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| Tante Margret bei der Arbeit |
Berlin: Bereits in den vergangenen Wochen bemerkte man, dass die Internetseiten des sogenannten „Informationsdienstes gegen Rechts“ (IDGR) kaum noch erneuert wurden. Am 27. September erschien dann dort eine Erklärung, in der die Macherin dieser Internetseite, Margret Chatwin, die Einstellung des IDGR bekannt gab.
In dieser heißt es wie folgt:
IDGR geht vom Netz
Liebe Besucher der IDGR-Webseiten,
nach vielen Jahren aufreibender Arbeit habe ich am heutigen Tage dieses Projekt eingestellt und die Seiten vom Netz genommen. Als ich damit begann, Informationen zum Thema Rechtsextremismus und Holocaust-Leugnung zu sammeln und für das damals noch junge Web aufzubereiten, waren dazu so gut wie keine Online-Informationen in deutscher Sprache verfügbar. Das hat sich seither so grundlegend geändert, dass ein solches rein privat betriebenes Projekt heute nicht mehr die Notwendigkeit und Bedeutung wie noch vor wenigen Jahren hat.
Aus Pionierleistungen wie dem IDGR-Projekt ziehen heute kommerzielle Unternehmungen ihren Profit. Die ursprüngliche Idee des Internet wird zusehends vermarktet und zu Grabe getragen.
Ich danke allen Lesern für ihre langjährige Treue. Von vielen habe ich Zuspruch, Anerkennung und Ermutigung erfahren und auch so manch interessanten Hinweis. Mein besonderer Dank gilt den Autoren des IDGR, die ihre engagierten Beiträge kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Ganz besonders hat mich der Kontakt zu den Personen gefreut, die ihren Ausstieg aus der Neonaziszene erfolgreich geschafft haben und deren “Dossiers”, die beim IDGR veröffentlicht waren, ich entfernen durfte.
Margret Chatwin am 27. September 2006
Eine Erklärung deren Inhalt zu denken gibt. Ausgerechnet eine Seite, die keine Gelegenheit ausgelassen hat, wenn es darum ging, die Hand um staatliche Gelder aufzuhalten, beklagt sich über die Kommerzialität ihres Metiers. Allerdings hat Chatwin damit keineswegs unrecht, so ist all den zahlreichen Anti-Rechtsinitiativen im Grunde nur eines gemeinsam, nämlich der Wunsch nach staatlicher Finanzierung. Diese steht dann in der Regel keineswegs in einem Preis-Leistungsverhältnis, die solche Anschaffungen für den Staat als erstrebenswert anschauen lassen. So kommen diese über gewöhnliche Denunziation und Verleumdung für gewöhnlich nicht hinaus und das Ende vom Lied sind dann Wahlergebnisse wie jetzt in Mecklenburg-Vorpommern oder 2004 in Sachsen.
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Der Informationsdienst gegen Rechts (IDGR) unterschied sich von solchen Initiativen nur graduell. Allerdings muß man ihm zugute halten, dass sein Informationsangebot, wenngleich auch ausgesprochen tendenziös, so doch aber auch durchaus umfassend gewesen ist und man dort an Informationen kam, die man andernorts erst mühselig zusammentragen muß. Insofern möchten wir sein Verschwinden fast ein wenig bedauern, ist doch die Existenz solcher Dienste bester Beleg für Notwendigkeit einer Gegenöffentlichkeit, wie sie u. a. auch durch Internetpräsenzen wie Altermedia oder Störtebeker-Netz repräsentiert wird. Wir werden den IDGR vermissen.
Anhang:Anläßlich des Todes von Klaus Parker (eigentlich Ptacek), eines der führenden jüdischen Anti-Rechtsdenunzianten in der Bundesrepublik, im Mai dieses Jahres, kamen wir u. a. auch auf Margret Chatwin zu sprechen. So berichtete die nationalanarchistische Zeitung AUTO:CHTHON zur Person Chatwins u. a. folgendes:
„…Bei der Person Parker, die mit Frau Chatwin offenbar eng zusammenarbeitet, handelt es sich sehr wahrscheinlich um die Rechtsanwältin Christa Parker. Diese hatte im Jahre 2000 Peter Töpfer angezeigt, worauf hin Polizisten ohne Grund Töpfers Wohnung stürmten und u.a. Töpfers Rechner beschlagnahm ten. Auf das Treiben der Frau Parker ging zur damaligen Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Sperrung Peter Töpfers Internetpräsenz www.nationale-anarchie.de durch den Provider Strato AG zurück. Möglicherweise handelt es sich bei dem brachliegenden Wohnhaus Eberswalder Str. 3 um Eigentum von Christa Parker. In ihrer Kanzlei in der Schönhauser Allee 184 hatte sie sich neben der Verfolgung von Andersdenkenden viel mit Restitutions- und Wiedergutmachungsansprüchen beschäftigt.
Christa Parker handelte im Rahmen einer industriell betriebenen Kampagne von Strafanzeigen, die von ihrem Ehemann, dem inzwischen verstorbenen Klaus Parker(1) initiiert worden war. Diese Kampagne hat zur Einleitung von Zehntausenden von Strafverfahren gegen Andersdenkende geführt. Inzwischen scheint Frau Parker selbst nicht mehr aktiv zu sein. …“
Wir halten es daher nicht für ausgeschlossen, dass die Motive im Aufgeben des IDGR nicht allein nur in kommerziellen Dingen zu suchen sind, sondern auch in ganz gewöhnlichem Herzeleid um den teuren Verblichenen Parker-Ptacek.
Siehe auch
IDGR
Quelle: Störtebeker-Netz 30.09.06


22 responses so far ↓
1 anarchistDD // Sep 30, 2006 at 15:29
Nationalen Anarchismus gibt es nicht , auch wenn ein einzelner , ziemlich verwirrter ( Töpfer ) , dies zu erklären versucht .
Anarchismus = Kein Gott Kein Staat Kein Vaterland
2 Freibeuter // Sep 30, 2006 at 15:31
Mit einer Träne im Knopfloch sage ich ganz leise “Servus” zu einem kleinen Rädchen im Getriebe der “Holocaust-Industrie” (nach Norman Finkelstein).
3 Rudolf // Sep 30, 2006 at 18:08
“Aus Pionierleistungen wie dem IDGR-Projekt ziehen heute kommerzielle Unternehmungen ihren Profit.”
Ich dachte immer das Profitstreben wäre die Triebfeder dieses ganzen Projekts…?*
*Späte Einsicht von Frau Chatwin. Nicht nur die Revolution frißt ihre Kinder, der Kommerz seine zuweilen auch.
Schriftleitung Altermedia
4 Schwert // Sep 30, 2006 at 18:23
@anarchistDD
“Anarchismus = Kein Gott Kein Staat Kein Vaterland”
Das ist aber eine ziemlich unkorrekte Auslegung (typisch für die Linke) des Begriffs “Anarchismus”. Gott wird vom Anarchismus an sich noch lange nicht abgelehnt. Der Anarchismus lehnt die Herrschaft von Menschen über Menschen ab. Hierbei ist es eigentlich komisch, warum die meisten Anarchisten auch Linke sind. Denn die Linke (sobald sie politische Macht erlangte) war bisher immer gekennzeichnet durch einen konsequent hierarchischen Aufbau.
Ein Vaterland hat ein Anarchist trotzdem weiterhin. Denn er ist ja irgendwo geboren, hat somit ein Heimatland. Was Du eigentlich meinst, ist die totale Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Heimat und damit der eigenen Umwelt. Hierbei ist auch wieder komisch, warum viele linke Anarchisten auch gleichzeitig Globalisierungsgegner sind (bzw sein wollen). Denn beides kommt aus dem selben Schoß; beide Seiten scheren sich einen Dreck um Heimatländer.
Bleibt nur noch die Parole “Kein Staat”. Das stimmt insoweit, als das der Anarchismus das Gewaltmonopol eines jeglichen Staates ablehnt. Und ohne Gewaltmonopol wird ein Staat natürlich nicht lange existieren können. Der Anarchist ist somit gegen eine jegliche staatliche Ordnung an sich; wie der Urmensch halt.
Hierbei ist aber wieder komisch, warum gerade viele linke Anarchisten gerne Steuergelder als staatliche Unterstützung in Empfang nehmen und hin und wieder auch von Polizisten geschützt werden wollen. Dafür ist der Staat halt noch gut genug.
5 Falscher Schulle // Sep 30, 2006 at 22:19
Auf Altermedia sind die selben Nachrichten wie im Störtebecker Netz.Ich komme mir hier wie in der DDR vor.Die Rechten Parteien wählen nur Leute die selbst nichts auf die Reihe kriegen.Und das sind Gott sei Dank nur 7,3% in MV.Ein Mensch kann nur auf das Stolz sein ,was er in seinem Leben leistet.
6 Fusselbart // Oct 1, 2006 at 0:19
@Schulle
Du bist ja der Schlauste unter der Sonne, hätte ich gar nicht für möglich gehalten.
Wie wärst denn mal mit einem freien Wettbewerb unter den politischen Parteien, anstatt mit Repression. Wenn jemand nix auf die Reihe bekommt, dann sind das doch die, die den Karren seit Jahrzehnten immer tiefer in den Dreck fahren und den angeblichen schönen Schein nur über Schulden finanzieren. Das ist zwar auch eine Leistung, das kann auch nicht jeder, jedoch eine , die den Menschen nix nützt.
7 Ansgar // Oct 1, 2006 at 0:26
@ Schulle
dann kann er im Umkehrschluß sich auch nur für das schämen und schuldig bekennen, was er in seinem Leben angestellt hat? Laß’ das mal nicht deinen Sozialkundelehrer hören … und jetzt genugt am Rechner gesessen: ab ins Bett, Kleiner!
8 Olsen // Oct 1, 2006 at 1:37
@Schulle
Sollen wir in Demut zu Grunde gehen? Kann man nicht stolz sein, einer Gemeinschaft anzugehören, die sich dagegen wehrt?
Nur eines von vielen Beispielen, könnte ich diesbezüglich weitere Fragen in den Raum stellen.
@Schwert
“Denn die Linke (sobald sie politische Macht erlangte) war bisher immer gekennzeichnet durch einen konsequent hierarchischen Aufbau.”
Das kannst du getrost auf alle beziehen, auch auf die Rechte.
Macht für den, der sie nicht will!
9 Reinhard // Oct 1, 2006 at 2:49
Macht die sich schon vom Acker ohne alle bedacht zu haben. Da werden einige Objekte aber ganz schön traurig sein
10 anarchistDD // Oct 1, 2006 at 8:52
@ Schwert: hast du jemals auch nur ein Anarchistisches Buch gelesen ? Denn da würdest du nicht so einen mist über diesen schreiben .Es ist reine Sophistik was du machst .
11 Schwert // Oct 1, 2006 at 9:40
@Alle
Das ist eindeutig ein falscher “Schulle”. Kamerad Schulle würde so nen albernen Mist nicht von sich geben.
Laßt sowas einfach stehen. Darüber freut sich nur der Provokateur.
@Olsen
““Denn die Linke (sobald sie politische Macht erlangte) war bisher immer gekennzeichnet durch einen konsequent hierarchischen Aufbau.”
Das kannst du getrost auf alle beziehen, auch auf die Rechte.”
Ja natürlich. Aber ein Rechter ist meist auch kein Anarchist. Der Rechte versteht, daß gewisse Hierarchien notwendig und auch völlig natürlich sind. Schaut man sich in der Natur um, dann wird einem auffallen, daß es überall Hierarchien gibt. Wie soll organisiertes Leben auch sonst funktionieren.
Eigentlich geht’s ja darum, DIESES System abzuschütteln, nicht jegliche menschliche Gesellschaftsform an sich.
12 hATECORe169 // Oct 1, 2006 at 11:57
Kommunismus heißt: “Kein Gott, kein Volk, kein Vaterland”
Anarchie ist aber nicht gleich Kommunismus!!!
Trotzdem lehne ich beides ab
13 Schwert // Oct 1, 2006 at 13:04
@anarchistDD
“hast du jemals auch nur ein Anarchistisches Buch gelesen ? Denn da würdest du nicht so einen mist über diesen schreiben.”
Was ist ein “Anarchistisches Buch”? Ist das ein buch, wo eine so einfache Formel wie “Anarchismus = Kein Gott Kein Staat Kein Vaterland” vermittelt wird?
Du kannst meinen eventuellen “Mist” übrigens gerne versuchen zu berichtigen, falls es daran etwas zu berichtigen gibt.
“Es ist reine Sophistik was du machst .”
Was willst Du mit der Worthülse “Sophistik” nun aussagen? Stimmt es nun was ich geschrieben habe oder stimmt es nicht? Das gilt es doch zu klären. Dazu muß man erst einmal den Begrifflichkeiten auf den Grund gehen.
14 Worch // Oct 1, 2006 at 14:49
@ anarchistDD:
Man könnt’ mal wieder Bakunin lesen. Beispielsweise seinen “Appell an die Slawen”, in dem er betont hat, daß die sogenannte nationale Frage mit der sozialen Frage untrennbar verbunden sei….
Grüße
Christian Worch
@Schwert:
Tja, unter Sophistik versteht man heute wohl etwas anderes als das, was es in hellenischer Zeit war. Aber die klassische Bildung hat teilweise schon so nachgelassen, daß man erstaunt angeschaut wird, wenn man von “Hellenen” spricht und dann für die PISA-Generation erst einmal übersetzen muß: “die Griechen der Antike”. - Was unser Anarchist uns sagen will, ist eigentlich nicht Sophistik, sondern Rabulistik. Marx, der seit seinem Streit mit Bakunin bei Anarchisten nicht so sehr beliebt ist, hat von beidem abgekupfert und nannte es “dialektischen Materialismus”.
Grüße
Christian Worch
15 Schwert // Oct 1, 2006 at 16:47
@Worch
“Tja, unter Sophistik versteht man heute wohl etwas anderes als das, was es in hellenischer Zeit war.”
Das ist das allgemeine Problem des Deutungswandels der Begriffe. Jeder versteht etwas anderes darunter bzw füllt zuweilen die Begriffe mit “modernen” Interpretationen aus.
“Was unser Anarchist uns sagen will, ist eigentlich nicht Sophistik, sondern Rabulistik.”
Das hab ich mir auch gedacht. Aber man kann ja nie wissen, was die Leute eigentlich so alles sagen wollen. Warum sagen sie es nicht einfach auf deutsch, was sie eigentlich meinen:-)?
“Marx, der seit seinem Streit mit Bakunin bei Anarchisten nicht so sehr beliebt ist, hat von beidem abgekupfert und nannte es “dialektischen Materialismus”.”
Sehr treffend! Und es hat sich wunderbar verkauft!
16 Schulle // Oct 1, 2006 at 17:30
Vielleicht kann ich ja doch eines Tages wieder Stolz darauf sein,ein Deutscher zu sein,wenn wir es lernen,uns selbst aus dem Schlamassel
zu ziehen.Schuld an dem Schlamassel sind nicht die Ausländer,sondern die Politiker,die so viele ins Land gelassen haben.Die NPD hat das nicht deutlich genug gemacht.Kritik hat nichts mit falsch zu tun.Linke haben 40Jahre bewiesen,daß sie nicht regieren können.
17 Tanja K. // Oct 1, 2006 at 22:11
Der “dialektische Materialismus” ist nichts als eine Denkungsart (und objektiv keine schlechte, weil charakterlich eigentlich richtungslos). Sie basiert auf dem Prinzip von These-Antithese:Synthese. Man könnte es auch mit “rationalem politischen Denken auf atheistischer Grundlage” übersetzen. TK
18 Schwert // Oct 2, 2006 at 20:13
@Tanja K.
“Man könnte es auch mit “rationalem politischen Denken auf atheistischer Grundlage” übersetzen.”
Das ist doch etwas zu nett ausgedrückt. Rein “rational” geht’s bei Marx auf keinen Fall zu. Seine Pamphlete und Publikationen triefen nur so vor emotionalem Überdruck. In ihnen offenbaren sich ausgiebige Gewaltphantasien und irrationale Haßtiraden.
19 Tanja K. // Oct 3, 2006 at 10:43
Das stimmt, aber man kann auch rational zur notwendigen Gewalt kommen, wobei diese bei Marx sicher AUCH falsch begründet wurde. Aber die kühle Analyse, warum es so kam wie bis zum Zeitpunkt seines Dasein, hat er gut abgeliefert. Der große Irrtum nahm nach dem Scheitern der Pariser Commune seinen Lauf…TK
20 Schwert // Oct 3, 2006 at 12:27
@Tanja K.
“Aber die kühle Analyse, warum es so kam wie bis zum Zeitpunkt seines Dasein, hat er gut abgeliefert.”
“Gut abgeliefert” hat er es wirklich! Wenn Du damit ausdrücken willst, daß seine “Analyse” richtig gewesen ist, dann muß ich widersprechen. Was hatte Marx nun “analysiert”: Er ging von einem paradiesischen Urzustand aus, wo allgemeine “Gerechtigkeit” herrschte. Aber was ist eigentlich “Gerechtigkeit”? Für Marx: Alle haben die gleichen Anteile an den “Produktionsmitteln” und den freien Zugang zu selbigen. Keiner kann somit einen anderen damit ausbeuten. Für Marx ist die ganze Menschheitsgeschichte nur eine Frage der Verfügung über die “Produktionsmittel”. Das ist tatsächlich ziemlich “kühl”, weil äußerst einfältig.
Die Menschheitsgeschichte ist im Grunde einfach die der menschlichen Natur. Der Mensch erschafft die “Produktionsmittel”. Es gibt über sie keinen paradiesischen Urzustand. Jeder Mensch ist anders. Daraus ergeben sich unterschiedlich entwickelnde Gemeinschaften und schließlich sich unterschiedlich entwickelnde Völker, worin der Mensch wieder eine Einheit bildet. Die natürlich gewachsenen unterschiedlichen Fähigkeiten führen immer zu unterschiedlichem Besitz über “Produktionsmittel”.
Marx war einfach so “kühl”, die natürlich gewachsenen unterschiedlichen Fähigkeiten außer Acht zu lassen und eine obskure “Verschwörung” der “Bourgeoisie” draus zu machen, einer “Bourgeoisie”, die Marx selber nicht einmal wissenschaftlich erklären bzw eingrenzen konnte. “Produktionsmittel” und “Bourgeoisie” sind letztendlich nur “kühle” Kampfbegriffe, aber keine vernünftige Analyse der Entwicklung der menschlichen Gesellschaften.
21 Tanja K. // Oct 3, 2006 at 16:45
Nein, das hat er gerade (zuerst) nicht und schon gar groß über die “klassenlose Gesellschaft” philosophiert. Ich meine stattdessen, dass die Entwicklung der Menschheit bis hin zum Kapitalismus, von der “materialistischen Geschichtsschreibung” recht gut (ich kenne jedenfalls nichts besseres) dargestellt wurde. Sie irren fatal, wenn es in die Neuzeit der letzten knapp 150 Jahren geht. TK
22 Schwert // Oct 3, 2006 at 19:07
@Tanja K.
“Ich meine stattdessen, dass die Entwicklung der Menschheit bis hin zum Kapitalismus, von der “materialistischen Geschichtsschreibung” recht gut (ich kenne jedenfalls nichts besseres) dargestellt wurde.”
Es ist aber nicht Marx’ Verdienst, daß Sie nichts “besseres kennen”. Aber auch egal.
Marx hat eine Situationsanalyse vorgenommen, nämlich die der Situation der Industrienationen im 19.Jh. Seine (und die anderer Leute) Kunst war es, diese Situationsanalyse als allgemeine, zwangsläufige Menscheitsgeschichte verkaufen zu können. Es sollte aber eigentlich leicht auffallen, daß man von dem Zustand der europäischen Industrienationen des 19. Jh. unmöglich auf die ganze Welt und die Entwicklung der gesamten Menschheit schließen kann.
Marx selbst hat ja den Kapitalismus erstmals ausführlich beschrieben. Er prägte selbst diesen Begriff. Klar, daß es hierzu nichts vergleichbares gab. Aber seine Ausgangsbetrachtungen und seine Schlußfolgerungen sind deswegen noch lange nicht richtig. Der gesellschaftliche Ausgangspunkt für den Kapitalismus ist nicht einfach die Existenz von Privateigentum (das gibt es auch in völlig klassenlosen Gesellschaften wie z.B. Indiostämmen im Urwald); es ist vielmehr der Ausbruch des westlichen Liberalismus, also einer ideellen, nicht-materialistischen Erscheinungsform bzw Werteauffassung. Der Geist ist das Kapital des Menschen. Alles weitere, wie Privateigentum, Produktionsmittel, Wirtschaftsformen, Klassen usw, sind Folgeerscheinungen und keine Ursachen der menschlichen Existenz.
“Sie irren fatal, wenn es in die Neuzeit der letzten knapp 150 Jahren geht.”
Können Sie auch darstellen, inwiefern ich mich da “fatal irre”?
Was ist mit der “Neuzeit der letzten knapp 150 Jahre”?
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