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| Christian Deichen |
Wolgast / Ostvorpommern: Einem „Volksverhetzung“-Prozeß sieht offenbar der ostvorpommersche NPD-Funktionär Christian Deichen entgegen. Wie es im Forum der linksextremen Internetseite Links-lang.de heißt, wird Deichen, der bis zum Sommer dieses Jahres als Netzmeister mit die Internetseiten der NPD Ostvorpommern / Greifswald und der NPD Mecklenburg-Strelitz / Neubrandenburg zuständig war, beschuldigt, auf diesen Links zu indizierten Webseiten gelegt zu haben, auf denen der „Holocaust“ geleugnet und zur Ermordung von Ausländern und Juden* aufgerufen worden sein soll.
*Wie sind uns dessen bewußt, daß es sich bei „Ausländern und Juden“ um eine Tautologie handelt. – Die Schriftleitung
Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren war allerdings schon im August vergangenen Jahres von der Staatsanwaltschaft Stralsund wegen mangelndem öffentlichen Interesse einestellt worden. Allerdings scheint politischer Druck nun dafür gesorgt zu haben, daß man sich inzwischen doch eines besseren besonnen hat und nunmehr den Fall vor dem Amtsgericht Wolgast verhandeln will. Bei Links-lang.de sorgt man sich nun darum, daß das Urteil möglicherweise auch in Wolgast nicht so ausfallen könnte, wie man es sich wünschte. So heißt es dort:
„…Es ist sehr wichtig, dass die Verhandlung am 28. November von einer kritischen Öffentlichkeit wahrgenommen wird, zumal Deichen sicher versuchen wird, die regionale Neonazi-Szene zu dem Prozess zu mobilisieren. Leider ist es in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass “fernab der Öffentlichkeit” ein Gericht eher zu Gunsten von Rechtsextremen entschieden hat, sei es weil der Richter/die Richterin selber eher indifferent eingestellt war und keine Angst vor der Zivilgesellschaft haben brauchte; sei es weil der Staatsanwalt den Prozess “schnell über die Bühne” bekommen wollte. Daher sollten möglichst viele kritische Menschen zu einer solchen Verhandlung kommen und NICHT STÖREND aber SEHR PRÄSENT zeigen, dass sie a) “aufpassen”, b) Interesse am Thema zeigen und c) ein optisches Gegenstück zum braunen Mob liefern.“
| Amtsgericht Wolgast |
Eine Aussage, die glasklar dokumentiert, wie hier Druck auf die Justiz ausgeübt werden soll. Stellungnahmen von nationaler Seite zum Prozeß, der am 28. November um 10 Uhr im Amtsgericht Wolgast beginnen soll, gibt es derzeit nicht.
Deichen fungierte früher u. a. auch als NPD-Landeskoordinator für Ostvorpommern, war als solcher aber faktisch einflußlos, da die politische Macht auf nationaler Ebene in dieser Gegend vom Sozialen und Nationalen Bündnis Pommern ausgeübt wird. Nachdem dieses die NPD Ende vergangenen Jahres faktisch übernahm, fiel auch Deichens bislang formal eigentständige Position faktisch weg. Zuletzt von sich reden machte er in Wolgast durch die Eröffnung eines Internetcafés, daß rasch zum Gegenstand linker Boykottaufrufe und Anschläge wurde. Politisch spielt Deichen keine wahrnehmbare Rolle.
Siehe auch
Links-lang.de Forum 03.11.06 8:02 pm
Bei unseren Recherchen zu diesem Artikel stießen wir u. a. auch auf den NPD Ostvorpommern Werbemittelladen. Ein erfreuliches Beispiel für nationales Marketing – aber auch für etwas das wir wohl nicht anders als Nehmen vom Lebendigen bezeichnen können. Es sei denn man hält Preise von mehr als 10 Euro für eine bloße Kaffeetasse oder eine ordinäre Tragetasche für normal. – Die Schriftleitung
Weitere Informationen zu Deichen findet man in den Archiven von Altermedia und Störtebeker-Netz
Quelle: Störtebeker-Netz 05.11.06




14 responses so far ↓
1 stephan // Nov 6, 2006 at 13:29
Und häßlich sind die Kaffeetassen auch noch.
2 Rudolf // Nov 6, 2006 at 14:26
“Wie sind uns dessen bewußt, daß es sich bei „Ausländern und Juden“ um eine Tautologie handelt.”
Seit wann das? Mancher mag zwar jeden Juden als Ausländer betrachten, aber auch dann ist doch noch lange nicht jeder Ausländer auch Jude.
3 Schulle // Nov 6, 2006 at 23:10
Die Tassen sehen nicht schlecht aus,sind aber zu teuer.Soche Prozesse sagen nur eines klar und deutlich aus.Das System steckt in einer Krise.
4 Rurik // Nov 7, 2006 at 1:19
@ Rudolf
“Ausländer und Ausländer” ist eine Tautologie! Da Juden Ausländer sind, und oben von “Ausländern und Juden” die Rede war, handelt es sich um eine Tautologie. Es hätte sich genauso um eine Tautologie gehandelt, wenn man von “Ausländern und Chinesen” gesprochen hätte. Natürlich ist in diesem Falle auch nicht jeder Ausländer ein Chinese, aber jeder Chinese ist - genauso wie jeder Jude - ein Ausländer!
Ein “deutscher Jude” oder ein “jüdischer Deutscher” hingegen, ist ein Paradoxon!
5 Friedrich // Nov 7, 2006 at 10:55
Natürlich steckt das System in der Krise. Trotzdem sollte man auch von nationaler Seite versuchen Druck auf die Justiz auszuüben.
Auch Richter sind nur Menschen und wenn der Zuschauerraum ausschließlich gefüllt ist mit Antifas könnte dies einen Richter ermuntern
“dem Ruf des Volkes” nachzugeben. Also sollte der Saal mit nationalen Kräften besetzt sein um dem Richter zu zeigen dass der wind umschlägt.
6 Der Turnvater und Schriftleitungsschlächter // Nov 7, 2006 at 12:05
Wie ich sehe, trägt man am Arsch der Welt noch immer weißes Sakko! Vielleicht beginnen die 90er auch irgendwann mal in Mecklenburg-Vorpommern. Aber ich muß schon sagen, der Knabe sieht wirklich intelligent aus, da reißen sich Mandy, Zündy und Sandy aus Hinterdoofdorf sicherlich richtig drum!
7 Rurik // Nov 7, 2006 at 16:16
“Wie ich sehe, trägt man am Arsch der Welt noch immer weißes Sakko!” - Stimmt. Wie man sieht trägt sogar der Arsch der Welt selbst ein weißes Sakko:
http://www.satiricum.de/images/a2001-09/20010906-friedman.jpg
8 Hendrik // Nov 7, 2006 at 16:48
Zitat Schriftleitung: “Wie sind uns dessen bewußt, daß es sich bei „Ausländern und Juden“ um eine Tautologie handelt” Aber liebe Schriftleiter, Sie werden sich wirklich staunen: sehr viele Sippen der sog. “echten” Deutschen (ja, eben auch die der Mitglieder der NPD, z.B. Malcocci, Rochow usw.) verweisen nach Polen, Russland, Rumänien, Ungarn und weiss Gott welchem anderen Weitwegistan. Ich nehme an, konsequenterweise, wünschen die NPD und jene anonyme Schriftleitung auch diesen “Tautologien” dann eben auch eine “gute Heimreise.”
9 griesgram // Nov 7, 2006 at 18:09
@Rurik
Trägt er, damit man den weißen Staub nicht so sieht!
10 Rurik // Nov 7, 2006 at 19:05
@ Hendrik
Die hammwer alle adoptiert. Aber du kommst zurück ins Kinderheim!
11 Rurik // Nov 7, 2006 at 19:19
@ griesgram
Gnau! Un, damit mer seine drecksche Weste ni sitt.
12 Worch // Nov 8, 2006 at 3:02
In einem weiteren Beitrag hier auf Altermedia durften wir erfahren, daß anläßlich eines Prozesses in Leeds / GB über 600 Anhänger der BNP eine Kundgebung für ihren angeklagten Vorsitzenden Griffin durchgeführt haben.
Die BNP bzw. die Engländer sind da wohl ein großes Stück weiter als wir….
@ Friedrich:
Den Zuschauerraum mit nationalen Kräften zu besetzen, wäre ein erster Schritt. Aber bis zu den oben erwähnten englischen Verhältnissen wird es noch weiterer Schritte bedürfen….
Grüße
Christian Worch
13 Christian Deichen // Nov 8, 2006 at 11:57
Nachdem die Sache jetzt öffentlich geworden ist, will ich mich dazu mal äussern: Im Grunde gibt es da nicht viel zu sagen, da es nichts “dickes” ist. Ein gewisser Benjamin S., wohnhaft in Greifswald (Steinstr. X)und Giessen, hat mich auf seiner “Saubermann-Tour” als Opfer (eines von vielen) ausgewählt.
Über ihn wurde bei Altermedia bezüglich eines anderen Falles, bereits geschrieben. Er ist Studentensprecher von der Fachschaft Theologie der Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Universität und Jahrgang 1979. Benni wurde bereits beim Prozess einer Buchhändlerin in Berlin als Prozessbeobachter gesehen, welche dank ihm jetzt insolvent ist.
Ich würde mich sehr darüber freuen, ihn bei meinem Prozess auch zu Gesicht zu bekommen. Als Zeuge ist er allerdings nicht geladen. Ich und weitere Mitmenschen sind sehr interessiert daran, den leibhaftigen Theologie-Gutmenschen zu visualisieren ;-).
Nun zum eigentlichen Fall: Es geht um nichts anderes als ganze 21 Buchstaben, einschliesslich des “DOT”. Er hat mich angezeigt, mehrere Verweise zur besagten Seite gelegt zu haben, bzw. diese nicht gelöscht zu haben, als die Seite von der BPjM indiziert wurde. Also wegen eines Hyperlinks beschäftigt Benni die Staatsanwaltschaft und zwei Fachkommissariate der PD Anklam! Noch unverhältnissmässiger gehts wirklich nicht mehr, während wahre Verbrechen unaufgeklärt bleiben, da der Polizeiapparat maßlos überlastet ist.
Um die Verteidigungsstrategie meines Rechtsbeistandes nicht zu gefährden, werde ich erstmal keine näheren Angaben zur Verteidigung vor Gericht machen. Ob die Strategie funktioniert hat, wird sich am 28.11. zeigen. Interessant ist aber, das der Staatsanwalt Herr S. die Anzeige von Benni eingestellt hat. Darüber war er wohl so verärgert, dass er mich erneut angezeigt hat, mit einer CD (*auslach*) als Beweismittel, die die angeblichen Beweise beinhaltet. Nun bekam der berüchtigte “Nazi-Jäger”-Staatsanwalt Herr K. den Fall in die Hand und schickte mir prompt einen Strafbefehl mit einer vierstelligen Summe.
Also nochmal zum Vergleich: Der St.Anw. “S.” stellt das Verfahren ein und St.Anw. “K.” gibt mir für die gleiche Angelegenheit eine unverhältnissmässige Geldstrafe bzw. Gesinnungshaft. Und das wegen einem angeblichen Hyperlink mit 21 Buchstaben, der mir erst noch bewiesen werden muss…
14 christiandeichen // Nov 21, 2006 at 13:12
nachdem nun in fast allen printmedien im norden und auch bei ostseewelle in den nachrichten von meiner verhandlung berichtet wurde, möchte ich nochmals der presse, benni schöler und euch für diese kostenlose werbung danken. auch schlechte werbung ist letztlich werbung (zumindest für die NPD). …Schnippelschnappel…
Auch für Funktionäre der NPD Ostvorpommern gilt in diesem Bereich die Groß- und Kleinschreibung und zwar nicht allein nur für den Parteinamen, sondern ganz allgemein. Da wir bei anderen Leuten in solchen Fällen nicht viel Federlesens betreiben, können wir auch hier keine Sonderbehandlung gelten lassen. Also entweder auch in auf offiziellen NPD-Seiten üblicher Schreibweise oder aber tut uns leid.
Schriftleitung Altermedia
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