![]() |
Dresden / Sachsen: In der sächsischen Landeshauptstadt fand heute wieder der inzwischen schon traditionell gewordene Trauermarsch der JUNGEN LANDSMANNSCHAFT OSTPREUSSEN statt, mit dem man nunmehr schon seit 1998 an die Opfer des anglo-amerikanischen Bombenholocausts vom Februar 1945 erinnert. Wie schon im vergangenen Jahr wurde der Marsch auch in diesem Jahr wieder von der NPD unterstützt, allerdings weniger aufdringlich als im letzten, wo die zuvor ein wenig allzu marktschreierisch bekundete Schirmherrschaft der Landtagsfraktion nicht überall Beifall fand. Nach bisherigen Berichten nahmen Berichten von dpa und AFP zu folge, mehr als 4000 Nationalisten aus allen nationalen Parteien und Organisationen an der Demonstration teil. Es blieb dem ARD-Bildschirmtext (S. 128) überlassen, diese Zahl auf 1500 zu reduzieren, aber dafür sitzt man ja dort bekanntlich für rund 52 Euro im Vierteljahr in der ersten Reihe, um für dieses Geld objektiv und parteienunabhängig informiert zu werden. Ungeachtet dessen mußte ARD jedoch zugeben, daß auf linker Seite bei einer von der früheren PDS-Bundestagsabgeordneten Angela Marquardt inszenierten Gegendemo gerade mal 500 Gegendemonstranten zusammengekommen waren. Angesichts des Zahlenzaubers, den man jedoch mit den Zahlen der nationalen Demonstranten veranstaltet hat, sollte es uns jedoch nicht wundern, wenn man hier kräftig aufgerundet hat. Abends fabrizierte man dann aus Kerzen wieder den schon aus dem letzten Jahr bekannten Schriftzug “Diese Stadt hat Nazis satt”. Angesichts der heute eher verhaltenen Reaktionen der Dresdener auf den in ihrem Namen vorgenommenen antifaschistischen Widerstand nicht unbedingt ein überzeugendes Symbol für politische Korrektheit in Elbflorenz.
![]() |
| Nationale Demonstranten in Dresden |
![]() |
| Nationaler Demonstrationszug während eines Zwischenaufenthaltes |
![]() |
| Zerstört den Geist von Dresden -Gegendemo-Logo der Dresdener Antifa Das hätte sie wohl gern. |
Größere Zwischenfälle scheint es ersten Berichten zufolge nicht gegeben zu haben. Lediglich an der Augustusbrücke mußte der Demonstrationszug umgeleitet werden, nach dem die Brücke von einigen hundert Linken besetzt worden war. Auf der Gegenseite hatte man außerdem eine sogenannte „Meile der Demokratie“ veranstaltet, deren Resonanz sich offenbar jedoch in auffälligen Grenzen gehalten hat, obwohl sich 21 (!) Organisationen und Parteien daran beteiligt haben. Offiziell sprechen die Meilenbetreiber von etwa 5000 Besuchern, wobei man freilich wohl jeden gewöhnlichen Straßenpassanten und Anwohner, der gerade mal aus dem Fenster gesehen hat, mitgezählt haben wird. Besagte Meile zog sich vom Albertplatz über die Augustusbrücke und den Schloßplatz bis zur Frauenkirche und zur Synagoge hin. Angesichts der geringen Gegendemonstrantenzahlen jedoch nicht eben ein antifaschistisches Fanal, wie ihn sich das etablierte Parteienkartell in der Elbstadt wohl erhofft hat und das, obwohl sich in diesem Jahr sogar die CDU dazu entschlossen hat, dem mehr oder minder linksextremen Störenfrieden Gesellschaft zu leisten. Darüber hinaus hatte man von linker Seite schon im Vorfeld keinen Hehl daraus gemacht, gegebenenfalls auch gewaltsam gegen die Demonstration zu vorzugehen.
![]() |
| AntifaBlockade auf Augustusbruecke |
Hier ein entsprechend deutlicher Dialog zwischen der JUNGEN WELT und dem Dresdener PDS-Chef Hans-Jürgen Muskulus:
„…F: Nun erscheint eine solche Meile als ein sehr defensives Mittel, zumal sich im Vorjahr mehrere tausend Menschen an den beiden Demonstrationen gegen den rechten Aufmarsch beteiligt haben. Wieso wird in einer Stadt, in der seit 1998 neue und alte Nazis mit steigender Resonanz eine geschichtsrevisionistische Interpretation der Bombardierungen verbreiten können, kein offensiveres Handeln, wie zuletzt in Halbe, Potsdam und Leipzig zu sehen, praktiziert?
Natürlich muß es auch in Dresden das generelle Ziel sein, solche Naziaufmärsche zu unterbinden, auch mit Blockaden. Dafür bedarf es jedoch eines besonderen Klimas und großer Entschlossenheit. Ob es dazu kommt, da bin ich mir derzeit noch nicht ganz sicher. Innerhalb der Demokratiemeile werden wir jedenfalls einen zentralen Punkt, den Neustädter Markt, beziehen, der sich auch auf der Route der Neonazis befinden wird. Wir wollen dort klarstellen, daß eine Erinnerung an den 13. Februar ohne eine Bezugnahme auf die Vorgeschichte mit uns nicht zu machen ist. …“
Angesichts der Art und Weise wie man gerade in diesen Städten gegen legale Demonstrationen politisch Andersdenkender vorgegangen ist, geradezu ein förmlicher Aufruf zu Gewalt und Rechtsbeugung. Anlaß für den NPD-Landtagfraktionschef Holger Apfel eine Strafanzeige gegen Muskulus anzukündigen. Darüber hinaus sagte Apfel gestern in einer Presseerklärung:
„Mit seiner Aussage fordert Muskulus öffentlich zu Straftaten auf. Die Staatsanwaltschaft Dresden ist gefordert, ein Strafverfahren einzuleiten. Hier sind die Paragraphen 111 des Strafgesetzbuches und 21 des Versammlungsgesetzes einschlägig. Doch bekanntlich ist man ja auf dem linken Auge blind. Bei derartigen Anzeigen wird die Aufnahme von Ermittlungen regelmäßig mit den abenteuerlichsten Begründungen verweigert.“
![]() |
| Ungeküßt soll man ja bekanntlich nicht schlafen gehen – Sächsische Zeitung macht mobil gegen Rechts |
![]() |
| Heldentum nach Ladenschluß. Antifa “beschützt” Synagoge vor Rechtsextremisten – Allerdings war um diese Zeit die Demonstration schon lange zu Ende und die meisten Nationalisten auf dem Heimweg. |
Auch sonst bewegte sich die linke Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner in Dresden heute wieder auf hochintellektuellem Niveau, indem man neben dem handelsüblichen „Nazis raus“ diesmal so laut „Kein Sex mit Nazis“ skandierte, daß man dies selbst bei den Öffentlich Rechtlichen für erwähnenswert hielt. Na und gegen soviel intellektuelle Überlegenheit ist unsereiner natürlich schier machtlos und gerade mal fähig zu sagen, daß Leute, die so was äußern, eigentlich eine Bestätigung dafür sind, daß rechtzeitige Abtreibung mitunter keineswegs eine Sünde, sondern durchaus berechtigte Notwehr im Interesse kommender Generationen sein kann.
PS: Demonstriert wurde heute auch in Düsseldorf und Berlin und zwar unter wesentlich mehr Medienaufmerksamkeit. Allerdings waren hier keine deutschen Nationalisten in Erinnerung an die Opfer des Krieges auf die Straße gegangen, sondern Moslems aus Protest gegen die Mohammed-Karikaturen. In Düsseldorf waren es ca. 2500 in Berlin 1200.
Siehe auch
DNN 12.02.06
Junge Landsmannschaft Ostpreußen
Quelle: Störtebeker-Netz 11.02.06











2 responses so far ↓
1 Mjölnir // Feb 11, 2006 at 22:55
Ich war leider nicht dabei, das zweite mal übrigens: das erste mal war der erste Marsch, das zweite heute; nun hörte ich von meinem Sohne, daß es “Ausschreitungen” des NW gegeben habe, Geschäfte in der Neustadt seien geplündert worden. Was ist darüber bekannt?
2 Frank B. // Feb 12, 2006 at 0:19
Korrektur der Teilnehmerzahl:
Es waren über 8000 (!) Teilnehmer laut Veranstalter vor Ort.
Eine grandiose Veranstaltung. Hoffen wir, daß wir im nächsten Jahr die 10000 knacken…
Frank B.
(gerade zurück aus Dresden)
Wir bleiben bei der von uns angegebenen Zahl, die uns auch von anderen Teilnehmern bestätigt wurde. Daß Veranstalter Zahlen gern etwas aufrunden ist aus allen politischen Lagern bekannt. Da wir uns jedoch keinem dieser Lager zurechnen, sehen wir uns nicht veranlaßt, reine Propagandazahlen zu übernehmen, ganz gleich von wem sie auch kommen mögen.
Die Schriftleitung
Leave a Comment