![]() |
Schwerin / Mecklenburg: Über eine zu geringe Nutzung politscher Gedenkorte durch die Schulen, mokiert sich der „Historiker“ Andreas Wagner von der Landesfachstelle für Gedenkstättenarbeit. So bezeichnete er diese gegenüber der Presse als „Lernorte für Demokratie und Menschenrechtserziehung“. Darüber hinaus bezeichnet er ihre Nutzung auch als „wichtig für die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus“. Eine klare Definition, die offenbar darlegen soll, daß in den Augen Wagners nur solche Orte als wirklich „politischer Gedenkort“ in Frage kommen, bei denen es irgendwas mit NS oder Zweitem Weltkrieg zu gedenken gibt.
Dabei gibt es durchaus mehr. So dokumentiert die Landesfachstelle selbst 1350 sogenannte „politische Memoriale“, deren größter Teil freilich nicht irgendwelchen NS-Opfern gedenkt, sondern den Gefallenen des 1. Weltkriegs. An zweiter Stelle folgen dann die Denkmäler und Gedenkstätten für die „Opfer“ des Nationalsozialismus, die landesweit mit 300 angegeben werden. Dann kommen die Erinnerungsstätten für die Opfer der SED-Herrschaft. Gedenkstätten für deutsche Opfer des Zweiten Weltkrieges folgen dann irgendwo unter ferner liefen.
Nach Meinung Wagners sind die Gedenkstätten nun in der Pflicht „qualifizierte pädagogische Angebote“ zu unterbreiten. Da allerdings nur die Gedenkstätten für den NS staatliche Förderung genießen, dürfte sich diese Forderung in erster Linie an sie rechnen, da es auch nicht im Interesse dieses Historikers ist, daß Schüler die Erinnerungsstätten für die deutschen Soldaten des Ersten oder Zweiten Weltkriegs besuchen.
Allerdings vergißt Wagner, daß es derartige „qualifizierte pädagogische Angebote“ schon zu DDR-Zeiten gegeben hat, wo man ganze Schulklassen zu entsprechenden Feiertagen wie 8. Mai oder artverwandten Gedenktagen sowie in Jugendstunden vor der Jugendweihe zu solchen Gedenkstätten karrte, um sie dort politisch zu indoktrinieren. Den Untergang des SED-Regimes hielt man damit freilich nicht auf, statt dessen führten gerade nicht selten solche Besuche dazu, altes und neues Regime gegenüber zu stellen und zu hinterfragen, um dann die Feststellung zu machen, daß sich beide im Grunde genommen nur wenig von einander unterscheiden, da auf freie Meinung weder im einen wie im anderen Wert gelegt wird und es beiden nur darum geht, willfährige Generationen von Jasagern zu erziehen.
Das war damals so und man darf gewiß sein, daß es künftig nicht anders sein wird, zumal inzwischen gerade junge Menschen die Nase gestrichen voll von dieser Art der Vergangenheitsbewältigung haben, mag sie nun von der linken oder rechten Seite des jeweiligen politischen Längengrades kommen, da man derlei nur noch als nervend empfindet.
Siehe auch
Politische Memoriale Mecklenburg-Vorpommern
Quelle: Störtebeker-Netz 23.10.06





0 responses so far ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.
Leave a Comment