Nun haben sie ihn also gefaßt, ihren gegenwärtigen Feind Nummer eins Saddam Hussein. Dabei war der Mann nicht immer ihr Feind. Es gab Zeiten, da haben maßgebliche Männer der US-Administration mit ihm Politik, vor allem aber Geschäfte gemacht. Jetzt wird das ablaufen, was die Amerikaner immer gut konnten: Sie werden eine Schau-Veranstaltung durchführen, die sie „Prozeß“ nennen. Das Ergebnis dieses „Prozesses“ steht schon jetzt fest.
Anlaß zum Triumph dürfte das für die USA aber nicht sein. Der Widerstand
gegen die Besatzer vereint sogar divergierende politische Kräfte im Irak. Tägliche Anschläge auf US-Einrichtungen belegen das und die Festsetzung Saddams dürfte hieran überhaupt nichts ändern, im Gegenteil. Der Haß gegen die Besatzungstruppen wird dadurch noch weiter geschürt. Die Mitglieder der von den Amerikanern eingesetzten und kontrollierten irakischen Vassallenadministration können sich ohne massiven Schutz durch US-Truppen im Land kaum bewegen.
Besatzer und deren Vasallen haben es gerade in islamisch geprägten Staaten nicht leicht.
Völlig voreilig war die Reaktion deutscher Politiker, die George W.Bush zu seinem zweifehalften Erfolg meinten gratulieren zu müssen. Ist doch das, was sich gerade in den letzten Tagen um die Finanzierung des Wiederaufbaues des Irak abspielt wesentlich bedeutender als die Festsetzung von Saddam Hussein. Die USA machen das , was sie eigentlich immer gemacht haben: ihre wirtschaftlichen Interessen rücksichtslos in den Vordergrund zu stellen. Wundern und verstimmt sein darüber kann eigentlich nur der, der sich mit der Geschichtes des Landes, das die Politik zum Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft degradiert hat, nicht ausreichend auseinander gesetzt hat.
Solange die Amerikaner die Macht dazu haben, werden sie sich von niemanden in die Suppe spucken lassen. Sie haben trotz vieler Debatten in der UNO mit allen Mitteln den Krieg gegen den Irak geführt und dabei jedes internationale Recht ignoriert. Paul Wolfowitz hat aufgeschrieben, daß es um die beherrschende Stellung seines Landes im Nahen Osten und um die Sicherung der Ölquellen für die heimische Wirtschaft geht. In diesem Konzept finden irgendwelche Menschenrechte nicht statt. Sie sind jetzt an den Ölquellen und bestimmen selbst, wer am Aufbau des von ihnen selbst zerstörten Landes teilnehmen darf und wer nicht. Kriegsgegner wie Deutschland und Frankreich werden nicht dazu gehören. Das ändern auch diplomatische Versuche und freundliche Worte nicht. Sie werden auch durchsetzen, daß die Deutsche und Franzosen dem geschlagenen Land die Schulden von fast acht Milliarden Dollar erlassen. Das genau ist das Prinzip, anderen Ländern die Risiken aufzubürgen und selbst die Gewinne einzustreichen.
Das gegenwärtige weltpolitische Szenario ist aber geradezu eine Herausforderung, nach einer neuen Weltordnung Ausschau zu halten, einer Weltordnung, in der ein Staat wie USA als Gefahr für die übrige Menschheit dasteht. Dieser Staat muß politisch und wirtschaftlich isoliert werden. Es muß eine Koalition freier Völker gegen die Herren in Nordamerika geben. Gelingt das, dann hat die Menschheit tatsächlich eine Zukunft. Gelingt das nicht, dann wird der Rest der Menschheit außerhalb der USA nur Spielmaterial in deren Händen sein.
Frank Schwerdt
Quelle:
www.NPD.de


0 responses so far ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.
Leave a Comment