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Unternehmerverband Vorpommern will es wissen - Unternehmer gegen Rechts in Greifswald(19.02.07)

February 19th, 2007 · Post your comment (2 Comments)

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Greifswald / Vorpommern: Bereits zu DDR-Zeiten achtete man in den Betrieben nicht allein nur auf die Arbeitsqualität, sondern auch auf die Gesinnung der Arbeitenden, um auf diese Weise zu verhindern, daß sich Frust und Empörung über Mißregierung und Versorgungsengpässe allzu breiten Raum verschaffen. Geschickt sorgte man dafür, daß solche schwarzen Schafe beizeiten kaltgestellt bzw. aus dem Verkehr gezogen wurden. Besonderes Augenmerk legte man dabei auf solche Zeitgenossen, die während der Arbeit allzu frei von den vorgeblich freiheitlichen Vorzügen des Westens zu erzählen wußten, indem sie das wiedergaben, was sie abends zuvor entweder im Westfernsehen gesehen, oder morgens im Westradio gehört hatten. Allerdings änderte diese Art betrieblicher Fürsorglichkeit nichts daran, daß die DDR am Ende zusammenbrach.

Auch heute ist es inzwischen wieder soweit, daß man in den Betrieben wieder auf die politische Gesinnung zu achtet. Bereits im Februar vergangenen Jahres erklärte der inzwischen in der Versenkung verschwundene Ex-Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommerns, Gottfried Timm (SPD) diesbezüglich: „Das gelingt nur im Zusammenwirken mit gesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften, Kirchen, Unternehmern, Vereinen, engagierten Einzelpersonen. Die Gewerkschaften und Unternehmensverbände haben eine eindeutige Haltung: Dort wo Rechtsextreme in Betrieben in Erscheinung treten, muß man sich von ihnen trennen. Das hat meine volle Unterstützung. Es gilt, trotz aller wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten deutlich zu machen, daß demokratische Grundwerte das Fundament unseres Landes bilden.“

Gerold Jürgens

Inzwischen ist Timm zwar nicht mehr Innenminister, aber der von ihm seinerzeit verkündete Kurs wird trotzdem beibehalten und sogar noch forciert. So kündigte der Unternehmerverband Vorpommerns (UV), Gerold Jürgens an, ein Kontaktbüro in Greifswald zu errichten, um mit diesem Aktionen gegen politische Gegner zu koordinieren bzw. zu finanzieren. So meinte UV-Chef Gerold Jürgens in der vergangenen Woche gegenüber der Presse: „Das ist eines unserer wichtigsten Projekte für die nächste Zeit. Denn Personen mit diesem Gedankengut schaden unserer Wirtschaft und unserem Tourismus.“ Mit Äußerungen dieser Art legt Jürgens allerdings nur wieder die alte Lüge auf, wonach nationalistische Bestrebungen dem Tourismus des Landes schaden würden. Tatsächlich weisen die aktuellen Zahlen auf diesem Gebiet, ebenso wie die der Vergangenheit durchaus nach, daß es in Mecklenburg-Vorpommern zu keiner Zeit irgendwelche politisch bedingten Einbußen auf diese Gebiet gegeben hat.

Wenn es in der jüngsten Vergangenheit hier und da dennoch zu kleineren Rückgängen gekommen sein mag, so ganz gewiß nicht wegen des NPD-Erfolges bei den vergangenen Landtagswahlen, sondern aufgrund der Wirtschafts-, Steuer- und Sozialpolitik von Land und Bund, welche die Bürger mehr und mehr zwingt, ihre Urlaubsbudgets zu beschneiden. Doch um derlei zu bekämpfen gibt es freilich kein Kontaktbüro in Greifswald.

Jürgens gibt sich ausgesprochen optimistisch, obwohl sein Projekt letztlich auch nur eins von vielen gleichgearteten Projekten ist, die letztlich nur die Geldschneiderei mehr oder minder linker Gruppierungen bedienen. So ließ Jürgens schon mal vorsorglich wissen, daß sein Verband bei der Finanzierung des Projektes einen guten Beitrag leisten wolle, um dann gleich zeitig per Wink mit dem Zaunpfahl schon mal vorsorglich anzudeuten, daß man natürlich auch auf Unterstützung aus Schwerin hoffe. Darüber hinaus meinte er für unsere Begriffe etwas forsch: „Wir müssen auch für Leute in anderen Bundesländern darstellen, was Sache ist. Letztlich agieren in der rechtsextremen Szene in Mecklenburg-Vorpommern nur rund 1000 Personen. Menschen, die unsere Region demokratisch voran bringen wollen, bilden die klare Mehrheit.“
Tatsächlich, worin sollte sich das äußern? Schaut man sich Veranstaltungen von Jürgens und seinen Gefährten im Geiste an, so sind diese auch nicht wesentlich höher frequentiert, als die seiner politischen Gegner und auch sonst ist die Stimmung im Lande keineswegs so, als ob man auf das Kontaktbüro des Unternehmerverbandes zur Bekämpfung des Rechtsextremismus in Greifswald gerade gewartet hätte. Vielmehr ist die Lage so, daß die Masse der Bevölkerung weder von der einen wie von der anderen Seite größere Verbesserungen zum Positiven erwartet.

Ungeachtet dessen dürften die meisten Sympathien dennoch auf nationaler Seite liegen und zwar nicht so wegen der Qualität der dort geleisteten politischen Arbeit, sondern schlicht und einfach aufgrund der gegen sie immer wieder in Szene gesetzten Repressionspolitik, deren Ungerechtigkeit inzwischen nahezu jedem Bürger begreiflich geworden ist, selbst wenn er keineswegs ein Anhänger der NPD oder artverwandter Organisationen ist. So führen Pläne wie der des Unternehmerverbandes letztlich dazu, daß die Erinnerung an längst vergessen geglaubte DDR-Tage bei vielen nicht nur nicht in Vergessenheit gerät, sondern wieder bedrohlich nahe rückt, erinnern die Kartellparteien des Schweriner Landtags doch mehr und mehr an die Nationale Front aus Honeckers Zeiten.

Jürgens und sein Unternehmerverband hoffen, vor allem Leute von der Greifswalder Universität für ihre Zwecke rekrutieren zu können. Ziel ist die Schaffung eines Büros, in dem etwa vier Kräfte arbeiten sollen. Posten die sicher heiß begehrt sein werden, winken hier doch Stellen mit guter Bezahlung für die man faktisch kaum arbeiten muß. Statt dessen braucht man nur seinen natürlichen anti-deutschen Aggressions- und Denunziationstrieben nachzugehen. Ob Bunt-statt-Braun-Häuptling Günter Hoffmann aus Anklam sich schon beworben hat?

Siehe auch
OZ 14.02.07

Störtebeker-Netz 19.02.07

Tags: Allgemeines

2 responses so far ↓

  • 1 H.H. // Feb 20, 2007 at 0:02

    Zitat:

    “…. Denn Personen mit diesem Gedankengut schaden unserer Wirtschaft und unserem Tourismus. ….”

    Umgekehrt paßt der Schuh!

    Habe inzwischen von mehreren! Freunden und Bekannten (ganz normale Leute), die einige Urlaubstage im mittleren Teil Deutschlands verbracht hatten (Rügen, Usedom, Harz, Sächsische Schweiz, etc.) die unaufgeforderte Rückmeldung bekommen:
    Das deutlich sichtbare Fehlen dieser fremdrassigen Mischpoke, die fast überall in Westdeutschland inzwischen lästig wie die Schmeißfliegen sind, empfanden sie als ausgesprochen angenehm und erstrebenswert. Ja, man wunderte sich, daß es soetwas überhaupt noch gibt:
    ‘Da werden wir noch öfter hinfahren!’

    MDG
    H.H.

  • 2 Zwi // Feb 20, 2007 at 10:18

    Wenn ich Urlaub in einem anderen Land mache, dann tue ich das, weil mich deren Kultur interessiert - wenn mir dann ein buntes Multikulti entgegen kommt, dann hat meine Reise ihr Ziel verfehlt und ich bin enttäuscht, und ich darf doch stark anzweifeln, dass ich mit meiner Meinung da allein dastehe. Geht man also davon aus, dass jeder Durchschnittsbürger zu so einem Gedanken fähig ist, wieso schaffen es dann unsere lieben Herren Politiker nicht? Oder um es anders zu sagen: Wieso fällt niemandem auf, dass diese Herren diese Tatsache unter den Teppich kehren?

    Ich mein, wenn ich meinen japanischen Bekannten frage, was der Holok. ist, zucken die ratlos mit den Schultern. Wenn denen aber hier in D-land auf den Straßen Horden von Türken, Russen und Polen begegnen, dann fragen die sich, ob ihr Flieger falsch abgebogen ist! Im Restaurant wird dann ja auch Braten mit Kloß bestellt und nicht Döner …

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