.“
Wer sagt’s denn, so einfach ist das und schon kann man Deutschland weiter am Hindukusch „verteidigen“, obwohl man da weiß Gott nichts verloren hat, ob nun mit oder ohne Totenköpfen. Günstig wirkt sich die Affäre auch auf jene auf, die den „Terror“ nutzen um Bürgerrechte einzuschränken oder ganz abzuschaffen. So meinte Bayerns Innenminister Beckstein vorsorglich schon mal darauf aufmerksam, dass Deutschland nun auch „Opfer“ islamistischer Terroristen werden könnte. Tatsächlich besteht diese Möglichkeit jedoch schon seit Jahren und nicht erst seit Bekanntwerden dieser Bilder. So ist Deutschland aufgrund einer Hiwi-Tätigkeit für die USA und Israel in den Augen von deren Gegnern durchaus Kriegsteilnehmer mit dem man genauso verfahren kann, wie jene Mächte, auf deren Seite sich die Bundesrepublik gestellt hat, mit den Völkern des Nahen Ostens. Käme es daher tatsächlich zu irgendwelchen Anschlägen, so hätte man noch nicht einmal das Recht sich moralisch darüber zu entrüsten.
Wie es heißt, will man inzwischen auch herausbekommen haben, dass drei der an dieser Totenschändung beteiligten Bundeswehrsoldaten aus Mecklenburg-Vorpommern stammen. Angesichts solcher Erkenntnisse erwarten wir eigentlich nur noch, dass man in der kommenden Woche den Einzug der NPD in den Schweriner Landtag für das Tun der drei Bundeswehrsoldaten in Afghanistan verantwortlich machen wird. Irgendwer muß ja schließlich die Schuld tragen.*
*Apropos NPD. Der eine oder andere Leser wird sich gewiß noch an das Theater erinnern, dass man nach den letzten Landtagswahlen machte, indem man suggerierte, dass die Tourismuszahlen nun förmlich einbrechen würden, da viele Touristen nun aus Furcht vor der NPD nicht mehr nach Mecklenburg-Vorpommern kommen würden. Tatsächlich?
So meldete NDR 1 Radio MV heute, dass gerade in den Monaten September und Oktober in Zingst und auf dem Darß trotz offizieller Nachsaison erstmals ein solcher Andrang herrschte, als wäre man noch in der Hochsaison. - Alles Nazis, oder was?
Siehe auch
Junge Welt 28.10.06
Quelle: Störtebeker-Netz 27.10.06



5 responses so far ↓
1 Gerald Franz // Oct 29, 2006 at 17:26
Die verschobene Heiligsprechung
Die Knochensammler in der Bundeswehr stören doch nur bei der bereits eingeleiten Heiligsprechung unserer Bürger in Uniform. Denn war nicht bereits über neue Denkmäler für jene laut nachgedacht worden, welche bei der Ausübung ihres Jobs in der Bundeswehr zu Tode kamen? Die Deutsche Soldatenkultur seit 1914 hatte man ja bereits vernichtet geglaubt, und ihre steinernen Ehrenmäler geschleift. Jetzt ging es nur noch darum, den Antiwehrmachtsoldaten der Globalisierungsepoche neu zu definieren. Und der sollte natürlich undeutsch, multikulurell und möglichst unblutig seinen Job tun. Vor allem sollte er sich deutlich von einer Berufsauffassung distanzieren, welche an Wehrmacht und Waffen-SS erinnert. Aber Soldaten im Einsatz entwickelten schon immer ihre eigene Divisionskultur. Und genau das belegt das Verhalten unserer Trophäensammler. Sie verhalten sich genau wie ihre Groß- und Urgroßväter seit 1914. Aber gerade deshalb wird das Ächten und Verachten unserer deutschen militärischen Vergangenheit erschwert. Die Heiligsprechung unserer neuen antifaschistischen und globalistischen Jobsoldaten muß leider erst einmal verschoben werden.
2 GB/BHE // Oct 29, 2006 at 18:32
Bemerkenswert war vor allem die Grausamkeit der Jugo-Partisanen, die jedes westeuropäische Fassungsvermögen überstieg; Folter und Verstümmelung gehörten zur Routine.
Eine Augenzeugin berichtet aus dem Lager Kikinda:
“Am 3. November 1944 war ich Augenzeuge der ersten Abschlachtung einer größeren Gruppe (Deutscher) …Zunächst wurden die Männer nackt ausgezogen, mußten sich hinlegen, und es wurden ihnen die Hände auf den Rücken gebunden. Dann wurden alle mit Ochsenriemen entsetzlich geprügelt und man schnitt ihnen nach dieser Tortur bei lebendigem Leibe Streifen Fleisch aus dem Rücken, anderen wurden die Nasen, Zungen, Ohren oder Geschlechtsteile abgeschnitten (…) Die Gefangenen schrieen und wanden sich in Krämpfen. Dies dauerte etwa eine Stunde, dann wurde das Schreien leiser, bis es verstummte. Noch am nächsten Tag, wenn wir über den Hof gingen, lagen überall Zungen, Augen, Ohren und dergl. menschliche Körperteile herum, außerdem war der ganze Hof mit gestocktem Blut bedeckt (…) Freitag, Samstag und Sonntag wurden immer eine Menge Leute abgeschlachtet. (…) Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag wurden dazu benutzt, um das Lager wieder neu aufzufüllen, Leute aus der Umgebung wurden hereingetrieben. Am Freitag ging dann die Schlächterei von neuem los. Später konnte ich nicht mehr zusehen, aber wir hörten alles. Die Opfer, wie sie schrieen, und die Partisanen, wie sie sich lustig machten.”
(Zitat aus Wilfried Ahrens: Verbrechen an Deutschen, Dokumente der Vertreibung, Arget 1983, S.304
Als am 20. Oktober 1944 die Schlacht um Belgrad vorbei war, gerieten rund 30000 deutsche Soldaten in die Gewalt der Sieger. Sie wurden in Gruppen zu vielen Hundert vor Panzergräben geführt und erschossen. Hunderte von Gefangenen, die mit erhobenen Händen aus Häusern und Kellern kamen, wurden auf den Straßen niedergemacht. Nachrichtenhelferinnen wurden auf grausamste
Weise gefoltert und umgebracht. Auf einem einzigen Platz in Belgrad starben 5000 deutsche Soldaten, nachdem sie sich ergeben hatten. Auf dem Hauptbahnhof von Belgrad stand ein Lazarettzug, voll belegt mit verwundeten deutschen Soldaten. Sie alle starben unter den Messern und Dolchen der Partisanen, berichtete eine Rotkreuzschwester. Die Schilderungen des mehrere Tage währenden Massenmordes an deutschen Kriegsgefangenen nach der Einnahme von Belgrad stammen fast ausschließlich von jugoslawischen Bürgern der Hauptstadt, die Augenzeugen dieses in aller Öffentlichkeit durchgeführten Massakers wurden. Das war nur Belgrad. Insgesamt sind, zum Großteil erst nach dem Krieg, über 70000 deutsche Kriegsgefangene in Jugoslawien ums Leben gekommen.
Zitat aus: “Das Ende der Tabus” von Rudolf Czernin, Graz 1998
3 Schörner // Oct 29, 2006 at 20:54
Gerald Franz,
ich möchte auf das Schärfste die Behauptung, daß sich die heutigen JRD-Soldaten wie unsere Groß- und Urgroßväter verhalten würden, zurückweisen!
Diese Söldner sind keinem schweren Kampf gegen einen ebenbürtigen Feind ausgesetzt! Ihre Verrohung ist nicht folge eines sich aufschaukelnden gnadenlosen Kampfes, sd. sie ist Ausdruck des westlichen Anti-Soldatentums.
4 Anonymous // Oct 30, 2006 at 19:14
Vielleicht kann mir mal einer einen Denkanstoß geben und sagen, was deutsche Soldaten noch mal auf dem Balkan zu suchen gehabt haben?
Wann sind eigentlich Kriege erlaubt?
5 Thomas Brehl // Nov 1, 2006 at 2:02
@ Anonymous
Jugoslawien war dem “Dreimächtepakt von Berlin” beigetreten und gehörte damit offiziell zu den Achsenmächten. Bereits drei Tage später gab es einen Militärputsch in Belgrad und die neue Regierung stellte sich auf die Seite Sowjetrußlands.
Deutsche Soldaten marschierten also auf dem Balkan um diese für das Reich gefährliche Flanke zu schützen.
Kriege sind erlaubt “in Abwehr eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs”…
Beste Kampfesgrüße
Thomas Brehl
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