In diesen Tagen gehen Millionen Menschen auf die Straßen, um gegen den verbrecherischen Krieg von George W. Bush und seiner Ölclique zu demonstrieren. Das ist gut so und es ist selbstverständlich, daß auch nationale Deutsche die US-amerikanische Anmaßung anprangern. Sie beweisen damit nur Konsequenz, weil sie die Führung der Vereinigten Staaten niemals als Weltbeglücker, sondern als imperialistisches und menschenverachtendes Regime gesehen haben. Die „westliche Wertegemeinschaft“ dominiert von den USA, gehört nicht zur Weltanschauung der nationalen Opposition.
Aufrechte Linke und Antifaschisten reagieren deshalb ziemlich verstört, wenn sie bei Demonstrationen gegen Bush´s Krieg plötzlich Leute neben sich sehen, gegen die sich bisher immer ihr ganzer Haß richtete. Die PDS klagt, daß sie keine Ahnung habe, wie sie mit dem „rechtsextremistischen Friedenswillen“ umgehen solle. In der eigenen Partei werde oft argumentiert, daß man gegen den Krieg jeden brauche und „bekennende Neonazis“ als die Jungs von nebenan verharmlost würden. „Der Aufstand der Anständigen scheint schlicht in Vergessenheit geraten zu sein“, beklagt sich der Junggenosse Matthias Gärtner aus der Lutherstadt Wittenberg und versteht damit offenbar die Welt nicht mehr.
Die links angesiedelten Kriegsgegner geraten deshalb politisch immer mehr in Erklärungsnot. Wer die Zerstörung deutscher Städte durch anglo-amerikanische im zweiten Weltkrieg als kriegsnotwendig zur Zerschlagung des Faschismus rechtfertigt, muß jetzt erst einmal erklären, warum er jetzt gegen die Zerstörung irakischer Städte durch ebensolche anglo-amerikanischen Bomberverbände ist. Immerhin wird das Zerstörungswerk im Irak mit dem Kampf gegen einen blutrünstigen Diktator begründet.
Den Gipfel der Widersprüchlichkeit leisten sich jetzt aber die Erfurter Antifaschisten. Wie nicht anders zu erwarten, wird gegen die Demonstration der NPD und freier Kräfte am 5. April 2003 in der thüringischen Landeshauptstadt in schöner Eintracht zusammen mit den Gewerkschaften, der SPD und der CDU („fest an der Seite der USA“) mobil gemacht. Die dazugehörenden Plakate enthalten die folgenden sinnvollen Sprüche: „Kein Frieden für Deutschland - Gegen Antiamerikanismus – Gegen Antisemitismus“ Ja liebe Kameraden der nationalen Opposition, wenn ihr wieder einmal mit einem aufrechten Antifaschisten gegen den US-Krieg demonstriert, dann fragt ihn doch mal, wie dieser Spruch mit seinem Engagement zu vereinbaren ist.
Schlußfolgerung für uns: Es ist noch ein weiter Weg, bis auch der letzte Antifaschist und Linke begreift, daß aus Amerika nicht Friede und Weltbeglückung kommt, sondern Tod und Verderben. Man soll aber die Hoffnung nicht aufgeben.
Zur Demonstration Erfurt sollten gerade aber deshalb alle kommen, die es ernst meinen mit ihren Aktivitäten gegen den Öl-Krieg. Sie findet am Sonnabend, dem 5. April 2003 statt. Der Treffpunkt ist um 13 Uhr am Hauptbahnhof. Zum Thema „Schafft Arbeitsplätze und keine Kriegseinsätze“ sprechen unter der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD in Mecklenburg-Vorpommern, Stefan Köster, der Ronneburger Ratsherr Christian Bärthel und Herbert Schart.



0 responses so far ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.
Leave a Comment