![]() |
Hildburghausen / Thüringen: Berufsdemokraten und Kirchenfunktionäre sind für gewöhnlich sehr schnell dabei, wenn es darum geht, politische Gegner mundtot zu machen oder zu ihrer gesellschaftlichen Isolierung aufzurufen. Dummerweise gehören dazu immer zwei, einer der isoliert und einer der sich isolieren läßt. Diese Erfahrung sowie die Tatsache, daß die Misswirtschaft der etablierten Politik immer mehr Deutschen die Augen öffnet, führt inzwischen dazu, daß anti-rechte Hetze letztlich mehr und mehr auf ihre Verursacher zurückfällt, indem man ihnen demonstriert, daß Zivilcourage sehr wohl auch andersrum funktionieren kann.
Wie zum Beispiel im thüringischen Hildburghausen, das heute der Zeitung FREIES WORT RECHTS, dem früheren SED-Organ für den Bezirk Suhl*, einen tränenreichen Artikel wert war, in dem es u. a. heißt:
„Die Negativ-Schlagzeilen um die Kleinstadt Hildburghausen scheinen nicht abzureißen. Immer wieder gerät die Stadt in Südthüringen ins Blickfeld der Öffentlichkeit, und fast immer geht es dabei um rechtsextreme Gewalt.
*1991 wurdeFreies Wort vom Süddeutschen Verlag, München, (70 Prozent) und der SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbh (dd_vg), Hamburg, (30 Prozent) übernommen. – Wikipedia
“…Es ist der Abend des 3. April, als der Hildburghäuser Superintendent Michael Kühne angegriffen wird. Kühne befindet sich gerade mit einer Gruppe Konfirmanden auf dem Weg zur Christuskirche, als ihnen auf Höhe des Stadtmuseums drei junge Männer entgegentreten. “Euer Führer ist tot, Sieg Heil!”, schreien die Drei. Der Superintendent stellt sich den jungen Männern in den Weg, Oberpfarrer Christoph Victor, der die Konfirmanden ebenfalls begleitet, bringt diese in Sicherheit. Michael Kühne versucht Fotos zu machen, um die bedrohliche Szene festzuhalten. Kurz darauf trifft ihn ein Schlag ins Gesicht, er geht zu Boden. Als die Polizei erscheint, ist der Spuk vorbei, die Täter flüchten. Kühne muss behandelt werden. Er trägt ein Hämatom und Schürfwunden davon. Der Superintendent erstattet Anzeige….“
An dieser Stelle erstaunt es uns jedoch schon, weshalb „Nazis“ einem Geistlichen und seinen Konfirmandenzöglingen zurufen sollten: „Euer Führer ist tot“. Ob es nicht vielleicht wahrscheinlicher ist, daß das „Sieg Heil“ erst dann fiel, nach dem das „Euer Führer ist tot“ von Kühne und Konsorten kam, die dabei freilich vergaßen, daß das Hinhalten der anderen Wange kein Teil des nationalen Katechismus ist?
Weiter klagt FREIES WORT: „…Kein Einzelfall, denn auch Bürgermeister Harzer hat erfahren müssen, dass selbst er – ein kräftiger Zwei-Meter-Mann – zum Opfer werden kann. Kein Unbekannter der regionalen Neonazi-Szene springt ihm in den Rücken, als er bei einem Fußballturnier erscheint, das unter eindeutig rechtsradikalen Vorzeichen steht. Auch der Bürgermeister muss behandelt werden. Ein Verfahren läuft.
Harzer fühlt sich sogleich an einen Vorfall aus dem Vorjahr erinnert: EM-Zeit, das Spiel Deutschland gegen Türkei läuft gerade. Harzer schaut sich die Partie zu Hause im Fernsehen an, als es vor seiner Tür zur Randale kommt. “Dein Haus wird brennen”, hört Harzer da. Der Rufer: Wiederum ein bekanntes Mitglied der Hildburghäuser Neonazi-Szene.
Hildburghausen im März, in der Nähe der alten Post: Schüler des Gymnasiums Georgianum werden von einem jungen Mann angerempelt, geschlagen – dazu “Heil-Hitler”-Rufe, ein ausgestreckter Arm. Mindestens fünf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren werden angegriffen, berichtet Kerstin Möhring, Lehrerin am Gymnasium. Was die Lehrerin besonders irritiert: Weder Anwohner noch Passanten kommen zur Hilfe, niemand ruft die Polizei. Nur zwei Schüler der 12. Klasse greifen ein. Auch sie werden geschlagen.
Wenige Tage später auf dem Hildburghäuser Marktplatz. Es ist um die Mittagszeit, als aus dem offenen Fenster einer Wohnung “Sieg-Heil”-Rufe schallen. Harzer und der Linken-Landtagsabgeordnete Tilo Kummer werden zur Hilfe gerufen. Wenig später kann ein 16-Jähriger aus Veilsdorf gefasst werden.
Am vergangenen Wochenende, vielerorts wird an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert: Aufkleber mit der Aufschrift “8. Mai – wir feiern nicht!” kleben im Hildburghäuser Stadtgebiet, auch auf Wahlplakaten zur bevorstehenden Kommunalwahl. Geprügelt wird diesmal nicht. Die Polizei ermittelt zunächst wegen Sachbeschädigung.
Eine türkische Familie traut sich derweil in Hildburghausen kaum noch vor die Tür. Sie haben in einem Verfahren gegen einen rechten Randalierer ausgesagt. Die Frau des Familienvaters wurde auf der Straße bereits mit Steinen beworfen, die Täter entkommen unerkannt.
Oberpfarrer Victor fasst indes die Stimmung vieler Hildburghäuser so zusammen: “Die Angst ist riesengroß.”
Was soll man dazu sagen, außer: Recht so. – Gerade Figuren wie Kühne, Harzer oder Victor sind bekannt dafür, immer wieder Haß gegen den politischen Gegner zu streuen und seine Bekämpfung und Entrechtung zu fordern. Wird man es ihm daher verübeln, sich von Zeit zu Zeit zur Wehr zu setzen, mit den Mitteln die ihm zur Verfügung stehen? Kaum. Ein politisches System, daß vorgibt „demokratisch“ zu sein, gleichzeitig aber alles daran setzt, seine Oppositionellen mit allen Mitteln mundtot zu machen, muß sich nicht darüber wundern, wenn diese sich mit der Zeit bei den Befürwortern und Unterstützern solcher Repressionsmethoden verbal revanchieren, denn was hier als „rechtsextreme Gewalt“ verkauft wird, erscheint uns hier geradezu noch fast harmlos, im Vergleich zu dem, was mancher ausländischer Gewalttäter seinen deutschen Opfern antut.
Insofern ist hier jedes Mitleid fehl am Platze, am allerwenigsten bei den Vertretern der Geistlichkeit. Denen sei angeraten, sich an die Worte ihres „Erlösers“ zu erinnern, der einmal sagte, daß sein Reich nicht von dieser Welt sei, sollten seine heutigen Jünger jedoch meinen, sich in alles einmischen müssen zu können, indem sie förmlich zum Kirchenbann gegen politisch Andersdenkende aufrufen, dann mag ihnen darauf das Echo antworten, daß solche Möchtegernketzerbrenner verdienen.
Auch die Furcht der oben genannten Türkensippe ist eher unbegründet, so muß sie auch nicht mehr Angst haben, als deutsche Zeugen, die, sagen wir mal, als Zeugen in einem Prozeß gegen türkische Gangster aussagen. So gleicht sich eben alles wieder aus. Abgesehen davon bleibt ihr ja noch die Heimkehr nach Anatolien, sollte sie sich tatsächlich bedroht fühlen.
Siehe auch
Freies Wort 13.05.09





6 responses so far ↓
1 Ali Mente // May 14, 2009 at 8:57
“Wer Wind sät, wird Sturm ernten”
2 griesgram // May 14, 2009 at 10:11
“als aus dem offenen Fenster einer Wohnung “Sieg-Heil”-Rufe schallen. Harzer und der Linken-Landtagsabgeordnete Tilo Kummer werden zur Hilfe gerufen. Wenig später kann ein 16-Jähriger aus Veilsdorf gefasst werden.”
Sind DAS die militanten Heldentaten von Genosse Thune und Mitzecken?
Es braucht einen 2 Meter Bürgermeister und einen SED Bonzen, um einen 16 jährigen “festzunehmen”!
Köstlich!
3 Rittmeister // May 14, 2009 at 10:40
Das Bodenpersonal des Judengottes hat die Nächstenliebe schon lange vergessen; aber predigen sie noch.
Falsche Schlangen seit 2ooo Jahren wie immer.
4 Freibeuter // May 14, 2009 at 12:05
Meine Oma seligen Angedenkens sagte in solchen Situationen immer : “Jung, kleine Sünden straft DER HERR sofort, große etwas später…..”
Den begleitenden, medial herbeihalluzinierten Popanz von der “rechten Gewalt” braucht dieses System – insbesondere in Wahlk(r)ampfzeiten wie diesen – wie die Luft zum Atmen, zwecks Ablenkung von eigenen, desaströser Bilanzen…..insbesondere dann, wenn sich die “freie” Presse letztlich als parteipolitische Lohnschreiber-Klitsche entpuppt.
5 Jurgen // May 14, 2009 at 12:27
Motto : Gesicht zeigen gegen Antideutsch !!!
Die Jungs zeigen gerade richtig Zivielcourage, Demokratiebewustsein und Nationalstolz so wie ich es mir vorstelle.
“”Courage gegen Antideutsch”" ist damit gegründet.
Bravo !!!!!!!!!!!!!
War das ein Einzelfall ?
Mit freundlichen Grüssen
Jurgen B. Richter
6 Tand und Schande // May 14, 2009 at 16:47
Beim Überfliegen der Nachricht habe ich – fälschlicherweise – was von einem Angriff auf “Michael Kühnen” gelesen, konnte bei näherem Hinsehen aber erleichtert aufatmen. Es hat keinen Toten sondern einen Hirntoten getroffen.
Leave a Comment