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VVN-Nordrheinwestfalen will breite Front gegen “Neonazis” (29.10.06)

October 29th, 2006 · Post your comment (4 Comments)

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“Jupp” Angenfort

Düsseldorf / NRW: In den Nachkriegsjahren prägte man in den kommunistisch dominierten Staaten des späteren Ostblocks den Begriff „Salamitaktik“. Damit meinte man das schrittweise Demontieren demokratischer Rechte und Abschaffen von bürgerlichen Parteien, deren man sich nach und nach entledigte, bis es keine Gegner mehr gab, welche die direkte kommunistische Machtübernahme verhindern konnten.

Ähnlich scheinen linke Randgruppen auch ihren Kampf gegen die NPD zu verstehen. Dies wird u. a. auch in einem Interview deutlich, daß der Landessprecher der sogenannten Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) von Nordrhein-Westfalen, Jupp Angenfort, aus Anlaß des 60jährigen Bestehens seiner Organisation der JUNGEN WELT gab.

Angenfort gehört zu den handelsüblichen Berufs- und Gewohnheitsopfern, denen augenscheinlich entgangen ist, daß man sich schon seit Jahrzehnten nicht mehr im Jahre 1945 befindet. 1951 wurde er Landtagsabgeordneter für die später dann im Jahre 1956 verbotene KPD. Schon 1953 wurde er aufgrund seiner staatsfeindlichen Aktivitäten im Dienste der damaligen DDR und Moskaus als Chef der SED-Jugendorganisation FDJ in Westdeutschland verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Eine Strafe, die gegenüber Regimegegnern in kommunistischen Regimen freilich so alltäglich war, daß man gewiß nicht viel Aufhebens darüber machen muß, wenn es einen Emissär dieser Geistesrichtung einmal selber getroffen hat.

Heute macht Angenfort in „Demokratie“, um davon abzulenken, daß seine Organisation nach wie vor, ein Sammelbecken von Alt- und Neu-Stalinisten ist, die dem Traum einer kommunistischen Renaissance nachhängen. Als Feigenblättchen dafür dient ihnen der ostentative Kampf gegen die NPD. Gegenüber der JUNGEN WELT meinte Angenfort dieser Tage:
„Uns geht es darum, dem Neofaschismus, der in besonderem Maße von dieser Partei getragen wird, auf jede nur mögliche Weise entgegenzutreten. Ein Verbot würde bewirken, daß die NPD keine finanzielle Unterstützung mehr durch den Staat bekäme, ihre errungenen Mandate verlieren würde, keine Propaganda mehr herausgeben könnte und auch nicht mehr öffentlich in Erscheinung treten dürfte. Derzeit erhält die NPD aufgrund ihres Einzuges in die Landtage von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern jährlich rund eine Million Euro, was durch ein Verbot verhindert würde. Das alles spricht für ein Verbot, bewahrt uns aber nicht vor einer ideologischen Auseinandersetzung mit den Neofaschisten.“

Staatliche Unterstützung dafür hält Angenfort zwar für notwendig, aber nicht zwingend, denn: „Ich will damit sagen, daß die VVN auch zukünftig gegen alle neofaschistischen Tendenzen vorgehen wird, ob uns die Behörden dabei unterstützen oder nicht.“ Und da es ohne Berufung auf das Judentum schon gar nicht geht, hören wir weiter: „Außerdem: Wenn sich Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, aufgrund des erstarkenden Neofaschismus an die Zeit nach 1933 erinnert fühlt, kann ich der Frau nur Recht geben und hoffen, daß sich immer mehr Demokraten in eine breite Front gegen Neofaschismus und Antisemitismus einreihen.“

Freilich, Selbstlosigkeit oder gar Furcht vor der NPD sind es nicht, die dem Alt-Kommunisten eine Allianz mit Parteien, denen er im Grunde gar nichts abgewinnen kann, notwendig erscheinen lassen, sondern ganz praktische Erwägungen, die bereits einen eventuellen Tag danach ins Fadenkreuz nehmen. So meint Angenfort auf die Frage des früheren FDJ-Zentralorgans mit dem Namen einer noch früheren HJ-Zeitung, ob er nicht befürchte, daß auch linke Organisationen Opfer von staatlichen Verboten werden könnten:
„Im Gegenteil. Wenn die NPD illegal wäre, wäre es schwieriger Organisationen zu verbieten, die in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz und in Auseinandersetzung mit den Neonazis für demokratische und soziale Rechte und Freiheiten und gegen den Antisemitismus wirken.“

Womit wir wohl wieder bei der oben genannten „Salamitaktik“ wären. Mögen sich auch Zeiten und Zeitumstände ändern, manche Taktiken ändern sich nie.

Siehe auch
Junge Welt 28.10.06

Quelle: Störtebeker-Netz 29.10.06



Tags: Allgemeines

4 responses so far ↓

  • 1 Peter // Oct 29, 2006 at 11:32

    Diese Altstalinisten,von denen ich etliche in meiner Jugend selbst kennengelernt habe und von denen mich menschlich keiner beeindruckt hat,jammern heute immer noch,daß sie die Reichstagswahl 1933 verloren haben.Was DANN in Europa passiert wäre,dürfen wir im “Schwarzbuch des Kommunismus” nachlesen.

  • 2 Rudolf // Oct 29, 2006 at 14:54

    Ebenfalls einem sogenannten Antifaschisten widmet der Stern aktuell wieder ein Rührstück: http://stern.de/politik/deutschland/:Mecklenburg-Vorpommern-Feinde-Leben/574931.html?nv=ct_cb

    Die Hauptprotagonisten sind unser Spezi Günther Hoffmann und Michael Andrejewski.

    Ein paar lustige Zitate daraus:
    -”Hoffmann weiß auch nicht mehr, als im Internet steht”, kontert Andrejewski: “Seine Übertreibungen nutzen uns mehr, als sie schaden.”

    -”Viele hier halten die NPD für eine normale Partei”, sagt Hoffmann. Wortwörtlich genau so sagt es Andrejewski und fügt hinzu: “Deshalb versteht auch keiner, was der Hoffmann immer will.”

    -Und wenn ihn Leute wie Hoffmann als Brandstifter beleidigen, findet er [Andrejewski] das vor allem “undankbar – schließlich leben die von meinem Erfolg”.

    -Belustigt schaut Andrejewski zu, wie sich die Kollegen der sogenannten demokratischen Parteien zerfleischen.
    (seit wann sind die denn nur sogenannt? :D )

    -Schon Anfang 2006 hat ihn [Hoffmann] der Landkreis Ostvorpommern aus seiner Netzwerkstelle gemobbt [der ärmste], indem er die Stelle einfach neu ausschrieb. Nur eine Formalie, dachte Hoffmann erst, bis er im Einstellungsgespräch einem PDS-Bürgermeister gegenübersaß, dem er zuvor vorgeworfen hatte, auf dem rechten Auge blind zu sein. Vorerst kam er bei einem anderen Civitas-Projekt unter.

  • 3 sirius // Oct 29, 2006 at 22:46

    Der Begriff “Salamitaktik” soll den Vernehmen nach von Mathyas Rakosi, Ungarns führenden Judo-Bolschewiki nach 1945 stammen: Wir schneiden einfach bezüglich der Freiheit wie beim Salami ein Rad nach dem andern ab…

    Hier noch einige Informationen zu diesem Massenmörder:

    RAKOSI Mathyas
    Geburtsname : Roth
    1892 – 1971
    Wie Bela Kun war Rakosi sehr aktiv in linken Kreisen Ungarns vor dem 1. Weltkrieg. Organisierte 1918 die ungarische kommunistische Partei und hatte in der Räterepublik führende Positionen inne. Nach Sturz der Räterepublik kurze Emigration nach Oesterreich und nach Rückkehr nach Ungarn verhaftet, zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, 1940 freigelassen und im Austausch gegen Fahnen in die Sowjetunion abgeschoben.
    Rückkehr nach Ungarn im Jahre 1945 im Gefolge der Roten Armee und bis 1954 erster Sekretär der Ungarischen KP. War als überzeugter und harter Stalinist massgebend auf Aufbau des kommunistischen Terrorregimes in Ungarn verantwortlich, wobei er auch hohe Regierungspositionen innehatte. Unter seiner Verantwortung und Veranlassung wurden in den Jahren 1947-1956 Tausende unschuldiger Bürger ins Gefängnis geworfen, gefoltert, zu langen Haftstrafen verurteilt oder nach Sibirien deportiert, von wo die meisten nicht mehr zurückkehrten.
    Mathyas Rakosi wollte nach eigener Einschätzung der “Stalin Ungarns“ sein, er war machthungrig, skrupellos und er hat auf Drängen Stalins und Berijas im Jahre 1949 den ersten Schauprozess um Laszlo Rajk inszeniert und damit die gnadenlose Welle der Prozesse und Säuberungen in den osteuropäischen Staaten losgetreten. Rakosi hat bei der Regierung in Prag interveniert und auf Säuberung der tschechoslowakischen Partei gedrängt, was dann 1952 zum Schauprozess um Rudolf Slansky führte

  • 4 griesgram // Oct 30, 2006 at 0:57

    Im Moment sieht es ja wohl nicht gut aus für Opis Front gegen den Neofaschismus, in die sich immer mehr Demokraten einreihen sollen.
    Es hat ja wohl eher den Anschein, daß dem Regime die Demokraten allmählich ausgehen!

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