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“Verfassungsschutz lässt die “Braune Falle” zuschnappen“ – BRAUNE FALLE auf Dummenfang in Waren (25.10.08)

October 25th, 2008 · Post your comment (10 Comments)

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Waren / Mecklenburg: An der Beruflichen Schule zu Waren gastiert derzeit die BRAUNE FALLE. So nennt sich eine Wanderausstellung des Verfassungsschutzes, mit der über Rechtsextremismus aufgeklärt werden soll. Linker Extremismus spielt, wie inzwischen allgemein üblich, so gut wie keine Rolle was auch nicht verwundert, da deren geistige Väter sich längst durch die Instanzen hindurch in alle wichtigen politisch bedeutsamen Ämter hineinmanövriert haben und seitdem das politische Gesicht der Bundesrepublik wie ein Aussatz bedecken. Was Wunder wenn sich die Aufklärung über politischen Extremismus in einseitigen Bahnen bewegt.

Ein besonders armseliges Mittel zur allgemeinen Volksaufklärung sind Ausstellungen wie oben genannte, sie bedienen ihr Publikum – sofern denn welches da ist – mit Schlagwörtern und Phrasen, dürften aber als eigentliches Aufklärungsmittel kaum von Wirkung sein. Dies manifestierte sich jüngst auch in Waren, wo es gestern in einem Jubelbericht des örtlichen NORDKURIERs u. a. resümierend hieß: „…Heute endet die Schau – und die Organisatoren zeigten sich zum Schluss zufrieden. “Es lief ganz gut”, sagte Dieter Utermöhlen vom BfV.
Zumindest am Vormittag sei die Ausstellung gut besucht worden. Bis zu 200 Besucher habe man täglich gezählt, bilanzierte Utermöhlen. Das meiste seien dabei Schulklassen gewesen. Gähnende Leere habe dagegen oftmals am Nachmittag geherrscht, da sich ältere Besucher weniger für die Schau begeistert hätten, so der BfV-Mitarbeiter. Die Jugendlichen indes machten auf Utermöhlen einen interessierten Eindruck. “Diejenigen, die hier waren, haben viele Fragen gestellt”, berichtete er. “Viele Lehrer haben den Besuch vorher auch gut vorbereitet”, lobte er zudem.
Bitter stieß dem Experten dagegen auf, dass ortsansässige, rechtsextreme Kameraden offenbar die Ausstellung ebenfalls regelmäßig besucht haben. So sind Jugendliche laut Utermöhlen dabei gezielt angesprochen und die Ausstellung als Lüge diffamiert worden. Es sei nicht immer ganz einfach gewesen, das zu unterbinden, so der BfV-Mitarbeiter. …“


Fabriziert wurde dieses tiefsinnige Opus von feingeistigem Provinzjournalismus durch einen Autoren mit dem bemerkenswerten Namen Kiffmeier. Trotz aller Jubelarien macht er freilich deutlich, dass besagte Ausstellung für deren Veranstalter keineswegs Grund zur Freude bot, machte das Ergebnis doch deutlich, dass Ausstellungen dieser Art überhaupt nur dann mit halbwegs wahrnehmbarer Publikumfrequenz rechnen können, wenn man ihnen einige Schulklassen aus dem Ort oder der Umgebung zuliefert, während sich die eigentliche Öffentlichkeit fernhält. Ob aus bloßem Desinteresse, gewöhnlicher Verachtung für solche billigen Propagandaaktionen – oder nur aus gewöhnlichem Nichtwissen sei der Ansicht des jeweiligen Betrachters überlassen.

Geradezu bizarr und ein wenig hingegen muten die empörten Vorwürfe an, dass ortsansässige rechte Kameraden gleichfalls von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, diese Ausstellung zu besuchen. Offenbar ist es für VS-Vertreter Utermöhlen unverständlich und nicht nachvollziehbar, dass sich die Gegenstände seiner Volksaufklärung selber zu Wort melden und auf bestimmte in der Ausstellung vorgetragenen Vorwürfe reagieren. Das rasche Hinweggleiten des NORDKURIERs über diese Angelegenheit und der auffällige Mangel an diesbezüglichen Details, lässt erahnen, dass man als Ausstellungsbetreiber in dieser Angelegenheit offenbar keine gute Figur gemacht hat, da man sich vermutlich ansonsten lang und breit über einen solchen Sieg über rechtes Gedankengut ausgelassen hätte.

Am Ende seines Artikels wartet Herr Kiffmeier seinen Lesern dann noch mit folgendem, besonders herzigen Absatz auf:
„…Die Schau dokumentiert mit Texttafeln, Bildern und Hörbeispielen die fiktive Geschichte des Mario S. und schildert sein langsames Abgleiten in die rechtsextreme Szene. Schülerin Saranda, 16, befand die Schau jedenfalls gestern als gelungen. ‚Ich wusste schon einiges vorher, aber hier erfährt man auch viel neues”, sagte sie. Besonders die Bilder, auf denen durch Neonazis misshandelte Opfer zu sehen sind, stimmte sie nachdenklich: “Leute, die so etwas anrichten, sind absolute Idioten. Die sollten mal bedenken, dass jeder woanders Ausländer sein kann.’“

Tja, was die Schülerin Saranda (16) alles so erzählt, unsereiner möchte fast entsetzt sein, doch haben uns die Schüler Paul (15) und Martin (16), die für uns ebenso glaubhaft sind, wie die Schülerin Saranda (16) für Herrn Kiffmeier vom NORDKURIER, erzählt, dass die wirklichen Idioten eigentlich nur die sind, die sich solchen Schwachsinn freiwillig ansehen und dass man im Grunde nur deshalb hingegangen sei, weil man es musste und weil es an sich besser ist, sich ein, zwei Stunden dort zu langweilen, als in der Schule eine Mathearbeit oder einen Deutschaufsatz mit ebenso fiktiven Geschichten zu schreiben, wie sie der Verfassungsschutz, in augenscheinlichem Mangel an wirklichen Schicksalen, in der BRAUNEN FALLE über Mario S. erzählt.
So verschieden sind eben die Meinungen, wenn man zwei Seiten zu Wort kommen lässt, gut, dass dies in BRAUNEN FALLEN nicht so üblich ist, denn wo kämen wir denn sonst hin.

Siehe auch
Nordkurier-Waren 24.10.08



Tags: Allgemeines

10 responses so far ↓

  • 1 Unbekannt // Oct 25, 2008 at 18:02

    Kiffmeier – Der Name passt perfekt. Bestimmt auch so ein ewig zugedröhnter 68er Zottel.

    Warum macht man nicht mal ein 1. Mai Plakat worauf vermummte Vollspinner Autos von Zivilisten anzünden und ein Schaden von hundertausenden anrichten, oder unmengen an Steuern verschwenden, weil die Polizei zu tausenden eingreifen muss, zu sehen sind?

    Warum macht man nicht mal ein Plakat über Ausländergewalt und deren Opfer?

    Warum nicht mal ein Plakat über den von Deutschland mitfinanzierten Krieg und deren Opfer?

    Aber das kann man ja nicht machen, kann ja passieren das man plötzlich zu wenig gegen rechts ist, ein Feindbild reicht völlig aus und hält uns schön vom selber denken ab.

  • 2 Gutmensch // Oct 25, 2008 at 18:29

    Jaja, mit zwangsverschleppten Schulklassen läßt sich der Erfolg solcher Maßnahmen natürlich ungemein aufpeppen.
    Ich hatte eine ähnlichen Fall während einer Winterübung der Bw auf dem Truppenübungsplatz Munster.
    Dort wurde den Wehrpflichtigen versprochen, daß, wenn sie an einer Exkursion ins KL Bergen-Belsen teilnehmen würden, sie für einen Tag vom Übungsbetrieb befreit würden.
    Ich musste unserer höheren Führung leider melden, daß sich niemand bereit fand, an dieser, kostenpflichtigen, Veranstaltung teilzunehmen.

    Wie angekot.t muß eigentlich ein Haufen Wehrpflichtiger aus allen Schichten der Bevölkerung sein, wenn nicht einmal die Aussicht auf einen Tag „lau“, eine heiße Dusche und ein paar Stück Kuchen sie dazu veranlassen können, dem täglichen Gefechtsdrill zu entfliehen???

    Das gibt doch Grund zur Hoffnung!!

  • 3 Delstop // Oct 25, 2008 at 18:30

    (:::Besonders die Bilder, auf denen durch Neonazis misshandelte Opfer zu sehen sind, stimmte sie nachdenklich: “Leute, die so etwas anrichten, sind absolute Idioten. Die sollten mal bedenken, dass jeder woanders Ausländer sein kann.’“:::)

    In BRdistan brauch man nicht einmal Ausländer zu sein. Das erlebt man hier als Inländer.
    Bilder würde es vermutlich so viele geben, dass man ganze Hallen demit zupflastern könnte.

  • 4 @delstop // Oct 25, 2008 at 18:58

    Oder an all die gewaltätigen Antifanten, siehe ProKöln-Tag, da erhebt kein Gutmensch ein Wort gegen.

    Ausgerechnet in meiner Geburtsstadt waren sie vor nicht existenten Gefahren.

  • 5 Gunvald Larsson // Oct 25, 2008 at 20:24

    ““Leute, die so etwas anrichten, sind absolute Idioten. Die sollten mal bedenken, dass jeder woanders Ausländer sein kann.’“

    Was sagt uns dieser Satz? KANN. Ja, können kann ich überall. Aber in meiner Heimat bin ich nun mal kein Ausländer. Sollte ich es woanders sein, dann auf Trekkingtouren oder im Urlaubsort, für ein paar Wochen. Wo ich Geld dortlasse. Hier wird kassiert von den ins Land strömenden und sich festsetzenden Ausländern. Von den anderen Folgen des Multikulti gar nicht erst zu reden.
    Wandere ich aus muss ich im neuen Land zusehen das ich dort aus eigenen Mitteln eine Existenz aufbaue. Bin ich dort aus irgendwelchen Gründen nicht erwünscht gehe ich eben zurück.
    Nun sind das einfache Wahrheiten, die aber nicht oft genug angesprochen werden können. Damit auch Saranda es mal kapiert.

  • 6 Doris Zutt // Oct 25, 2008 at 20:28

    Bitter stieß dem Experten dagegen auf, dass ortsansässige, rechtsextreme Kameraden offenbar die Ausstellung ebenfalls regelmäßig besucht haben. So sind Jugendliche laut Utermöhlen dabei gezielt angesprochen und die Ausstellung als Lüge diffamiert worden. Es sei nicht immer ganz einfach gewesen, das zu unterbinden, so der BfV-Mitarbeiter. …“so der Nordkurier.
    Wo der BfV- Mitarbeiter Recht hat da hat er Recht. Desweiteren hätte er sagen müssen, dass die Kameraden Alfred (74) und Doris(53) Zutt abwechselnd fast täglich die Ausstellung besucht haben ,dabei wurde von den Zutt´s nicht nur bei den Schülern,sondern auch bei der Lehrerschaft und den BFV Mitarbeitern Aufklärung betrieben.Dies führte dazu ,dass ein Mitarbeiter des BfV äußerte:” Gegen die Zutts haben wir keine Argumente.”Dabei kam uns unsere langjährige Partei – und 20 jährige Parlamentsarbeit zugute als auch das Verbotsverfahren in Karlsruhe,wo ich als Auskunftsperson für die NPD geladen war.Deshalb können wir sagen, ohne uns selbst zu loben, dass war eine Niederlage für die Ausstellung. Unsere Handlungsweise sollte überall wo solche Ausstellungen stattfinden übernommen werden.

  • 7 Wehrwolf // Oct 27, 2008 at 4:46

    Je mehr die dieses verlogene Gesindel gegen Rechts propagiert,und das Volk belügt,desto mehr Menschen stellen sich Rechts auf!

  • 8 BdU // Oct 27, 2008 at 10:43

    “So sind Jugendliche laut Utermöhlen dabei gezielt angesprochen und die Ausstellung als Lüge diffamiert worden. Es sei nicht immer ganz einfach gewesen, das zu unterbinden, so der BfV-Mitarbeiter. …“

    Ach es war also nicht immer einfach kritische Besucher rauszuschmeißen, die sich die Lügen- und Hasspropaganda der staatlich besoldeten Berüfslügner nicht kommentarlos gefallen ließen? Spricht ja für eine wahnsinnig entwickelte demokratische Kultur wenn man Kritik einfach “unterbindet”.

  • 9 Miraculi // Oct 29, 2008 at 5:11

    Claus Nordbruch: “Der Verfassungsschutz. Organisation, Spitzel, Skandale”, ISBN-10: 3891800541. Stand (leider) 2002, dennoch sehr informativ.

    Rezension (a.d. Jahr 1999) bei Amazon dazu:
    “Nordbruch zeigt auf äußerst detaillierte Weise, wie der deutsche Inlandsgeheimdienst von den Mächtigen in Deutschland mehr und mehr zum Schutze ihrer Pfründe mißbraucht wird. Verglichen mit den Entwicklungen in anderen Ländern und unter Beachtung historischer Parallelen ist dies leider kein Einzelfall. Offenbar tendiert jedes politische System in fortgeschrittenem Alter dazu, seine Macht auch mit unlauteren Mitteln gegen unliebsame Konkurrenz zu verteidigen. Wer nach der Lektüre dieses Buches noch ruhig schlafen kann, der muß einer toter Fisch sein, denn mit diesem Strom der politischen Ereignisse in Deutschland können nur tote Fische “freiwillig” schwimmen wollen.”

  • 10 Antiislamist // Nov 1, 2008 at 15:56

    Tja, ich war mit meinem Gymnasium auch auf dieser Veranstaltung, ist aber schon länger her.

    Ich teile eure Meinung nicht!

    Die Ausstellung ist wirklich sehr informativ gewesen. So lernte ich z.B. einige neue, sehr gute Bands kennen und wurde über gutsortierte Onlineshops informiert.

    Am Interessantesten fand ich noch den Stand mit Hörproben aus aktuellen Alben. Fast ein bisschen wie im Media Markt :-D

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