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Wettbewerb um Renegatenimport aus Afghanistan (29.03.06)

March 29th, 2006 · Post your comment (No Comments)

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Kabul / Afghanistan: Wer keine Probleme hat, der macht sich welche. Wie unlängst bereits berichtet, sollte in der afghanischen Hauptstadt ein Prozeß stattfinden, bei dem der öffentlich zum Christentum übergetretener Moslem Abdul Rahman, in Afghanistan ein Name wie hierzulande Müller, Meier, Lehmann, nach dem Landesrecht – der Scharia – abgeurteilt werden sollte. Diese aber sieht für Renegaten seit Jahrhunderten die Todesstrafe vor. Mit dem ihm eigenen diplomatischen Fingerspitzengefühl übte der Westen jedoch soviel politischen Druck auf die afghanische Marionettenregierung aus, daß diese, lieber einen Volksaufstand riskierend, als die tatsächlichen Machthaber verärgernd, den Beklagten für unzurechnungsfähig erklärten und aus der Haft entließen. So geschehen am Montagabend.

Allerdings ist mit der Freilassung die Lage für den Renegaten keineswegs besser geworden, so rufen die religiösen Vertreter des Landes, darunter auch ehemalige Taliban-Gegner, nahezu landesweit die Massen dazu auf, die Durchsetzung der Scharia in diesem Fall in die eigenen Hände zu nehmen. Ein Appell, der bei der weitaus überwiegenden afghanischen Volksmehrheit nicht ungehört verhallt und wenn wir hier von Mehrheit sprechen, dann meinen wir Mehrheit und zwar eine richtige Mehrheit und keineswegs solche demokratischen „Mehrheiten“, wie sie uns am vergangenen Sonntag die letzten drei Landtagswahlen in Deutschland bescherten, wo man im Durchschnitt gerade mal die Hälfte der Wähler dazu bewegen konnte, überhaupt wählen zu gehen. So gab es in Kabul bereits unmittelbar nach der Freilassung Abdul Rahmans Protestdemonstrationen.

Kein Wunder also, wenn Rahman dabei ist, sein Heil weniger beim lieben Gott als im Ausland zu suchen. Dabei dürfte es dann wenig überraschen, daß Vertreter aus CDU und SPD sich beeilten, diesem, zum Paria beim eigenen Volke gewordenen Zeitgenossen, ein Asyl in Deutschland anzubieten. Eine Praxis die nicht verwundert, da Deutschland bekanntlich beim künstlichen Import des nutzlosesten Teils der Menschheit immer vorneweg ist. Freilich befindet man sich auch ein wenig in Konkurrenzdruck, so das man derzeit noch im Wettbewerb mit Italien liegt, wo sich Außenminister Gianfranco Fini um den Import dieses Konvertiten bemüht. Hier dürfte es freilich mehr darum gehen, dem Heiligen Stuhl einen Gefallen zu tun, dem daran gelegen ist, aus Abdul Rahman eine Art „Glaubenshelden“ für Zentralasien zu produzieren.

In Afghanistan glauben die Behörden jedoch inzwischen noch gegenüber den aufgebrachten Massen ein wenig Scharade spielen zu müssen. So betont die Staatsanwaltschaft, daß sie Rahmans Unzurechnungsfähigkeit weiter untersuchen lassen wolle und sie ihn, im Falle daß er sich doch als zurechnungsfähig entpuppe, durch Interpol ins Land zurückholen lassen wolle. Eine Erklärung die wohl noch nicht einmal in mittelalterlichem Denken befangene afghanische Moslems für bare Münze nehmen werden. Rahman selber wies Behauptungen über seine Unzurechnungsfähigkeit stets zurück.

Das Hauptproblem für die gegenwärtige Führung im Lande dürfte freilich weniger der Übertritt des Abdul Rahman zum Christentum sein, sondern die Art und Weise wie man sich einmal mehr zum willigen Erfüllungsgehilfen des Westens gemacht hat. So dürfte ihr Verhalten den afghanischen Massen eindringlich vor Augen geführt haben, daß sie in Wirklichkeit nichts zu melden hat und aus ebensolchen Marionetten besteht, wie es schon ihre früheren Vorgänger im Solde Moskaus waren. Ein Vergleich der sich auf längere Sicht tödlich auswirken kann, da es selbst die USA sich nicht auf die Dauer leisten können, eine Regierung an der Macht zu halten, die 99 Prozent ihrer Landsleute gegen sich hat, weil sie ihnen gegenüber das Gesicht verloren hat und die sich um Grunde nur deshalb hält, weil sie sich auf die Truppen des Auslands stützt. Keine zukunftsversprechende Perspektive.

Siehe auch
Die Welt 29.03.06

Quelle: Störtebeker-Netz 29.03.06

Tags: Allgemeines

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