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Altermedia Deutschland - Störtebeker-Netz: In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

Uri Avnery: Mohammeds Schwert (25.09.06)

18:38 · Post your comment (25 Comments)

uri-avnery.de / ZNet Deutschland 23.09.2006

* Um zarte Gemüter diesseits und jenseits gewisser politischer Längengrade an dieser Stelle zu beruhigen, versichern wir, daß Uri Avnery keineswegs mit der Schriftleitung Altermedias oder des Störtebeker-Netzes verwandt oder verschwägert ist, noch von dieser aufgefordert wurde, an der antijüdischen Weltverschwörung teilzunehmen. Wenn wir uns bei ihm bedient haben, so aus dem schlichten Grund, weil was gut ist allen gehört. Und das ist auch schon alles an Gemeinsamkeiten. – Die Schriftleitung

Uri Avnery

SEIT DEN Tagen, als römische Kaiser die Christen den Löwen zum Fraß hinwarfen, haben die Beziehungen zwischen Kaisern und Kirchenführern viele Wandlungen durchgemacht.

Konstantin der Große, der 306 – genau vor 1700 Jahren – Kaiser wurde, machte das Christentum zur Staatsreligion seines Kaiserreiches, das damals auch Palästina einschloss. Jahrhunderte später teilte sich die Kirche in einen östlichen (orthodoxen) und einen westlichen (katholischen) Teil. Im Westen erwarb der Bischof von Rom den Titel Papst und verlangte vom Kaiser, sich ihm zu unterwerfen.

Der Kampf zwischen Kaiser und Papst spielte in der europäischen Geschichte eine zentrale Rolle und spaltete die Völker. Es gab für beide Seiten Siege und Niederlagen. Einige Kaiser setzten den Papst ab oder vertrieben ihn, einige Päpste setzen den Kaiser ab oder exkommunizierten ihn. Einer der Kaiser, Heinrich IV., „ging nach Canossa“, stand drei Tage barfuss im Schnee vor der Burg des Papstes, bis der Papst sich herabließ, die Exkommunizierung aufzuheben.

Aber es gab auch Zeiten, in denen die Kaiser und die Päpste in Frieden miteinander lebten. Heute erleben wir solch eine Zeit. Zwischen dem gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. und dem gegenwärtigen Kaiser George Bush II. besteht eine wunderbare Harmonie. Die vor einer Woche gehaltene Rede des Papstes, die einen weltweiten Sturm auslöste, passt gut zu Bush’s Kreuzzug gegen den „Islamo-Faschismus“ - im Kontext des „Kampfes der Kulturen“.

IN SEINER Vorlesung an einer deutschen Universität beschrieb der 265. Papst den großen Unterschied zwischen Christentum und Islam: während das Christentum sich auf die Vernunft gründe, verleugne der Islam diese. Während die Christen die Logik in Gottes Handlungen erkennen, verleugneten die Muslime jegliche Logik in den Taten Allahs.

Als jüdischer Atheist habe ich nicht die Absicht, mich auf den Streitboden dieser Debatte zu begeben. Es liegt außerhalb meiner bescheidenen Fähigkeit, die Logik des Papstes zu verstehen. Aber ich kann eine Passage nicht übersehen, die auch mich betrifft, als Israeli, der in der Nähe der angeblichen Grenzlinie des „Kampfes der Kulturen“ lebt.

Um den Mangel an Vernunft im Islam zu beweisen, behauptete der Papst, dass der Prophet Muhammad seinen Anhängern befahl, seine Religion mit dem Schwert auszubreiten. Nach Ansicht des Papstes wäre dies unvernünftig, weil der Glaube aus der Seele kommt und nichts mit dem Körper zu tun hat. Wie könnte also das Schwert die Seele beeinflussen?

Um dies noch zu unterstreichen, zitierte der Papst ausgerechnet das Wort eines byzantinischen Kaisers, der natürlich zur konkurrierenden Ostkirche gehörte. Ende des 14. Jahrhunderts erzählte Kaiser Manuel II. Palaeologus von einem (zweifelhaften) Streitgespräch, das er mit einem nicht namentlich genannten persisch muslimischen Gelehrten geführt hätte. In der Hitze des Gefechtes schleuderte der Kaiser – nach seiner eigenen Aussage – folgende Worte gegen seinen Kontrahenten:

„Zeig mir doch, was Mohammad Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“

Diese Worte geben Anlass, drei Fragen zu stellen: a) Warum sagte der Kaiser sie? b) Stimmt das denn ? c) Warum hat der gegenwärtige Papst diese Worte zitiert?

ALS MANUEL II. seine Abhandlung schrieb, war er das Haupt eines Imperiums, das im Niedergang begriffen war. Er kam 1391 zur Macht, als dem einst so blühenden Kaiserreich nur noch wenige Provinzen geblieben waren, die auch schon von den Türken bedroht wurden.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die ottomanischen Türken bereits das Donauufer erreicht. Sie hatten Bulgarien und den Norden Griechenlands erobert und zweimal Europas Heere besiegt, die das östliche Kaiserreich retten sollten. 1453, nur wenige Jahre nach Manuels Tod, eroberten die Türken seine Hauptstadt Konstantinopel - das heutige Istanbul - und setzten dem Kaiserreich ein Ende, das mehr als tausend Jahre gedauert hatte.

Während seiner Herrschaft hatte Kaiser Manuel II. die Hauptstädte Europas besucht und versucht, die Trommeln für Unterstützung zu rühren. Er versprach, die Kirche wieder zu vereinigen. Zweifellos schrieb er seine religiöse Abhandlung, um die christlichen Länder gegen die Muslime, die „Achse des Bösen“, anzustacheln und sie zu einem neuen Kreuzzug zu bewegen. Das Ziel war praktisch ausgerichtet, die Theologie diente der Politik.

In diesem Sinn passt das Zitat genau zu den Erfordernissen des gegenwärtigen Kaisers George Bush. Auch er will die christliche Welt gegen den Islam, die „Achse des Bösen“, einigen. Außerdem klopfen die Türken wieder an die Türen Europas, dieses Mal friedlich. Es ist allgemein bekannt, dass der Papst die Kräfte unterstützt, die gegen den Eintritt der Türkei in die EU sind.

STECKT IRGENDWELCHE Wahrheit in Kaiser Manuels Behauptung?

Der Papst selbst hat Vorsicht angemahnt. Als seriöser und namhafter Theologe konnte er es sich nicht leisten, Texte zu fälschen. Deshalb gab er zu, dass der Koran streng verbietet, den Glauben mit Gewalt zu verbreiten. Er zitierte die 2. Sure, Vers 256 (seltsam für einen Papst - er meinte den Vers 257) der lautet: „In Glaubenssachen darf kein Zwang herrschen“.

Wie kann man eine so simple und eindeutige Feststellung ignorieren? Der Papst behauptete einfach, dass dieses Gebot vom Propheten zu Beginn seiner Kariere festgelegt wurde, als er noch schwach und ohnmächtig war. Aber später befahl er die Anwendung des Schwertes im Dienst des Glaubens. Solch einen Befehl gibt es im Koran gar nicht. Mohammed rief zwar in seinem Krieg gegen feindliche - christliche, jüdische und andere – Stämme in Arabien zur Anwendung des Schwertes auf, als er seinen Staat aufbaute. Aber das war ein politischer und kein religiöser Akt; es ging grundsätzlich um Gebiete – und nicht um die Verbreitung des Glaubens.

Jesus sagte: „An den Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Wie der Islam mit anderen Religionen umging, sollte mittels eines einfachen Tests beurteilt werden: Wie haben sich muslimische Herrscher mehr als tausend Jahre lang verhalten, als sie die Macht hatten, „den Glauben mit dem Schwert zu verbreiten“?

Sie haben genau dies nicht getan.

Viele Jahrhunderte lang herrschten Muslime über Griechenland. Wurden die Griechen Muslime? Versuchte jemand sie zu islamisieren? Im Gegenteil. Christliche Griechen besetzten die höchsten Ämter in der ottomanischen Regierung. Die Bulgaren, Serben, Rumänen, Ungarn und andere europäische Nationen lebten länger oder kürzer unter der ottomanischen Herrschaft und hielten an ihrem christlichen Glauben fest. Keiner zwang sie, Muslim zu werden. Alle blieben gläubige Christen.

Die Albaner konvertierten zwar zum Islam und auch die Bosniaken. Aber keiner behauptet, dass dies unter Zwang geschehen ist. Sie nahmen den Islam an, um Vergünstigungen der Regierung zu erlangen und sich der Früchte zu erfreuen.

1099 eroberten die Kreuzfahrer Jerusalem und massakrierten willkürlich seine muslimischen und jüdischen Einwohner im Namen des sanften Jesu.* Zu jener Zeit - 400 Jahre nach der muslimischen Besatzung Palästinas waren die Christen noch die Mehrheit im Lande. Während dieser langen Periode wurden keine Anstrengungen unternommen, ihnen den Glauben Mohammads aufzuzwingen. Erst nach der Vertreibung der Kreuzfahrer aus dem Land begann die Mehrheit der Bewohner damit, die arabische Sprache und den muslimischen Glauben anzunehmen – und sie sind die Vorfahren der meisten heutigen Palästinenser.

*Erwähnenswert in diesem Zusammenhang wäre vielleicht auch die Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer im Jahre 1204, bei dem diese bei ihren Mitchristen weitaus schlimmer hausten und plünderten, als 249 Jahre später die Türken. Es ist keineswegs ein Zufall, daß die Christen der Ostkirche es über lange Jahrhunderte vorzogen, Untertan des türkischen Sultans als des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation zu sein. – Schriftleitun Altermedia

ES GIBT AUCH keinen Beweis für einen Versuch, den Juden den Islam aufzuzwingen. Wie allgemein bekannt ist, erlebten die Juden Spaniens während der muslimischen Herrschaft eine Blütezeit, wie sie sie nirgendwo beinahe bis in unsere Zeit erlebt hatten. Dichter wie Yehuda Halevy schrieben arabisch, genau wie der große Maimonides. Im muslimischen Spanien waren Juden Minister, Dichter, Wissenschaftler. Im muslimischen Toledo arbeiteten christliche, muslimische und jüdische Gelehrte zusammen und übersetzten die antiken griechischen, philosophischen und wissenschaftlichen Texte. Das war wirklich ein Goldenes Zeitalter. Wie hat das nur möglich sein können, hätte der Prophet die „Ausbreitung des Glaubens mit dem Schwert“ verordnet?

Was dann geschah, ist aber noch bedeutsamer. Als die Katholiken Spanien von den Muslimen zurückerobert hatten, begannen sie eine Herrschaft des religiösen Terrors. Juden und Muslime wurden vor eine grausame Wahl gestellt: entweder zum Christentum zu konvertieren, massakriert zu werden oder das Land zu verlassen. Und wohin flohen die Hunderttausende von Juden, die sich weigerten, ihren Glauben aufzugeben? Fast alle von ihnen wurden mit offenen Armen in muslimischen Ländern aufgenommen. Die sephardischen „spanischen“ Juden siedelten in der ganzen muslimischen Welt von Marokko im Westen bis zum Irak im Osten, von Bulgarien, (im Norden, damals ein Teil des ottomanisch- türkischen Reiches) bis in den Sudan im Süden. Nirgendwo wurden sie verfolgt. Sie machten nicht die Folterungen der Inquisition, die Flammen der Ketzerverbrennungen, die Pogrome, die schrecklichen Massenvertreibungen durch, die in fast allen christlichen Ländern bis zum Holocaust stattfanden.

Warum? Weil Mohammad ausdrücklich jede Verfolgung der „Völker des Buches“ verboten hat. In der islamischen Gesellschaft war ein besonderer Platz für Juden und Christen reserviert. Sie hatten zwar nicht völlig die gleichen Rechte, aber beinahe. Sie mussten eine besondere Steuer bezahlen, waren aber vom Militärdienst befreit – eine Übereinkunft, die vielen Juden sehr willkommen war. Es wurde gesagt, dass muslimische Herrscher die Stirne runzelten, wenn Versuche – selbst mit sanften Methoden - gemacht wurden, Juden zum Islam zu konvertieren, weil das weniger Steuereinnahmen bedeutete.

Jeder ehrliche Jude, der die Geschichte seines Volkes kennt, kann gegenüber dem Islam nur große Dankbarkeit empfinden. Er hat die Juden 50 Generationen lang geschützt, während die christliche Welt die Juden verfolgte und viele Male „ mit dem Schwert“ versuchte, sie von ihrem Glauben abzubringen.

DIE GESCHICHTE über die „Ausbreitung des Glaubens mit dem Schwert“ ist eine üble Legende, eine der Mythen Europas während des langen Krieges gegen die Muslime - die Wiedereroberung Spaniens durch die Christen, der Kreuzfahrer, der Abwehr der Türken, die beinahe Wien erobert hätten. Ich habe den Verdacht, dass auch der deutsche Papst ehrlich an dieses Märchen glaubt. Das würde heißen, dass das Haupt der katholischen Kirche - selbst ein namhafter Theologe - sich nicht die Mühe gemacht hat, die Geschichte der anderen Religionen zu studieren.

Warum äußerte er diese Worte in der Öffentlichkeit? Und warum jetzt?

Man kann sie jetzt nur auf dem Hintergrund des neuen Kreuzzugs von Bush und seiner fundamentalistisch-christlichen Unterstützer sehen sowie seiner Slogans vom „Islamofaschismus“ und „dem globalen Krieg gegen den Terror“ – nachdem „Terrorismus“ ein Synonym für die Muslime geworden ist. Denn für Bush’s andere Helfershelfer ist dies ein zynischer Versuch, die Herrschaft über die Öl-Ressourcen der Welt zu rechtfertigen. Es wäre nicht das erste Mal im Laufe der Geschichte, dass ein religiöses Mäntelchen über nackte wirtschaftliche Interessen gebreitet wird; es wäre nicht das erste Mal, dass ein Raubzug zum „Kreuzzug“ wird.

Die Rede des Papstes passt zu diesen Bemühungen. Wer kann uns die möglichen unheilvollen Folgen voraussagen?

[ Übersetzt von: Ellen Rohlfs und Christoph Glanz |

Siehe auch
Originalversion in Englisch

Tags: Allgemeines

25 responses so far ↓

  • 1 Peter // Sep 25, 2006 at 19:59

    Nicht zu vergessen die Zwangschristianisierungen in der neuen Welt (Amerika).Und danach dass Abschlachten der nun frisch Getauften.Es dürften Millionen gewesen sein.Christliche Spanier vierteilten die Indianer und nahmen sie als Hundefutter mit auf Expeditionen.GOTT WILL ES ,war der Schlachtruf.
    Nur das Christentum hat jemals versucht andere Konfessionen gewaltsam zu konvertieren.
    Aber so friedlich waren die Moslems nun auch nicht.
    Im Falle einer Niederlage wurden die Christen vor die Wahl gestellt.”Allah hu akhbar”oder Tribut zahlen.Verweise hier ausdrücklich einmal auf das Buch “Die islamische Herausforderung ” von Gerhard Konzelmann.Ein tiefer interessanter Blick in den Islam.Ideologiefrei.
    Trotzdem ist die christliche Kirche für mich der größte Verbrecherhaufen,der jemals existiert hat.
    Da war die New Yorker Unterwelt der 30er Jahre eine fromme Gebetsstunde dagen.Übrigens ist der Papst auch nur eine Marionette wie Bush oder Merkel.Die Fäden ziehen andere.Sein Zitat war wieder eine gezielte Provokation der Muslime.Das er das gesagt hat,war das eine,daß es weltweit in die Medien ging,das andere.
    Zuletzt…das Geld des Vatikans liegt auf jüdischen Banken.Wir dürfen nun raten,wer den Ton im Vatikan angibt.

  • 2 Olsen // Sep 25, 2006 at 20:17

    Ansich ein lesenswerter Text, letztendlich diplomatisch für die Juden dieser Welt verfasst, daß sie sich nicht für die große Weltpolitik benutzen lassen. Anders kann ich mir es nicht erklären, daß (”Als jüdischer Atheist”) Avnery “genau wie der große Maimonides” schreibt. Er möchte sicherlich die religiösen Juden erreichen, denn Maimonides als “groß” zu bezeichnen, ist ebenso berechtigt, wie man dies in Europa beispielsweise mit Karl dem Westfranken macht. Avnery hat es dieser Tage in Israel schwer, in der Presse wird er zuweilen als Staatsfeind Nr.1 gehandelt. Ein Freund zionistischer Politik ist er jedenfalls nicht.

    “Es ist allgemein bekannt, dass der Papst die Kräfte unterstützt, die gegen den Eintritt der Türkei in die EU sind.”

    “Zwischen dem gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. und dem gegenwärtigen Kaiser George Bush II. besteht eine wunderbare Harmonie.”

    Beide Aussagen stimmen oberflächlich betrachtet. Sie sind aber auch widersprüchlich, da es gerade die USA sind, welche die Türkei in der EU sehen wollen. Ersteres Zitat könnte somit begründet werden, daß die Kirche in der Öffentlichkeit nicht anders reden mag, um ihre Schäfchen nicht zu verärgern, denn Unstimmigkeiten zwischen den Mächten scheint es nicht im geringsten zu geben. Die muslimische Einwanderung wird in der Praxis von der Kirche unterstützt. Es gibt zwar dann und wann einzelne Kirchenmänner (auf kleinerer Ebene), die diese Zuwanderung zuweilen kritisch beurteilen, aber die werden dann ganz schnell sanktioniert und entfernt. Die Kirche spielt hier ihr altes Spiel, die Melodie dazu ist die Heuchelei. In “One World” sind die Religionen geeint, unter der Führung ihrer Mutterreligion. Darauf arbeiten sie hinaus.

  • 3 denker // Sep 25, 2006 at 21:08

    Ich habe eine Frage an den Author des Textes…

    Nun, zugegeben ich weiss nich viel über diese Seite, aber sie kommt mir sehr nazional(sozialistisch) bzw rechts vor.

    Nun ich habe dennoch 2 Fragen, Erstens, wie kann man Jude und gleichzeitig Atheist sein (jüdischer Atheist) und als “Jude” noch rechts sein… ?

  • 4 Olsen // Sep 25, 2006 at 21:56

    @denker
    Zu deiner ersten Frage: wie kann man Jungfrau sein und gleichzeitig eigene Kinder haben? Deine Frage hätte ich auch gerne beantwortet.
    Zur zweiten Frage. Avnery ist nicht “rechts” einzustufen, in Israel steckt er in der “linken” Schublade. Aber was bedeuten schon Schubladen? Mich steckt man in die “rechte” Schublade, obwohl ich mich nur als pflichtbewußter Deutscher verstehe und mich wie jeder andere Mensch von Hirn, Herz und Magen leiten lasse. Wäre zumindest wünschenswert. Wenn schon Schubladen, dann möchte ich meine haben, da muß MEIN Name draufstehen. Wäre für jeden Menschen ebenso wünschenswert. Aber leider erlaubt es die Dummheit der Menschen und die Machtverhältnisse nicht, sich soviele Schubladen zu erdenken.

  • 5 Olsen // Sep 25, 2006 at 22:03

    Nachtrag:
    An meiner Tür, auf dem Briefkasten und auf’m Klingelschild steht ja schließlich auch mein Name drauf. Aus gutem Grund. Ich könnte aber auch “Deutscher” oder “Patriot” anbringen, daß wäre bestimmt lustig, vor allem, wenn es reichlich berechtigte Nachahmer gebe, aber würde ich dann noch ein Persönlichkeit sein? Würde es meinem “unruhigen Geist”, wie es meine Partnerin formuliert, entsprechen?

  • 6 Wetekamp // Sep 26, 2006 at 6:13

    “… die in fast allen christlichen Ländern bis zum Holocaust stattfanden.” – Es sind die kleinen, nebensächlichen Bemerkungen, die einen Schreiberling glaubwürdig, oder - wie in diesem Fall - unglaubwürdig machen.

    “Jeder ehrliche Jude, …” – *wechschmeißvorlachen*

    “Ich habe den Verdacht, dass auch der deutsche Papst ehrlich an dieses Märchen glaubt …” – Bestimmt nicht. Als Deutscher glaubt der Papst bestimmt nur an EIN Märchen …

    “… Wer kann uns die möglichen unheilvollen Folgen voraussagen?” – Soll er mal in der Knesset oder bei der CFR nachfragen, die wissen das ganz genau.

    “Er zitierte die 2. Sure, Vers 256 (seltsam für einen Papst - er meinte den Vers 257)” – seltsam? Kaum, die 256 ergibt in der Quersumme 13, die 257 nicht. Das weiß aber auch ein “atheistischer Kabbhalist”

    “… – und sie sind die Vorfahren der meisten heutigen Palästinenser.” – Tja, und sind seit 1949 wohl zur “Chefsache” erklärt?

    Ich hatte erfreut festgestellt, daß Altermedia in der letzten Zeit auf Avernys Labereien verzichtete. Schade, daß er hier wieder zu Wort kommt. Labertasche, pseudo-ehrlicher Scharlatan.

  • 7 Roter Wedding // Sep 26, 2006 at 9:34

    Eigentlich ist es mir zu dumm, auf diese Nazischeiße zu reagieren, aber es ärgert mich immer wieder, wie dieses rechte Geschmeiß sich hier tummelt. Ich stamme aus einer Familie in der die nach 1910 geborenen Männer fast alle Mitglied in der Nazi-Partei waren und ich weiss sehr wohl aus deren Erzählungen, was diese Pest in den 12 Jahren ihrer Herrschaft angerichtet hat. Mir kommt dann das große Kotzen, wenn ich Kommentare wie den von Wetekamp lese. Da dient das Hirn wohl ausschließlich zur Steuerung der notwendigsten
    Körperfunktionen.

    Rot Front !!

  • 8 Keritz // Sep 26, 2006 at 9:58

    Averny meint: “Dichter wie Yehuda Halevy schrieben arabisch, genau wie der große Maimonides;”

    Hm, mir fällt da ein Zitat von Maimonides ein:
    “Den Besten der Ungläubigen müßt ihr töten!”
    Worauf sich das Adjektiv “groß” bezieht, ist doch ziemlich entlarvend und das Averny letztendlich doch nur jüdischen Interessen dient, ist doch inzwischen allen Lesern von Altermedia bekannt.

  • 9 Faktistdas // Sep 26, 2006 at 10:08

    @ denker

    Deine Frage hat Olsen ja schon beantwortet. Solltest Du aber noch mehr Interesse an dieser Thematik haben, klicke mal auf den folgenden Verweis. Ist eine Netzseite eines sehr bekannten Juden, der sicherlich als Rechts einzuordnen ist, jedenfalls in dem Sinne der Dir von der Systempresse vorgegeben wird.

    http://www.gerard-menuhin.de/

    Und noch eine sehr interessante Seite:

    http://www.israelshamir.net/

  • 10 Faktistdas // Sep 26, 2006 at 10:29

    @ Roter Wedding

    Ich stamme aus einer Familie in der die nach 1910 geborenen Männer fast alle Mitglied in der Nazi-Partei waren und ich weiss sehr wohl aus deren Erzählungen, was diese Pest in den 12 Jahren ihrer Herrschaft angerichtet hat.

    Nur eine Frage:

    Hättest Du was dagegen, wenn man Dich als Pestbeule bezeichnet?

  • 11 Peter // Sep 26, 2006 at 10:57

    @Roter Wedding

    Mal das “Schwarzbuch des Kommunismus” lesen.

    Da waren die Nazis harmlos dagegen.

    @Faktistdas

    Pestbeulen kann man ausdrücken.Stinkt zwar gewaltig,aber dann ist sie weg.

  • 12 Freudenfeuer // Sep 26, 2006 at 14:55

    Tja Roter Wedding, da war deine Familie wohl nichts anderes eine Schar von Mitläufern die nur deshalb in der Partei waren, weil sie dadurch einen persönlichen Vorteil erlangten, in meiner Familie waren auch genügend in der Partei, Wehrmacht, SA und der Leibstandarte und was die erzählen, oh wunder, ist so gänzlich anders als in den Geschichtsbüchern steht, oder deine Mitläuferfamilie darstellt die sich in der Opferrolle suhlt wie ein uns bekanntes Volk und Borstentier.

  • 13 griesgram // Sep 26, 2006 at 19:13

    @denker
    Wie man Jude und gleichzeitig Atheist sein kann?
    So einfach, wie man auch Deutscher und Atheist sein kann!
    Oder glauben Sie, daß der Wüstengott heutezutage noch Abtrünnige sofort mit einem Blitz erschlägt?

  • 14 griesgram // Sep 26, 2006 at 19:18

    @Freudenfeuer
    @Roter Wedding
    Vermutlich ist der Herr Wedding heute aus dem gleichen Grung Mitläufer der Rotfront?

  • 15 Schwert // Sep 26, 2006 at 20:16

    Avnery: “Zweifellos schrieb er seine religiöse Abhandlung, um die christlichen Länder gegen die Muslime, die „Achse des Bösen“, anzustacheln und sie zu einem neuen Kreuzzug zu bewegen.”

    Um sich von der Fremdherrschaft zu befreien, ist alles legitim.

    Avnery: “Auch er [Bush] will die christliche Welt gegen den Islam, die „Achse des Bösen“, einigen.”

    Das ist Käse. An der “Koalition der Willigen” darf jeder mitmachen, der die USA und Israel im “Kampf gegen den Terror” unterstützt. Die Religion spielt dabei überhaupt keine Rolle, denn auch die Türken selbst sind mit dabei. Und dabei geht es auch nur um Gebiete und Rohstoffe und nicht um den Bau von Kirchen. Dafür geht’s aber in Europa eher um den Bau von Moscheen.

    Avnery: “Außerdem klopfen die Türken wieder an die Türen Europas, dieses Mal friedlich.”

    Ein “friedlicher” Untergang ist auch ein Untergang. Eine “friedliche” Verdrängung ist auch eine Verdrängung.

    Avnery: “Es ist allgemein bekannt, dass der Papst die Kräfte unterstützt, die gegen den Eintritt der Türkei in die EU sind.”

    Gelobt sei der Papst (zumindest in dieser Hinsicht)! Hier widerspricht sich Avnery auch. Denn diese Einstellung trennt den Papst eindeutig von President Bush.

    Ansonsten zeichnet Avnery hier ein Bild vom Islam, das liebenswürdiger nicht sein könnte. Schon komisch, warum den Islam auf Dauer niemand in Europa haben wollte.
    Avnery sagt immer “Die Christen” haben den Islam wieder hinausgeworfen. Ja wer waren denn “Die Christen”? Ganz einfach: Europäer, die sich nicht den Türken oder sonstigen Außerkontinentalen unterwerfen wollten.
    Avnerys Text liest sich so, als wäre der Islam superliberal. So kennt man den Islam und seine Vertreter ja auch…
    Was ist denn der Islam? Er besteht aus den Herr- und Völkerschaften, die ihn leben. Sind die alle nett und liberal? Will man die in Europa?

  • 16 Peter // Sep 26, 2006 at 20:22

    @griesgram

    Na sicher,wie seine männlichen,und nicht nur diese,Verwandten auch.Immer auf der Seite der (noch) Sieger.Als es dann andersherum kam,waren sie schon immer dagegen gewesen.
    Als Ossi kann ich da ein Liedchen von singen.
    Erinnert mich ein bisschen an das letzte DDR-Parlament ???
    Erst 100 Prozent Beifall und als dann die DDR in den letzten Zügen lag wurde der mächtigste MAnn der DDR,Mielke,von denselben Komikern ausgelacht.Das sind für mich die Schlimmsten.
    Dann haben sie sich alle ganz schnell die Parteibücher der Blockparteien geschnappt.Und wenn morgfen der Adolf Sieger WÄRE,altes Parteibuch verbrennen und schnell die Bartenden abschneiden.Zum Kotzen,solche Typen.

    Wagt auch noch,ROT FRONT zu schreiben,Kommunistens…

  • 17 Baldur Nauheim // Sep 26, 2006 at 22:48

    Zu Schwert

    ……”Avnerys Text liest sich so, als wäre der Islam superliberal.”………..

    wenn die Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen ist das egal. Wenn aber eine Minderheit sagt, sie fühlen sich verletzt und es müsse mit Gewalt gerechnet werden, dann wird gespurt. Täglich wird den Islamisten gezeigt, daß sie auf dem richtigen Weg sind!

    ……..Die Deutsche Oper Berlin hat aus Sorge über mögliche islamistische Anfeindungen die Mozart-Oper “Idomeneo” vom Spielplan abgesetzt……..*

    * Man sollte hier vielleicht hinzufügen, daß es sich bei dieser Mozart-Oper nicht so sehr um die Oper handelt, die angefeindet werden könnte, sondern um die Art von Inszenierung. So werden laut Regieanweisung im Laufe der Handlung die abgeschlagenen Köpfe von Jesus, Buddha und Mohammed vorgeführt, was in dieser Weise wohl nicht allein nur eine Verfälschung der Oper an sich ist und eine eine Beschimpfung des Islams ist, sondern auch eine Beleidigung von Christentum und Buddhismus. Man sollte es eben mit dem Regietheater nicht zu sehr übertreiben, sondern Klassiker nur so auf die Bühne bringen, wie sie sich der Komponist oder Autor ursprünglich auch einmal gedacht hat, dann kann so etwas gar nicht passieren.
    Schriftleitung Altermedia

    Polizeipräsident unterstützt Entscheidung……..

    ……… Sie habe sich dann für Leib und Leben ihrer Mitarbeiter entschieden, sagte Harms auf einer Pressekonferenz…………..

    http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/nid=396/did=1569366/1tzefco/
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,439212,00.html

    zwar nicht passend zum Thema aber interessant auch dieser Artikel:
    Hitler-Bilder bringen 170.000 Euro
    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,439398,00.html

  • 18 Roter Wedding // Sep 27, 2006 at 8:59

    @ freudenfeuer

    Sorry, aber mein Alter Herr war SA-Mann, sein Bruder war in der Waffen-SS und mein Opa war ein alter Kämpfer und alles was die erzählt haben, hat mich dazu gebracht, den Nationalsozialismus als ein einziges, großes Verbrechen an der Menschheit zu betrachten. Im übrigen war mein Vater der einzige, der sich jemals mit dem Faschismus kritische auseinandergesetzt hat, mein Opa und mein Onkel haben diese Zeit bis zu ihren letzten Stunden stets glorifiziert und haben mir damit genügend Material geliefert, wie es war und wie sie sich mit Juden und Roten auseinandergesetzt haben, ganz so wie die in diesem Forum mehrheitlich vertretene NS-FraKtion, die die Unmenschlichkeit zum charakteristischen Zug ihrer Politik macht.

  • 19 Watzmann // Sep 27, 2006 at 11:55

    @Roter Wedding

    “Unmenschlichkeit”, das ist gar keine politische Kategorie.
    Ihre angeblichen Verwandtschaftsverhältnisse und sonstigen Kaffeekränzchenplaudereien kann niemand aufgrund dieser oberflächlichen Behauptungen überprüfen, die sind hier Kropf.
    Sie können sonstwer sein.
    Sie möchten mit Ihrer “unmenschlichen”, genauer hirnlosen Hetze die jungen Kämpfer von heute abschrecken, aber das ist zum Scheitern verurteilt.

  • 20 Peter // Sep 27, 2006 at 15:30

    @Roter Wedding

    Glückwunsch.Da gehörten deiine alten Herren doch tatsächlich zu den 105 % der deutschen Bevölkerung,die zwischen 33 - 45 aktiven Widerstand gegen das “Naziregime” leisteten.
    So der O-Ton nach dem Krieg.Nennt man sowas Wendehals ??
    Mein alter Herr war auch so einer.”Der Hitler,das Schwein”sagte er immer.Aber vorher mit Freudentränen vorm Volksempfänger.
    Womit bewiesen wäre,daß man auch ohne Rückgrat vegetieren kann.

  • 21 Baldur Nauheim // Sep 27, 2006 at 17:04

    @Schriftleitung

    …………Man sollte hier vielleicht hinzufügen,…….

    das ist richtig. Es muß zwar eine Freiheit der Kunst geben und von mir aus können die auch symbolisch, wem auch immer, die Köpfe abschlagen, aber sie sollen es bitteschön selbst finanzieren. Daß wir, egal ob religiös oder nicht, egal ob christlich oder muslimisch, dafür Steuern bezahlen, damit ein paar Bonzen sich geschmacklos inszenierte Opern oder Theaterstücke ansehen können und sich gebildet, weltoffen und tolerant dabei vorkommen können, ist schon der Gipfel.

  • 22 Schwert // Sep 27, 2006 at 19:20

    @Baldur Nauheim

    “wenn die Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen ist das egal. Wenn aber eine Minderheit sagt, sie fühlen sich verletzt und es müsse mit Gewalt gerechnet werden, dann wird gespurt.”

    Es gibt eben nur einen grundgesetzlich verankerten Minderheitenschutz, keinen Mehrheitenschutz.
    Man muß nur abwarten. Bald ist die autochtone deutsche Bevölkerung auch nur noch eine Minderheit unter anderen. Dann steht sie wieder unter besonderem Schutz (sofern das GG dann noch gilt).

  • 23 Völkischer Beobachter // Sep 27, 2006 at 20:19

    @ Baldur Nauheim:

    Zu den heute versteigerten angeblichen Hitler-Bildern:

    Hm, ein flüchtiger Vergleich mit den in dem Buche Frontsoldat Hitler von Stuart Russel (Arndt-Verlag, Kiel 2006) abgebildeten Hitler-Bildern zeigt, daß die Signaturen Hitlers nicht übereinstimmen. Ob es wohl doch keine “echten Hitler” sind?

  • 24 Baldur Nauheim // Sep 27, 2006 at 21:20

    @Völkischer Beobachter

    Tja. So oder so, auf jeden Fall: “Adolf sales”

  • 25 Karstjaeger // Oct 10, 2006 at 11:16

    Nun, was in Palaestina wirklich vorgeht, beschreibt die juedische Rachelle Marshall meiner Meinung nach sehr interessant:
    http://www.washington-report.org/archives/Sept_Oct_2006/0609007.html

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