NACHTRAG: Wie NPD-Blog.info heute meldet, hat AMAZON inzwischen das Partnerprogramm mit dem NATIONALEN NETZTAGEBUCH der NPD Barnim-Uckermark aufgekündigt, “weil die Website nicht den Teilnahmebedingungen unseres Partnerprogramms entspricht” (O-Ton AMAZON). Die Entfernung der Verlinkungen soll in den nächsten Tagen stattfinden.
Nach Ansicht von NPD-Blog.info ist das NATIONALE NETZTAGEBUCH “ein Projekt aus Brandenburg, welches schon mehrmals durch aggressive Hetze, beispielsweise gegen Juden oder politische Gegner, aufgefallen war.”
Herr Gensing sollte vielleicht gelegentlich seine eigenen Texte oder die seiner Genossen überfliegen, um zu sehen, daß “aggressive Hetze” keineswegs ein Monopol gegnerischer Internetseiten ist.
Mißbilligend heißt es auf NPD-Blog.info weiter: “Ob Amazon auch rechtsextreme und revisionistische Bücher aus seinem Angebot nimmt, bleibt allerdings offen. So sind bei Amazon Produkte aus dem Deutsche Stimme Verlag weiterhin abrufbar. So bietet Amazon beispielsweise den “Funkenflug: Handbuch für Patrioten und nationale Aktivisten (Taschenbuch)” an. Zu diesem Punkt hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert.”
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Berlin / Potsdam: Bereits vor einigen Wochen machte der oberpfälzischen Gewerkschaftsboß Manfred Hellwig (ver.di) lautstark Stimmung gegen den Internetversand AMAZON, weil er in dessen Angebot einige Bücher entdeckt hatte, die durchaus dem nationalen Spektrum angehören. Bücher die in Deutschland übrigens keineswegs verboten sind. Ungeachtet dessen forderte Hellwig AMAZON dazu auf, diese Bücher aus dem Angebot zu entfernen, gleichzeitig mit Popanz eines Boykottes seiner Gewerkschafter drohend. AMAZON reagierte allerdings souverän und verwies den politisch überkorrekten Zeitgenossen in seine Schranken, in dem die Firma ihn darauf hinwies, dass die Firma weder verbotene noch indizierte Bücher vertreibe und dass das Angebot bestimmter Bücher nicht heiße, dass man deren geistige Inhalte auch unterstütze.
Wie man in den Kommentarspalten selbst linker Presseorgane sehen konnte, stieß das Vorgehen noch nicht einmal bei Hellwigs eigener Klientel auf überwiegende Zustimmung, so dass Boykottaufrufe aus dieser Richtung wohl nichts anderes als reine Papiertiger sind.
Inzwischen ist die Angelegenheit jedoch noch keineswegs zu Ende. So hat jetzt der brandenburgische Verfassungsschutz ebenfalls entdeckt, dass AMAZON Bücher vertreibt, die politisch korrekten Gutmenschen ganz und gar nicht gefallen. Zwar ist es auch dem brandenburgischen Verfassungsschutz nicht gelungen, irgendwelche Verbotsübertretungen nachzuweisen, aber dafür stellte er fest, dass der NPD-Kreisverband Barnim-Uckermark sein NATIONALES NETZTAGEBUCH mit Amazon.de verlinkt hat. Zwar ist auch das in keiner Weise verboten oder rechtswidrig, aber dafür Anlaß mal wieder Zeter und Mordio in der Systempresse zu schreien, wobei man sich nicht entblödet, so zu tun, als wenn AMAZON nunmehr den NPD-Kreisverband Barnim-Uckermark finanziert.
So heißt es diesbezüglich in den POTSDAMER NEUESTEN NACHRICHTEN (PNN):
„…Die NPD sucht verzweifelt nach Geldquellen. Da darf sie nicht wählerisch sein, und so wurde man beim geschmähten US-Kapitalismus fündig: Das Internet-Versandhaus Amazon führt die Homepage des Kreisverbands Barnim-Uckermark der rechtsextremen Partei in einem „Partnerprogramm“, das der NPD stetigen Zufluss von Einnahmen bietet. Auf der Homepage „Nationales Netztagebuch“ ist eine Rubrik „Kaufen & Helfen“ eingerichtet, die mit Amazon.de verlinkt ist. Da gibt es Literatur zu „Judenfragen“ und zu Rudolf Heß, die über Amazon zum Kauf angeboten wird. Die NPD verdient einige Prozente mit, wenn ein Käufer über den Link zu Amazon gelangt und sich mit rechtem Lesestoff eindeckt. Nicht nur das: Es fließt auch Geld, wenn über den Link der Kauf eines anderen, unverdächtigen Produkts zustande kommt. Die NPD freut sich: In der Rubrik steht „Vielen Dank dafür“.
Die seltsame Geschäftsbeziehung hat der Brandenburger Verfassungsschutz entdeckt. „Amazon nennt das Werbekostenerstattung“, schreibt die Behörde auf ihrer Website, „andere könnten das eine wirtschaftliche Partnerschaft mit verfassungsfeindlichen Extremisten nennen“. Auch Berlins Verfassungsschutz hält die Verbindung der NPD zu Amazon für „absolut problematisch“.“
Worin nun dieses angebliche Problem bestehen soll, lassen Verfassungsschutz, wie auch PNN offen, denn dass das NATIONALEN NETZTAGEBUCH der NPD Barnim-Uckermark sich an den Werbekosten von AMAZON gesundstößt, ist wohl nicht zu erwarten. Vermutlich hat man deshalb in der Presse darauf verzichtet, eine Summe zu nennen.
Auch im Berliner Abgeordnetenhaus scheint man derzeit nichts besseres zu tun zu haben, als sich über die Verlinkung von AMAZON auf eine NPD-Webseite zu echauffieren. Die Reaktionen sind wieder einmal mehr als typisch. So schreiben die PNN dazu:
„…Härtere Worte noch sind in den demokratischen Parteien zu hören – bis hin zur Drohung mit einem Aufruf zum Boykott. Es sei „unmöglich“, dass sich der Konzern mit der NPD einlasse, sagt der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD). Sollte Amazon die Partnerschaft nicht kündigen, „muss man die Firma boykottieren“. Nahezu wortgleich äußert sich Volker Ratzmann, Chef der Grünenfraktion. Außerdem müsse Amazon „sein Sortiment auf rechtsextremes Material durchforsten und das sofort rausschmeißen“.
Das sieht Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) genauso. Sie erwartet, „dass Amazon auf der Stelle die Geschäftsbeziehung zur NPD beendet“. Sollte das nicht passieren, will Pau „alle Demokraten aufrufen, nicht mehr bei Amazon zu kaufen“. Solange Amazon die Partnerschaft mit der NPD beibehalte, „werde ich bei Amazon nicht kaufen“, sagt der Chef der Berliner FDP, Markus Löning. Der Fraktions- und Landesvorsitzende der Berliner CDU, Frank Henkel, hofft auf Einsicht: „Wenn die Firma sich und ihre Geschäftsbedingungen ernst nimmt, sollte sie den Vertrag umgehend kündigen.““
Und das sind die gleichen Gestalten, die sich über Boykotte in der NS-Zeit erregen oder darüber, wenn in irgendwelchen asiatischen oder afrikanischen Ländern Dissidenten auf ähnliche Weise in Misskredit gebracht werden.
Daß dazu dann ausgerechnet noch eine humanoide SED-Altlast sich erdreistet, ihre Klappe aufzureißen, empfinden wir als besondere Ironie, entstammt die Dame Pau doch einer Partei, die bekanntlich ganz besondere Erfahrungen damit hat, Leuten nur die Literatur aufzudrängen, die sie allein für richtig hält. Ein klassisches Beispiel dafür, wie falsch es 1989 war, darauf zu verzichten ein paar Hundert SED-Kader einfach an der nächsten Laterne aufzuhängen, sitzt doch, wie man hier erkennen kann, dass gleiche Lumpenpack wieder am Hebel, um genauso zu arbeiten, wie vor 1989, als wäre zwischenzeitlich gar nichts geschehen.
AMAZON kündigte indessen an, die Einhaltung der Teilnahmebedingungen des Partnerprogrammes beim NATIONALEN NETZTAGEBUCH der NPD-Barnim-Uckermark zu überprüfen, um danach entsprechende Maßnahmen zu treffen. Bereits im Mai hatte die Firma darauf hingewiesen, dass sie diese Beziehung von selber beenden würde, sofern es ein offizielles Verbot der vom NATIONALEN NETZTAGEBUCH beworbenen Artikel geben würde. – Bezeichnenderweise geschah daraufhin nichts, wie die PNN betrübt feststellten, dabei wohlweislich vergessend zu erwähnen, dass es solche Verbote nicht gibt, da die vom NETZTAGEBUCH angebotenen Artikel durchaus legal sind.
Voller Unverständnis schließt der PNN-Artikel:
„…Auf die Frage dieser Zeitung, warum Amazon überhaupt rechtsextreme Schriften anbietet, antwortet die Firma, sie übernehme „stets die Einschätzung“ von Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Ansonsten nehme Amazon „bei der Beantwortung der Frage, ob ein Produkt vertrieben werden sollte, keine eigene Wertung vor“.“
Anlaß für uns zu fragen, wenn Gerichte, Staatsanwaltschaften und gar die Bundesprüfstelle nicht zu beanstanden haben, welches Problem haben denn Andere? Offenbar trifft hier wieder einmal das alte Sprichwort zu, wonach den, der Alles hat, selbst die Fliege an der Wand stört.
Siehe auch
Potsdamer Neueste Nachrichten 05.06.09
Bestimmt jetzt ver.di was man lesen darf und was nicht? – Altermedia 12.05.09





7 responses so far ↓
1 aufgemerkt // Jun 7, 2009 at 6:53
“…wurde man beim geschmähten US-Kapitalismus fündig…”
Was hat denn daß mit US-Kapitalismus zu tun. Die sollten vieleicht mal eher darüber nachdenken warum solche Firmen wie Amazon, Hewlett-Packard oder Microsoft in der ach so “wirtschaftfreundlcihen” BRD niemals hätten entstehen können. Vieleicht darf ich an den Satz erinnern (ich weiß nicht von wem) “Microsoft wäre in Deutschland schon an der Gerwerbegenehmigung gescheitert”. Dann hätten wir vieleicht auch ein paar Arbeitslose weniger. Auch hätte Quelle nicht solche Schwierigkeiten wenn sie mal bei Amazon vorbeigeschaut hätten, wie man heutzutage einen Versandhandel betreibt. Inzwischen sind sie ja im Internetversandhandel auch von Tschibo (!) überholt worden.
2 Vagabund // Jun 7, 2009 at 7:13
Ich frage mich schon seit längerem, warum es eigentlich keine starke unabhängige Gewerkschaft gibt!
Mal ehrlich, die etablierten Gewerkschaften sind größtenteils ein verlängerter Arm der SPD (ver.di – früher IG Metall) und bilden deswegen natürlich auch politisch große Schnittmengen mit ihr.
Bei den Lokomotivführern gibt es doch auch mehrere (GDL, GDBA).
Wo keine Konkurrenz, da kein Wettbewerb – keine Meinungsvielfalt, oder?
3 Wetekamp // Jun 7, 2009 at 11:11
Watt hatt Amazon doch für einen Dusel, daß es noch keine “Thor Steinar”-Bücher gibt.
Und watt ist Thor Steinar doch doof, daß es keine Bücher verkauft …
Und wenn dann erst einmal alles an “KIK”-Hakenkreuzständern zum Verkauf hängt, kriegt Petra Pau einen Herzkasper. Gute Aussichten, oder?
4 bildad // Jun 7, 2009 at 11:52
” Ing. grad. Heinz-Jörg Zeitzmann
Bundesvorsitzender der D V D
Demokratische Volkspartei Deutschland
Vorreiterpartei für ein NBD – Nationales Bündnis Deutschland ”
Fällt mir bei altermedia schon länger negativ auf, über jede Kleinigkeit wird ausführlich berichtet, aber wenn wenn Zeitzi wiedermal die vernünftigen patriotischen Parteien vereinigen will, steht nix.
Obwohl ” NBD – Nationales Bündnis Deutschland ” das kommt mir irgendwie bekannt vor.
http://de.altermedia.info/general/fka-he…0807_10707.html
Schon gefunden.
5 Anonymous // Jun 7, 2009 at 12:05
http://npd-blog.info/2009/06/06/amazon-beendet-partnerprogramm-mit-der-npd/
6 bildad // Jun 7, 2009 at 13:08
http://www.youtube.com/watch?v=AZ0KtczXU6s
Recht nette Wahlkampfrede von Strache.
Obwohl:
” Wenn wir mit Hitler verglichen werden”
7 Netzwerkadmin // Jun 7, 2009 at 20:01
In den letzten Jahren habe ich bei Amazon für etliche tausend €uro Software und Hardware(Office, Betriebssysteme, Grakas usw) für von mir betreute Kunden bestellt. Sie sind vom Preis her günstig und verlangen keine Versandkosten.
Das wird wohl bald ein Ende haben. Ich werde diesen Laden spätestens dann boykottieren, wenn er unliebsame Bücher (virtuelle Bücherverbrennung?!) aus dem Sortiment nimmt.
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