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Wie ein umgefallener Sack Reis in China – Auch ein Nachruf auf „Bruder Johannes“ (28.01.06)

January 28th, 2006 · Post your comment (No Comments)

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Berlin: Viele von uns viel zu spät, jedoch nicht einen einzigen Augenblick zu früh, versammelte sich gestern Ex-Bundespräsident Johannes Rau zu seinen Vorvätern. Der frömmelnde Sozialdemokrat hatte die oberste Planstelle der Bundesrepublik von 1999 bis 2004 bekleidet und ihr in dieser Eigenschaft, wie so viele seiner Vorgänger, den Charakter einer staatlichen Selbstkasteiungsbehörde gegeben. Im Falle Raus kam dies besonders durch eine Israelhörigkeit zum Ausdruck, die selbst für Leute seines Schlages außergewöhnlich war. Grund zur Annahme, daß man sein Ableben in Israel und bei der hiesigen Diaspora-Sektion weitaus mehr beklagen wird, als unter gewöhnlichen Deutschen, denen der Tod dieses Zeitgenossen, wie oben schon in der Überschrift mit leicht multikulturellem Flair angedeutet, weitestgehend an einem gewissen hinteren Körperteil vorbeigehen dürfte.

Die gegenwärtig in etlichen Medien und von Politikern des etablierten Parteienkartells geäußerten Klagelitaneien sollte man dabei nicht für allzu bare Münze nehmen, ist überleben marktschreierische Trauerkundgebungen wie diese für gewöhnlich doch noch nicht einmal die Zeit bis zum Begräbnis. Rau war Zeit seines Lebens eines jener Symbole, die uns Deutsche in aller Welt verächtlich macht. Ein Mensch dem die politisch korrekte Schuldneurose wegen des Zweiten Weltkriegs schon zur zweiten Natur geworden war. Ein Fall, den spätere Biographen vielleicht später einmal nicht allein nur mit politischen Gründen zu erklären haben werden, sondern vermutlich auch mit medizinischen. Den Höhepunkt in seiner Canossa-Karriere leistete sich Rau 2004 mit seiner Buß- und Betroffenheitsrede vor der israelischen Knesseth, von der wir freilich mit Genugtuung konstatieren können, daß diese in Deutschland bei der breiten Masse trotz des künstlich erzeugten Medienrummels kaum Eindruck gemacht hat und wenn, dann nicht unbedingt zum Vorteile Raus.

Hier im einzelnen auf das Leben Raus einzugehen ist nicht unsere Aufgabe, wer dafür Interesse hat, wird sicher auch andernorts fündig werden. Nein, wenn wir hier für einen flüchtigen Augenblick unserem Samstag unterbrechen, dann nur weil wir es gestern nicht mehr geschafft haben, unserer Vermutung Ausdruck zu geben, daß er jetzt wohl an einem wohlgeheizten Ort mit alten Bekannten wie Ignaz Bubis oder Simon Wiesenthal Skat spielen wird, freilich nur als Platzhalter und so lange bis sich der Komakranke aus Jerusalem zu ihnen gesellen wird. Im weiteren könnten wir uns vorstellen, daß Rau in dieser illustren Skatrunde für alle Ewigkeit die Rolle spielen wird, die er schon zur Zeit seines Erdenwallens eingenommen hatte, nämlich die des Gebers.

Wir aber wollen hoffen, daß er an dem Ort wo er sich jetzt befindet nicht lange auf weiteren Nachschub von seinesgleichen warten muß. So wollen wir denn diese Zeitgenossen denn auch in unser heutiges Wort zum Sonntag mit einschließen, und beten, daß Gott sie erhalten möge –
je eher desto besser.

Siehe auch
Johannes Rau Biographisches

Quelle: Störtebeker-Netz 28.01.06

Tags: Allgemeines

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